Demografischer Wandel

Silver Economy - Peace Sign | © gettyimages.com / Patricia Toth McComick

Demografischer Wandel

Globaler Megatrend

Weltweit gewinnt der demografische Wandel in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts an Tempo. Es wird erwartet, dass die Weltbevölkerung von heute 7 Milliarden auf 9 Milliarden im Jahr 2050 steigt. Obwohl die Weltbevölkerung insgesamt zunimmt, verlangsamt sich die Wachstumsrate. Während die Bevölkerungszahlen sich in den westlichen Industrienationen weiter verringern, wird das Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern weiter zunehmen.
Eines ist sicher: Die Welt wird älter, da die Menschen in den Industrienationen und in den sich entwickelnden Volkswirtschaften länger und gesünder leben.

Demografischer Wandel in Deutschland

Deutschland hat die zweitälteste Bevölkerung der Welt. Nur Japan hat eine ältere Bevölkerung. Die OECD beziffert die Lebenserwartung bei der Geburt in Deutschland auf fast 81 Jahre, was deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegt.

Innerhalb von Europa gilt Deutschland als das Seniorenland und hat den höchsten Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen zu verzeichnen. Es wird prognostiziert, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2035 auf 24 Millionen Menschen wachsen wird. Dies entspräche einer Zunahme von 7 Millionen Menschen – von aktuell 17 Millionen älteren Menschen. Damit würden die über 65-Jährigen dann ein Drittel der inländischen Bevölkerung ausmachen - und mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung in Deutschland wäre über 50 Jahre alt.

Die „Silver Economy“ – Best Ager Märkte von Morgen

“Die Generation 50+ gehört bereits heute - aufgrund ihrer Anzahl und Kaufkraft - zu einer der wichtigsten Konsumentengruppen. Der deutsche Markt für ältere Menschen bietet zudem enormes Potential für innovative Produkte und Dienstleistungen. Für viele Anforderungen müssen noch die entsprechenden Lösungen gefunden werden. Deshalb ist Deutschland ein äußerst interessanter Markt für ausländische Unternehmen”, so Melanie Wiegand, Expertin im Bereich demografischer Wandel.

Da die Menschen immer länger leben, hat der demografische Wandel große Auswirkungen auf die Gesellschaft. In der Vergangenheit wurden ältere Menschen oft als Verbraucher privater Konsumgüter und Dienstleistungen vernachlässigt. Heute hingegen betrachtet man die Senioren oder die „Best Ager“ als vielschichtige Zielgruppe mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen. Getreu dem Motto „sechzig ist das neue fünfzig“ spielen sie eine wichtige gesellschaftliche Rolle und verfolgen Freizeitinteressen, die im Einklang mit ihren aktiven Lebensstilen stehen.

Die älteren Menschen sind deutlich aktiver als früher. Sie reisen, treiben Sport und nehmen an Outdoor-Aktivitäten teil, sie nehmen die Herausforderungen des Internets an und nutzen all seine Möglichkeiten. Und sie wollen bei diesen Aktivitäten auch äußerlich gut aussehen. Laut einer Studie von TNS Infratest experimentiert die Hälfte der 60- bis 70 Jährigen gerne mit ihrer Kleidung. Lediglich die Bevölkerungsgruppe der 18- bis 29 Jährigen zeigt ein ähnlich starkes Interesse an Mode.

Aber wichtiger ist noch, dass das verfügbare Nettoeinkommen verheirateter Paare über 65 Jahre heute bei durchschnittlich 2.440 EUR je Monat liegt. Da ältere Menschen oft mit weniger Menschen in einem Haushalt leben, liegt das Pro-Kopf-Einkommen der älteren Haushalte über dem von jüngeren Haushalten.

„Heute verfügen die meisten Rentner über erhebliche finanzielle Ressourcen. Im Vergleich zu jüngeren Bevölkerungsgruppen geht es den Älteren im Durchschnitt finanziell besser, oft sind sie auch Immobilienbesitzer. Außerdem können sie auf lang angespartes Vermögen zurückgreifen“, sagt Melanie Wiegand, Expertin im Bereich demografischer Wandel.

Wirtschaftsmotor Alter

Der wachsende Anteil älterer, wohlhabender Menschen setzt eindeutige Signale für internationale Unternehmen in den deutschen Markt zu expandieren. So eröffnen sich nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten in Deutschland sondern in ganz Europa.

Unternehmen, die sich bereits erfolgreich auf dem silbernen Markt in Deutschland etabliert haben, befinden sich in der besten Ausgangslage, um weitere europäische und internationale Märkte zu erobern.

Die neuen, aktiven Senioren sind buchstäblich als “Golden Oldies” zu verstehen. Im Gegensatz zu früheren Generationen bestimmen sie heute stärker allein, wie sie ihr Alter gestalten möchten. Sie erfreuen sich auch besserer Gesundheit, verfügen über mehr Geld, Zeit und Energie.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der alternden Bevölkerung in Deutschland sorgen für Geschäftsoptionen in den verschiedensten Bereichen. Dazu gehören vor allem Gesundheitsprodukte und -leistungen, Haushaltsgeräte, Wohnmöbel, Körperpflege sowie Reisen. Indem man die ältere Bevölkerung differenziert anspricht, werden viele Verbraucher mit ihren individuellen Bedürfnissen, einem hohen verfügbaren Einkommen und auch mit ausreichend Zeit direkt angesprochen.
Die Senioren von gestern, die lange als Verbraucher privater Konsumgüter und Dienstleistungen vernachlässigt wurden, sind die “Golden Ager” von heute - die zukünftig wichtigste Konsumentengruppe überhaupt.

Deutschland - größter Seniorenmarkt Europas

Demografischer Wandel - ein weltweiter Trend | © http://esa.un.org/unpd/popdev/AgingProfiles2013/default.aspx

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