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Auf der Suche nach dem Neugeschäft – Die Top-Exportmärkte 2012
Quelle: Fotolia
Angesichts der Euro-Schuldenkrise und gedämpfter Konjunkturaussichten sind viele deutsche mittelständische Unternehmen (KMU) weiter auf der Suche nach neuen Märkten. Dies nahm Germany Trade & Invest erneut zum Anlass, Anfang 2012 in 69 Ländern bei ihren Auslandsmitarbeitern eine Umfrage nach den Top-Exportmärkten 2012 zu starten und interessante Zukunftsmärkte zu identifizieren.
Zwar bleiben die EU-Länder, die BRIC-Staaten oder die USA weiterhin für deutsche Mittelständler überaus interessante Zielmärkte, aber auch Länder, die sonst nicht im Fokus der Berichterstattung stehen, wie Indonesien, Mexiko, die Mongolei, Norwegen, Peru, die Slowakei oder Tunesien, verdienen angesichts bisher ungenutzter Geschäftschancen erhöhte Aufmerksamkeit.
Deutsche Exporteure sollten Indonesien künftig mehr Beachtung schenken. Der Inselarchipel stellt mit rund 240 Mio. konsumorientierten Einwohnern einen riesigen Binnenmarkt dar und legt zudem seit Jahren ein beachtliches Realwachstum von über 6% hin. Getrieben durch Infrastruktur- und Industrieprojekte stiegen die Importe 2011 um über 30%, bei deutschen Unternehmen waren es gerade mal 4%.
Interessantes Neugeschäft verspricht auch Mexiko, die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Die wachsende kaufkräftige Mittelschicht treibt die Nachfrage nach Gütern aus dem Ausland an. Die gute Konjunktur hat mittlerweile alle bedeutenden Sektoren erfasst. Nicht nur die Kfz-Branche investiert kräftig. Für Anbieter von High-Tech-Gütern ergeben sich neue Chancen, da Mexiko seinen Ruf als “verlängerte Werkbank der USA“ endgültig ad acta legen möchte.
Die Top-Exportmärkte 2012 (BIP-Veränderung, real in %) | ||
Land | BIP-Wachstum 2012 1) | Deutsche Exporte 2011 2) |
Indonesien | 6,2 | 1.909 |
Mexiko | 3,5 | 6.936 |
Mongolei | 15,0 | 132 |
Norwegen | 2,5 | 7.272 |
Peru | 5,5 | 697 |
Slowakei | 1,7 | 9.624 |
Tunesien | 2,8 | 1.435 |
1) Prognose; 2) Januar bis November, in Mio. Euro
Quellen: Destatis, Germany Trade & Invest
Auch die Mongolei verdient unter deutschen Exportmanagern mehr Beachtung. Zwar ist das bilaterale Handelsvolumen mit gut 150 Mio. Euro noch sehr bescheiden und erfüllt in diesem Punkt nicht das Kriterium eines Top-Exportmarktes, doch sind die Importzuwächse enorm. So haben sich die Gesamteinfuhren des Landes 2011 binnen Jahresfrist auf 6,5 Mrd. US$ verdoppelt. Die riesigen Rohstoffvorkommen und milliardenschwere Investitionen versprechen auch in naher Zukunft beste Geschäfte.
Mit 64.000 Euro BIP pro Kopf zählt Norwegen zu den wohlhabendsten Nationen der Welt. Der mit knapp 5 Mio. Einwohnern recht kleine Absatzmarkt ist ein wichtiger Abnehmer deutscher Produkte. Dank der anhaltenden Investitionen in die Öl-und Gasindustrie dürfte das nordische Land auch 2012 allen Turbulenzen sehr erfolgreich trotzen. Experten erwarten ein BIP-Wachstum von etwa 2,5%, ein Spitzenwert in Europa.
Durch das neue Freihandelsabkommen mit der EU stehen deutschen Lieferanten in Peru in Zukunft alle Türen offen. Zwar erfüllt der Andenstaat bei der Ausfuhr noch nicht das Kriterium Top-Exportmarkt. Doch Lieferzuwächse von über 20% lassen erwarten, dass die 1 Mrd.-Euro-Schwelle 2012 überschritten wird. Bergbau-, Energie- und Infrastrukturprojekte sowie eine steigende Binnennachfrage sorgen weiterhin für Aufschwung.
Mit einem Liefervolumen von knapp 10 Mrd. Euro hat sich die Slowakei zu einem überaus interessanten Absatzmarkt für den deutschen Mittelstand entwickelt. Längst ist das Land nicht mehr nur eine „verlängerte Werkbank“ für ausländische Firmen. Zahlreiche Projekte in den Sparten Kfz-, Elektro- und Kunststoffindustrie, Maschinenbau/ Metallverarbeitung, Energiewirtschaft und IT-Dienste versprechen auch 2012 gute Aussichten.
Seit Mitte 2011 hat in Tunesien, wo der „Arabische Frühling“ begann, auch wirtschaftlich ein Erholungsprozess eingesetzt. Experten halten 2012 ein Realwachstum von knapp 3% für möglich. In dem Maghreb-Land, das bereits vor der Revolution mit einem im regionalen Vergleich hohen Industrialisierungsgrad, günstigen Produktionsbedingungen und der geografischen Nähe zu Europa punkten konnte, bieten sich für private Unternehmen neue Freiräume. Insgesamt blieben die deutschen Ausfuhren auch in den politisch unruhigen Zeiten stabil.
Die „Top-Exportmärkte 2012“ wurden unter Berücksichtigung folgender Kriterien ermittelt
- Überdurchschnittliche Wachstumsraten bei realem BIP bzw. Pro-Kopf-Einkommen
- Importvolumen des Landes über 10 Mrd. US$
- Positive Entwicklung in den acht für deutsche KMU relevanten Kernbranchen
- Deutsche Exporte über 1 Mrd. Euro
- Stabiles Geschäftsumfeld (gemäß „Doing Business Report“ der Weltbank)
Informationen zur weltweiten Entwicklung in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Automobilindustrie, Chemische Industrie, Bauwirtschaft, Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, Informations- und Kommunikationswirtschaft, Umwelttechnik sowie Medizintechnik bietet das Anfang 2012 aktualisierte GTAI-Special "Branchen International".
