E-Commerce und Onlinehandel

Hände über einer Tastatur und einer Chipkarte | © iStockphoto/vm

E-Commerce/Onlinehandel

E-Commerce und Onlinehandel boomen weltweit und eröffnen deutschen Anbietern sowohl neue Geschäftschancen als auch neue Möglichkeiten des Marktzugangs. Dies gilt nicht nur für die führenden Volkswirtschaften, sondern auch für große Schwellen- und Entwicklungsländer. Allerdings sind oft kulturelle Besonderheiten und komplexe Rechts- und Zollvorschriften zu beachten. 

Der technologische Fortschritt verändert auch die Rahmenbedingungen für den Onlinehandel rasant. Immer bessere Übertragungskapazitäten, der aufkommende Mobile-Commerce auf dem Smartphone oder Tablet, neue Zahlungsmethoden, schnellere Belieferungen oder das Auswerten von großen Datenmengen prägen vielerorts das Bild. 

Auf der anderen Seite müssen Onlinehändler in großen Wachstumsmärkten wie Nigeria, Indien oder Mexiko ihre Angebote teilweise noch auf geringere Übertragungsgeschwindigkeiten ausrichten. Oftmals müssen sie auch davon ausgehen, dass Kunden Onlinebezahlungen derzeit nicht leisten können oder wollen, entweder weil sie kein Konto besitzen oder weil das Vertrauen in die Datensicherheit fehlt. Für diese Kunden muss es alternative Zahlungsmöglichkeiten geben, zum Beispiel an Kiosken oder mit Apps. 

Die GTAI-Trends E-Commerce und Onlinehandel beleuchten die jüngsten Entwicklungen in Deutschland sowie auf zehn wichtigen Auslandsmärkten in Europa, Asien, Nordamerika und Afrika. Neben Angaben zu den wichtigsten E-Commerce-Segmenten und -Anbietern finden sich Prognosen zur künftigen Marktentwicklung und eine Einbettung in allgemeine Einzelhandelstrends sowie die Digitalisierungsstrategien der einzelnen Länder. Ein Überblick über wichtige juristische Vorgaben und Einfuhraspekte sowie Kontaktangaben zu Verbänden und Institutionen vor Ort runden das Angebot ab.

 

E-Commerce und Onlinehandel in ausgewählten Ländern

VR China, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Nigeria, Russland, Tschechische Republik, USA, Vereinigtes Königreich

China ist der größte E-Commerce-Markt der Welt

Die VR China ist im Konsumzeitalter angekommen. Die „Werkbank der Welt“ ist im Onlineshoppingfieber. Dominiert wird das chinesische Internet aber durch lokale Firmen, die auch die beliebtesten Plattformen für den Verkauf bieten. Kaum ein Weg führt an Tmall vorbei. WeChat entwickelt sich hingegen zur Alternative. Grenzüberschreitende Sendungen sind derzeit ein beliebter Weg, den Einstieg zu erleichtern. Ein deutsches Image ist im E-Commerce in China hilfreich.

E-Commerce und Onlinehandel in China

Der E-Commerce Markt in Deutschland ist stark umkämpft

Der Umsatz 2016 im deutschen B2C-E-Commerce (Business-to-Consumer) betrug 52,7 Mrd. Euro. Die umsatzstärksten Produkte waren Kleidung, Elektronikartikel und Telekommunikation. Künftig werden Möbel, Medikamente und Lebensmittel eine größere Rolle spielen. Den Kunden kennzeichnen eine Risiko- und Kreditaversion, die sich im Datenschutz, in den Zahlungsmethoden sowie der Lieferung von Waren zeigt. Bei den Zustellmodellen liefern sich die Marktakteure einen Wettkampf in Sachen Kreativität.

E-Commerce und Onlinehandel in Deutschland

E-Commerce boomt in Indien

Die Entwicklung des indischen E-Commerce-Marktes steht noch am Anfang, die Aussichten sind jedoch ausgesprochen gut. Für hohe Wachstumsraten sorgen steigende Haushaltseinkommen, eine zunehmende Anzahl von Internetnutzern, sinkende Preise von Smartphones und eine größere Auswahl an Produktangeboten. Immer mehr nationale und internationale Firmen wittern ihre Chance und investieren trotz großer Herausforderungen zum Beispiel in der Logistik kräftig in die Branche.

E-Commerce und Onlinehandel in Indien

Wachsende Nachfrage im italienischen E-Commerce bietet Chancen

E-Commerce ist in Italien ein Wachstumsfeld. Die Nachfrage der italienischen Konsumenten steigt, dies aber im Norden deutlich stärker als im Süden des Landes. Italienische Anbieter können die wachsende Nachfrage nicht befriedigen, das bietet ausländischen Firmen gute Geschäftschancen. Kleidung und Nahrungsmittel sind im Onlinehandel besonders gefragt. Wichtigstes Erfolgsbeispiel aus Deutschland ist die Modeplattform Zalando.

E-Commerce und Onlinehandel in Italien

Japans Einzelhandel wird zunehmend per Mausklick gesteuert

Mit der Einstellung, dass der Onlinehandel weniger Anpassung erfordert, sollte ein ausländisches Unternehmen in Japan besser nicht an den Start gehen. Auch im Internet müssen die speziellen Wünsche der anspruchsvollen Konsumenten erfüllt werden. Lukrativ ist der Markt schon: Die kaufkräftigen Japaner stöbern immer öfter in den „virtuellen Regalen“, und gerade ausländische Produkte werden gerne im „World-Wide-Web“ erstanden.

E-Commerce und Onlinehandel in Japan

Onlinehandel in Mexiko: Gute Aussichten, einige Hindernisse

Mexiko hinkt anderen Ländern Lateinamerikas in Sachen Onlinehandel noch hinterher. Während nur 1,6% des mexikanischen Handels über das Internet erfolgen, sind es in der gesamten Region durchschnittlich 2,6%. Schnellere Internetverbindungen und ein besseres Logistikangebot können den elektronischen Kauf jedoch beflügeln. Das Angebot an Internetdiensten für den Aufbau von Onlineshops ist gut. Auch große digitale Kaufhäuser wie Amazon und Mercado Libre sind bereits etabliert.

E-Commerce und Onlinehandel in Mexiko

E-Commerce in Nigeria bietet ein gutes Potenzial

Der E-Commerce boomte in Nigeria nach seiner Einführung 2012. Durch die Wirtschaftskrise ist seit 2016 vorerst Ernüchterung eingekehrt. Mittelfristig dürften die Umsätze wieder wachsen. Der Konsumgütermarkt ist mit über 190 Mio. Einwohnern groß und weitgehend unerschlossen. Dazu kommt, dass Nigeria zu den weltweit größten Internetmärkten zählt, was die Nutzerzahlen angeht. Probleme für E-Commerce-Anbieter bereiten die Transportinfrastruktur sowie die unsicheren Zahlungsabläufe.

E-Commerce und Onlinehandel in Nigeria

Der Markt für E-Commerce in Russland wächst enorm

Der E-Commerce-Umsatz in Russland soll 2017 dem Verband der Internethändler (AKIT) zufolge um über ein Viertel auf 1,1 Bill. Rubel (etwa 19,9 Mrd. US$) zunehmen. Die Kauflaune der russischen Verbraucher verbessert sich, der Rubelkurs hat sich stabilisiert - beste Voraussetzungen für steigende Umsätze. Der grenzüberschreitende Onlinehandel wuchs im Jahr 2016 von 3,4 Mrd. auf 4,3 Mrd. $ - und steigt weiter.

E-Commerce und Onlinehandel in Russland

Hohes Wachstum und starke lokale Anbieter im tschechischen E-Commerce

Im tschechischen Einzelhandel entfallen bereits 10% der Umsätze auf das Onlinegeschäft. Die steigenden Einkommen und technikaffinen Verbraucher bieten auch künftig ein großes Wachstumspotenzial. Noch sorgen 36.000 Webshops für eine ungewohnte Vielfalt. Doch der Konzentrationsprozess läuft, und die führenden Internethändler stärken ihre Positionen. Ein Markteintritt ist ohne große Lagerkapazitäten vor Ort möglich. Allerdings sind landestypische Besonderheiten zu beachten.

E-Commerce und Onlinehandel in der Tschechischen Republik

Prognosen für US-Onlinehandel bleiben mittelfristig sehr gut

Der Umsatz im Onlinehandel zieht in den USA an. Der Anteil am Einzelhandelsumsatz notierte 2016 bei rund 8%. Einzelhändler setzen zunehmend auf Cross-Channel-Konzepte, bei denen stationäre und mobile Shoppingwelten mit ineinander verschmelzen. Vor allem junge Erwachsene shoppen zunehmend via Smartphone und Tablet. Die Anforderungen der Konsumenten an ein breites Spektrum von Zustelloptionen, immer schnellere Lieferzeiten und kostenlosen Rückversand wachsen in einem hohen Tempo.

E-Commerce und Onlinehandel in den USA

Briten sind begeisterte Internetshopper

Britische Konsumenten kaufen per Mausklick pro Kopf mehr ein als jedes andere Volk der Welt. Im Jahr 2017 könnte der E-Commerce-Umsatz bei umgerechnet rund 93 Mrd. Euro liegen, etwa 19% des gesamten Einzelhandels. Einige Onlinesupermärkte garantieren in bestimmten Gebieten zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlose Lieferungen innerhalb einer Stunde. Der Brexit und die Abwertung des Pfund Sterling drücken jedoch auf die generelle Konsumstimmung und die Importe.

E-Commerce und Onlinehandel im Vereinigten Königreich