Start-Ups

Junge Frau mit Tablet | © iStock.com/sturti

Start-ups treiben Innovation weltweit voran

Mit wachsendem wissenschaftlich-technischem Fortschritt und neuen finanziellen Möglichkeiten für die Gründerszene sind Anzahl und Risikobereitschaft gestiegen, Start-ups zu bilden. Ihr besonderer Mehrwert für die volkswirtschaftliche Entwicklung ist unbestritten. Lösungswege und Netzwerke, die die Kreativität unterstützen, sind in den Ländern unterschiedlich wie auch die Ausprägung der Gründerszene überhaupt.

Sehr viele Start-ups werden vor allem im Bereich der Informationstechnologie und ihrer Anwendung gegründet. Mit der Digitalisierung und Industrie 4.0 haben diese Fragen weiter an Bedeutung gewonnen und werden noch enger mit den Produktionsprozessen verbunden. Neben Ländern wie den USA, die in diesem Bereich eine führende Stellung einnehmen, haben sich auch in anderen insbesondere hochindustrialisierten Ländern diesbezüglich besondere Zentren und Netzwerke entwickelt.

Die Hälfte der Start-ups in Frankreich konzentriert sich auf Paris, in den Niederlanden werden beispielsweise jährlich etwa 200 Start-ups gegründet, in Finnland sind es 500 bis 700 Unternehmen dieser Art, in Israel sogar rund 1.000. In Schweden gibt es allein fünf Einhörner, das heißt Start-ups, die mit mehr als 1 Mrd. US$ bewertet sind. Accelerater und Inkubatoren unterstützen die Entwicklung.

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Stand: Mai 2016

Start-ups ausgewählter Länder

Australien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Israel, Japan, Niederlande, Polen, Schweden und USA

Australier gründen gerne IT-Start-ups

Die australische Gründerszene ist sehr aktiv. Ihr Zentrum ist Sydney. 2015 dürfte es landesweit etwa 2.000 Start-ups gegeben haben. Der typische Start-up-Gründer ist männlich, zwischen 30 und 35 Jahre alt und kommt aus einem Technologie- oder Finanzunternehmen. Bisher ist es schwierig, eine Gründungsfinanzierung zu bekommen. Noch schwieriger ist das Einwerben der Erweiterungsfinanzierung. Das größte Problem ist die mangelhafte Kooperation zwischen Forschung und Industrie.

Start-ups in Australien

Brasiliens Regierung unterstützt Start-ups

Die wachsende Anzahl von Start-ups gibt Brasiliens schwacher Wirtschaft Impulse für Wachstum und Innovation. Unternehmergeist und Kreativität sind in Brasilien ausgeprägt, Internet und Mobilfunk weit verbreitet. Die Regierung hat dies erkannt, sie fördert besonders Start-ups im Anfangsstadium und tritt auch als Abnehmer stärker in Erscheinung. Die starren Rahmenbedingungen wie Bürokratie und Steuersystem bremsen jedoch viele Initiativen. Auch die Finanzierung ist noch ein Engpass.

Start-ups in Brasilien

In Finnland werden jährlich 500 bis 700 Start-ups gegründet

Wer in Finnland mit einer brillanten Idee ein Unternehmen gründet und schnell wachsen möchte, kann auf umfangreiche Unterstützung durch Business Angels und den Staat setzen. In den letzten Jahren entstand im Land ein lebendiges Start-up-Ökosystem mit engen Netzwerken, dass sich nirgendwo besser entdecken lässt, als auf der jährlich stattfindenden Messe "Slush". Die Finnen versammeln dann an ihrem Hightechstandort zahlreiche Start-ups und Investoren aus der ganzen Welt.

Start-ups in Finnland

Frankreichs Start-up-Szene belegt Platz 3 in Europa

Gemeinsam mit London und Berlin ringt Paris um den Spitzenplatz in der europäischen Start-up-Szene. Bei der Platzierung von Risikokapital lag Frankreich 2015 hinter dem Vereinigten Königreich und Deutschland an dritter Stelle, wie eine Studie des Beratungsunternehmens EY aufzeigt. Rund 13% der Investitionen und 21% der Projekte in der EU betrafen Frankreich. Das dort eingesetzte Risikokapital erhöhte sich gegenüber 2014 um rund 100%.

Start-ups in Frankreich

In Israel sind zahlreiche Start-ups erfolgreich

Israels Start-up-Szene ist jung und dynamisch. Hunderte von Neugründungen sorgen für einen kräftigen Nachschub an Ideen. Die Firmengründung ist leicht. Die Möglichkeit eines lukrativen Exits spornt viele Initiatoren an. Der Start-up-Cluster der Nation ist Tel Aviv. Die Finanzierungsmöglichkeiten gelten als angemessen, doch wäre eine Erweiterung des Investorenkreises nötig. Experten warnen zudem, ungenügende Zahlen von Hochschulabsolventen gefährdeten die künftige Entwicklung.

Start-ups in Israel

Japans Start-up-Szene soll internationaler werden

Im Land der aufgehenden Sonne entsteht eine Start-up-Infrastruktur am Horizont. Wenngleich Japan auf diesem Gebiet als Spätzünder bezeichnet wird, bei dem Jungunternehmern noch mehr Hürden als Sprungbretter aufgestellt werden, haben sich interessante Geschäftsbereiche entwickelt. Privates Kapital ist zwar vorhanden, dieses zu erlangen ist für unerfahrene Firmen aber schwer. Eine internationalere Ausrichtung soll Düngemittel für innovative Geschäftsideen sein.

Start-ups in Japan

In den Niederlanden werden Start-ups vor allem in der Digitalwirtschaft gegründet

Die Niederlande belegen mit ihrer Hauptstadt Amsterdam im europäischen Vergleich einen führenden Platz im Ranking der Start-up-Ökosysteme. Mit einer Regierungsinitiative soll das Land weiter aufholen. Etwa 430 Mio. Euro wurden 2015 in niederländische Start-ups investiert. Junge Unternehmen finden Geschäftspartner häufig über Netzwerke, Acceleratoren und Inkubatoren. Das Land verfügt über eine ausgezeichnete digitale Infrastruktur und technologieaffine Konsumenten.

Start-ups in den Niederlanden

Start-ups gewinnen in Polen immer mehr Aufmerksamkeit

Polen ist ein Start-up in Bezug auf Start-ups. Obwohl die Szene immer größer und das Umfeld stetig kompetenter wird, sind bisher noch wenige Erfolgsgeschichten vorzuweisen. Das größte Hemmnis liegt in der fehlenden Entwicklungsfinanzierung. Jungunternehmer setzen in erster Linie auf Software und Internetdienstleistungen. Ambitioniertere Projekte verfolgt vor allem die recht kleine Gruppe von Akademikern.

Start-ups in Polen

Schweden bringt seine Start-up-Szene weiter voran

Abgesehen vom Silicon Valley können nur wenige Standorte so viele Start-up-Erfolge vorweisen wie Schweden. Mit dem Internettelefonie-Netzwerk Skype, dem Musikstreamingdienst Spotify, dem Payment-Service-Provider Klarna, sowie den Entwicklern von Online-Spielen und Gaming-Apps King und Mojang kommen sogar fünf "Einhörner" aus Schweden. Einhörner sind Start-ups, die mit mehr als 1 Mrd. US$ bewertet sind.

Start-ups in Schweden

USA bieten Gründern eine dynamische Start-up-Szene

Mit der dynamischen Gründerszene, den anhaltenden Innovationen und der risikofreudigen Wagniskapitalbranche bieten sich in den USA gute Rahmenbedingungen für Start-ups. Zudem unterstützen hunderte von Inkubatoren und Akzeleratoren die Vorhaben von innovativen Gründern. Neben dem Silicon Valley sind unter anderem New York City, Los Angeles und Boston attraktive Standorte. Zahlreiche Start-up-Gründer sind (ehemalige) Studenten von Eliteuniversitäten.

Start-ups in den USA