Lateinamerika schaut nach vorn

Brasilien: Sao Paulo | © iStockphoto/wsfurlan

Lateinamerika schaut nach vorn

Ausgewählte Branchen mit besonderen Marktchancen

Nach einigen mageren Jahren hat sich die lateinamerikanische Wirtschaft in den meisten Branchen wieder erholt. Für 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent erwartet, 2019 knapp 3 Prozent. Die weitere Entwicklung hängt auch vom politischen Kurs der Region ab: Neun lateinamerikanische Staaten wählen im Superwahljahr 2018 eine neue Regierung, darunter die beiden größten Volkswirtschaften Brasilien und Mexiko. Deutsche Unternehmen werden als zuverlässige Partner geschätzt, sehen sich aber zunehmender Konkurrenz ausgesetzt. 

Die deutschen Maschinenexporte nach Lateinamerika zeigen wieder nach oben. Höhere Rohstoffpreise und eine steigende Nachfrage, zum Beispiel aus der Landwirtschaft, sorgen für eine Rückkehr der Investitionen. Auch im Infrastrukturbereich soll wieder mehr investiert werden. Hier hat Lateinamerika besonders viel Nachholbedarf. Zu den größten aktuellen Vorhaben des Kontinents zählen Autobahnprojekte in Kolumbien, der neue Flughafen in Mexiko-Stadt sowie Metrolinien in Bogotá und Lima. Das Modell der Public-Private-Partnerships (PPP) wird dabei immer häufiger angewendet.

Im Kfz-Sektor entwickeln sich sowohl Produktion als auch Absatz und Export auf den wichtigsten Märkten der Region positiv. Die deutschen Ausfuhren stiegen in den letzten Jahren nur in wenige Länder, legen aber wieder zu. Im Agrarsektor könnten Lateinamerikas Produzenten vom Freihandelsabkommen der EU und mit dem Mercosur profitieren, das derzeit verhandelt und noch 2018 abgeschlossen werden soll. Vom anhaltenden Wachstum der Landwirtschaft profitieren Zulieferer wie die Hersteller von Landtechnik, die chemische Industrie und die Transportwirtschaft.

Im Energiesektor bieten sich besonders gute Chancen für Solar- und Windentwickler. Viele Länder haben ambitionierte Ausbauziele für erneuerbare Energien, müssen aber auch in ihre Übertragungsnetze investieren. Im Öl- und Gassektor tragen verbesserte Rahmenbedingungen und der wieder gestiegene Ölpreis Früchte. Bei der Vergabe von Explorationslizenzen erzielen insbesondere Mexiko und Brasilien Erfolge. Auch im Bergbau geht es dank höherer Rohstoffpreise langsam wieder aufwärts. Strategische Rohstoffe wie Lithium gewinnen an Bedeutung und liefern Wachstumsimpulse für nachgelagerte Branchen, wie die Chemieindustrie. Lateinamerikas Gesundheitssysteme sehen sich mit wachsender Nachfrage bei gleichzeitig hohem Kostendruck konfrontiert. Aufgrund der Überlastung der öffentlichen Systeme setzen viele Regierungen stärker auf den Privatsektor sowie IT-basierte Lösungen, die Effizienzsteigerungen bringen sollen.


Übersicht:

Jenny Eberhardt Jenny Eberhardt | © GTAI

Kontakt

Jenny Eberhardt

‎ +49 228 24 993 248

Ausschnitt Titelblatt Lateinamerika-Handbuch | © LAI

Weitere Informationen

Das "Lateinamerika-Handbuch der deutschen Wirtschaft 2018/19" können Sie kostenlos als PDF herunterladen.