Infrastrukturprojekte in Argentinien

Nach langem Stillstand kommt Bewegung in Argentiniens Infrastruktur

Argentinien will eineinhalb Jahrzehnte Stillstand beim Ausbau der Infrastruktur aufholen. Der Bedarf ist riesig. Das größte Eisenbahnnetz Lateinamerikas ist größtenteils stillgelegt, die Straßen sind oft in schlechtem Zustand, der Energiebedarf ist groß. Verbrauchspreise sollen schrittweise an die Kostendeckung herangeführt werden, um private Investoren anzulocken. Auch wenn das Land nach der Beilegung von Schuldenkonflikten wieder Zugang zum Kapitalmarkt hat, ist es vorteilhaft, die Finanzierung mitzubringen.

18.05.2017

Argentiniens Aufholjagd hat begonnen

Argentiniens Infrastruktur hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten wenig entwickelt. Die Infrastrukturinvestitionen erreichten mit etwa 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht einmal die Hälfte des nach Einschätzung von Ökonomen erforderlichen Umfangs (5 bis 6% des BIP). Private Betreiber hatten aufgrund von Preiskontrollen und anderen Beschränkungen ihrer Entscheidungsbefugnisse seit der Jahrtausendwende kaum mehr Anreize zu investieren. Zahlreiche in den 90er Jahren privatisierte Infrastrukturbetriebe wurden de jure oder de facto wieder in staatliche Hand überführt. Dem Staat allerdings fehlten Kapital und Know-how, um die erforderlichen Investitionen zu tätigen.

Unter dem liberal-konservativen Präsidenten Mauricio Macri hat Argentinien nun eine Aufholjagd zur Modernisierung seiner Infrastruktur begonnen. Seit Macris Amtsantritt Ende 2015 bestimmen marktwirtschaftliche Prinzipien wieder die Wirtschaftspolitik. Die Freigabe des Devisen- und Kapitalverkehrs und der Abbau von Handelsschranken haben das Investitionsklima deutlich verbessert. Die Beilegung von Schuldenkonflikten mit Altgläubigern aus dem Staatsbankrott von 2001 hat Argentinien den Weg zurück an die internationalen Kapitalmärkte geebnet.

Die über fast eineinhalb Jahrzehnte eingefrorenen Preise für öffentliche Leistungen wie Strom, Gas, Wasser und öffentlichen Nahverkehr werden schrittweise wieder an kostendeckende Tarife herangeführt. Privaten Betreibern und Investoren von Infrastruktur werden wieder größere Entfaltungsmöglichkeiten eingeräumt, vornehmlich in den Bereichen Energie und Transport. Die über Jahre vernachlässigten Regulierungsbehörden übernehmen wieder ihre Funktionen; der gesetzliche Regulierungsrahmen wird, wo erforderlich, aktualisiert. Gleichzeitig hat die Regierung die Transparenz bei öffentlichen Entscheidungs- und Vergabeprozessen erhöht.

Argentiniens Wirtschaft findet nach einer unerwartet schweren Anpassungsrezession im Jahr 2016 (BIP: -2,3%) langsam wieder zum Wachstum zurück. Den öffentlichen Infrastrukturinvestitionen kommt bei der Reaktivierung der Konjunktur eine herausragende Bedeutung zu. Allein im ersten Quartal 2017 hat sich der Wert neuer Ausschreibungen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht.


Rahmenbedingungen Argentinien

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung, Mio.

43,6

47,5

Bevölkerungswachstum (in %)

0,92

0,86

Bevölkerung Stadt (in %)

91

k.A.

Bevölkerung Land (in %)

9

k.A.

BIP (nominal; in Mrd. US$)

545,1

908,3 *)

Investitionen (in % des BIP)

19,0

17,2 *)

*) 2022
Quellen: Indec, IWF


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

85

3,7

Qualität der Straßen

103

3,1

Qualität der Schienentransportsysteme

87

2,1

Qualität der Häfen

79

3,8

Qualität der Lufttransportsysteme

87

4,1

Qualität der Elektrizitätsversorgung

119

2,7

Quelle: Global Competitiveness Report, WEF


Text: Carl Moses

18.05.2017

Reaktivierung der Eisenbahn ist Argentiniens Schwerpunkt

Argentinien hat enormen Nachholbedarf beim Ausbau und bei der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. So verfügt das Land zwar über das größte Eisenbahnnetz Lateinamerikas. Der größte Teil davon ist allerdings stillgelegt oder kaum benutzbar. Ähnlich ist die Lage bei den Straßen, die größtenteils in schlechtem Zustand sind. Im Straßenbau will die Regierung bis 2028 Projekte für 20 Mrd. US$ an private Investoren in Konzession vergeben (15.000 km).

Die Reaktivierung und Modernisierung der Eisenbahnen ist ein Hauptschwerpunkt der Verkehrspolitik (Personennahverkehr und Gütertransport). Kurzfristige Priorität hat das Netz Belgrano Cargas, das den exportstarken Norden und Nordwesten Argentiniens mit den wichtigen Flusshäfen Rosario und Santa Fé verbindet. Das größte Nahverkehrsprojekt (8,5 Mrd. US$) ist der Ausbau der Bahnen und U-Bahnen im Großraum Buenos Aires und die Herstellung eines Verbundnetzes mit einem neuen Zentralbahnhof im Herzen der Stadt (Red de Expresos Regionales - RER).


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$)

44,9

davon Verkehrsinfrastrukturbau

k.A.

Straßennetz (km)

79.000

Schienennetz (km)

30.865

Flughäfen (Anzahl)

54

Flughäfen (Passagiere)

22,2 Mio.

Containerhäfen (Anzahl)

13

Quellen: Indec, AMC Logistics, AAICI


Der Hafen von Buenos Aires soll durch ein PPP-Projekt für 1,5 Mrd. US$ modernisiert und erweitert werden. Die Regierung will dafür eine Konzession über 25 Jahre vergeben. In den Flusshäfen des Großraums Rosario (Provinz Santa Fé), wo fast 80% der argentinischen Agrarexporte verschifft werden, wollen private Unternehmen in den nächsten vier Jahren rund 1,4 Mrd. US$ investieren. Mit Uruguay wurde die überfällige Ausbaggerung des Flusses Río de la Plata vereinbart.

Die staatlich Investitionsagentur AAICI sieht für die nächsten Jahre einen Investitionsbedarf von 1,2 Mrd. US$ für die Verbesserung der Infrastruktur von 17 argentinischen Flughäfen. Ziel ist eine Verdoppelung des inländischen Passagieraufkommens auf 20 Mio. Fluggäste im Jahr 2020.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Straßentunnel am Andenpass Agua Negra

1.600

Entidad Binacional Túnel de Agua Negra, EBITAN

Ausschreibung (Präqualifikation der Anbieter)

contingenciasiac@mop.gov.cl

manlop@transporte.gob.ar

Erneuerung der Bahnlinie Belgrano Cargas

2.500

Administración de Infraestructuras Ferroviarias S.E. (Adifse) / gfiad@adifse.com.ar

In Bau, Ausschreibung  von Teilabschnitten

jmayorca@adifse.com.ar

Verlagerung der Sarmiento-Bahnlinie unter die Erde

3.000

Verkehrsministerium / Agencia Metropolitana de Transporte manlop@transporte.gob.ar

Bau

COO IECSA - Nuevo Sarmiento Consortium Director
aadur@grupoods.com.ar

Quellen: Germany Trade & Invest, AAICI, BNamericas


Text: Carl Moses


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Argentinien braucht bis 2025 zusätzliche 21 GW Energiekapazität

Argentinien muss in den nächsten zehn Jahren rund 35 Mrd. US$ in den Ausbau seiner Stromerzeugung investieren. Bis 2025 müssen rund 21 GW an zusätzlicher Stromerzeugungskapazität ans Netz gehen, um die um etwa 4% jährlich wachsende Stromnachfrage zu decken. Fast die Hälfte der neuen Kapazitäten soll aus erneuerbaren Energien (ohne große Wasserkraftwerke) kommen (10 GW), um deren Anteil an der Stromversorgung von 1,9% (2015) bis 2025 auf 20% zu erhöhen (Investitionen bis zu 15 Mrd. US$).


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2015

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in Mio. t Erdöläquivalent)

87,8

k.A.

Stromverbrauch/Kopf (in kWh)

3.052 (2014)

k.A.

Stromerzeugungskapazitäten (Jahr in GW)

32,9

54,0 (2025)

Kohle/Öl/Gas (in %)

63,9

53,9

Atomkraft (in %)

4,8

3,1

erneuerbare Energien (in %)

31,3

43,0

Endpreis Industriestrom / Haushaltsstrom (US$ je kWh

0,07 / 0,03

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (% der Haushalte)

97,7

k.A.

Quellen: IEA Key World Energy Statistics, BP Report, Germany Trade & Invest, AAICI


Bei den ersten staatlichen Ausschreibungen für den Ankauf von Strom aus erneuerbaren Energien (Programm Renovar) wurden private Investitionen von 4 Mrd. US$ für 2.400 MW neue Stromerzeugungskapazitäten vereinbart. Die Investoren boten für langfristige Lieferverträge (PPA) über 20 Jahre mit der staatlichen Strommarkt-Verwaltungsgesellschaft Cammessa überraschend niedrige Strompreise von durchschnittlich 56,25 US$ je MWh für insgesamt 1.473 MW aus Wind sowie 57,04 US$ (Minimum) je MWh für 916 MW Sonnenstrom. Die künftigen Zahlungen werden durch einen staatlichen Fonds (Foder) und zusätzliche Bürgschaften der Weltbank garantiert. Power Purchase Agreements unter Privaten, die ohne entsprechende Garantien auskommen müssen, sind schwieriger zu finanzieren. Ein Gesetz zur Regulierung dezentraler Energieerzeugung ist in Vorbereitung.

Um die Grundversorgung mit Strom sicherzustellen, sollen bis 2025 zwischen 5 und 7 MW aus der Installation von zusätzlichen Wärmekraftwerken bereitgestellt werden (geplante Investitionen 4,0 bis 5,4 Mrd. US$). Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bau von großen Wasserkraftwerken, die bis 2025 rund 3 GW an neuer Kapazität liefern sollen (Gesamtinvestitionen 10 Mrd. US$). Für den Ausbau des Hochspannungsleitungsnetzes (500 kV) sieht die Regierung „in den nächsten Jahren“ einen Investitionsbedarf von 5 Mrd. US$, der durch Public-Private-Partnership-Projekte (PPP) gedeckt werden soll.

Argentinien verfügt nach Schätzung der US-amerikanischen Behörde für Energiestatistik (EIA) über die zweitgrößten Schiefergasvorkommen weltweit - nach China, aber noch vor den USA. Die Erschließung läuft an. Die deutsche Ölgesellschaft Wintershall ist daran beteiligt.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Wasserkraftwerke Jorge Cepernic und Néstor Kirchner

4.000

Ministerio de Energía (energia@minplan.gov.ar)

Neuverhandlung von Details des Projektes

UTE Represas Patagonia (comunicacion@represaspatagonia.com.ar)

Wasserkraftwerk Chihuido I

2.200

pbereciartua@interior.gob.ar

Neuausschreibung in Vorbereitung

pbereciartua@interior.gob.ar

Renovar 2 (neue Ausschreibungsrunde für Erneuerbare Energien)

2.000

privadarenovables@minem.gob.ar

Ausschreibung in Vorbereitung

privadarenovables@minem.gob.ar

Quellen: Germany Trade & Invest, AAICI, BNamericas


Text: Carl Moses


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Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Argentiniens Industrie hat hohes Automatisierungspotenzial

Argentinien verfügt über eine relativ hohe Marktdurchdringung mit Basisdiensten der Kommunikation. Auf 100 Einwohner kommen 146 Mobilfunkanschlüsse, fast die Hälfte der Bevölkerung verfügt über ein Smartphone. 54% der Haushalte haben einen Breitbandanschluss, 74% nutzen Bezahlfernsehen per Kabel oder Satellit. Die Infrastruktur ist jedoch veraltet und regional sehr ungleich entwickelt. IKT-Dienste sind im Vergleich zu Nachbarländern teuer und schlecht zugleich. Das überfällige Upgrade der Infrastruktur kommt unterdessen in Gang. Vorrang haben der rasche Ausbau der 4G-Netze und eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet auch in ländlichen Gebieten.


IKT-Infrastruktur in Argentinien

Indikator

2016

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

6.143

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

23

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner, ggf. Wachstumsrate)

146

Anteil der Haushalte mit Breitband-Internetzugang (in %)

54

Breitbandpreise (6 MB, monatlich), in Euro

48,7

M2M subscriptions per 100 mobile-cellular subscriptions*

k.A.

Quellen: ITU, Indec, Akamai, Fibertel, AAICI


Das Potenzial zur Einsparung von Arbeitskräften durch Automatisierung sei in Argentinien höher als in 40 anderen untersuchten Schwellenländern, heißt es in der Weltbank-Studie „Digital Dividends“ von 2016. Mehr als 60% der Arbeitsplätze seien „robotisierbar“. Das ist nicht nur die höchste Quote in Schwellenländern, sondern liegt auch über dem Durchschnitt der OECD-Länder.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Ausbau von Mobilfunktinfrastruktur (Sendemasten)

Bis zu 5 Mrd. US$

Ministerio de Communicaciones (cestol@mincomunicaciones.gob.ar)

Suche nach Investoren / Betreibern

Noch zu bestimmen

Ausbau des Glasfasernetzes und seiner Nutzung

Bis zu 1 Mrd. US$

Ministerio de Communicaciones (cestol@mincomunicaciones.gob.ar)

Suche nach Investoren

Noch zu bestimmen

Quelle: AAICI


Text: Carl Moses


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Argentinien will Privatwirtschaft bei Wasser und Recycling stärker einbinden

Die Regierung erwartet bis 2022 Investitionen von 22 Mrd. US$ in den Ausbau von Trinkwasserversorgung und Kanalisation. Vor allem bei der Abwasserbehandlung besteht ein großer Rückstand gegenüber Nachbarländern wie Chile und Brasilien. Lediglich 9 bis 12% der Abwässer werden gereinigt. Bis 2022 sollen 55.000 km neue Trinkwasserleitungen und 30.000 km Kanalisationsrohre gelegt werden. Bis 2019 soll der Anteil der an die Kanalisation angeschlossenen Haushalte von 58% auf 75% steigen, die Versorgung mit Trinkwasser (2015: 84%) soll 2019 100% erreichen. Insgesamt sind bisher lediglich 5% der landesweiten Wasserversorgung in privater Hand. Die Macri-Regierung will die Beteiligung der Privatwirtschaft ausbauen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Regierungspläne sind Bewässerung und Schutz vor Überschwemmungen. Die erforderlichen Investitionen in 45 Projekte in 15 Provinzen werden auf 18 Mrd. US$ veranschlagt. Viele der erforderlichen Maßnahmen will die Regierung durch

öffentlich-private Partnerschaften (PPP) oder BOT-Verträge (Build, Operate, Transfer) realisieren.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Improved sanitation facilities*(% der Bevölkerung mit Zugang)

96% (2015)

k.A.

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

84% (2015)

100%

Müllaufkommen, t pro Tag (nur Stadt Buenos Aires)

6.000 (2015)

k.A.

Recyclingquote (nur Stadt Buenos Aires), als recycelt gilt hierbei alles was nicht auf Mülldeponien vergraben wird.

46%

100%

Quellen: WHO, UN; * Verbesserte Sanitäreinrichtungen, Kategorie der WHO, Ministerio del Interior y Obras Públicas


Die Bauwirtschaftskammer Camarco kalkuliert den Bedarf an Investitionen in die Beseitigung und Behandlung von festen Abfällen in Argentiniens Kommunen für den Zeitraum 2016 bis 2025 auf umgerechnet 6,8 Mrd. Euro. Die Stadt Buenos Aires plant den Bau von vier Stromkraftwerken, die mit organischem Hausmüll und mit Klärschlamm befeuert werden sollen. Zudem ist der Bau von zwei Anlagen für die mechanische und biologische Abfallbehandlung geplant. Die veranschlagten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 1,34 Mrd. US$. Ausschreibungen für entsprechende PPP-Projekte sind für 2017 angekündigt.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

Nationaler Wasserplan (bis 2022)

21.600

Secretaria de Obras Públicas sowie andere Bundesbehörden, Provinzen und Gemeinden

Durchführung

Die Koordination liegt beim Ministerio del Interior y Obras Públicas

Quelle: Secretaria de Obras Públicas


Text: Carl Moses


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Großer Bedarf an städtischer Infrastruktur in Argentinien

Zu den Investitionsschwerpunkten der Stadt Buenos Aires gehören die Urbanisierung von Elendsvierteln und der soziale Wohnungsbau, Infrastruktur für Krankenhäuser und Schulen sowie der Bau des olympischen Dorfes für die Olympischen Jugendspiele 2018. Ein Flaggschiffprojekt der Stadt Buenos Aires ist der geplante Technologiepark Parque de la Innovación, der direkt gegenüber dem Stadion „Monumental“ des Fußballclubs River Plate entstehen soll. Die Investitionsförderagentur AAICI rechnet mit Investitionen von bis zu 2 Mrd. US$ in die Erschließung und die gemischte Bebauung des 130.000 qm großen Geländes mit Wohnungen, Büros, öffentlichen Gebäuden und Einzelhandelsflächen. Das Gelände soll komplett neu erschlossen werden und darf die bestehende Infrastruktur der Stadt nicht belasten.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Planung / Bauausführung

„Parque de la Innovación“ – Technologiepark und Urbanisierungsprojekt in der Stadt Buenos Aires

2.000

Stadt Buenos Aires; Ministerium für städtische Entwicklung und Transport (mduyt@buenosaires.gob.ar)

Planung (Ideenwettbewerb), erste Ausschreibungen für 2. Hj. 2017 geplant

Noch offen

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Carl Moses

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Hochbau

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Hochbau

18.05.2017

Nach wie vor hohe Risikoprämien für Projektfinanzierungen in Argentinien

Angesichts der knappen Staatskasse und des hohen Nachholbedarfs legt die Regierung großen Wert auf die Beteiligung privaten Kapitals an Infrastrukturinvestitionen. Die Baukammer Camarco kalkuliert, dass die privaten Investitionen in die Infrastruktur bis 2025 etwa 2,5% des BIP erreichen müssen, das wären circa 15 Mrd. US$ pro Jahr. Ende 2016 verabschiedete das Parlament eine Reform der gesetzlichen Rahmenbedingungen für öffentlich-private Partnerschaften (PPP), die den Investoren attraktivere Konditionen und vor allem größere Rechtssicherheit gewähren.

Der Erfolg der ersten staatlichen Ausschreibungen für den Ankauf von Strom aus erneuerbaren Energien (Programm Renovar), bei denen Investitionen von 4 Mrd. US$ für 2.400 MW neue Stromerzeugungskapazitäten vereinbart wurden, wird als Paradebeispiel für die neue Dynamik der öffentlich-privaten Zusammenarbeit in Argentinien angeführt. Entscheidend waren nicht zuletzt erstmalig zugesagte Garantien der Weltbank für die Erfüllung der Verträge. Ohne solche Garantien bereitet die Finanzierung von PPP-Projekten in Argentinien noch erhebliche Probleme.

Argentinien gilt weiterhin als riskanter Schuldner. Entsprechend hoch sind die Risikoprämien für Staat und Unternehmen, die deutlich über denen von Nachbarländern in der Region liegen. Exportkreditgarantien (Hermes) stehen grundsätzlich wieder zur Verfügung, je nach Kunde sind jedoch besondere Sicherheiten erforderlich (generell bei Abnehmern im öffentlichen Sektor). Investitionsgarantien werden aufgrund eines Schadensfalles derzeit noch nicht übernommen.

In der Länderrisikoeinstufung der OECD hat sich Argentinien von der schlechtesten Kategorie 7 auf Stufe 6 hochgearbeitet. Die Ratingagentur S&P stufte Argentiniens Rating im April 2017 von B- auf B herauf. Damit gelten argentinische Anleihen weiterhin als hoch spekulativ. Multilaterale Kreditgeber wie die Weltbank, die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) und die Andenländerbank CAF weiten ihr Engagement in Argentinien aus und stehen mit vergleichsweise günstigen Finanzierungen bereit. Auch die US-amerikanische Eximbank und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben die Kreditvergabe an Argentinien nach 15 Jahren Abstinenz wieder aufgenommen.

Wer eine Finanzierung mitbringen kann, hat bei der Vergabe von Projekten oft einen entscheidenden Vorteil. Besonders aggressiv gehen chinesische Anbieter vor. Mit großzügigen Finanzierungszusagen chinesischer Staatsbanken sicherten sich Baufirmen und Zulieferer aus China Milliardenprojekte für den Bau von Wasserkraftwerken und Eisenbahnen. Deutsche Unternehmen versuchen mitzuhalten. So will der Siemens-Konzern für Projekte, bei denen er den Zuschlag erhält, in den nächsten fünf Jahren eigene Finanzierungen von bis zu 3,2 Mrd. Euro bereitstellen (bei einem geschätzten Auftragspotenzial von 5 Mrd. Euro).


Text: Carl Moses

18.05.2017

Argentinien will mehr Projekte an Generalunternehmer vergeben

Deutsche Bau- und Planungsunternehmen hatten sich in den vergangenen Jahren fast vollständig aus Argentinien zurückgezogen, werfen nun aber einen neuen Blick auf den aufstrebenden Markt. Chancen bieten sich in jedem Falle für Projektentwickler und Zulieferer. So kamen deutsche Windparkentwickler und Turbinenlieferanten im Zuge der ersten staatlichen Ausschreibung für den Ankauf von Strom aus erneuerbaren Energien gut ins Geschäft.

Ausländische Bauunternehmen werden meist nur projektbezogen aktiv, in der Regel in Konsortien mit lokalen Partnern. Eine Vielzahl von Projekten soll laut Angaben der Investitionsförderagentur AAICI künftig an Generalunternehmer (Engineering, Procurement and Construction, EPC) vergeben werden, darunter mehrere Wasserkraftwerke, Hochspannungsleitungen, Wasser- und Kanalisierungsprojekte sowie der geplante Bau von Anlagen zur Energieerzeugung durch Müllverbrennung in Buenos Aires.

Die Macri-Regierung räumt der Transparenz bei Ausschreibungen einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Modernisierungsministerium arbeitet an der vollständigen Digitalisierung aller Ausschreibungsverfahren. Schon jetzt veröffentlichen die wichtigsten Ministerien, Behörden und Staatsunternehmen ihre Ausschreibungen im Internet, wo die entsprechenden Unterlagen kostenlos abgerufen werden können:

Ein von der Regierung in Aussicht gestelltes Gesetz zur Erhöhung der Transparenz bei öffentlichen Aufträgen wurde bisher allerdings nicht auf den Weg gebracht. Dasselbe gilt für ein geplantes Gesetz zur Regelung der Lobbytätigkeit von Unternehmen. Die OECD rügt überdies, dass auch das Unternehmensstrafrecht noch nicht an die Anti-Korruptionsrichtlinien der OECD angepasst wurde. Ein entsprechendes Gesetz wird im Parlament aber derzeit diskutiert.

Text: Carl Moses

18.05.2017

Argentinien: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution / Name

Internetadresse

AHK Argentinien

www.ahkargentina.com.ar

Agencia Argentina de Inversiones y Comercio Internacional (Staatliche Agentur zur Förderung von Investitionen und Außenhandel)

www.investandtrade.org.ar

Oficina Nacional de Contrataciones (Offizielle Informationen über das öffentliche Beschaffungswesen)

www.argentinacompra.gov.ar

comprar.gob.ar (offizielle Plattform für öffentliche Ausschreibungen)

https://comprar.gob.ar/Default.aspx

obrapublica.com (privates Internetportal zu öffentlichen Ausschreibungen)

http://www.obrapublica.com/

Construar (privates Info-Portal zu Infrastrukturprojekten)

http://www.construar.com.ar/

Ausschreibungen im Geschäftsbereich des Transportministeriums

https://servicios.transporte.gob.ar/licitaciones/

Ausschreibungen im Geschäftsbereich des Ministeriums für Inneres, öffentlichen Bau und Wohnungsbau

https://www.mininterior.gov.ar/licitaciones/licitaciones.php

Ausschreibungen im Rahmen des Nationalen Plans für die Wasserwirtschaft

https://www.mininterior.gov.ar/plan/licitaciones-plan.php

Ausschreibungen des Eisenbahnunternehmens Adifse

https://www.adifse.com.ar/licitaciones.php

Ausschreibungen im Geschäftsbereich des Energieministeriums

https://www.minem.gob.ar/compras-y-contrataciones.html

Cámara Argentina de la Construcción (Branchenkammer)

www.camarco.org.ar

El Constructor (Fachzeitschrift)

www.elconstructor.com

Batimat Expovivienda (Baumesse)

www.batev.com.ar

Messe Frankfurt Argentina (Fachmessen zu Öl&Gas sowie Bergbau)

www.ar.messefrankfurt.com/buenosaires/es.html

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Carl Moses

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