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Wirtschaftsumfeld | Kroatien | Konjunktur

Wachstum stärker als erwartet

Die kroatische Wirtschaft wächst überraschend stark. Die Weltbank hat ihre Prognosen für 2021 und 2022 nach oben revidiert.

Von Waldemar Lichter | Zagreb

Kroatien hat ein schweres Jahr 2020 hinter sich. Neben der Coronapandemie war das Land von zwei verheerenden Erdbeben betroffen. Im Ergebnis brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 real um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein.

Prognose nach oben revidiert

Doch die Wirtschaft erholt sich von der Krise schneller als zum Jahresanfang erwartet. In ihrer jüngsten Prognose sagt die Weltbank für 2021 ein reales BIP-Wachstum von 7,6 (2022: 6,0 Prozent) voraus. Im Juni 2021 wurde noch ein deutlich geringeres Plus von 4,7 beziehungsweise 4,9 Prozent erwartet. Die kroatische Wirtschaftsleistung werde ihr Vorkrisenniveau wahrscheinlich 2022 wieder erreichen, glaubt die Weltbank.

Tourismussaison besser als erwartet

Zu der stärkeren Konjunkturerholung tragen vor allem die robuste Auslandsnachfrage nach kroatischen Gütern und insbesondere Dienstleistungen (Tourismus) bei. Kräftig wachsen die Investitionen und dank der günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch der private Verbrauch.

Allerdings werde der erwartete starke Anstieg der Investitionen davon abhängen, ob die Regierung ihre ambitionierten Pläne für das Wiederaufbauprogramm nach dem Erdbeben realisieren und die von der Europäischen Union (EU) finanzierten Maßnahmen des Corona-Wiederaufbauplans implementieren kann, gibt die Weltbank zu bedenken. Aus der Aufbau- und Resilienzfazilität der EU erwartet Kroatien im Zeitraum 2021 bis 2027 rund 6,3 Milliarden Euro.

Kroatien: Makroökonomische Entwicklung und Prognosen für 2021 bis 2023 *)

2020

2021

2022

2023

Bruttoinlandsprodukt

-8,0

7,6

6,0

4,2

 Privater Verbrauch

-6,2

5,0

3,5

3,3

 Staatsverbrauch

3,4

2,5

2,3

2,3

 Bruttoanlageinvestitionen

-2,9

9,1

13,0

6,0

 Exporte (Waren und Dienstleistungen)

-25,0

28,6

12,1

6,4

 Importe (Waren und Dienstleistungen)

-13,8

20,4

10,0

5,2

*) reale Veränderungen gegenüber dem VorjahrQuelle: Weltbank: Europe and Central Asia Economic Update, Oktober 2021


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