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Wirtschaftsumfeld | Rumänien | Investitionsförderung
In Rumänien haben Investoren Zugang zum EU-Binnenmarkt und können von reich vorhandenen Fördermitteln aus Brüssel profitieren.
27.04.2021
Von Dominik Vorhölter | Bukarest
Rumäniens Wirtschaft hat zu neuem Wachstum zurückgefunden. Die Europäische Kommission rechnet für 2021 mit einem Plus von 3,8 Prozent, nach einem Einbruch der Wirtschaft um rund 4 Prozent im Corona-Jahr 2020. Damit fiel die Rezession weniger tief aus als im Schnitt in der Europäischen Union mit 6,3 Prozent. Das südosteuropäische Land mit seinen rund 19 Millionen Einwohnern ist Teil des europäischen Binnenmarktes, der 450 Millionen Verbraucher erreicht. Innerhalb der kommenden sieben Jahre erhält Rumänien rund 80 Milliarden Fördermittel und Wiederaufbauhilfen aus Brüssel, was Rumänien für Investoren besonders interessant macht. Zudem sind die Steuern relativ niedrig, aber Fachkräfte knapp.
Entsprechend beteiligt sich das Land an den gemeinsamen Maßnahmen zur Wiedereröffnung Europas. Dabei tauschen sich die 27 Mitgliedstaaten unter anderem aus über nationale Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen und über einen Impfpass, der die Bewegungsfreiheit der EU-Bürger wiederherstellen soll. Geschäftsreisen nach Rumänien dürften in der zweiten Jahreshälfte wieder zunehmen.
Indikator | 2019 | 2020 | 2021*) |
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Miete für Büroraum in Bukarest | |||
Anlageklasse A | 9 bis 19 | 10 bis 19 | 7 bis 17 |
Anlageklasse B | 8 bis 15 | 7 bis 15 | 6 bis 14 |
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Die im Dezember 2020 neu gewählte Regierung ist aus einer Koalition der liberalkonservativen Parteien PNL, USR Plus und der Partei der ungarischen Minderheit hervorgegangen. Die Regierung repräsentiert eine Mehrheit der gewählten Abgeordneten aus dem bürgerlich liberalen Lager. Ihre Wahl ist verbunden mit der Erwartung auf Besserung, etwa bei der Digitalisierung, dem Ausbau der Autobahnen und der Ausbildung von Fachkräften. Diese drei Baustellen trüben aktuell das Investitionsklima im Land. Kurzfristig steht die Regierung vor der Aufgabe, die Staatsschulden zu begrenzen, aber auch genügend Geld für Kredite und Coronahilfen zur Verfügung zu haben.
Der Leitzins der rumänischen Zentralbank von 1,25 Prozent wird 2021 voraussichtlich nicht weiter sinken. Der Anfang des Jahres liberalisierte Strommarkt lässt die Energiepreise steigen, was sich auf die Inflationsrate im ersten Quartal ausgewirkt hat. Angesichts steigender Energiepreise und einer wieder anlaufenden Weltkonjunktur dürfte die Jahresinflation 2021 auf dem hohen Niveau von 2,2 bis 2,5 Prozent pendeln. Dies erhöht den Druck auf die Währungshüter, den Refinanzierungszins für rumänische Banken anzuheben. Geld in Rumänien zu leihen, wird demnach für Investoren tendenziell teurer.
Rumänien hat als Standort für Hochtechnologie an Bedeutung gewonnen. Stärker als seine Nachbarn Serbien und Bulgarien entwickelt sich das Land zum Anbieter von hochwertigen IT- und Software-Dienstleistungen jenseits von Outsourcing. In der Automobilindustrie erweitern deutsche Zulieferer wie Bosch, Continental oder Huf ihre Produktion und investieren in Forschungs- und Entwicklungszentren. Sie profitieren von großzügigen steuerlichen Anreizen. Auch in anderen Branchen zeichnet sich eine neue Entwicklungsstufe zu mehr Wertschöpfung ab.
Die Landwirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnik und die Automobilindustrie zählen zu den für internationale Investoren am attraktivsten, ergab eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young vom Januar 2021. Die Hälfte der darin befragten Unternehmer plant, verschobene Investitionen in diesem Jahr zu tätigen. Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer plant für 2021, die Logistik und das Lieferkettenmanagement auszubauen.
Indikator | 2017 | 2018 | 2019 |
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Kumulierter Bestand | 75.851 | 81.124 | 88.304 |
Nettotransfers | 4.797 | 5.266 | 5.173 |
Die meisten ausländischen Direktinvestitionen, die Rumänien anzieht, fließen in die verarbeitende Industrie, das Baugewerbe, in Immobilientransaktionen, in den Handel sowie in die Finanz- und Versicherungswirtschaft. Dabei zieht die Region Bukarest das meiste Kapital an. Allerdings ist der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen wegen der Coronapandemie um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen.
Indikator | 2017 | 2018 | 2019 |
---|---|---|---|
Kumulierter Bestand 1) | 9.704 | 10.298 | 10.893 |
Nettotransfers 2) | 374 | 745 | 823 |
Unternehmen | Branche | Volumen in Mio. Euro |
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Continental | Kfz | etwa 1.800 |
E.ON | Energie | über 1.700 |
Kaufland | Einzelhandel | 1.500 bis 1.700 |
Lidl | Einzelhandel | etwa 700 |
Schäffler | Kfz | über 600 Mio. Euro |