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Branchen | Südkorea | Auslandsbau

Baufirmen holen mehr Aufträge in Europa und Nordamerika

Südkorea erhielt 2021 mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Aufträgen im Auslandsbau. Rückgängen in Nahost und Asien steht mehr Geschäft in Europa, den USA und Australien gegenüber.

Von Frank Robaschik | Seoul

Südkoreanische Baufirmen erhielten 2021 Aufträge im Wert von 30,6 Milliarden US-Dollar (US$) im Ausland. Das sind nach Angaben des Ministry of Land, Infrastructure and Transport (MOLIT) und der International Contractors Association of Korea (ICAK) rund 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Rückgängen im traditionellen Geschäft mit Entwicklungs- und Schwellenländern, im Nahen Osten und in Asien standen dabei mehr Vorhaben mit westlichen Partnern gegenüber. So stieg der Auftragseingang aus Europa, Nordamerika und Australien deutlich. Mit dem Wert von 4,6 Milliarden US$ aus Europa erzielten südkoreanische Bauunternehmen 2021 ihr bisher zweitbestes Ergebnis in dieser Region. Nur im Jahr 2014 war das Neugeschäft mit 6,8 Milliarden US$ höher ausgefallen.

Angesichts der höheren Öl- und Gaspreise stehen die Chancen gut, dass Südkorea 2022 wieder mehr Bauvorhaben aus dem Nahen Osten erhält. Damit ist beim Auslandsbau 2022 ein Auftragseingang von mehr als 30 Milliarden US$ realistisch. Außerdem kommt südkoreanischen Unternehmen staatliche Förderung der eigenen Regierung bei Projekten auf Auslandsmärkten zugute.

Auftragseingang im südkoreanischen Auslandsbau nach Regionen (in Millionen US-Dollar; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent)

Region

2010

2015

2019

2020

2021

Veränderung

Naher Osten

47.249

16.530

4.757

13.297

11.224

-15,6

Asien

18.081

19.720

12.532

11.576

9.256

-20,0

Europa

398

964

2.470

1.596

4.604

188,4

Nordamerika, Pazifik

1.335

3.648

566

547

3.934

12,8

Mittel- und Südamerika

2.067

4.532

280

6.918

1.399

-79,8

Afrika

2.447

750

1.714

1.196

199

-83,3

Gesamt

71.578

46.144

22.319

35.129

30.616

-12,8

Quelle: Statistics Korea; MOLIT; ICAK

Das mit Abstand größte Geschäftsfeld 2021 blieb der Bau von Industrieanlagen und Kraftwerken. Fast halbiert hat sich hingegen das Neugeschäft im Hoch- sowie im Tiefbau. Besonders kräftig stiegen die Aufträge für Stromnetze.

Auftragseingang im südkoreanischen Auslandsbau nach Bereichen (in Millionen US-Dollar; Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent)

Bereiche

2019

2020

2021

Veränderung

Industrieanlagen1

10.870

18.636

17.891

-4,0

Tiefbau2

4.539

9.838

5.859

-40,4

Stromnetze

711

683

3.089

352,2

Hochbau3

4.912

5.029

2.648

-47,3

Baudienstleistungen

1.209

855

1.100

28,6

Telekommunikation

78

89

29

-66,6

Gesamt

22.319

35.129

30.616

-12,8

1) Raffinerien, Kraftwerke, etc.; 2) Eisenbahnen, Flughäfen, Häfen, Straßen, etc.; 3) Fabriken, Bürogebäude, Krankenhäuser, Wohngebäude, Hotels, Gebäude für den Handel, etc.Quelle: MOLIT; ICAK

Bedeutende südkoreanische Firmen im Auslandsbau sind unter anderem:

  • Samsung C&T
  • Samsung Engineering
  • Hyundai E&C
  • Hyundai Engineering
  • GS E&C
  • Doosan Heavy Industries & Construction
  • DL E&C
  • SK Ecoplant
  • POSCO E&C
  • Daewoo E&C
  • HanmiGlobal (Projektmanagementfirma, die auch Vorhaben südkoreanischer Firmen im Ausland betreut)

Baufirmen des Landes sind trotz der Rückgänge im Jahr 2021 vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern aktiv. Sie bevorzugen die Kooperation mit südkoreanischen Zulieferern. Wenn diese aber nicht liefern können oder nicht die vom Kunden gewünschte Qualität bieten, können auch deutsche Anbieter zum Zuge kommen. Für deutsche Unternehmen bietet eine solche Zusammenarbeit die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen in weiteren Ländern zu positionieren, ohne das Gesamtrisiko von Bauvorhaben in Entwicklungsländern tragen zu müssen. Bei einer Reihe von Projekten arbeiten südkoreanische Firmen im Konsortium mit Unternehmen aus Europa zusammen.

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