Branchencheck Botsuana

Offen für Neues

Botsuana will die einseitige Abhängigkeit vom Diamantenexport verringern. Verschiedene Nischen bieten sich der kleinen Ökonomie im südlichen Afrika an.

Von Marcus Knupp | Gaborone

Der Kontext ist klar: Natürliche Ressourcen, also Bodenschätze und landwirtschaftliche Produkte, können die Grundlage für eine erweiterte Wertschöpfung sein. Der industriell weiter entwickelte große Nachbar Südafrika bietet Anknüpfungspunkte für Zulieferbranchen. Die Binnenlage im Zentrum der Region südliches Afrika spricht für vermittelnde Dienstleistungen wie Logistik einerseits und für wenig transportintensive Sparten wie Finanzdienste andererseits.

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Verdichtung der Infrastruktur

    Die Verpflichtung, innerhalb von drei Jahren nach Grunderwerb mit einem Bau zu beginnen, hat die Errichtung von Geschäftsgebäuden im neuen administrativen Zentrum der Hauptstadt Gaborone (Central Business District) in Gang gebracht. Weitere Impulse werden in den nächsten Jahren mit der Einrichtung von acht Sonderwirtschaftszonen gegeben. Das Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand und die stärkere wirtschaftliche Verflechtung mit den Nachbarländern führen zu höherem Bedarf in der Wasser- und Energieversorgung sowie an zusätzlichen Verkehrsverbindungen, etwa mit dem benachbarten Namibia.


    Von Marcus Knupp

  • Bergbau

    Bergbau

    Diamanten und mehr

    Die Erschließung neuer Abbauschichten in den Diamantenminen der Unternehmen Debswana (Jwaneng) und Lucara (Karowe) wird in den nächsten Jahren die Investitionen in die dominierende Sparte des botsuanischen Bergbaus in Gang halten. Um die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern, soll zusätzlich die Förderung weiterer Ressourcen gesteigert werden, etwa durch den Kupferabbau im Bergwerk Khoemacau. Botsuana besitzt darüber hinaus sehr große Vorkommen an Kohle, die in Zukunft stärker als Energierohstoff sowie für die Herstellung von Treibstoffen und die Petrochemie genutzt werden sollen.

    Weitere Informationen:

    Botsuanas Kupfermine Khoemacau soll ab 2021 exportieren

    Botsuanas Bergbau erweitert die Produktpalette

    Botsuana kann noch einige Jahrzehnte Diamanten abbauen


    Von Marcus Knupp

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Basis Kohleverflüssigung

    Noch sind sie Zukunftsmusik, die hochfliegenden Pläne für die Verflüssigung der in Botsuana reichlich vorkommenden Kohle nach südafrikanischem Vorbild. Damit wäre dann neben der inländischen Produktion von Treibstoffen auch die Basis für eine petrochemische Industrie gelegt, die zudem günstig mit Energie versorgt werden könnte. Die erste Anlage soll 2025 in Betrieb gehen. Erklärte Absicht der Regierung in Gaborone ist auch der Aufbau einer lokalen Herstellung von Arzneimitteln. Mit Blick auf die Staatengemeinschaft Southern African Development Community (SADC) könnte zum Beispiel die Fertigung von HIV-Präparaten interessant sein.


    Von Marcus Knupp

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Abhängigkeit abbauen

    Mit Kohle, Sonne und jüngeren Untersuchungen zufolge auch Wind besitzt Botsuana mehr als ausreichende Energieressourcen, nutzt diese aber bisher nur wenig. Mehr als 80 Prozent der Elektrizität werden aus Kohle erzeugt. Das Kraftwerk Morupule wäre mit einer Kapazität von 730 Megawatt für den Gesamtbedarf ausreichend, läuft aufgrund technischer Probleme aber nicht mit voller Kraft. Botsuana importiert daher Strom aus dem von Ausfällen geplagten Südafrika. Der Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, steht erst am Anfang, kann aber potenziell einen großen Teil der Versorgung übernehmen.



    Von Marcus Knupp

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Qualität im Blick

    Botsuana hat die Einnahmen aus dem Diamantenexport in den letzten beiden Jahrzehnten erfolgreich für den Aufbau einer schulischen und medizinischen Grundversorgung genutzt. Die nächsten Schritte gelten der Verbesserung der Qualität des Angebots. Schlüsselfaktoren sind dabei, die Lücken bei qualifiziertem Personal und in der Ausstattung von Kliniken und Krankenhäusern zu schließen. Private Kliniken ergänzen das öffentliche System, das infolge der Kostenfreiheit jedoch über 90 Prozent der Einrichtungen stellt. Die gesamten Gesundheitsausgaben betrugen 2019 circa 1,1 Milliarden US-Dollar (US$).


    Von Marcus Knupp

  • IKT

    IKT

    Verbesserte Dienste in reifendem Markt

    Mit rund 3,4 Millionen Mobilfunkverträgen für 2,3 Millionen Einwohner wies Botsuana 2019 eine der höchsten Abdeckungsraten auf dem afrikanischen Kontinent auf. Eine starke quantitative Zunahme ist nicht mehr zu erwarten. Die weitgehende Versorgung mit 3G/4G-Netzen schafft dagegen den Rahmen für zusätzliche Dienstleistungen. Dafür spricht auch die verbesserte Versorgung mit Breitband-Internet. Der Wettbewerb der drei Anbieter am Markt dürfte hier durch neue Angebote ebenfalls belebend wirken. Ganz in diesem Sinne führt Botsuana 2020 die Nummern-Portabilität beim Anbieterwechsel ein.


    Von Marcus Knupp

  • Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei

    Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei

    Privatisierung der Fleischversorgung

    Wie in weiten Teilen des südlichen Afrikas hat die landwirtschaftliche Produktion in den letzten beiden Jahren unter Regenmangel gelitten. Die nahe Zukunft steht unter dem Zeichen der Erholung und bietet dabei Chancen für Modernisierungen. Das neu geschaffene Nationale Forschungsinstitut NARDI ist bei der Erhöhung der Produktivität und der Einführung neuer Anbaufrüchte an Partnerschaften und Kooperationen interessiert. Bis Ende 2020 wird auch das genaue Vorgehen bei der Privatisierung der staatlichen Botswana Meat Commission, dem Monopolisten für den Fleischexport, klar sein.


    Von Marcus Knupp

  • Nahrungsmittelmarkt

    Nahrungsmittelmarkt

    Steigende Einkommen treiben Nachfrage

    Mit einem für Afrika hohen Pro-Kopf-Einkommen und einem ebenfalls überdurchschnittlichen Anteil städtischer Bevölkerung von circa 70 Prozent bietet Botsuana trotz kleiner Gesamtbevölkerung gute Perspektiven für den Absatz von Nahrungsmitteln. Experten gehen von einer jährlichen Zunahme von sieben bis acht Prozent in den kommenden Jahren aus. Supermärkte dominieren das Geschehen in den Städten, darunter die lokale Kette Choppies, die nach Rückzug aus mehreren Ländern noch in Namibia, Sambia und Simbabwe aktiv ist. Die meisten Lebensmittel werden importiert, überwiegend aus Südafrika.


    Weitere Informationen:

    In Botsuana werden kaum Nahrungsmittel verarbeitet

    Von Marcus Knupp

  • Pkw- und Nfz-Produktion

    Pkw- und Nfz-Produktion

    Chancen als Zulieferer

    Botsuanas Strategie zur Schaffung industrieller Arbeitsplätze setzt unter anderem auf die Kfz-Zulieferbranche. Potenzielle Abnehmer sind die in Südafrika produzierenden Hersteller BMW, Daimler, Ford, Isuzu, Nissan, Toyota und Volkswagen. Erste Erfolge konnte das Land mit der Ansiedlung von zwei Werken für die Fertigung von Kabelbäumen verbuchen. Der industrielle Ballungsraum um Johannesburg ist von der botsuanischen Hauptstadt nur rund 300 Kilometer entfernt. In Gaborone entstehen derzeit Sonderwirtschaftszonen, die speziell exportorientierten Unternehmen günstige Bedingungen bieten.


    Von Marcus Knupp

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