Special Neuseeland Wege aus der Coronakrise

Wege aus der Coronakrise

Neuseeland meistert Coronapandemie vergleichsweise gut

Die Regierung konnte die Kontaktbeschränkungen aufheben. Die Wirtschaft soll 2021 wieder kräftig wachsen. Eine Einreise ist nur in Ausnahmefällen möglich.


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Nach der Eliminierung von Covid-19 herrscht in Neuseeland normales Alltagsleben. Die Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet. (Stand: 31. März 2021)

    Neuseeland konnte die lokale Ausbreitung des Coronavirus erfolgreich stoppen. Registrierte Fälle beschränken sich fast vollständig auf die Quarantäneeinrichtungen für Einreisende aus dem Ausland.

     

    Zur Bekämpfung von Covid-19 arbeitet Neuseeland mit einem vierstufigen Notfallplan. Seit Oktober 2020 gilt landesweit weitgehend die niedrigste Stufe 1.

    In Verbindung mit den Qurantänehotels für den internationalen Reiseverkehr können jedoch vereinzelt lokale Infektionsketten ausgelöst werden. Im Februar und März 2021 galt in Auckland deshalb für einige Tage wieder die Warnstufe 3, was zu negativen Auswirkungen für die Wirtschaft führte.

    Der Großraum Auckland mit rund 1,6 Millionen Einwohnern erwirtschaftet rund 40 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Dabei ist Auckland nicht nur Finanzzentrum, sondern mit seinen ausgedehnten Industriegebieten auch mit Abstand wichtigster Standort für das verarbeitende Gewerbe.

    Covid-19 Warnstufen in Neuseeland

    Warnstufe

    Geltende Restriktionen (Auswahl)

    1

    Keine Beschränkungen im Inland. Die Grenze ist für ausländische Reisende geschlossen.

    2

    Abstandsgebote von 1 bis 2 Metern im öffentlichen Raum und in Geschäften. Maximale Teilnehmerzahl bei Versammlungen und Veranstaltungen von 100 Personen.

    3

    Die eigene Wohnung darf nur aus wichtigem Grund verlassen werden, z. B. für den Gang zur Arbeit oder zum Einkaufen. Falls möglich muss Heimarbeit erfolgen. Geschäfte zur Deckung des täglichen Lebensbedarfs wie Supermärkte dürfen öffnen, der restliche Einzelhandel und Restaurants dürfen aber nur kontaktlosen Abholservice anbieten.

    4

    Strenger Lockdown: Die eigene Wohnung darf nur aus wichtigem Grund verlassen werden, z. B. zum Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten. Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, Unternehmen, Einzelhandel, Restaurants etc. sind geschlossen. Ausnahmen gelten nur für Bereiche, die als essentiell eingestuft sind, wie z. B. Supermärkte, Apotheken, Gesundheitseinrichtungen, Elektrizitätswerke und Nahrungsmittel produzierende Betriebe.

    Quelle: Recherchen Germany Trade & Invest

    Von Kurz-Lockdowns abgesehen sind die Einschränkungen für das wirtschaftliche und soziale Leben jedoch weitgehend aufgehoben. Alle Beschäftigten können wieder an ihre Arbeitsplätze. Einzelhandel, Restaurants, Kinos oder Museen öffnen unbeschränkt. Bei Rugbyspielen nehmen wieder Zuschauer in den Sportstadien Platz. Die Geschäftigkeit in den Innenstädten von Auckland und Wellington nahm dadurch deutlich zu, die Einkaufsstraßen und Shopping Malls sind wieder belebt.

    Rezession fällt vergleichsweise milde aus

    Im Jahr 2020 schrumpfte das neuseeländische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um real 2,9 Prozent. Als Reaktion auf die erste Infektionswelle hatten ab dem 26. März 2020 landesweit für rund sieben Wochen die sehr strengen Warnstufen 3 und 4 gegolten. Dies war eine der weltweit härtesten Ausgangssperren und brachte das Geschäftsleben weitgehend zum Erliegen.

    Der Lockdown zeigte jedoch den gewünschten Erfolg. Da die Wirtschaft schnell wieder geöffnet werden konnte, zählt Neuseeland zu den Staaten, welche weltweit mit am besten durch die Krise kommen.

    Für 2021 rechnen Volkswirte mit einer breiten Erholung. Die Geschäftsbank ANZ erwartet eine BIP-Steigerung von 3,5 Prozent, Westpac prognostiziert sogar ein Plus von 3,8 Prozent.

    Als Wachstumsstütze erweist sich insbesondere der private Konsum. Die Verbraucherausgaben stiegen nach der Lockerung der Coronamaßnahmen wieder schnell auf das Vorkrisenniveau an. Neuseeländer sind sehr reisefreudig und leisten sich deshalb gerne Flüge zu Zielen in Übersee. Aufgrund der geschlossenen Landesgrenze fließen Teile dieser Gelder nun in den lokalen Einzelhandel, wovon insbesondere der Absatz von Haushaltswaren und Elektronik profitiert.

    Dabei hilft, dass ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden werden konnte. Im 4. Quartal 2020 lag die Erwerbslosigkeit bei 4,9 Prozent. Bis 2022 wird ein weiterer Rückgang auf etwa 4,2 Prozent erwartet.

    Tourismussektor leidet unter Grenzschließung

    Umgekehrt leidet die wichtige Tourismusbranche nachhaltig unter der Coronakrise. Vor der Corona-Pandemie trug die Branche als wichtigster Exportsektor rund 6 Prozent zur BIP-Entstehung bei. Nun fällt das Geschäft mit den in der Regel rund 4 Millionen internationalen Gästen pro Jahr komplett aus. Zwar steigt der Inlandstourismus, doch dieser kann die milliardenschweren Verluste nicht voll kompensieren.

    Die Regierung will die Grenze erst dann wieder für internationale Reisende öffnen, wenn in der lokalen Bevölkerung durch eine erfolgreiche Impfkampagne die Herdenimmunität erreicht ist. Deshalb ist erst ab Anfang 2022 mit einer Erholung im Tourismussektor zu rechnen.

    Eine gewisse Abhilfe wird eine geplante Reiseblase mit dem Nachbarn Australien bringen, welche ab dem 19. April 2021 starten soll. Besucher aus Downunder trugen zuletzt rund ein Viertel zu den neuseeländischen Tourismuseinnahmen bei.

    Wohnungsbau und Landwirtschaft florieren

    Auf Hochtouren läuft hingegen der Wohnungsbau. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums in den vergangenen Jahren herrscht in Neuseeland Wohnungsmangel. Mit rund 39.000 Wohneinheiten erreichte die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen in 2020 den höchsten Stand seit über 40 Jahren.

    Die Regierung forciert den sozialen Wohnungsbau und will in den kommenden fünf Jahren 8.000 neue Wohneinheiten errichten. Dazu stehen insgesamt umgerechnet rund 3,2 Milliarden US-Dollar (US$) zur Verfügung. Mit dem im März 2021 vorgestellten Housing Acceleration Fund werden zusätzliche 2,4 Milliarden US$ ausgeschüttet. Die Gelder fließen in die Erschließung von neuem Bauland, insbesondere für begleitende Infrastruktur wie Zugangsstraßen sowie Abwasser- und Wasserleitungen.

    Eine gute Stimmung herrscht auch im Agrarsektor. Die Milchbauern arbeiten derzeit sehr profitabel. Analysten erwarten für 2021 einen Milchpreis auf einem historisch hohem Niveau von deutlich über 7,30 NZ$ pro Kilogramm Milchfeststoffe (kgMS). Der Break-Even Point liegt bei rund 5,90 NZ$/kgMS.

    In der Molkereiwirtschaft soll sich die Produktion in den kommenden Jahren relativ konstant entwickeln. Neuseeland ist derzeit der weltgrößte Exporteur von Vollmilchpulver. Die Unternehmen dürften aber weiter in die Erhöhung ihrer Wertschöpfung und Herstellung von Endprodukten wie Käse oder Butter investieren. So gibt beispielsweise Westland Milk rund 25 Millionen US$ für die Verdopplung der Butterherstellung in der Hokita Molkerei aus (Ziel: 42.000 Tonnen pro Jahr).

    Der Anbau von Obst- und Gemüse verzeichnet weiterhin hohe Flächenzuwächse. Für Äpfel und Birnen wird bis 2030 ein Anstieg der bepflanzten Fläche auf etwa 15.000 Hektar erwartet. Zurzeit findet der Anbau auf etwa 10.600 Hektar statt. Auch der Anbau von Kiwifrüchten und Avocados expandiert.

    Die gute Einnahmeentwicklung in der neuseeländischen Landwirtschaft dürfte auch dem Absatz von Landtechnik zugutekommen. Die Verkaufszahlen von Traktoren könnten 2021 zweistellig wachsen.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Die neuseeländische Regierung forciert den Infrastrukturausbau. Unternehmen profitieren von Liquiditätshilfen und steuerlichen Erleichterungen. (Stand: 31. März 2021)

    Insgesamt stellt die neuseeländische Regierung im Rahmen ihrer Covid-19-Maßnahmen rund 40 Milliarden US-Dollar (US$, rund 62 Milliarden Neuseeland-Dollar, $NZ, 1 NZ$ = 0,6398 US$) bereit. Dies entspricht etwa 20 Prozent des neuseeländischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

    Kernstück ist der mit dem Staatshaushalt 2020/21 (Juli bis Juni) vorgestellte Covid-19 Response and Recovery Fund. Dieser finanziert Rettungsmaßnahmen und fördert die Umsetzung von Programmen zur Stimulierung der Wirtschaft.

    Bislang sind die über den Covid-19 Response and Recovery Fund zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht vollständig ausgeschöpft. Einen Teilbetrag hält die Regierung als Reserve vor, um auf unvorhergesehene Entwicklungen wie weitere Infektionswellen reagieren zu können.

    Da sich die neuseeländische Wirtschaft aktuell schneller erholt als erwartet, gehen Experten davon aus, dass voraussichtlich nur Mittel in Höhe von etwa 33 Milliarden US$ zur Stützung der Wirtschaft benötigt werden.

    Impfplan Neuseelands

    Neuseeland hat insgesamt 10 Millionen Impfdosen von Pfizer/BioNTech eingekauft. Dies reicht aus, um der gesamten Bevölkerung (auf freiwilliger und kostenloser Basis) ein Impfangebot zu machen. Für weitere 8,5 Millionen Dosen besteht ein Vorvertrag. Zudem hat Neuseeland Verträge mit den Anbietern AstraZeneca, Novavax und Janssen Pharmaceutica über die mögliche Lieferung von Impfstoff abgeschlossen. Der Start der Impfkampagne erfolgte im Februar 2021. Zur Priorisierung der Bevölkerungsgruppen arbeitet Neuseeland mit einem vierstufigen Impfplan. Als erstes wurden in der Gruppe 1 die Grenzbeamten und das Personal in den Quarantänehotels geimpft. Ab März 2021 folgten in der Gruppe 2 Beschäftigte im Gesundheitssektor, Pflegeheimbewohner und Personen über 65 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen, die in den südlichen Stadtteilen von Auckland leben. Die Immunisierung der Bevölkerung soll bis spätestens Jahresende 2021 abgeschlossen sein.


    Regierung fördert den Infrastrukturausbau

    Um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, setzt die Regierung auf Impulse durch den staatlichen Infrastrukturausbau. Bereits im Januar 2020, also vor der Coronakrise, hatte die Regierung das mit rund 8 Milliarden US$ dotierte New Zealand Upgrade Programme angekündigt. 

    Im Rahmen der coronabedingten Konjunkturmaßnahmen wird dieses Ausgabenprogramm noch einmal um 2 Milliarden US$ aufgestockt. Die Gelder fließen vor allem in Verkehrsprojekte wie den Straßenbau in Auckland oder die Modernisierung des Schienennetzes. Weitere 3,2 Milliarden US$ werden für den Bau von 8.000 staatlich geförderten Wohnungen ausgegeben.

    In sektoraler Hinsicht wird vor allem der Tourismussektor gefördert. Der Markt mit den zuletzt etwa 3,9 Millionen ausländischen Besuchern pro Jahr ist durch die geschlossene Grenze vollständig zum Erliegen gekommen. Über das Tourism Recovery Package werden deshalb Hilfen in Höhe von 260 Millionen US$  zur Verfügung gestellt.

    Unternehmen erhalten Steuervergünstigen und Liquiditätshilfen

    Die Regierung wird auch auf der steuerlichen Seite aktiv. So können Unternehmen Verluste aus dem Geschäftsjahr 2019/20 und dem Geschäftsjahr 2020/21 mit Gewinnen aus der jeweiligen Vorperiode verrechnen (Verlustrücktrag).

    Zudem werden die Möglichkeiten für eine Sofortabschreibung verbessert. Bis zum 16. März 2021 konnten angeschaffte Investitionsgüter mit einem Wert von bis zu 5.000 $NZ sofort abgeschrieben werden. Ab dem 17. März 2021 liegt der Schwellenwert bei 1.000 $NZ (ursprünglich galt ein Betrag von 500 $NZ). Ab dem Finanzjahr 2020/21 ist zudem eine steuerliche Abschreibung für gewerbliche Gebäude möglich.

    Die R&D Tax Incentive bietet Steuergutschriften in Höhe von 15 Prozent der förderfähigen Forschungsausgaben (bis maximal 120 Millionen $NZ). Zudem wurde ein R&D Loan Scheme für forschungsintensive Unternehmen aufgesetzt. Dieses bietet vergünstigte Kredite bis maximal 100.000 $NZ.

    Weitere Informationen dazu gibt es bei der Steuerbehörde Inland Revenue.

    Die Regierung stellt über verschiedene Instrumente Liquiditätshilfen für kleine und mittlere Unternehmen bereit. Das Hauptelement ist das Buisness Finance Guarantee Scheme, für welches noch bis zum 30. Juni 2021 neue Anträge gestellt werden können.

    Liquiditätshilfen für Unternehmen in Neuseeland

    Maßnahme

    Anmerkung

    Business Finance Guarantee Scheme

    Ermöglicht Kreditgarantien für Unternehmen. Dabei wird eine Staatsgarantie für 80 Prozent der vergebenen Kredite bis zu einer Darlehenssumme von maximal 5 Millionen $NZ gewährt. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 200 Millionen $NZ.

    Small Business Cashflow Scheme

    Zinslose Kredite für Kleinunternehmen mit nicht mehr als 50 Beschäftigten. Dabei können maximal 100.000 $NZ verliehen werden, die innerhalb von zwölf Monaten zurückgezahlt werden müssen. Wenn der Tilgungszeitraum 12 Monate übersteigt, fällt ein Zinssatz von 3 Prozent an.

    Business Debt Hibernation

    Unternehmen können eine Stundung von Krediten für einen Zeitraum von sieben Monaten beantragen.

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Damit im Rahmen des Business Finance Guarantee Scheme ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, wurde seitens der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ein begleitendes Kreditprogramm für die Geschäftsbanken geschnürt (zum Zins von 0,25 Prozent über drei Jahre).

    Zudem senkte die RBNZ senkte ihren Leitzins auf einen historischen Tiefstand von 0,25 Prozent. Erstmals in ihrer Geschichte startete die RBNZ auch mit Ankäufen von Staatsanleihen. Im August 2020 verkündete die RBNZ, das Volumen ihres Aufkaufprogramms auf bis zu 100 Milliarden $NZ zu erhöhen.

    Lohnzuschüsse gibt es nur noch in Sonderfällen

    Während des Höhepunkts der Coronakrise gewährte die Regierung auch Lohnzuschüsse für Unternehmen, die aufgrund der Coronakrise Umsatzeinbrüche von mindestens 40 Prozent erlitten. Dabei wurde für Vollzeitangestellte (mehr als 20 Wochenstunden) ein wöchentlicher Lohnzuschuss von 585,80 $NZ gewährt. Für Teilzeitkräfte wurden 350 $NZ pro Woche gezahlt.

    Anträge für die Lohnzuschüsse erfolgten über Work and Income New Zealand, sind aber seit dem 1. September 2020 nicht mehr möglich.

    Ausnahmen gelten für Unternehmen, die von regionalen Lockdown-Maßnahmen aufgrund vereinzelter Infektionsherde betroffen sind. Dies gilt beispielsweise für Unternehmen in Auckland, die von den Kurz-Lockdowns Anfang 2021 betroffen waren.

    Ein fortlaufendes Förderprogramm ist das Covid-19 Leave Support Scheme. Dieses gewährt Lohnzuschüsse für Arbeitnehmer, die sich in eine Quarantäne begeben müssen und bezieht sich insbesondere auf Covid-19-Verdachtsfälle und Personen, die mit solchen Verdachtsfällen in Kontakt gestanden haben.

    Arbeitgeber bekommen für Vollzeitkräfte (mehr als 20 Wochenstunden), die nicht von zu Hause aus arbeiten können, pro Woche 585,80 $NZ ausgezahlt. Für Teilzeitkräfte sind es 350 $NZ pro Woche. Dabei müssen die Arbeitgeber jedoch weiterhin mindestens 80 Prozent des regulären Arbeitsentgeltes an die betroffenen Arbeitnehmer entrichten.

    Öffentliche Verschuldung steigt massiv an

    Nachdem Neuseeland in den vergangenen Jahren ein Haushaltsüberschuss erzielen konnte, rutscht das Budget aufgrund von Einnahmeausfällen und den krisenbedingten Maßnahmen jetzt tief ins Minus. Für das Haushaltsjahr 2020/21 wird ein Defizit von 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwartet. Ein Budgetüberschuss dürfte frühestens 2026 wieder möglich sein. Ökonomen erwarten einen deutlichen Anstieg der neuseeländischen Staatsverschuldung von vergleichsweise sehr niedrigen 20 Prozent des BIP (2019) auf etwa 50,7 Prozent des BIP im Zeitraum 2023/24.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Die neuseeländische Grenze ist für nicht absehbare Zeit geschlossen. Geplante Reisevereinbarungen mit anderen Staaten wie Australien könnten 2021 starten. (Stand: 31. März 2021)

    Für ausländische Staatsangehörige ist die Einreise nach Neuseeland seit dem 20. März 2020 nicht mehr möglich. In begründeten Fällen kann eine Ausnahmegenehmigung bei der Einwanderungsbehörde Immigration New Zealand beantragt werden.

    Die Regierung hat auch Regelungen für dringend benötigte Fachkräfte erlassen. Danach können "Other Critical Workers" eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu sechs Monaten erhalten, wenn sie beispielsweise über technische Kenntnisse verfügen, die vor Ort nicht verfügbar sind, oder die Arbeitskraft für wichtige Vorhaben wie beispielsweise große Infrastrukturprojekte benötigt wird. Eine längerfristige Aufenthaltserlaubnis kann beispielsweise erteilt werden, wenn die Fachkräfte mehr als das Doppelte des nationalen Medianeinkommens verdienen. Dazu muss das Jahresgehalt einen Betrag von NZ$ 106.080 überschreiten.

    Weiterhin möglich ist die Einreise für neuseeländische Staatsbürger und Inhaber einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis (Permanent Residents). Diese müssen sich jedoch direkt nach Grenzübertritt für 14 Tage in eine verbindlich angeordnete Quarantäne begeben. Dazu hat die Regierung eigens Hotelzimmer angemietet.

    Grundsätzlich übernimmt die Regierung die Kosten für die Quarantäne. In einigen Fällen wird aber mittlerweile eine Gebühr von 3.100 $NZ für Alleinreisende erhoben. Dies gilt beispielsweise für Reisende mit einem vorübergehenden Aufenthaltstitel, die mit Ausnahmegenehmigung einreisen.

    Bis auf wenige Ausnahmen wird von allen Reisenden vor Abflug der Nachweis eines negativen Covid-19 Tests verlangt.

    Die Grenzschließung für den allgemeinen Reiseverkehr dürfte noch viele Monate anhalten. Am 19. April 2021 wird jedoch der Startschuss für die lange geplante Trans-Tasman Travel Bubble fallen. Reisende aus Australien können dann wieder ohne Einschränkungen und verbindlichen Quarantäneaufenthalt nach Neuseeland fliegen. Australien gestattet die quarantänefreie Einreise aus Neuseeland bereits seit Oktober 2020.

    Die Flugesellschaft Air New Zealand hat bereits angekündigt, ab April 2021 wieder neun australische Zielflughäfen anzusteuern und kann damit wieder 70 Prozent der Vorkrisen-Kapazität nach Downunder anbieten. Auch die australische Qantas baut ihr Flugangebot aus. Sollte es zu einzelnen Covid-19 Ausbrüchen in Australien kommen, könnte die Regierung Neuseelands bestimmte australische Regionen vorübergehend von der Travel Bubble ausschließen.

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen
    Quelle: Germany Trade & Invest


    Aufgrund des neuerlichen Aufflammens von Coronafällen im März und April 2021 in Australien ist allerdings unklar, ob der angestrebte Start in der ersten Jahreshälfte 2021 möglich ist. Eine weitere bilaterale Reiseblase strebt Neuseeland mit den Cookinseln an.

    Da in Neuseeland derzeit landesweit nur die Covid-19 Warnstufe 1 gilt, sind alle inländischen Geschäfts- und Urlaubsreisen ohne Einschränkung möglich.

    Gesetzliche Beschränkungen für den Warenverkehr gibt es keine. Die Seehäfen des Landes sind geöffnet und die Abfertigung von Importen und Exporten findet statt. Allerdings kommt es in den Häfen Auckland und Tauranga zu Verzögerungen bei der Entladung von Containerschiffen. Ursächlich ist ein Zusammenspiel von Faktoren wie Unregelmäßigkeiten im Schiffsverkehr, ein Nachfrageanstieg nach importierten Konsumgütern sowie operativen Schwierigkeiten.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

nach oben
Feedback

Anmeldung

Bitte melden Sie sich auf dieser Seite mit Ihren Zugangsdaten an. Sollten Sie noch kein Benutzerkonto haben, so gelangen Sie über den Button "Neuen Account erstellen" zur kostenlosen Registrierung.