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25.01.2019

Chile schreibt Projektplanung für großes Technikinstitut aus

Ziel ist Elektromobilität-Forschung zu Solarenergie, Bergbau und Werkstoffen / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (GTAI) - Chile errichtet das bisher größte technologische Institut des Landes. Firmen sollen bis Mai 2019 Vorschläge einreichen, geplant ist auch eine Roadshow in Deutschland.

Neues Institut für saubere Technologien geplant

Die chilenische Regierung plant die größte technologische Einrichtung des Landes in der nördlichen Region Antofagasta. Die Schwerpunkte sind Solarenergie, weiterverarbeitetes Lithium und andere moderne Werkstoffe sowie emissionsreduzierter Bergbau. Die Behörde zur Produktionsförderung Corfo (Corporación de Fomento de la Producción) holt für den Aufbau des Instituts seit 26. November 2018 und bis zum 20. Mai 2019 Interessensbekundungen ein.

Die Solarenergie als erster Schwerpunkt des künftigen Instituts soll vor allem für Bergbau und Industrie nutzbar gemacht werden, besonders mit Blick auf den Einsatz in Wüsten. Daneben geht es um Entsalzungs- und Wasserbehandlungsprozesse, beim emissionsreduzierten Bergbau unter anderem um Techniken zur Rückverfolgbarkeit von Treibhausgasemissionen. Beim Thema moderne Werkstoffe stehen Materialien im Fokus, die auf weiterverarbeitetem Lithium basieren. Zudem geht es im Institut um effizientere Gewinnungstechniken und den Umgang mit knappen Speichermaterialien.

Corfo gibt für das Institut über zehn Jahre einen nicht rückzuzahlenden Zuschuss von maximal 194 Millionen US-Dollar. Der Anteil der privaten Kofinanzierung muss 30 Prozent dieser Summe betragen. Partner des Instituts können private oder öffentliche Institutionen aus der angewandten Forschung sein. Corfo sucht chilenische Universitäten und staatliche Einrichtungen sowie nationale und internationale Forschungs- und Entwicklungskörperschaften als Mitgesellschafter.

Elektromobilität im Blick

Corfo will mit Hilfe des Instituts innerhalb von zehn Jahren Innovationen leisten und neue Materialien entwickeln. Diese sollen in Chile die Wertschöpfung bei Lithium und anderen Werkstoffen für die Elektromobilität steigern. In Chiles nördlicher Atacama-Wüste scheint die Sonne praktisch ganzjährig und den ganzen Tag lang. Dort ist auch der Schwerpunkt von Chiles Kupferbergbau und werden andere Rohstoffe gefördert.

Das Institut soll für staatliche Konzerne und Einrichtungen arbeiten, profitieren sollen von dem neu verbreiteten Wissen jedoch besonders kleine und mittlere Unternehmen. Durch die Teilnahme von lokalen Firmen entlang der Wertschöpfungskette sollen Produkte für die Elektromobilität billiger werden.

Die Leitlinien für das Institut sind auf den Regierungsfahrplan abgestimmt: Im Rahmen des staatlichen Ziels, bis 2030 bis zu 30 Prozent der Emissionen von CO2 zu reduzieren, betont das zuständige Ministerium beispielsweise die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien als Speichermedium.

Das Ergebnis seiner Interessenserhebung gibt Corfo bis 21. Juni 2019 bekannt. Alle Bewerbungen und jegliche Kommunikation mit Corfo müssen auf Spanisch erfolgen. Vom 24. Juni bis zum 23. Oktober 2019 bewertet die Behörde die besser eingestuften Bewerber nochmal.

Evaluationsteam achtet auf strategischen Entwicklungsplan

Die Vorschläge für das Konzept des Instituts erfordern mehrere Punkte. Dazu gehören Darstellungen zu Solartechnologie, Speicherung von Mineralien und Lithium sowie zu emissionsarmen Bergbautechnologien. Gefordert sind auch Angaben zur Sicherung von geistigem Eigentum und zu den teilnehmenden Partnern und Beteiligungsgesellschaften sowie ein langfristiger Finanzierungsplan.

Bei der Bewertung zählt der technisch-fachliche Anteil mit 40 Prozent, die Auswahl der Beteiligungsgesellschaften und Partner mit 30 Prozent, Organisationsstruktur und Betriebsführung mit 20 Prozent und der Finanzierungsplan mit 10 Prozent.

Fernando Hentzschel, Direktor für technologische Entwicklung bei Corfo, sagte im Gespräch mit Germany Trade & Invest, dass eine Roadshow in Deutschland geplant ist, höchstwahrscheinlich am 28. Februar 2019 in Berlin und am 1. März in München.

Kontaktanschrift

Bezeichnung Internet-, E-Mail-Adresse Anmerkung
CORFO (Corporación de Fomento de la Producción) http://www.corfo.cl; convocatoriarfi@corfo.cl Fernando Hentzschel Martínez, Direktor für technologische Entwicklung bei Corfo, Tel.: +56 226 31 86 27, E-Mail: fhentzschel@corfo.cl

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Chile sind unter http://www.gtai.de/chile abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Chile Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Forschung und Entwicklung, Strom-/ Energieerzeugung, Solar, Ausschreibungswesen, Elektromobilität

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