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19.06.2019

Druckindustrie in Mexiko durchlebt schwierige Phase

Inhalt

Schwaches Konsumklima drückt die Auflagen zusätzlich zum digitalen Wandel / Von Florian Steinmeyer (Mai 2019)

Mexiko-Stadt (GTAI) - Im traditionellen Verlagswesen gehen die Auflagen weiter zurück. Auch bislang expandierende Segmente wie der Verpackungsdruck wachsen nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.

Druckgewerbe

Allgemeine Markttrends

Die mexikanische Druckindustrie sieht sich einer durchwachsenen Nachfrage gegenüber, investiert jedoch trotzdem in Maschinen und Ausrüstung. Laut UN Comtrade legten die Importe an Papier- und Druckequipment 2018 um 5,3 Prozent zu. Die Einfuhren spiegeln im Fall Mexikos gut die gesamte Marktentwicklung wider, da der heimische Maschinenbau schwach ausgeprägt ist.

Die Entwicklung war je nach Segment unterschiedlich: Papiertechnik erlebte mit einem Importplus von 12,5 Prozent auf 177 Millionen US-Dollar (US$) einen Aufschwung. Auch Druckereimaschinen waren mit einem Zuwachs von 12,9 Prozent auf 248 Millionen US$ stärker gefragt. Dahingegen nahmen die Einfuhren an Papierverarbeitungsmaschinen um 5,7 auf 244 Millionen US$ ab.

Deutsche Unternehmen steigerten ihre Exporte um 9 Prozent. Das Wachstum war vor allem Offsetdruckmaschinen (HS-Code 8443.13) zu verdanken, deren Lieferung um 19,9 Prozent zulegte. Bei ihnen haben deutsche Hersteller in Mexiko einen Einfuhranteil von knapp 58 Prozent.

Mexikanische Einfuhr von Druck- und Papiertechnik aus Deutschland (in Mio. US$; Veränderung in %) *)
Kategorie 2016 2017 2018 Veränderung 2018/2017
Papiertechnik 5,7 17,5 15,6 -10,9
Papierverarbeitungsmaschinen 25,3 23,0 19,9 -13,3
Druckereimaschinen 67,7 69,8 84,7 21,4
Gesamt 98,7 110,3 120,3 9,0

*) Importeursdaten

Quelle: UN Comtrade

Die Digitalisierung des Drucks verbreitet sich auch in Mexiko immer weiter. Die Importe digitaler Drucker und Druckmaschinen (HS-Code 8443.32) lag 2018 bei 302 Millionen US$ und somit höher als diejenige traditioneller Druckmaschinen. Druckereien setzen daneben immer stärker auf Zusatzleistungen, wie die Verwaltung von Drucksachen und die Integration in die Produktionskette der Kunden.

Zeitungen/Zeitschriften: Zeitungsauflage bricht ein

Nachdem die Druckauflage von Zeitungen in den vergangenen Jahren noch leicht gestiegen war, ging sie 2018 deutlich zurück. Laut dem Statistikamt Inegi (Instituto Nacional de Estadística y Geografía) wurden nur noch rund 125 Millionen Exemplare gedruckt - ein Minus von knapp 21 Prozent. Im Bereich der Zeitschriften war der Einbruch mit einem Minus von 17 Prozent zwar nicht ganz so stark, die Zeitschriftenauflagen nahmen allerdings bereits in den Vorjahren erheblich ab.

Damit scheint sich die Bevölkerung auch in Mexiko von gedruckten Medien abzuwenden. Bislang war dieser Trend aufgrund der schlechten Internetabdeckung und der niedrigen Verbreitung von Smartphones mit mobilem Internet in ländlichen Gebieten noch weniger ausgeprägt als in den Industrieländern Europas und Nordamerikas.

Laut der Leserumfrage des Statistikamts Inegi (Módulo de Lectura - MoLec) vom Februar 2019 informieren sich immer weniger Mexikaner anhand von Medien. Dies gilt nicht nur für gedruckte Exemplare, auch Internetseiten sowie Blogs und Onlineforen werden in die Befragung einbezogen. Demnach sank der Anteil der Bevölkerung von 77 Prozent im Jahr 2015 auf 68 Prozent zum Umfragezeitpunkt 2019. Die verbleibenden Leser informieren sich unterdessen immer stärker online - wobei der Wandel nur langsam von statten geht. 2019 lasen rund 82 Prozent der Befragten Zeitungen und Zeitschriften ausschließlich auf Papier. 2018 waren es 84 Prozent.

Aufgrund der sinkenden Druckauflage verringern sich auch die Einnahmen der Zeitungsverlage aus dem Verkauf und den Werbeeinnahmen. Die Beratungsgesellschaft PWC prognostiziert, dass die Verkaufseinnahmen von aktuell noch 1.096 Millionen bis 2022 auf 1.093 Millionen US$ sinken werden. Hauptproblem der Verlage ist, dass die steigenden Einnahmen im digitalen Bereich den Rückgang bei Printexemplaren nicht auffangen.

Gleiches gilt für die Werbeeinnahmen: Zwar steigt der Erlös aus dem digitalen Anzeigenverkauf laut den Prognosen zwischen 2019 und 2022 um vier Millionen auf 21 Millionen US$ an, insgesamt gehen die Erlöse jedoch um 31 Millionen auf 316 Millionen US$ zurück. In der Konsequenz müssen die Zeitungsverlage ihre Umsatzstruktur in den kommenden Jahren diversifizieren.

Druckvolumina (in Mio. Stück)
2015 2016 2017 2018
Zeitungen 138,1 140,6 157,8 125,2
Zeitschriften 131,9 101,1 67,3 55,6
Werbedrucke 153,5 127,1 136,8 120,2
Bücher *) 132,3 109,3 135,3 124,5
Formulare 4.058,0 3.669,2 4.243,7 5.219,1
Kalender 36,6 64,4 22,0 32,2
Schecks 2.963,1 2.831,8 2.534,6 2.711,9
Flyer 331,1 337,9 329,4 332,9
Kataloge und Broschüren 2.967,5 3.092,2 2.669,6 2.604,0
Poster 59,7 54,5 51,5 41,7
Polypropylenfolie (in t) 6.788 6.562 7.575 7.652
Pappschachteln 673,3 784,9 730,6 682,9
Etiquetten (in Mrd. Stück) 29,6 29,7 29,1 28,6
Andere 702,8 615,9 510,1 728,4

*) ausgenommen Conaliteg

Quelle: Statistikamt Inegi

Werbedruck/Geschäftsdruck/Formulardruck: Wahlen sorgen für kurzzeitiges Hoch

Der Werbe-, Geschäfts- und Formulardruck erhielt 2018 einen Aufschwung, der allerdings schon 2019 wieder verfliegen dürfte. Grund für das gute Ergebnis waren die zahlreichen Wahlen, allen voran die Präsidentschafts- und Parlamentswahl am 1. Juli. Auch in neun Bundesstaaten sowie zahlreichen Städten und Gemeinden wurden an diesem Tag neue Gouverneure und Bürgermeister bestimmt. Zum einen profitierte der Formulardruck durch die benötigten Wahlzettel, zum anderen konnten Produzenten von Broschüren und Flyern ihre Auflagen steigern.

Bei Druckarbeiten für Unternehmenskunden müssen sich die Druckereien unterdessen stärker in die Prozesskette ihrer Auftraggeber integrieren. Sie übernehmen vielfach die gesamte Logistik der Drucksachen einschließlich Qualitäts- und Bestandskontrolle. In technischer Hinsicht wird es für die Druckereien wichtiger, die Drucksachen über Clouddienste bereitzustellen, so dass die Kunden selbstständig Änderungen eingeben können.

Bücher: Bereitschaft zu lesen nimmt ab

Die Mexikaner lesen laut der MoLec-Umfrage weniger Bücher. Im Februar 2019 gaben nur 42 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten ein Buch gelesen zu haben. 2015 lag der Wert noch bei 50 Prozent. Beliebteste Themengebiete waren Literatur (43 Prozent) vor Bildung/Weiterbildung (34 Prozent) und Ratgebern (27 Prozent).

Die Buchproduktion ging 2018 laut der Industrieumfrage des Statistikamts Inegi um 8 Prozent auf 124,5 Millionen Exemplare zurück. Darin sind nicht die Bücher des staatlichen Schulbuchverlags Conaliteg (Comisión Nacional del Libro de Texto Gratuito) enthalten. Guillermo Quijas-Corzo López, Gründer des Verlags Almadía, führt dies in einem Presseartikel auf das schlechte Konsumklima nach dem Erdbeben vom September 2017 zurück, das im Zentrum des Landes für Zerstörungen gesorgt hatte.

Wichtige Verleger sind in Mexiko in staatlicher Hand, wie der Verlag für kostenfreie Schulbücher Conaliteg, die Druckerei für staatliche Stellen Talleres Gráficos de México und der Briefmarkenhersteller Talleres de Impresión de Estampillas y Valores. Conaliteg druckt zwischen 20 und 25 Prozent der Publikationen selber in der Druckerei des Staatsunternehmens im zentralmexikanischen Querétaro. Der Rest wird von privaten Druckereien zugeliefert, darunter Santillana, Reproducciones Fotomecánicas, Comapañía Editorial Ultra, Litografía Magno Graf und Grupo Gráfico Editorial.

Für das Schuljahr 2019/2020 hatte das Bildungsministerium SEP (Secretaría de Educación Pública) ursprünglich rund 220 Millionen Bücher bei Conaliteg bestellt. Aufgrund von Sparmaßnahmen der neuen Regierung wurden jedoch 40 Millionen Exemplare gestrichen. Die verbleibenden knapp 180 Millionen Bücher befinden sich derzeit im Druck und sollen bis zum Beginn des Schuljahres im August 2019 ausgeliefert werden. Damit nimmt die Auflagenzahl gegenüber dem Vorjahr (148 Millionen Exemplare) dennoch zu.

Buchauflage in Mexiko (in Mio. Stück)
2013 2014 2015 2016 2017
Conaliteg 195 165 163 140 159
Produktion des Privatsektors für den Staat *) 44 44 47 43 42
Produktion des Privatsektors für den freien Verkauf 102 97 99 95 93
Gesamt 341 306 309 277 294

*) außer für Conaliteg

Quelle: Caniem

Verpackungsdruck und Etiketten: Nachfrage auf Vorjahresniveau

Die Anbieter von Verpackungen sehen sich 2019 einem gemischten Marktumfeld gegenüber. Zum einen kann die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und anderen Konsumprodukten durch die geplanten Sozialprogramme der neuen Regierung zunehmen. Auch konsumiert der Staat selber wieder mehr, nachdem im Vorjahr - bedingt durch den Regierungswechsel - die Ausgaben nur leicht gestiegen waren.

Andererseits kommen die Konsumausgaben durch die verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Aussichten unter Druck. Das Konsumentenvertrauen geht nach einem Hoch in Folge der Wahl von Andrés Manuel López Obrador (AMLO) zum Präsidenten im Juli 2018 langsam zurück. Die Scotiabank prognostiziert für 2019, dass die Konsumausgaben nur noch um 1,7 Prozent steigen werden, nachdem das Plus im Vorjahr noch bei 2,4 Prozent lag.

Da mexikanische Unternehmen etwa aus den Bereichen Nahrungsmittel, Pharmazeutika und Kosmetik weiter gute Geschäfte im Ausland machen, dürfte die Verpackungsnachfrage 2019 trotz des schwachen heimischen Konsumaussichten weiter auf dem Niveau des Vorjahres wachsen. 2018 lag der Absatz an Verpackungen dem Branchenverband AMEE (Asociación Mexicana De Envase Y Embalaje) zufolge um rund 5,1 Prozent höher als im Vorjahr und kam somit auf ein Volumen von 12,5 Millionen Tonnen.

Einige große Verpackungsnachfrager wie Bimbo, Herdez und Pisa haben eigene Druckereien. Auch Familienunternehmen drucken häufig selber, jedoch mit abnehmender Tendenz. Daneben sind große internationale Verpackungsanbieter präsent, unter anderem Graphic Packaging International, Mondi, Sherwood, Smurfit Kappa, Edelmann (Graphopak), Gonçalves und Metrocolor. Mexikanische Verpackungsfirmen sind unter anderem Grupo Gondi und Offset Imprenta (OISA).

Druck- und Medien-Vorstufe: Wachstum in der Nische

Branchenfirmen müssen Wachstumspotenziale für Techniken der Druck- und Medienvorstufe außerhalb traditioneller Produktlinien suchen. Dazu gehören großvolumige Druckerzeugnisse für den Außeneinsatz (Werbetafeln etc.), die Bedruckung von Fahrzeugen sowie der Textil- und 3D-Druck.

Besonders starke Wachstumsraten erwarten Marktexperten vom Textildruck. Laut dem Marktforschungsunternehmen Allied Analytics legt das Segment in Mexiko zwischen 2017 und 2023 um rund 18 Prozent pro Jahr zu. Alleine Tinten für den Textildruck werden 2023 einen Umsatz von rund 51 Millionen US$ haben. Die Zuwächse werden hauptsächlich durch Druckwaren für Unternehmen generiert, darunter Fahnen, Banner und Werbemittel.

Druckweiterverarbeitung/Buchbinderei: Automatisierung nimmt mittelfristig zu

Im Jahr 2018 hielten sich die Branchenfirmen mit Investitionen in die weitere Automatisierung zurück. Grund dafür war das unsichere Investitionsumfeld infolge der Präsidentschaftswahl Mitte des Jahres. Mittelfristig dürften die Investitionen allerdings wieder zulegen, da sich der Druckereimarkt weiter konzentrieren wird. Die Zahl der rund 20.000 Druckereien im Land nimmt langsam aber kontinuierlich ab.

Die Druckweiterverarbeitung erfolgt in Mexiko aufgrund des niedrigen durchschnittlichen Lohnniveaus noch weitaus stärker manuell als in den Industrieländern Nordamerikas und Europas. Der Durchschnittlohn liegt landesweit bei nur rund 530 US$ pro Monat. Jedoch wächst auch hier mittelfristig die Notwendigkeit, stärker zu automatisieren, da insbesondere in den prosperierenden Industrieregionen des Landes die Löhne steigen.

Mexikanische Einfuhr von Maschinen zur Druckweiterverarbeitung (in Mio. US$; Veränderung in %)
HS-Code Kategorie 2016 2017 2018 Veränderung 2018/2017
8440 Buchbindereimaschinen 14,5 15,5 7,6 -50,7
.davon aus Deutschland 3,2 7,0 1,3 -81,5
8441 Maschinen und Apparate zur Druckweiterverarbeitung 204,3 243,6 236,7 -2,8
.davon aus Deutschland 22,1 16,0 18,7 16,6

Quelle: UN Comtrade

Marktstruktur/Wettbewerb: Rund 20.000 Druckereien im Land aktiv

Laut den letztverfügbaren Daten des Verbands Canagraf (Cámara Nacional de la Industria de Artes Gráficas) existierten in Mexiko 2015 rund 20.750 Druckereien. Davon hatten 20.244 bis zu 30 Mitarbeiter und weitere 134 bis zu 50 Mitarbeiter. Lediglich 322 beschäftigen mehr als 50 Mitarbeiter. Mittlerweile ist aufgrund des Konzentrationsprozesses davon auszugehen, dass weniger Druckereien tätig sind, die größeren unter ihnen jedoch mehr Mitarbeiter haben. Neuere Daten werden erst Ende 2019 infolge des dann erscheinenden Wirtschaftszensus des Statistikamts Inegi veröffentlicht.

Die Druckindustrie ist in den Verbänden Canagraf und Uilmac (Unión de Industriales Litógrafos de México) organisiert. Unter den Druckmaschinenanbietern sind alle großen Player über eigene Vertretungen oder über Händler in Mexiko präsent. Von deutscher Seite haben unter anderem Heidelberger, Kurz, Eckart und Kolbus eigene Niederlassungen. Anbieter von Druckmaschinen sind im Verband Anidigraf organisiert.

Rahmenbedingungen: Neue Ausschreibungsverfahren sorgt für Verzögerung

Die neue Regierung unter Präsident AMLO hat den Prozess für öffentliche Ausschreibungen und Vergaben umstrukturiert, was laut Conaliteg von Januar bis April 2019 zu Einsparungen von knapp 9 Millionen US$ führte. Allerdings kommt es durch die Änderungen zu Verzögerungen. Noch ist nicht sichergestellt, dass alle Conaliteg-Bücher bis zum Beginn des neuen Schuljahres ausgeliefert werden können.

Einige Ausschreibungen blieben ohne Bewerber, weshalb Conaliteg Mitte Mai fünf Verträge über den Druck von 19 Buchtiteln direkt vergeben musste. Bereits zuvor gab es Kritik an einer möglichen Verbindung zwischen AMLO und dem Besitzer des Papierherstellers Biopappel. Das Unternehmen zog sich daraufhin von der Ausschreibung über die Lieferung von Papier zurück.

Verlagsgewerbe

Allgemeine Markttrends

Laut mexikanischen Verlegern war 2018 ein schwieriges Jahr für die Branche und 2019 ist bislang keine Besserung in Sicht. Das allgemein verhaltene Konsumklima infolge der wirtschaftlichen Rezession, die Auswirkungen des Erdbebens vom September 2017 und die Gewalt im Land haben das Interesse der Leserschaft auf andere Themen als den Buchkauf gelenkt. Entsprechend ging besonders der Verkauf von Literatur zurück, während Bildungslektüre und Kinderbücher weiterhin guten Absatz finden.

Der Verlegerverband Caniem (Cámara Nacional de la Industria Editorial Mexicana) legte bislang nur Zahlen für das Jahr 2017 vor. Demnach stieg zwar der Umsatz der privaten Verlage um 0,9 Prozent auf 502,7 Millionen US$. Die Druckauflage nahm aber um 2,2 Prozent auf 134,5 Millionen Bücher ab. In den Daten werden nicht die Exemplare für den staatlichen Conaliteg-Verlag erfasst. Angesichts der 2018 geringeren Produktion an Büchern insgesamt, dürfte das Geschäftsjahr für die Caniem-Mitglieder schlechter verlaufen sein als 2017.

Unter den wichtigsten Absatzkanälen hatten 2017 die Lieferungen an den Staat mit 32 Prozent der verkauften Einheiten den größten Anteil. Darauf folgten Buchhandlungen (24 Prozent), Schulen (17 Prozent), der Export (8 Prozent) und Kaufhäuser (8 Prozent). Der Verkauf von digitalen Büchern stieg 2017 um 21 Prozent, machte aber mit umgerechnet rund 7,3 Millionen US$ nur einen kleinen Teil der Gesamtumsätze aus.

Marktstruktur/Wettbewerb: Internationale Player im Land tätig

Dem Verband Caniem zufolge gab es 2017 rund 227 private Verlage in Mexiko und damit zwei mehr als im Vorjahr. Zu den großen Häusern zählen Limusa (Noriega Editores), Trillas, Porrúa, Artes de México sowie die internationalen Player Penguin Random House und Santillana. Den Druck vergeben die Verlage an private Druckereien. Santillana verlegt viele Bücher für Conaliteg, für kleine Verlage sind die Einstiegshürden für das Geschäft mit staatlichen Abnehmern aber hoch.

Verlagsgewerbe (Veränderung in %) 1)
2017 2018 Veränderung2018/2017
Buchtitel 24.527 k.a. k.a.
.Auflage (in Mio. Stück) 135,3 124,5 -8,0
Magazintitel 694 731 5,3
.Auflage (in Mio. Stück) 67,3 55,6 -17,4
Zeitungstitel 678 723 6,6
.Auflage (in Mio. Stück) 157,8 125,2 -20,7

1) nur private Verlage

Quellen: Caniem, Inegi, Padrón Nacional de Medios Impresos

Werbung

Allgemeine Markttrends

Die mexikanische Werbewirtschaft wird 2019 nach Ansicht von Branchenunternehmen um 3 bis 5 Prozent wachsen. Das wäre ein Rückgang gegenüber 2018, als der Zuwachs 5,9 Prozent betrug. Allerdings kamen im Vorjahr Sondereffekte wie die Wahlen und die Fußballweltmeisterschaft zum Tragen. Laura Bonilla von der PR-Agentur Havas Group gab in einem Presseinterview zu bedenken, dass viele Werbekunden ihre Budgets zurückhalten, da sie unsicher sind, wie sich die Konjunktur unter der neuen Regierung entwickeln wird.

Laut einer gemeinsamen Untersuchung der Marktforschungsfirma Nielsen Ibope und der Fachzeitschrift Merca2.0 gaben Unternehmen in Mexiko 2018 rund 4,1 Milliarden US$ für Werbemaßnahmen aus. Auf Außenwerbung entfielen dabei 16,5 Prozent, auf Zeitschriften 8,3 Prozent und auf Zeitungen 6,4 Prozent. Der größte Anteil der Ausgaben entfällt mit knapp 51 Prozent mittlerweile auf den digitalen Bereich.

Marktstruktur/Wettbewerb: Sondereffekte durch Wahlen 2018

Angesichts der zahlreichen Wahlen im Jahr 2018 konnten Produzenten von Flyern ihre Auflagen um 1 Prozent steigern, alle anderen Werbesegmente verloren jedoch. Der Druck von Katalogen und Broschüren sank um 2 Prozent. Damit war der Rückgang - wahrscheinlich ebenfalls aufgrund der Wahlen - nicht so stark wie 2017, die Auflagen werden in den kommenden Jahren aber wohl weiter sinken. Auf den Werbedruck spezialisierte Druckereien müssen daher stärker in Nischenbereichen wie der Außenwerbung und dem Textildruck Fuß fassen um zu überleben.

Die Werbewirtschaft ist in verschiedenen Verbänden organisiert, darunter der Hauptverband AMAP (Asociación Mexicana de Agencias de Publicidad). Die Internetwerbewirtschaft ist im Verband IAB (Asociación Interactiva en Publicidad) vereint, die AMPE (Asociación Mexicana de Publicidad Exterior) umfasst Unternehmen in der Außenwerbung.

Internetadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Cámara Nacional de la Industria Editorial Mexicana (Caniem) http://www.caniem.com Verlagsverband
Cámara Nacional de la Industria de Artes Gráficas (Canagraf) http://www.canagraf.mx Druckereiverband
Asociación Nacional de Industriales y Distribuidores para la Industria Gráfica (Anidigraf) http://www.anidigraf.com.mx Drucktechnikverband
Asociación Mexicana de Envases y Embalajes (AMEE) http://www.amee.org.mx Verpackungsverband
Asociación Mexicana de Agencias de Publicidad (AMAP) https://amap.com.mx Verband der Werbeagenturen
Asociación Interactiva en Publicidad (IAB) http://www.iabmexico.com Verband der Onlinewerbeagenturen
Asociación Mexicana de Publicidad Exterior (AMPE) http://www.ampe.mx Außenwerbungsverband
Asociación Mexicana de Internet (AMIPCI) http://www.asociaciondeinternet.mx Internetverband

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Mexiko sind unter http://www.gtai.de/mexiko abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Mexiko Druck-, Verlagserzeugnisse, Druck- und Papiermaschinen

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