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14.03.2019

Elektromobilität in Chile profitiert von neuem Umweltbewusstsein

Markt noch winzig / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (GTAI) - Der Automarkt in Chile boomt. Die Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen wächst noch stärker, leisten können sich die teuren Wagen aber nur reiche Chilenen.

Automarkt erwartet 2019 Rekordzahlen

Experten gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen im chilenischen Automobilmarkt auch 2019 hoch sein werden. Gustavo Castellanos, Generalsekretär des Automobilverbandes ANAC (Asociación Nacional Automotriz de Chile) rechnet mit ähnlichen oder sogar höheren Verkaufszahlen als im Rekordjahr 2018, als mit 417.038 Einheiten laut ANAC-Mitteilung von Anfang Januar 15,6 Prozent mehr neue Autos verkauft wurden als im Vorjahr.

Laut ANAC-Angaben in der Presse wurden in Chile 2018 lediglich 197 Elektroautos verkauft, 44 Prozent mehr als im Vorjahr. Spitzenreiter war Hyundai mit 53 Einheiten vor Mercedes-Benz mit 34 und BMW mit 26 Einheiten. Präsident Sebastián Piñera und seine Minister nutzen bereits sechs Elektrofahrzeuge des Modells BMW i3.

Kultureller Wandel zu mehr Nachhaltigkeit stärkt den E-Automobilmarkt

Ein neues Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft führe zu einer höheren Nachfrage auf dem E-Automobilmarkt, auch wenn noch sehr viel Halbwissen vorherrsche, so Energieministerin Susana Jiménez. Vielen Chilenen erscheint das Thema als futuristisch, sie trauen der Regierung die Umsetzung nicht zu oder finden die Preise zu hoch.

Rodrigo Sánchez vom Energiekonzern Engie geht davon aus, dass sich die Zahl der Elektrofahrzeuge in Chile bis 2030 auf 500.000 Stück erhöht. Die steigende Nachfrage erfordert mehr Ladestationen mit besseren Leistungen (https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=elektromobilitaet-chile-2019-soll-es-ueber-doppelt-so-viele-ladestationen-geben,did=2228678.html).

Bei E-Fahrzeugen beschränkt sich das Angebot auf wenige Anbieter und Marken, die Preise sind deutlich höher als die der anderen Autos. Damit gibt es vor allem zwei Zielgruppen: Wohlhabende und diejenigen, die das Auto so intensiv nutzen, dass der hohe Preis durch geringere Betriebskosten kompensiert wird.

Transportministerin Gloria Hutt verneint die Frage, ob in naher Zukunft staatliche Subventionen für Elektroautos geplant sind. Sie sind jedoch von der Umweltsteuer sowie von Fahrbeschränkungen innerhalb von Santiagos Autobahnring Américo Vespucio befreit (https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=elektromobilitaet-chile-regierung-verfolgt-ehrgeizige-ausbauziele,did=2228676.html).

Außerdem fördert die Regierung die Entwicklung von neuen Technologien zur Verarbeitung des Lithiums im Land. Die Behörde zur Produktionsförderung Corfo plant hierfür das bisher größte technologische Institut des Landes. Die Regierung will Chiles reiche Lithium- und Kupferreserven strategisch nutzen (https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=unternehmen-in-chile-planen-investitionen-in-speichertechnologien,did=2232854.html).

BMW kooperiert mit Kupferproduzenten

Zur nachhaltigen und transparenten Versorgung mit Kupfer vereinbarten im Januar 2018 der Staatskonzern Codelco und die BMW Group eine Kooperation. Es soll die Transparenz in der Kupferlieferkette von der Gewinnung bis zum Einsatz im Auto erhöhen.

Kontaktadresse

Bezeichnung Kontakt Anmerkung
Ministerio de Transportes y Telecomunicaciones (MTT) http://www.mtt.gob.cl Verkehrs- und Telekommunikationsministerium

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Chile sind unter http://www.gtai.de/chile abrufbar.

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Chile Elektromobilität

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‎+49 228 24 993 419

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