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21.01.2019

Kanadische Start-up-Hubs ziehen Investitionen an

Edmonton und Waterloo sind aufgehende Sterne / Von Daniel Lenkeit

Toronto (GTAI) - Kanadas Start-up-Hubs locken viele Talente. Die Investitionen folgen dem Know-how; Standorte wie Toronto, Vancouver und Montreal wollen ihre Bedeutung als Gründerzentren ausbauen.

Ökosystem für Start-ups glänzt mit Talenten

In Kanada floriert eine große Start-up-Kultur. Den wichtigsten Knotenpunkt für junge Gründer mit innovativen Geschäftsideen bildet die Metropolregion des Golden Horseshoe am westlichen Ende des Ontariosees. Die größten Hubs sind Toronto und Waterloo. Montreal und Vancouver tragen als weitere Zentren zur Stärke der kanadischen Gründerszene bei. Diese erstreckt sich aber über die Metropolen hinaus ins ganze Land und reicht bis in die zentralen Bundesstaaten und die Atlantikprovinzen.

Edmonton punktet beispielsweise durch einen Pool an besonders jungen Nachwuchstalenten. Das Medianalter der Stadt liegt bei knapp 36 Jahren, was sie zu Kanadas zweitjüngster Großstadt macht. Die forschungsstarke University of Alberta ist eine wichtige Quelle für innovative, hochqualifizierte Köpfe. Gerade der Sektor Künstliche Intelligenz (KI) findet durch das an die Uni angeschlossene und von der Regierung finanziell geförderte Alberta Machine Intelligence Research-Institut (AMii) beste Wachstumsbedingungen vor.

So ist die Stadt Edmonton bereits heute ein Brutkasten für kanadische KI-Start-ups und unter anderem seit 2017 Sitz des ersten internationalen Forschungszentrums der Google-Firma Deepmind. Die University of Alberta zieht durch die ausgeprägte Forschungslandschaft jährlich über 500 Millionen kanadische Dollar (rund 350 Millionen Euro) an externen Forschungsgeldern an und damit viele junge Talente, die oft noch während ihres Studiums erste Firmen gründen.

Investitionen in kanadische Start-up Hubs werden wichtiger

Auch wenn die USA seit Jahrzehnten das meiste Wagniskapital bereitstellen und noch heute führend bei der Anschubfinanzierung von Start-ups sind, hat sich das Kräfteverhältnis etwas verschoben. In den letzten Jahren wachsen (absolut und relativ) die Risikokapitalinvestitionen in Europa und Asien.

Die Dominanz US-amerikanischer Start-up-Hubs hat nachgelassen und andere Gründerzentren in der Welt treten auf den Plan. Das Centre for American Entrepreneurship (CAE) untersuchte die neue Verteilung und Bedeutung von globalen Start-up-Zentren in seinem Bericht "Rise oft he Global Startup City" anhand von über 100.000 Risikokapitaldeals in 300 Städten weltweit zwischen 2005 und 2017.

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Die kanadischen Start-up-Netzwerke in Toronto, Waterloo, Montreal und Vancouver gehören demnach auch zu den aufstrebenden Hubs mit Blick auf Wagniskapitaldeals. Während Toronto sowie Montreal und Vancouver als angesehene Hubs kategorisiert werden, ist Waterloo nach Einschätzung des CAE ein Emerging Global Hub. Die Stadt gehöre somit zu den kleinen Riesen, da es hohe Wagniskapitalinvestitionen pro Kopf ausweise.

Stark in Gesundheitswesen und KI

Investitionen in Start-ups verteilen sich über alle Subsektoren, recherchierte Startup Genome kürzlich. Die Organisation forscht über das globale Start-up-Ökosystem und berät Politik und Städte weltweit bei der Förderung eigener Gründerstrukturen. In seinem Startup Ecosystem Report wird deutlich, dass sich Kanada bei Big Data, KI, Robotik, Fintech, Life Sciences und Gesundheit, Gaming sowie Umwelttechnologie international behaupten kann.

Einen guten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen in der kanadischen Technologieszene bietet das jährliche "Tech-Festival" ELEVATE in Toronto. Im dritten Jahr seit seiner Gründung kommen auch vom 20. bis 26. September 2019 Start-ups, Investoren, Unternehmen und die nächste Generation von Gründern zusammen. Für internationale Teilnehmer bietet das Tech-Festival einfachen Zugang zu jungen und erfahrenen Gründern sowie zu Technologieunternehmen und Investoren.

Made in Canada auch international erfolgreich

International bekannte kanadische Erfolgstorys sind unter anderem die ehemaligen Start-ups "Shopify" (E-Commerce, Ottawa), "D2L" (Cloud Software, Kitchener) und Hootsuite (Social Media Management, Vancouver). Die drei Unternehmen sind heute alle international aktiv, haben 800 oder mehr Mitarbeiter und generieren Umsätze in zwei- bis dreistelliger (Shopify) Millionenhöhe.

In den Startlöchern für wachsende Bekanntheit: Das Start-up "Zoom.ai" aus Toronto. Die Firma entwickelt eine KI-Software, die wiederkehrende Aufgaben wie Terminbuchungen, Dokumentensuche usw. automatisiert und so eine "virtuelle Assistenzkraft" für jeden Mitarbeiter schafft. Google und Microsoft haben bereits angebissen.

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Alberta Machine Intelligence Institut (AMii) https://www.amii.ca Ziel: über Forschung ein Ökosystem für maschinelles Lernen und KI in Alberta entwickeln
Global Startup Ecosystem Report 2018 https://startupgenome.com/reports/2018/GSER-2018-v1.1.pdf
ELEVATE - Canada's Tech Week https://elevatetechfest.com Kanadas Technologie- und Innovationsfestival in Toronto

Weitere Informationen zu Kanada sind unter http://www.gtai.de/kanada abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Kanada Wirtschaftsförderung, Industriepolitik, Start-up

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Kontakt

Robert Matschoß

‎+49 228 24 993 244

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