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15.03.2019

Palmöl wichtiges Exportgut für Indonesien und Malaysia

EU nach Indien zweitgrößter Abnehmer

Bonn (GTAI) - Indonesien und Malaysia sind die wichtigsten Exporteure von Palmöl. Die EU will die Einfuhr drosseln. Im Jahr 2017 nahm sie rund 13,5 Prozent der Palmölausfuhren beider Länder ab.

Indonesien und Malaysia stehen nach Schätzungen der GTAI auf Basis von Daten von UN Comtrade für mehr als 85 Prozent der weltweiten Exporte von Palmöl. 2009 löste Indonesien Malaysia als größter Lieferant ab. Seit 2012 ist in Malaysia, das versucht, Branchen mit höherer Wertschöpfung zu fördern, die Ausfuhr rückläufig. Die Exporte Indonesiens sind seit 2011 etwa konstant. 2018 betrugen sie circa 16,8 Milliarden US-Dollar (US$) und in Malaysia etwa 8,7 Milliarden US$. Während in Malaysia der Anteil des Palmöls an den Exporten über die Jahre hinweg gefallen ist, stieg er in Indonesien von 0,8 Prozent im Jahr 1990 auf etwa 11 Prozent der Ausfuhren im Jahr 2017, fiel allerdings 2018.

MKT201903148008.14

Damit ist Palmöl in Indonesien eines der wichtigsten Exportgüter neben Kohle, Erdöl und Erdgas. Die Europäische Union (EU) ist für beide Länder jeweils der zweitgrößte Käufer von Palmöl. Dennoch ist sie mit einem Anteil an den Ausfuhren von 14,5 Prozent in Indonesien und 11,5 Prozent in Malaysia lediglich einer der Abnehmer. Weitere wichtige Verbraucher sind Indien, China, Pakistan und Bangladesch noch vor den USA.

Wichtige Abnehmer von Palmöl aus Indonesien und Malaysia im Jahr 2017 (in Mio. US$, Anteil in %) *)
Indonesien Malaysia Zusammen Anteil
Insgesamt 18.513 9.659 28.173 100,0
.Indien 4.895 1.290 6.185 22,0
.EU-28 2.688 1.107 3.795 13,5
..Deutschland 126 8 134 0,5
.VR China 2.069 708 2.777 9,9
.Pakistan 1.460 546 2.006 7,1
.Bangladesch 825 174 999 3,5
.USA 585 251 836 3,0
.Myanmar 485 101 586 2,1

*) gemäß HS 1511; vorläufige Angaben; Abweichungen durch Rundung

Quelle: UN Comtrade; Berechnungen von Germany Trade & Invest

In der Palmölindustrie arbeiteten in Malaysia 2017 rund 427.000 Menschen, davon 77 Prozent Ausländer. In Indonesien sind es deutlich mehr. Das Europäische Parlament schätzte in einer Analyse vom Februar 2018 rund 720.000 Beschäftigte in der Branche in Malaysia und rund 4 Millionen in Indonesien. In Indonesien schätzt der Palmölverband unter Einbeziehung der Zulieferindustrien etwa 17 Millionen Beschäftigte in der Palmölindustrie. Genaue Zahlen gibt es nicht, da es in diesem Bereich viele Kleinbauern gibt. Ihr Anteil wird vom Verband auf 40 bis 49 Prozent geschätzt.

Daher wären beide südostasiatischen Staaten von geplanten strengeren Vorgaben der EU zur Anerkennung von Palmöl und anderen Biokraftstoffen als umweltfreundliche Brennstoffe, die als Biodiesel genutzt werden können, und der damit voraussichtlich verbundenen Drosselung der Palmölimporte der EU betroffen. Ausnahmen plant die EU für kleine Plantagen mit bis zu fünf Hektar und ungenutzte Flächen. Die strengeren Vorgaben strebt die EU vor allem zum Schutz des Regenwaldes an. Gleichzeitig versucht die EU, die Freihandelsgespräche mit der Region voranzutreiben.

(R.F. / FMA / W.K.)

Weitere Informationen zur Regulierungsinitiative vom 8. Februar 2019 hat die EU unter https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2019-762855_fr veröffentlicht. Unter http://www.gtai.de/indonesien und http://www.gtai.de/malaysia finden sie weitere Informationen zur Wirtschaft der beiden Länder. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in der Region.

Dieser Artikel ist relevant für:

Indonesien, Malaysia Pflanzenproduktion

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