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08.08.2019

Rumänien restauriert und modernisiert 48 Bahnhöfe

Machbarkeitsstudien und Bedarfsanalyse in Vorbereitung / Von Guenter Maier

Bukarest (GTAI) - Rumäniens Eisenbahngesellschaft plant die Modernisierung zahlreicher Bahnhöfe. Consultingfirmen erstellen Machbarkeitsstudien und entwickeln Konzepte zum Sanierungsbedarf.

Rumäniens Eisenbahngesellschaft Compania Nationala de Cai Ferate (CFR) teilte kurzfristig mit, dass sie Pläne zur Modernisierung und Sanierung von landesweit 47 Bahnhöfen verfolge. Laut Angaben des Transportministeriums und der CFR soll das Projekt mittelfristig mit Fördermitteln der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Operationellen Programms (OP) Großinfrastruktur durchgeführt werden. Die damit verbundene Investition beträgt voraussichtlich 82,3 Millionen Euro. Zudem soll auch der Bukarester Nordbahnhof saniert werden.

Zahlreiche Machbarkeitsstudien

Im Juni und Juli 2019 hat CFR Pressemitteilungen veröffentlicht, dass die erste Etappe des Projektes in die Wege geleitet wurde. Die Fristen der Ausschreibungen für die Durchführung von Machbarkeitsstudien für 47 Bahnhöfe sind abgelaufen.

Die anstehenden Arbeiten, die in den Machbarkeitsstudien erfasst und dokumentiert werden sollen, werden in künftigen Tendern im Ausschreibungsportal http://sicap-prod.e-licitatie.ro/pub annonciert.

Diese Ausschreibungen werden von folgenden Regionalverwaltungen der CFR betrieben: SRCF (Societatea Romana de Cai Ferate / Rumänische Eisenbahngesellschaft) Bucuresti, SRCF Cluj-Napoca, SRCF Brasov, SRCF Iasi, SRCF Timisoara, SRCF Galati, SRCF Craiova und SRCF Constanta. Jede Regionalniederlassung schreibt die Arbeiten für jeweils mehrere Bahnhöfe aus. Bei manchen Bahnhofsgebäuden handelt es sich um schutzwürdige historische Bauten aus dem 19. Jahrhundert, zum Beispiel in Herculane, Sinaia, Vatra Dornei Bai und Suceava Nord.

Bahnhofssanierung oder Modernisierung in Rumänien
Auszuführende Regionalniederlassung Zu sanierende Bahnhöfe (Sammelaufträge - Machbarkeitsstudien beauftragt)
SRCF Bucuresti Ploie?ti Vest, Sinaia, Busteni, Targoviste, Videle Titu
SRCF Cluj-Napoca Satu Mare, Baia Mare, Jibou, Dej Calatori, Beclean pe Somes, Valea lui Mihai, Carei, Salonta
SRCF Constanta Neptun hc, Costinesti Tabara, Ciulniaa, Mangalia
SRCF Craiova Targu Jiu, Alexandria, Caracal, Filiasi, Rosiori, Piatra Olt
SRCF Galati Ramnicu Sarat, Adjud, Comane?ti, Faurei, Tecuci, Marasesti
SRCF Brasov Miercurea Ciuc, Fagaras, Sebes Alba, Gheorghieni, Reghin, Aiud, Teius, Razboieni
SRCF Timisoara Baile Herculane, Petrosani, Orsova
SRCF Iasi Suceava Nord, Pascani, Vatra Dornei Bai, Veresti, Dolhasca, Gura Humorului

Quellen: CFR, https://mobilitate.eu, http://sicap-prod.e-licitatie.ro/pub

Es sind insbesondere (Auswahl): Reparatur- und Sanierungsarbeiten an Gebäuden, Wartesälen und Gehsteigen, Anpassung der Bahnhofswege an moderne Standards, Eignung für Behindertennutzung, Sanierung und Reparatur von Unter- und Überführungen. Es kommen hinzu: Einbau von Lüftungs- und Heizungssystemen, Lärmschutzmaßnahmen, moderne Telekommunikationssysteme, Fahrgastinformationssysteme, Erneuerung von Elektroleitungen, Heizungs- und Sanitärsysteme, Sicherheitselemente, Bau von Rampen für den Zugang von Fahrgästen mit Gebehinderung.

100 Millionen für Sanierung des Bukarester Nordbahnhofs

Unabhängig vom Projekt der 47 dezentralen Bahnhöfe soll auch der Bukarester Nordbahnhof saniert werden. Eine Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie für die Sanierung und Modernisierung des Nordbahnhofes in Bukarest (Hauptbahnhof-Funktion) wurde bereits mit Auslaufen der Frist beendet.

Das gesamte Modernisierungs- und Sanierungsprojekt im Wert von circa 100 Millionen Euro soll mit Hilfe des OP Großinfrastruktur der Europäischen Kommission finanziert und bis 2022 fertiggestellt werden, erklärte die Eisenbahngesellschaft den Medien gegenüber (Internet: http://stiri.tvr.ro/gara-de-nord-intra-in-reparatii-capitale-lucrarile-incep-in-iulie-si-vor-fi-finantate-din-bani-europeni_846980.html#view).

Außer Modernisierung und Sanierung des Bahnhofsgebäudes, das ein historisches Denkmal ist, stehen dort umfangreichere Arbeiten an: Maßnahmen zur Wiederbelebung des Stadtgebietes rund um den Nordbahnhof entsprechend eines Smart-City-/Creative City-/Green City-Ansatzes. Zudem soll die Option geprüft werden, auch Bukarest über Hochgeschwindigkeitszüge mit den Hauptstädten Istanbul, Budapest, Wien, Warschau, Kiew und anderen zu verbinden. Geplant ist auch die Verlegung von Schienen; die Erweiterung des Bahnhofsgeländes um den Bau eines Parkhauses mit 400 Parkplätzen.

Bukarests Nordbahnhof könnte in diesem Zusammenhang Teil einer wichtigen Ostwestroute für Reisende von Asien nach Europa (und umgekehrt) werden. Das käme der Schaffung einer sogenannten neuen Seidenstraße in Südosteuropa entgegen. Das Strategiepapier zur Bahninfrastruktur für die Jahre 2019 bis 2023 des rumänischen Transportministeriums und der Eisenbahngesellschaft CFR erwähnt Entsprechendes (Internet: http://www.cfr.ro/index.php/ct-menu-item-3/ct-menu-item-55/strategia-de-dezvoltare-a-infrastructurii-feroviare).

Die EU stellt für die Entwicklung und Modernisierung der rumänischen Eisenbahninfrastruktur für den Zeitraum 2014 bis 2020 im Rahmen des OP Großinfrastruktur insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung (http://www.fonduri-ue.ro/poim-2014#axe-finan%C8%9Bare).

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Rumänien sind unter http://www.gtai.de/rumaenien abrufbar.

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Rumänien Eisenbahnbau

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