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16.05.2019

Usbekistan privatisiert Staatsunternehmen

Angebote richten sich an ausländische Investoren / Von Uwe Strohbach

Taschkent (GTAI) - Die Privatisierung von Staatsbetrieben ist eines der Schlüsselelemente der Wirtschaftsreformen Usbekistans. Zum Verkauf stehen Anteile an Unternehmen aus verschiedenen Branchen.

Die usbekische Regierung hat mehrere Programme und Initiativen für die beschleunigte Privatisierung von Staatsunternehmen beschlossen. Eine Präsidialverordnung vom 29. April 2019 sieht den Verkauf staatlicher Anteile an zahlreichen Industriebetrieben, einigen Kraftwerken, Transportunternehmen und Geschäftsbanken vor. Die Angebote richten sich an ausländische Investoren.

Am 3. April 2019 unterzeichnete Präsident Shawkat Mirsijojew ein Programm für die Entwicklung der chemischen Industrie im Zeitraum bis 2013. Teil dieser Initiative ist eine zügige Privatisierung zahlreicher Branchenfirmen. Die staatlichen Aktienpakte können sowohl lokale als auch ausländische Unternehmen erwerben. Darüber hinaus gibt es Privatisierungsprojekte in vielen anderen Branchen.

Privatwirtschaft soll gestärkt werden

Hauptziele der Privatisierungsofferten sind eine spürbare Ausweitung der Privatwirtschaft im Land und eine deutliche Effizienzsteigerung in den Unternehmen. Aktuell wird die Bankenlandschaft im Land noch zu 83 Prozent vom Staat bestimmt. Die Stromerzeugung befindet sich gänzlich in staatlicher Hand.

Die meisten der auf der Privatisierungsliste stehenden staatlichen Anteile an Betrieben der chemischen Industrie wurden im Zeitraum bis 2016 bereits mehrmals potenziellen Investoren angeboten. Die Ausschreibungen für den Verkauf der Anteilspakete bleiben aber ohne Ergebnis. Dies gilt mit Einschränkungen auch für andere Industriezweige, darunter der Speiseöl- und -fettindustrie. Die seit 2017 im Land zu beobachtende Liberalisierungswelle und Marktöffnung haben die Rahmenbedingungen und Chancen für einen lohnenden Einstieg in die Unternehmen deutlich verbessert.

Ein erheblicher Teil der Privatisierungsangebote ist an konkrete oder noch näher zu spezifizierende Investitionsverpflichtungen durch die potentiellen Erwerber geknüpft. Die staatlichen Aktienpakete an fünf Unternehmen, darunter an drei Banken, einem Versicherungsunternehmen und dem führenden usbekischen Glashersteller Kvarts werden aktuell von renommierten internationalen Beratungsgesellschaften bewertet.

Aktuelle Privatisierungsangebote in Usbekistan (Auswahl)
Unternehmen Verkauf staatlicher Anteile an Investoren (in Prozent vom Gesamtkapital)
Kredit-/Versicherungswesen
.Geschäftsbank Aloqabank 25,0 1)
.Geschäftsbank Turonbank 25,0
.Geschäftsbank Asia Alliance Bank 25,0 2)
.Geschäftsbank Sanoat Qurilish Bank 10,0 (über die Börse, IPO)
.Versicherer Kafolat 25,0
Stromerzeugung
.Kohlekraftwerk Angren (634 MW) 99,0
.Kohlekraftwerk Nowo-Angren (2.100 MW) 99,59
Chemische Industrie
.Samarqand Kimyo (Düngemittel) 60,35 zuzüglich der Aktien im Besitz der Industriezweigvereinigung Ozkimyosanioat (39,65 Prozent)
.Farg´onaazot (Düngemittel, Azetylzellulose, Entlaubungsmittel, Natriumchlorat und andere chemische Erzeugnisse) 48,05 zuzüglich der Aktien im Besitz der Industrievereinigung O´zkimyosanoat (2,95 Prozent)
.Sodawerk Kungrad (kaustische Soda) 51,0
.Kaliwerk Dechkanabad (Kalidünger) 51,0
.Elektrochimsawod (Pflanzenschutzmittel, Superphosphat) 26,14 (im Besitz der Industriezweigvereinigung O´zkimyosanoat)
.Jizzax Plastmassa (Folien, Rohrleitungssysteme, Haushaltswaren aus Kunststoffen) 25,0 (über die Börse, IPO)
Baustoffindustrie
.Qizilqumsement AG (größter Zementhersteller in Usbekistan) 35,9
.Kvarts AG (Verpackungs-, Flach,- Spiegelglas, Autoscheiben) 74,9
Öl- und Gaswirtschaft 3)
.Neft va gaz quduqlarini sinash (Prüfung und Instandsetzung von Bohrlöchern) 73,87
.O´zneftgazquduqta´mirlash (Reparatur und Instandsetzung von Bohrlöchern) 74,0
.Buxoroneftgazparmalash (Bohrunternehmen) 51,24
.Qashqadaryo parmalash ishlari (Bohrunternehmen) 51,0
.Surxon parmalash ioshlari (Bohrunternehmen) 51,0
.Andijon-neftgazquduqta´mirlash (Reparatur und Instandsetzung von Bohrlöchern) 100,0
Nahrungsmittelindustrie
.Farg´ona yog´-moy (Speiseöle und -fette) 84,5
.Kattaqo´rg´on yog´-moy (Speiseöle und -fette) 64,9
.Urganch yog´-moy (Speiseöle und -fette) 60,3
.Toshkent yog´-moy kombinati (Speiseöle und -fette) 51,0
.Qarshi yog´-ekstraksiya (Speiseöle und -fette) 51,0
.Weinkombinat Samarkand (Wein) 71,2
.Namanganvino (Wein) 57,2
.Shohrud (Wein) 51,0
.Coca-Cola Ichimligi Uzbekistan (Erfrischungsgetränke) 57,0

1) 10 Prozent der zu veräußernden Aktien sollen der Bevölkerung über die Börse angeboten werden (IPO, SPO); 2) 20 Prozent der zu veräußernden Aktien wurden schon oder werden noch über die Börse verkauft; 3) Privatisierungsprojekte im Rahmen der Umstrukturierung der Öl- und Gasgesellschaft O´zbekneftgaz

Quelle: Angaben der Regierung von Usbekistan

Kontaktadresse

Ministry of Investments and Foreign Trade of the Republic of Uzbekistan

Ansprechpartner: Laziz Shavkatovich Kudratov, stellvertretender Minister (zuständig für die Anwerbung ausländischer Investitionen)

Taras Shevchenko street, 34 A

100060 Taschkent, Republik Usbekistan

T +99871 238 52 53

info@invest.gov.uz

https://mift.uz

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan Privatisierung, Deregulierung

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Kontakt

Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

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