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Pressemitteilung Australien Wirtschaftsumfeld

Hauptstreitpunkt: Klimapolitik

Parlamentswahlen in Australien

In wirtschaftspolitischer Hinsicht gibt es bei den großen Unterschiede vor den anstehenden Parlamentswahlen in Australien - außer bei der Klimapolitik.

Berlin, Sydney (GTAI) – Am 21. Mai 2022 finden Parlamentswahlen in Australien statt. Der derzeitige Premierminister Scott Morrison, dessen Regierung sich aus einer Koalition der beiden konservativen Parteien Liberal Party und National Party bildet, hofft auf eine Wiederwahl. Die oppositionelle Labour Party führt jedoch aktuellen Umfragen zufolge und geht als Favoritin in die Wahl. In Australien gilt die Besonderheit, dass alle drei Jahre gewählt wird.

In wirtschaftspolitischer Hinsicht gibt es keine gravierenden Unterschiede zwischen den beiden großen Parteien, außer bei der Klimapolitik. "Die amtierende Regierung hat zwar ein Klimaneutralitätsziel für 2050 formuliert, lehnt aber einen verbindlichen CO2-Preis oder höhere Steuern ab und will die Gasindustrie weiterhin aktiv fördern. Die Emissionen will man bis 2030 insgesamt lediglich um 26 bis 28 Prozent senken. Labour formuliert strengere Klimaziele und will die Emissionen bis 2030 um 43 Prozent gegenüber dem Wert von 2005 senken", sagt Heiko Stumpf von Germany Trade & Invest (GTAI) in Sydney. "Geplant sind unter anderem strengere Vorgaben für die Industrie, zudem setzt Labour auf den Ausbau des Stromnetzes für die Netzintegration von erneuerbarer Energie."

Wirtschaftlich erlebt Australien einen starken Aufschwung. Nach 4,7 Prozent im Jahr 2021 dürfte das BIP auch 2022 mit 4,5 Prozent kräftig zulegen. Für 2023 wird ein Wachstum von 2,8% Prozent erwartet.

Zu einem wichtigen Thema in den deutsch-australischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich laut Stumpf kritische Mineralien, welche für die Energiewende benötigt werden. "Australien ist bereits der weltweit größte Produzent von Lithium. Derzeit entwickelt sich ein regelrechter Bergbauboom z.B. für Batterierohstoffe wie Nickel, Kobalt, Kupfer oder Graphit oder auch für seltene Erden. Diese Projekte bieten nicht nur Absatzchancen für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer, sondern auch Chancen für deutsche Unternehmen, die eigene Versorgungssicherheit in Bezug auf kritische Rohstoffe zu verbessern."

Australien will sich zudem als weltweiter Großexporteur von grünem Wasserstoff etablieren und könnte auch Europa beliefern. Zwischen Deutschland und Australien gibt es bereits eine Reihe von Kooperationen im Bereich Wasserstoff, sowohl auf staatlicher als auch privatwirtschaftlicher Ebene. "Auch der Aufbau der australischen Wasserstoffwirtschaft bietet für Deutschland interessante Zulieferchancen für Ausrüstung und Beratungsdienstleistungen. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien dürfte hierbei sicherlich förderlich sein", so Stumpf weiter.

Weitere aktuelle Informationen und Berichte erhalten Sie auf unserer Länderseite zu Australien

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