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Geschäftspraxis Bangladesch

Die wirtschaftliche Entwicklung Bangladeschs wird von der internationalen Gemeinschaft oft übersehen. Dabei bietet das Land viele Möglichkeiten, auch für deutsche Unternehmen.

Von Thomas Hübner (GIZ) | Dhaka

Bangladesch bietet ausländischen Unternehmen eine Vielzahl von Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten. Das Land ist sehr offen für ausländische Investitionen und versucht gezielt an Investoren heranzutreten, etwa durch die Botschaften im Ausland. Die Gründung eines Unternehmens ist ohne lokale Partner möglich.

Zu den Herausforderungen, denen sich ausländische Unternehmen stellen müssen, zählt allerdings das Steuerwesen, welches recht unübersichtlich und durch verhältnismäßig hohe Unternehmenssteuern – je nach Aktivität bis zu 45 Prozent – gekennzeichnet ist. Erste Reformen, die eigentlich zu einer Vereinfachung und Reduzierung der Steuerlast für Firmen führen sollten, haben bisher noch nicht die gewünschten Ergebnisse aufgezeigt.

Frühzeitige Einbindung lokaler Partner ist sinnvoll

Des Weiteren erfordert der Betrieb zahlreicher Geschäftsaktivitäten spezielle Genehmigungen, die nur befristet erteilt und immer wieder erneuert werden müssen. Beim Zugang zum Stromnetz, der früher recht bürokratisch geregelt war, hat das Land aber bereits erhebliche Fortschritte gemacht. Aufgrund der hohen Regelungsdichte in Bangladesch und der in bestimmten Bereichen existierenden Intransparenz empfiehlt es sich, frühzeitig mit lokalen Dienstleistern oder Partnern Kontakt aufzunehmen, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen.

Es gibt nach wie vor Beschränkungen beim Devisenverkehr, die aber schrittweise abgebaut werden sollen. Der Transfer von Unternehmensgewinnen ins Ausland unterliegt zurzeit noch Einschränkungen.

Bisher gehörte Bangladesch zur Gruppe der – nach Definition der Vereinten Nationen – am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries; LDC), wird diesen Status jedoch voraussichtlich 2024 ablegen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Außenhandel. Bestehende Zollpräferenzen bei der Wareneinfuhr aus Bangladesch werden entfallen.

Geduld und Diplomatie sind wichtige Werte

Geschäftssprachen in Bangladesch sind Bengali als Landessprache und Englisch als Verkehrssprache im internationalen Kontext. Das Land ist überwiegend islamisch geprägt und religiöse Werte spielen auch in der Geschäftskultur eine bedeutende Rolle. Beispielsweise geht die Arbeitswoche von Sonntag bis Donnerstag. Während des Fastenmonats Ramadan sind die Arbeitszeiten erheblich verkürzt.

Im Geschäftsumfeld wird darüber hinaus großer Wert auf Pünktlichkeit gelegt. In der Kommunikation sind Bangladescher*innen sehr offen, freundlich und höflich; unangenehme oder kritische Botschaften werden häufig indirekt kommuniziert. Geduld und Diplomatie sind daher geschätzte Eigenschaften. Hierarchie ist ebenfalls von großer Bedeutung. Jüngere und in untergeordneter Position arbeitende Personen überlassen Entscheidungen meist ohne konfrontative Diskussionen den Vorgesetzten oder älteren Menschen im Kollegium.

Für weitere Informationen zur Geschäftstätigkeit in Bangladesch empfiehlt sich der Kontakt zur Deutschen Botschaft vor Ort, zum German Business Council und zum Business Scout for Development. Auch im Ostasienverein sind viele Unternehmen organisiert, die bereits in Bangladesch tätig sind.

Der Autor ist für das Business Scouts for Development Programm tätig, das die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung umsetzt.

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