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Branchen | Dänemark | Maschinenbau

Branchenstruktur

Der dänische Maschinenbau brachte in seinen Paradedisziplinen global agierende Weltkonzerne hervor. Die robuste Importnachfrage wird vorzugsweise mit deutschen Produkten gestillt.

Von Michał Woźniak | Stockholm

Das Gros der Umsätze generieren drei Sparten

Laut den letzten verfügbaren Angaben des dänischen Statistikamtes DST waren 2019 etwas mehr als 1.800 Unternehmen im Maschinenbau tätig, die im gleichen Jahr knapp 28 Milliarden Euro umsetzten. Zwei Drittel dieser Summe entfiel dabei auf die 265 Produzenten von Windrädern, Pumpen und Motoren. In diesen Bereichen sind auch die dänischen Global Player zu suchen, darunter vor allem Vestas (Windenergie) und Grundfos (Pumpen). Wichtige Untersparten sind ferner die Heiz- und Kühltechnik sowie Technologien für die Agrar- und Forstwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie. Trotz einiger Großkonzerne besteht der dänische Maschinenbau vor allem aus Kleinst- und Kleinunternehmen. In der dänischen verarbeitenden Industrie insgesamt haben weniger als 3 Prozent der Unternehmen dreistellige Mitarbeiterzahlen. Demgegenüber stehen vier Fünftel der Firmen, die bis zu neun Angestellte beschäftigen.

Größte Maschinenbauer Dänemarks

Firma

Umsatz

(2020; in Mio. Euro)

Umsatzveränderung

2020/19 (in %)

Vestas Manufacturing

14.819

22

LM Wind Power (seit 2017 Teil von GE Power; Finanzdaten von GE Power, Bereich Renewable Energy)

13.716

2

Danfoss Power Solutions

5.828

-7


Grundfos

3.534

-4

HMF Group

122


-8

Quelle: Jahresberichte der Unternehmen

Diese dürften auch finanziell am stärksten von der Pandemie geschwächt worden sein. Wie in der gesamten dänischen Wirtschaft hat dank der umfangreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen allerdings (vielleicht noch) keine Konkurswelle eingesetzt. Laut DST-Angaben gingen in den meisten Maschinenbausparten die gemeldeten Zahlungsunfähigkeiten 2020 gegenüber den Vorjahresdurchschnitten zurück. Nach den ersten sieben Monaten 2021 werden allerdings in einigen Bereichen Zuwächse beobachtet, dazu zählen Ausstatter der Windkraft und Lieferanten von Hebetechnik.

Bereits 2020 gestiegen sind die Konkursanmeldungen im Maschinen- und Gerätegroßhandel. Im Jahr 2019 listete der DST knapp 2.900 entsprechender Unternehmen auf. Etwas weniger als 2.500 Firmen beschäftigen sich demnach mit der Reparatur und Installation von Maschinen. Während der Maschinenhandel sich allerdings in den letzten Jahren konsolidiert - 2012 vertraten ihn noch über 3.100 Firmen, nahm die Zahl der Reparateure und Installateure binnen der letzten fünf Jahre um 7,5 Prozent zu. Trotz der fortschreitenden Automatisierung stieg zwischen 2015 und 2019 auch die Beschäftigtenzahl im gesamten Maschinenbereich um einen ähnlichen Wert und belief sich auf über 92.000 Personen, darunter knapp 54.000 bei den Herstellern selbst.

Deutsche Produkte dominieren Importe

Trotz der einheimischen Kapazitäten ist Dänemark auf Maschinenimporte angewiesen. Ihr Wert belief sich 2020 auf über 9 Milliarden Euro und fiel trotz Pandemie um nur 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben Kraftmaschinen sind solche für die Land- und Bauwirtschaft oder die Hebetechnik ein wichtiger Importmarkt. Fast ein Viertel der obengenannten Summe machen ferner Heiz- und Kühltechnik sowie Pumpen aus.

Dänische Unternehmen greifen gerne auf den Angebotsreichtum des südlichen Nachbarn zurück - nahezu ein Drittel der Importe kommt aus Deutschland. Wichtige Lieferanten sind zudem Schweden, China, Italien, die Niederlande sowie Belgien, die zusammen aber das deutsche Volumen nur knapp überbieten können. Besonders ausgeprägt ist die deutsche Dominanz bei Lagern, Wellen und Kurbeln mit jeweils über 50 Prozent Anteil. Bei Kraftmaschinen, Landwirtschafts- und Zugmaschinen sowie Technik für die Papier- und Druckereibranche liegt dieser bei etwa 40 Prozent.

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