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Branchen | Israel | Energieeffizienz

Kommunen als leuchtendes Beispiel für Energieeffizienz

Nach Plänen des Energieministeriums sollen Israels Städte weniger Energie verbrauchen und mehr erzeugen. Im Idealfall wird ein Nettoverbrauch von null angestrebt.

Von Wladimir Struminski | Jerusalem

Das israelische Energieministerium berät und unterstützt die Kommunen dabei, ihren Energieverbrauch einzudämmen und die ihnen zur Verfügung stehenden Flächen zur Erzeugung fotovoltaischen Stroms zu nutzen. Die angestrebte höhere Energieeffizienz ist Teil eines umfassenden strategischen Programms des Energieministeriums, in dessen Rahmen Gemeinden auf die Bewältigung des Klimawandels und die Nutzung nachhaltiger Energie vorbereitet werden.

Kommunen zeigen sich interessiert

Aus der Sicht der Kommunen bietet eine verbesserte Energiebilanz, welche die Nettokosten des Stromverbrauchs senkt, die Möglichkeit, die eingesparten Geldmittel für bessere kommunale Dienstleistungen einzusetzen. Deshalb ist das Interesse der Wohnorte an dem Programm groß.

Das ist beispielsweise bei Darlehen zu erkennen, die die Staatslotterie den Gemeindeverwaltungen für den Kauf von Solarpanels gewährt. Wie der stellvertretende Generaldirektor des Energieministeriums Yechezkel Lifshitz gegenüber Germany Trade & Invest erklärte, haben bisher 140  Gemeinden solche Darlehen beantragt. Das ist mehr als die Hälfte der 257 Kommunen, die es in Israel gibt: Städte, kleinere städtische Ortschaften, die als Ortsräte bezeichnet werden, sowie Regionalräte, die jeweils eine Anzahl kleiner Wohnorte umfassen.

Straßenbeleuchtung wichtigster Einsparungsposten

Die bei Energieeinsparungen wichtigste Maßnahme ist in der Regel die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente Leuchtkörper und intelligente Kontroll- und Steuerungssysteme. Wie aus einer Erhebung des Energieministeriums hervorgeht, entfallen 43 Prozent aller Stromkosten der israelischen Kommunen auf diesen Posten. Durch die Einführung effizienter LED-Lampen und optimale Steuerung der Beleuchtung lassen sich, so das Ressort, rund 50 Prozent der Beleuchtungskosten beziehungsweise circa 20 Prozent der gesamten Stromkosten der Gemeinden einsparen.

Aber auch innerhalb der kommunalen Gebäude besteht zum Teil erhebliches Einsparungspotenzial. Dazu gehört nicht zuletzt ein effizienter Einsatz der allgegenwärtigen Klimaanlagen, kostensparende Beleuchtung und andere Maßnahmen.

Dächer sind für Fotovoltaik da

Auf der Erzeugungsseite werden die Ortschaften bei der Installierung fotovoltaischer Stromerzeugungsanlagen unterstützt. Die wichtigsten Standorte sind in der Regel die Dächer von Gebäuden, die den Kommunen gehören oder aber an deren Betrieb und Verwaltung diese beteiligt sind, beispielsweise gemeinnützige Sport- und Jugendzentren sowie Schulen.

Zu welchem Prozentsatz die Energieerzeugung den kommunalen Energieverbrauch decken kann, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Auf der Erzeugungsseite spielt die Gesamtfläche, die im jeweiligen Ort für Fotovoltaikanlagen zur Verfügung steht, eine entscheidende Rolle. Im Idealfall, so das Energieministerium gegenüber Germany Trade & Invest, sollte zumindest ein Teil der Kommunen seinen Stromverbrauch zur Gänze durch Eigenerzeugung decken.

Schwankungen beim Einsparungspotenzial

Auch beim Einsparungspotenzial gibt es zwischen den einzelnen Kommunen erhebliche Unterschiede. Das zeigt eine Erhebung des Energieministeriums zum Energieverbrauch der Kommunen je Einwohner. Unter den 136 Kommunen, die Zahlen dazu geliefert haben, schwankt der jährliche kommunale Energieverbrauch pro Einwohner zwischen 48 und 524 Kilowattstunden.

Zum Teil hängt dies mit dem Wohlstand der jeweiligen Ortschaft zusammen. Allerdings gibt es auch häufig erhebliche Unterschiede zwischen Wohnorten mit ähnlichem sozioökonomischem Status. Deshalb wird eine Maximierung der Energieeinsparungen auf Landesebene individuelle Programme für einzelne Ortschaften verlangen.

Anknüpfungspunkte für deutsche Unternehmen

Aus der Sicht der Regierung hat eine Verbesserung der kommunalen Energiebilanz vor allem zwei Vorteile. Zum einen können die dabei gesammelten Erfahrungen auch auf andere Bereiche übertragen werden.

Zum anderen setzen die Energiepolitiker darauf, dass ein Engagement der Kommunen bei Energieeinsparungen und bei der fotovoltaischen Energieerzeugung einen Nachahmungseffekt unter den Einwohnern, Geschäften und Industrieansiedlungszonen nach sich ziehen wird. Das wäre für die von der Regierung beschlossene Steigerung des Anteils fotovoltaischer Anlagen an der landesweiten Stromerzeugung von Bedeutung.

Aus diesen Gründen kann das Energieeffizienzprogramm der Kommunen auch ausländischen, darunter auch deutschen Unternehmen Anknüpfungspunkte bieten. Ob als Berater oder Hersteller von Ausrüstungen können Lieferanten und Kooperationspartner aus Übersee durch eine Geschäftsverbindung zur jeweiligen Stadt- oder Ortsverwaltung auch Kontakte zu gewerblichen Kunden knüpfen und bei Privathaushalten einen hohen Wiedererkennungswert erlangen.

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