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Branchencheck | Mosambik

Landwirtschaft und Bergbau haben großes Gewicht

Fast ein Viertel der Wirtschaftskraft Mosambiks entfällt auf den Agrar- und Forstsektor. Förderung und Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen sind ebenfalls dominant vertreten.

Von Marcus Knupp | Berlin

Die offizielle Statistik der Industrieproduktion Mosambiks weist für 2019 einen Anteil der Förderung von Steinkohle von 26,3 Prozent aus. Auf die Herstellung von Nicht-Eisen-Metallen, hier vor allem Aluminium, entfallen 23,6 Prozent. Werden diese Sparten ausgenommen, liegen Nahrungsmittel und Getränke mit 52,6 Prozent Anteil einsam an der Spitze vor sonstigem Bergbau, Zement, Hygiene- und Reinigungsmitteln, Tabakwaren und Verpackungen aus Kunststoff. Andere Produktionszweige sind kaum entwickelt.

  • Chemieindustrie

    Die Weiterverarbeitung des in Mosambik gewonnenen Erdgases ist eine Chance für den Aufbau lokaler Industrien. Dies ist allerdings kein Selbstläufer.

    Es sind einfache Dinge, die in Mosambik fehlen. Propangas für die Küche - anstelle von Brennholz - oder Dünger, um die geringe Produktivität in der Landwirtschaft zu erhöhen. Der Rohstoff Erdgas ist reichlich vorhanden. Investitionen in die chemische Industrie bleiben bisher spärlich. Zu gering ist die Kaufkraft im Land. Immerhin plant der südafrikanische Petrochemiekonzern Sasol die Raffinierung von Flüssiggas (Liquefied Petroleum Gas, LPG) an seinem Standort in Inhambane. Shell und Yara haben sich unterdessen aus der von der Regierung geplanten Düngemittelproduktion auf Basis der neuen Gasvorkommen zurückgezogen.

    Weitere Informationen:

    Erdgas-Förderung ist Game-Changer


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Energiewirtschaft

    Verbesserung der Stromversorgung, mehr Klimaschutz und Steigerung der Exporte - Mosambik verfolgt all diese Ziele gleichzeitig. Und es hat die Ressourcen dafür.

    Große Vorkommen von Steinkohle und Erdgas, noch lange nicht ausgeschöpftes Potenzial in der Wasserkraft und gute Voraussetzungen für die Nutzung der Solarenergie prädestinieren Mosambik zum Energielieferanten im südlichen Afrika. Bis 2030 soll die gesamte Bevölkerung mit Strom versorgt werden, 62 Prozent davon aus erneuerbaren Quellen. Geplant sind derzeit neben dem Mphanda Nkuwa-Staudamm (1.500 Megawatt) auch Gas- und Kohlekraftwerke sowie mehrere Solaranlagen. Zentral sowohl für die Versorgung im Land wie für den Export ist darüber hinaus der schnelle Ausbau des Übertragungsnetzes.

    Weitere Informationen:

    Überschuss an Energie schafft Exportpotenzial


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Bauwirtschaft

    Vor allem die lückenhafte Infrastruktur Mosambiks schafft ein breites Spektrum an möglichen Bauvorhaben. Die Finanzierung ist oft schwierig.

    Pro Jahr verzeichnet die mosambikanische Statistik lediglich rund 32.000 Vorhaben im Wohnungsbau - bei einer Bevölkerungszunahme von circa 900.000 jährlich. Benötigt werden vor allem Einfachwohnhäuser. Neben fehlendem Kapital wirkt der Mangel an infrastrukturell erschlossenen Grundstücken bremsend. Generell gibt es enormen Handlungsbedarf in der Infrastruktur. Nur 6.956 von 30.942 Kilometer Fernstraßen sind asphaltiert. Das Eisenbahnnetz beschränkt sich auf isolierte Stichstrecken. Projektiert sind neben Hafenausbauten, Straßen und ertüchtigten Schienenstrecken auch Kraftwerke und Stromtrassen.


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Gesundheitswirtschaft

    Mosambik hat die Coronapandemie bisher vergleichsweise gut überstanden. Mittelfristig stehen Investitionen in Bezirkskrankenhäuser auf der Agenda.

    Mit etwas über 200.000 registrierten Fällen von Covid-19 bis Mitte Januar 2022 ist Mosambik bislang recht glimpflich durch die Pandemie gekommen. Erfolgreich in Schwung gekommen ist im Herbst 2021 die Covid-Impfkampagne. Bis Mitte Januar 2022 konnten fast 18 Millionen Dosen verabreicht werden. Erreicht haben diese allerdings vor allem die Einwohner der Städte - ein Indikator für die schlechte Gesundheitsversorgung auf dem Land. Bis 2024 will die Regierung die Lage durch den Bau von 49 zusätzlichen Bezirkskrankenhäusern mit insgesamt 4.000 Betten verbessern.


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei

    Oberste Priorität hat für Mosambik die Ernährungssicherheit. Wege dorthin sind eine höhere Produktion im Land einerseits und ausreichende Einkommen für Importe andererseits.

    Das im Juli 2020 landesweit aufgelegte Programm Sustenta zielt vor allem darauf, Kleinbetriebe stärker in die Wertschöpfungskette einzubinden und ihre Produktivität zu erhöhen. Diese leiden unter schlechtem Zugang sowohl zu agrarischen Vorprodukten als auch zu potenziellen Absatzmärkten. Neben mehr Unterstützung wirkt sich auch das Ausbleiben von Dürren oder Überschwemmungen in den letzten zwei Jahren positiv aus: Nachdem die Produktion der Landwirtschaft in der Saison 2020/21 um durchschnittlich 8,2 Prozent zugenommen hat, erwartet die Regierung für 2022 ein zweistelliges Plus.

    Weitere Informationen:

    Große Reserven für die landwirtschaftliche Produktion

    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Bergbau

    Mosambik ist mit mineralischen Rohstoffen reich gesegnet und profitiert vom weltweit steigenden Bedarf. Trotz schwieriger Bedingungen ist das Interesse bei Bergbaufirmen groß.

    Viel Bewegung gibt es derzeit beim für die Batterieherstellung benötigten Grafit. Vor allem australische Unternehmen bringen mehrere Großprojekte im Norden des Landes auf den Weg. Mosambik ist weltweit Hauptlieferant von Natur-Grafit. Vielversprechende Lagerstätten gibt es auch für mineralische Sande mit hohem Gehalt an Titanoxiden, Zirconium und weiteren für Hightech-Industrien wichtigen Verbindungen. Die zukünftige Teilnahme Mosambiks am sogenannten Kimberley Process, der durch Zertifizierung den Handel mit "Konflikt-Diamanten" verhindern soll, öffnet Perspektiven für den Diamantbergbau.

    Weitere Informationen:

    Erdgas-Förderung ist Game-Changer


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Öl und Gas

    Etwas Licht am düsteren Himmel über den Offshore-LNG-Projekten im Norden Mosambiks: Das kleinste Vorhaben, Coral der italienischen Eni, will Mitte 2022 mit der Förderung beginnen.

    Die 2,5 Milliarden US-Dollar (US$) teure schwimmende Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG)-Produktionsanlage aus Korea ist Anfang Januar in Mosambik angekommen. Damit kann der Erdgasexport aus dem Rovuma-Feld vor der Küste der Provinz Cabo Delgado zur Jahresmitte starten. Die beiden anderen und größeren Vorhaben stehen aufgrund der angespannten Sicherheitslage weiterhin still. Der Ölkonzern Total kündigte einen Produktionsbeginn für 2026 an. Die finale Investitionsentscheidung von ExxonMobil verzögert sich noch. Mosambik hat Ende 2021 unterdessen 16 weitere Offshoreblocks entlang der gesamten Küste zur Exploration ausgeschrieben.

    Weitere Informationen:

    Erdgas-Förderung ist Game-Changer

    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Nahrungsmittelindustrie

    Mosambiks wichtigste Leichtindustriesparte muss sich zwischen einer wenig zuverlässigen Landwirtschaft und anspruchsvollen Abnehmern, vor allem im Export, behaupten.

    Transport, Lagerung und Verpackung stehen bei vielen Produkten zunächst im Vordergrund. Denn nur wenn die Ware regelmäßig und in ausreichender Qualität in der Fabrik ankommt, lohnt die Investition. Andernfalls brechen Unternehmen, wie aktuell ein Verarbeiter von Cashewnüssen, ihre Zelte ab. Neue Vorhaben zielen beispielsweise auf die Verpackung von Bananen, die Weiterverarbeitung von Litchies oder die Herstellung von Maismehl. In der Provinz Sofala will die Regierung die Milchwirtschaft aufbauen, um die hohen Importe von Milchprodukten zu verringern.

    Weitere Informationen:

    Verarbeiter haben einen schweren Stand

    Von Marcus Knupp | Berlin

  • Umwelttechnik

    Mosambik will die Versorgung mit sauberem Trinkwasser massiv ausbauen. Der Investitionsplan 2022 bis 2032 hat ein Volumen von über 1,8 Milliarden US-Dollar (US$).

    Mit Unterstützung der Weltbank und weiterer internationaler Partner hat der staatliche Wasserversorger FIPAG in den kommenden zehn Jahren Investitionen in die Wasserversorgung in Höhe von 1,83 Milliarden US$ geplant. Die Finanzierung soll überwiegend durch kommerzielle Kredite und internationale Geber erfolgen. Derzeit verfügen nur etwa 54 Prozent der Mosambikaner über sauberes Trinkwasser. Ziel des Programms ist es, bis 2032 zumindest die städtische Bevölkerung vollständig zu versorgen. Priorität haben neben der Hauptstadtregion Maputo Projekte für die Städte Nampula, Lichinga und Mocuba.


    Von Marcus Knupp | Berlin

  • IKT

    Beim Aufbau der digitalen Infrastruktur und ihrer Nutzung liegt Mosambik selbst im regionalen Kontext weit zurück. Aber auch hier geht es Schritt für Schritt voran.

    Einschneidend für viele Menschen in Mosambik war im Herbst 2021 die Abschaltung der analogen Fernsehübertragung. Die Finanzierung der 156 Millionen US-Dollar (US$) teuren Umstellung kam aus China. Bis 2024 soll das digitale Signal 85 Prozent des Landes erreichen. Auch beim Ausbau des 4G-Mobilfunknetzes und der Vorbereitung auf den 5G-Standard kommt chinesische Technologie zum Einsatz; Partner des lokalen Anbieters TMcel ist Huawei. Im Jahr 2021 betrug die Zahl der Mobilfunkverträge knapp 16 Millionen (50,4 Prozent der Bevölkerung). Einen Zugang zum Internet hatten 6,7 Millionen Einwohner, 25 Prozent mehr als 2020.


    Von Marcus Knupp | Berlin

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