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Branchen | Polen | Windenergie

Marktorganisation

Der Strommarkt ist in Teilen liberalisiert. Private Unternehmen bauen und betreiben Windkraftanlagen. Genehmigungsverfahren erschweren aber den Marktzugang. 

Von Christopher Fuß | Warschau

Zu den größten Energieversorgern Polens gehören PGE, Tauron, Enea und Energa. Der Staat hält Beteiligungen an den Unternehmen. Die Verwaltung der Übertragungsnetze übernimmt die ebenfalls staatliche PSE (Polskie Sieci Elektroenergetyczne).

Das wichtigste Steuerungsinstrument beim Ausbau von erneuerbaren Energien ist das Auktionssystem. Die polnische Netzaufsicht (Urząd Regulacji Energetyki, URE) versteigert Produktionskapazitäten für unterschiedliche Energieträger. Die Angebote von Stromproduzenten müssen unter einem festgelegten Höchstpreis liegen. Für Wind und Fotovoltaik schreibt die Behörde keine getrennten Strommengen aus. Beide Energieträger befinden sich in einer Gruppe und konkurrieren miteinander.

Ausschreibungsgewinner erhalten feste Abnahmepreise. Investoren sichern Teile ihrer Finanzierung über die Versteigerungen ab und verkaufen weitere Kapazitäten an den Strombörsen. Das Auktionssystem unterstützt Anlagen, deren Planungsphase bereits abgeschlossen wurde. Laut Kritikern beginnen die Probleme bei Windkraftprojekten aber früher.

Die Regierung führte 2016 die 10h-Regelung ein. Der Abstand zwischen Windkraftanlagen und Wohngebäuden muss seitdem mindestens die zehnfache Turbinenhöhe betragen. Ausnahmen gelten für Anlagen, die bereits genehmigt wurden. Technische Modernisierungen von geplanten oder bestehenden Windrädern sind kaum möglich. 

Eine Reform hängt in der Ressortabstimmung fest. Die neue Regelung sieht einen Mindestabstand von 500 Metern zwischen Windkraftanlage und Wohngebäuden vor. Branchenverbände wünschen sich außerdem einen zügigeren Netzanschluss und schnellere Genehmigungsverfahren.

Direkte Lieferverträge zwischen Betreibern von Windanlagen und gewerblichen Abnehmern (Corporate Power Purchase Agreement, CPPA) existieren seit 2018. Stromproduzent und Verbraucher sind in den meisten Fällen nicht physisch miteinander verbunden. Anders als beim Auktionssystem sind Anlagen, die ein CPPA vereinbaren, bereits ausgebaut.

Weitere Informationen veröffentlicht URE hier (auf Englisch).

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