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Branchen | Polen | Baustoffe

Zementindustrie unter Druck

Die Zementbranche leidet in Polen unter steigenden Kosten. Rentabilität und Nachfrage sinken. Abhilfe könnten EU-Mittel schaffen.

Von Beatrice Repetzki | Berlin

Nach den erfolgreichen Jahren 2019 bis 2021 blickt die polnische Zementindustrie sorgenvoll in die Zukunft. Die Produktion büßt an Rentabilität ein. Die Branche leidet unter den hohen Energiepreisen, die über 30 Prozent ihrer Gesamtkosten ausmachen. Hinzu kommen gestiegene Preise für Kohle und anderer für die Herstellung erforderlicher Rohstoffe sowie der Mangel an wichtigen Zusatzstoffen. Darüber hinaus steigt im Rahmen des europäischen Emissionshandels der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. 

Nachfrage vorerst rückläufig

Branchenkenner erwarten für 2023 einen Rückgang der Zementnachfrage um 5 bis 10 Prozent. Ein Einbruch von 10 Prozent gegenüber 2022 würde eine Nachfrage nach 16,6 Millionen bis 16,7 Millionen Tonnen 2023 bedeuten, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Zementproduzenten (Stowarzyszenie Producentów Cementu; SPC), Krzysztof Kieres, der Tageszeitung Puls Biznesu sagte. Im Jahr 2022 dürfte sie demnach um mindestens 4 Prozent auf rund 18,5 Millionen Tonnen gesunken sein.

Zu den bereits 2022 spürbaren Preissteigerungen kamen Rückgänge beim Wohnungsbau hinzu, die die Branche beeinträchtigten. In den Jahren der Hochkonjunktur 2019 bis 2021 waren noch Rekordmengen von etwa 19,3 Millionen Tonnen an jährlich verkauftem Zement erreicht worden. Die Nettorentabilität der Branche stieg 2021 auf 18,3 Prozent (2020: 17,5 Prozent, 2019: 14,1 Prozent).

Neuen Auftrieb würde der Branche die Freigabe der EU-Mittel aus dem Wiederaufbaufonds geben. Wegen der Streitigkeiten um Polens Rechtsstaatlichkeit hält die EU diese aktuell noch zurück. Mit dem Geld sollen Infrastrukturmaßnahmen finanziert werden, mit denen insbesondere regionale Verwaltungen betraut sind.

Branchenstruktur konsolidiert

Die 13 Zementwerke Polens gehören neun Unternehmen, davon zwei zu Lafarge Cement (Kujawy und Małogoszcz), zwei zu Cemex Polska (Chełm und Rudniki), zwei zu Górażdże Cement (Górażdże und Ekocem) sowie zwei zur Grupa Ożarów (Ożarów und Rejkowiec). Die übrigen Hersteller mit jeweils einem Werk sind Cementownia Warta, Dyckerhoff Polska, Górka Cement, Cementownia Odra und Cementownia Kraków Nowa Huta. Sie konnten fast alle ihre Einnahmen und ihren Nettogewinn auf Złoty-Basis von 2019 bis 2021 kontinuierlich steigern.

Einnahmen der Zementunternehmen (in Millionen Euro ) 1)

Name des Unternehmens

2020

2021

Veränderung 2)

Lafarge Cement

362,8

399,3

13,1

Cemex Polska

328,5

341,1

6,7

Górażdże Cement

323,3

334,6

6,3

Grupa Ożarów

219,1

228,3

7,1

Cementownia Warta

151,9

160,3

8,4

Dyckerhoff Polska

119,1

126,0

8,7

Górka Cement

47,7

55,0

18,5

Cementownia Odra

52,8

54,7

6,4

Cementownia Kraków Nowa Huta

6,5

k.A.

k.A.

Insgesamt

1.611,7

1.699,3

k.A.

1 Umrechnung zum Jahresdurchschnittskurs 2020: 1 Euro = 4,4430 Złoty, 2021: 1 Euro = 4,5652 Złoty; 2 Veränderung auf Złoty-Basis in ProzentQuelle: Landesgerichtsregister (Krajowy Rejestr Sądowy) 2023

Nettogewinn der Zementunternehmen (in Millionen Euro) 1)

Name des Unternehmens

2020

2021

Veränderung 2)

Lafarge Cement

61,9

79,8

32,4

Cemex Polska

5,5

11,1

108,3

Górażdże Cement

83,0

88,6

9,7

Grupa Ożarów

77,5

81,9

8,7

Cementownia Warta

20,2

21,4

9,0

Dyckerhoff Polska

23,2

20,0

-9,1

Górka Cement

9,0

9,3

6,7

Cementownia Odra

1,4

-0,6

-141,6

Cementownia Kraków Nowa Huta

1,1

k.A.

k.A.

Insgesamt

282,8

311,5

k.A.

1 Umrechnung zum Jahresdurchschnittskurs 2020: 1 Euro = 4,4430 Złoty, 2021: 1 Euro = 4,5652 Złoty; 2 Veränderung auf Złoty-Basis in ProzentQuelle: Landesgerichtsregister (Krajowy Rejestr Sądowy) 2023

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