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Wirtschaftsumfeld | Ruanda | Entwicklungszusammenarbeit

Entwicklungszusammenarbeit mit Ruanda

Ruanda ist einer der aktuellen Geberlieblinge. Das Land will bis 2035 zu den Ländern mit mittlerem Einkommen gehören - das Geld für die nötigen Investitionen kommt aus dem Ausland.

Von Laura Sundermann | Bonn

Vor allem die multilateralen Entwicklungsbanken unterstützen Ruanda

In Ostafrika steht Ruanda 2019 mit etwa 1,1 Milliarden Euro zwar nur an siebter Stelle der Empfänger von Official Development Assistance (ODA), doch in Bezug auf die Bevölkerungsgröße von nicht einmal 13 Millionen Einwohnern ist die Summe beachtlich. Den größten Anteil in Höhe von ungefähr 251 Millionen Euro erhielt Ruanda von der zur Weltbankgruppe gehörenden International Development Association (IDA), den zweithöchsten über rund 159 Millionen Euro von den USA. An dritter Stelle folgte der zur Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) gehörende African Development Fund mit 82 Millionen Euro.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanzierte dort 2019 keine nationalen Projekte, sagte aber 2020 eine Summe von 80 Millionen Euro zu. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) machte 2019 Zusagen über 30 Millionen Euro für Ruanda.

Ruanda vermarktet seine Ambitionen und Erfolge gut und zieht so Geber an

In Ruanda treffen mehrere Faktoren zusammen, die entscheidend dafür sind, dass das Land hohe Gelder aus der Entwicklungszusammenarbeit akquirieren kann. Ruanda ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten sehr sicher und es gibt nur wenig Korruption. Außerdem ist das Land politisch stabil und verfolgt eine ehrgeizige Entwicklungsagenda. Ruanda baut auf diesen Aspekten erfolgreich sein Image als verlässlicher und sicherer Partner in internationalen Beziehungen auf. Dass die Nichtregierungsorganisation Freedom House das Land als "unfrei" einstuft und der Bertelsmann Transformation Index von einer "harten Autokratie" spricht, tut der Beliebtheit unter den Gebern keinen Abbruch. 

Von 2000 bis 2020 verfolgte das Land seine Entwicklungsstrategie "Vision 2020". Ziel war es, Ruanda bis 2020 zu einem Land mit mittlerem Einkommen zu machen. Das sollte unter anderem durch eine modernisierte Landwirtschaft und den Aufbau von wissensbasierter Industrie und Dienstleistungen erreicht werden. Dafür wurde viel Geld etwa in den Telekommunikationssektor investiert. Das hohe Wirtschaftswachstum der letzten Jahre scheint der Regierung Recht zu geben - doch fußt dieses in erheblichem Maße auf Geldern aus der Entwicklungszusammenarbeit. Trotz positiver Entwicklungen konnte Ruanda sein großes Ziel, zu den Ländern mit mittlerem Einkommen zu gehören, noch nicht erreichen. Mit der neuen "Vision 2050" plant es nun, dies bis 2035 zu schaffen. Ziel der neuen Strategie ist eine Modernisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft. Essentiell dafür sind Investitionen in Gesundheit und Bildung. Außerdem möchte Ruanda seine Wirtschaft und Landwirtschaft wettbewerbsfähig machen, das Land nachhaltig urbanisieren und verstärkt dezentralisieren.

Entwicklungsprojekte werden dementsprechend in diversen Sektoren durchgeführt. Viele Ausschreibungen gibt es unter anderem in den Bereichen Wasser und Umwelt, Landwirtschaft, Bildung sowie Energie. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) verfügt ebenfalls über ein breites Projektportfolio und engagiert sich in Ruanda stark in den Bereichen Wirtschaft und Beschäftigung, aber auch in Feldern wie Dezentralisierung und Digitalisierung.

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