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Wirtschaftsumfeld | Russland | Krieg in der Ukraine, Lieferketten

Russlands Krieg gegen die Ukraine führt zu starken Störungen im Warenverkehr

Die Kraftstoffpreise sind sprunghaft gestiegen. Flug- und Überflugverbote führen zu Umwegen im Luftverkehr. Die Engpässe bei den Transportkapazitäten nehmen zu.

Von Hans Peter Pöhlmann | Bonn

Der Warenverkehr von und nach Russland ist erheblich gestört.

Es fehlen LKW-Fahrer

Rund 10 Prozent der Lkw-Fahrer in Europa kommen aus der Ukraine. Durch humanitäre Einsätze und Einberufung im Heimatland fehlen sie für den Gütertransport auf den Straßen. Das sorgt in der Transport- und Logistikbranche für personelle Engpässe.

Im Schienenverkehr haben chinesische Verlader einem Bericht der Tageszeitung Vedomosti zufolge damit begonnen, den Transit von Waren durch Russland in die Europäische Union (EU) auszusetzen.

Die Abfertigung von Warentransporten per Lkw über Belarus funktioniert weitgehend störungsfrei. Auch im Transitverkehr durch Russland sind aktuell keine Unregelmäßigkeiten bekannt. Spediteure sollten berücksichtigen, dass in Russland Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen durch die Finanzsanktionen beeinträchtigt sind.

Charter- und Cargoflüge fallen weg

Charter- und Cargoflüge fallen durch die EU-Sanktionen weg. Der russische Luftraum ist für Fluglinien aus 36 Ländern gesperrt, darunter aus allen EU-Ländern und der Schweiz. Russische Fluggesellschaften dürfen wiederum nicht in die EU fliegen. Darüber hinaus wurden gegenseitig weitreichende Überflugverbote verhängt. Frachtflüge europäischer Gesellschaften von und nach Ostasien (China, Japan, Südkorea) müssen dadurch erheblich längere Flugrouten einplanen. Eine höhere Betankung und eine geringere Zuladung verteuern den Transport erheblich.

Schiffsfrachtverkehr rechnet mit drastischen Einbußen

Auch der Schiffsfrachtverkehr rechnet mit drastischen Einbußen. Die dänische Containerreederei Maersk und MSC meldeten am 1. März 2022 die Einstellung aller Lieferungen von und nach Russland, mit Ausnahme humanitärer Güter. Eine Sperrung der Häfen in der EU für russische Schiffe wurde bislang nicht beschlossen. Es liegt jedoch eine (nicht bindende) Resolution des Europäischen Parlaments vom 1. März 2022 vor.  Großbritannien und Kanada haben ihre Häfen bereits für das Einlaufen russischer Schiffe gesperrt.

Weitere Informationen bietet unser GTAI-Fachbereich Zoll.

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