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Branchen | Spanien | Windenergie

Branchenstruktur

Spanien verfügt über Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft abdecken. Der massive Ausbau- und Repoweringbedarf dürfte jedoch Raum für Wettbewerber lassen.

Von Oliver Idem | Madrid

Breit aufgestellte Windbranche verzeichnet hohe Nachfrage

Im Fachverband AEE sind rund 200 Unternehmen zusammengeschlossen, die vor allem im Baskenland und in Navarra sitzen. Damit umfasste AEE nach eigenen Angaben von Herbst 2019 etwa 90 Prozent der Branche. Im ersten Halbjahr 2021 traten 33 neue Mitglieder dem Verband bei.

Die Unternehmen decken die komplette Wertschöpfungskette ab. Mitglieder stellen Komponenten, Kontroll- und elektrische Systeme her oder engagieren sich in der Montage, Logistik und Wartung. Der Jahresbericht von AEE führt ab Seite 124 ausführlich die Tätigkeitsfelder und Standorte zahlreicher Branchenunternehmen auf. 

Bereits im Herbst 2019 forderten neue Anlagen und Repowering die Unternehmen stark. Nun erfolgt ein noch stärkerer Hochlauf als damals zu erwarten war. Die lokalen Branchenunternehmen werden alleine kaum in der Lage sein, den vielfältigen Bedarf zu decken.

Spanien verfügt über eine Reihe großer Windparkbetreiber. Einige verfügen über einen hohen Bestand, installieren jedoch nicht unbedingt neue Anlagen.

Als Quelle für derzeit aktive Unternehmen bietet sich die Übersicht der Gewinner der Ausschreibung im Januar 2021 an.

Wichtigste Windparkbetreiber nach kumulierter Installierter Kapazität 2020 (in Megawatt)

Projektentwickler 

Installierte Kapazität

Kumulierte Installierte Leistung

Iberdrola

145

5.792

Acciona Energia

0

4.261

EDPR

10

2.262

Enel Green Power

132

2.128

Naturgy 

129

1.935

Eolia

72

805

Saeta Yield 

0

513

Enerfin Sociedad de Energía SLU

50

473

Vapat

0

471

RWE Iberia

0

443

Quelle: Anuario Eólico 2021, Asociación Empresarial Eólica (AEE)


In den 1.265 Windparks in Spanien sind laut AEE insgesamt 21.419 Anlagen installiert. Unter den Produzenten dominieren sechs Unternehmen, von denen die größten drei für 87 Prozent der Ausrüstung stehen. Siemens Gamesa ist Marktführer mit 14.458 Megawatt, was 53 Prozent der verbauten Gesamtkapazität entspricht. Es folgen Vestas mit 18 Prozent und General Electric (GE) mit 16 Prozent. Nordex Acciona WindPower kommt auf 9 Prozent Anteil. Auf Enercon entfallen 3 Prozent und Suzlon repräsentiert 1 Prozent der Kapazität.

Kooperation mit spanischen Partnern kann hilfreich sein

Die AHK Spanien empfahl deutschen Technologieanbietern in einer Analyse von Mai 2020 eine Kooperation mit im Markt etablierten spanischen Unternehmen. In Frage kommen Vertriebspartnerschaften, gemeinsame technische Entwicklungen, Auftragsfertigung, Joint Ventures oder die Ausführung von Teilaufträgen für spanische Generalunternehmer. 

Unter den Projektdurchführern befinden sich auch deutsche oder andere internationale Unternehmen, die sich auf dem spanischen Markt etabliert haben. Beispielsweise setzt Baywa r.e. federführend große Wind- und Fotovoltaikvorhaben um.

Besonders aktive Banken in der Finanzierung von Projekten der erneuerbaren Energien sind BBVA, CaixaBank und Santander. Im Dezember 2020 berichtete die Wirtschaftszeitung Cinco Días, dass diese drei Kreditinstitute sowohl finanziell als auch bei der Anzahl der Transaktionen führend seien.

Fusionen und Übernahmen sind in der Energiebranche keine Ausnahme. Kapitalbeteiligungsgesellschaften fokussieren sich vor allem auf den Solarsektor, doch finden auch Transaktionen im Windenergiebereich statt. Im Juli 2021 brachte Acciona Energía seine Erneuerbare-Energien-Sparte an die Börse. Diese wurde mit rund 9 Milliarden Euro bewertet.

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