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Branchen | Türkei | Windenergie

Politische Ziele

Die Türkei möchte die Abhängigkeit von Gasimporten bei der Stromerzeugung reduzieren. Dazu setzt sie insbesondere auch auf die Erneuerbaren Energien.

Von Katrin Pasvantis | Istanbul

Der türkische Energieverbrauch steigt. Um den wachsenden Bedarf zu decken und die hohe Abhängigkeit von Gasimporten zu reduzieren, setzt die Regierung auf den Bau von Atomkraftwerken, die effizientere Nutzung von lokaler Braunkohle und auf Erneuerbare Energien (EE).

Türkei treibt EE-Ausbau voran

Von 2009 bis heute hat sich die Zusammenstellung des Strommixes stark in Richtung EE verschoben. Die Türkei plant künftig, die Hälfte ihres Energiebedarfs aus EE zu decken. Im Jahr 2020 machten diese rund 39 Prozent der Stromerzeugung aus.

Hohe Investitionen in Windkraft

Der Ausbau der Windkraftinfrastruktur schreitet schnell voran. In den letzten zehn Jahren hat sich die installierte Kapazität nahezu verzehnfacht. Ende 2020 waren in der Türkei 239 Windkraftwerke mit insgesamt 3.591 Turbinen und einer Kapazität von 9,3 Gigawatt in Betrieb. Die Windkraft-Investitionen in der Türkei beliefen sich 2020 auf 1,6 Milliarden US-Dollar (US$), meldete der europäische Branchenverband WindEurope. Dies waren die fünfthöchsten Investitionen in Europa.

Entwicklung des Windenergiemarkts in der Türkei (Installation in Megawatt; Wachstum in Prozent)

2017

2018

2019

2020

Kapazitätszubau (netto)

766

497

687

1.225

Wachstum des Zubaus im Vergleich zum Vorjahr

-44,8

-35,1

38,2

78,3

Gesamtkapazität zum Jahresende

6.872

7.369

8.056

9.305

Quelle: Türkischer Windenergieverband TÜREB 2021

EPC-Anbieter bei Projektumsetzung gefragt

Das türkische Ministerium für Energie und Rohstoffe (nachfolgend Energieministerium) und der Netzbetreiber TEİAŞ vergeben Aufträge für den Bau neuer Windkraftwerke über Ausschreibungen üblicherweise als EPC-Verträge (Engineering, Procurement and Construction) an Projektentwickler, die die Vorhaben schlüsselfertig abwickeln und auch die Finanzierung mitbringen. BOT (Build-Operate-Transfer)-Betreibermodelle sind üblich. Meist sind Maximalpreise vorgegeben und der erfolgreiche Bewerber mit dem niedrigsten Gebot erhält den Netzzugang und eine Stromabnahmegarantie. Grundsätzlich besteht für ausländische Bewerber keine Pflicht zur Partnerschaft mit lokalen Firmen, diese kann jedoch vom Auftraggeber gefordert werden. Hohe Local-Content-Vorgaben sind üblich. 

Rechtliche Grundlage der Projektvergabe und -abwicklung ist die YEKA-Verordnung über erneuerbare Energiequellengebiete (Staatsanzeiger Nr. 29852 vom 9.10.16). Demnach teilt der Staat Investoren im Energiesektor im Rahmen von Bieterwettbewerben kostenlos Gebiete und Grundstücke zu, die für die geplanten Investitionen nachweislich besonders geeignet sind.

Die Investoren erhalten ferner Stromabnahmegarantien zu einem nach der Yekdem-Förderung ermittelten Preis (Staatsanzeiger Nr. 31380 vom 30.1.21). Sie profitieren darüber hinaus von steuerlichen und anderen Vergünstigungen im Rahmen des allgemeinen staatlichen Investitionsförderungssystems.

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