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Forstwirtschaft; Holzindustrie | © GettyImages/Johner Images Logging vehicle carrying timber | © GettyImages/Johner Images

Branchen | Welt | Forstwirtschaft

So vielfältig wie die Wälder ist der weltweite Forsttechnikbedarf

Die Forstwirtschaft kann sich den globalen Industrietrends nicht entziehen und muss gleichzeitig zahlreiche Wachstumsbarrieren überwinden. Pfeifen im Walde oder Aufbruchsstimmung?

Die Pandemie hat Schwächen in den weltweiten Lieferketten offenbart, selbst beim vermeintlich allgegenwärtigen Holz. Angebotsmangel, Achterbahnfahrt der Preise und Debatten um Exportverbote steigern die Marktvolatilität. 

Die Nachfrage dürfte 2022 wegen der abermals ungewissen Konjunkturentwicklung sowie der hohen Inflation etwas nachlassen. Langfristig wird sie aber weiter steigen – angetrieben unter anderem durch die sich vergrünende Baubranche und Verpackungsindustrie. Dabei bremsen immer öfter Waldbrände, Insektenplagen, willkürliche Rodungen oder politische Entscheidungen den Kapazitätsausbau. 

Deswegen muss die Forstwirtschaft effizienter, digitaler und künstlich intelligenter werden. Welche Strategien werden in einzelnen Ländern verfolgt, welche Investitionen angegangen?

  • Frankreich: Mehr inländisches Holz für den kommenden Boom

    In der Forstwirtschaft werden immer mehr Maschinen eingesetzt. Staatliche Förderung könnte den Absatz in den nächsten Jahren weiter antreiben. (Stand: 16. Dezember 2021)

    Der Absatz von forstwirtschaftlichen Maschinen hat sich zuletzt kräftig entwickelt. Nach starken Zuwächsen erwarteten Händler nach Umfragen des staatlichen Instituts für Holz- und Forstwirtschaft FCBA auch für 2021 steigende Verkäufe. Die mittelfristigen Aussichten sind gut.

    Mehr Maschineneinsatz

    Nach FCBA-Erhebungen steigt die Mechanisierung in der Forstwirtschaft weiter an. Sie erreiche mit etwa 80 Prozent der Ernte bei Nadelhölzern aber langsam eine Obergrenze. Bei Laubhölzern ist sie laut FCBA von 10 Prozent 2013 auf 15 Prozent 2018 gestiegen. Hier bestehe noch viel Luft nach oben, da sich der Fachkräftemangel immer weiter verschärfe. Der Wald besteht in Frankreich zu 64 Prozent aus Laubwald und nur zu 36 Prozent aus Nadelwald, dessen Hölzer (etwa für den Bau) stärker nachgefragt werden und leichter maschinell zu bearbeiten sind.

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    Die mittelfristigen Aussichten sind günstig, da die Regierung die Probleme der Forstwirtschaft und nachgeordneter Branchen als Ganzes angehen und dafür deutlich mehr Fördermittel mobilisieren will als in der Vergangenheit. Vorherige Fördermaßnahmen waren 2020 vom Rechnungshof als Stückwerk und ineffektiv kritisiert worden. Anders ist nach Darstellung des Landwirtschaftsministeriums diesmal, dass es eine starke Holznachfrage gibt. Der Bedarf im französischen Bausektor wird durch eine neue Wärme- und Klimaschutzverordnung (RE 2020) in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Die Nachfrage nach Energieholz wächst durch den Ausbau von Fernwärmesystemen.

    Absatz von forstwirtschaftlichen Maschinen in Frankreich (Stückzahlen)

    2018

    2019

    2020

    Rückezüge

    113

    131

    145

    Skidder

    52

    47

    48

    Kombinierte Maschinen

    9

    4

    5

    Harvester

    79

    97

    112

    Harvester-Köpfe

    25

    28

    33

    Quelle: FCBA 2021


    Krise ermöglicht höhere Zuschüsse

    Die Coronakrise ermöglichte es der Regierung, Subventionen für Unternehmen stark auszuweiten. Die Europäische Kommission hat in der Krise wiederholt Einschränkungen für staatliche Beihilfen gelockert. Diese gelten noch bis Mitte 2022.

    Das Landwirtschaftsministerium startete im November 2021 Konsultationen mit den Akteuren der Forst- und Holzwirtschaft. Vier Arbeitsgruppen sollen bis Januar 2022 Maßnahmen vorschlagen. Bereits zuvor hatte die Regierung in der Krise Förderprogramme aufgelegt. Auf ein Programm zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel 2020 folgte im Oktober 2021 das Förderpaket France 2030.

    Fördermaßnahmen für die Forst- und Waldwirtschaft

    Oktober 2020: Fahrplan für die Anpassung an den Klimawandel (200 Millionen Euro) im Rahmen des nationalen Konjunkturpakets France Relance

    • 150 Millionen Euro für Aufforstung von 45.000 Hektar bis 2024
    • 22 Millionen Euro für Anschaffung von Lidar-Daten durch Institut national de l’information géographique et forestière (IGN)
    • 15 Millionen Euro für Sägeindustrie
    • 5 Millionen Euro für Förderung des Holzbaus

    Juli 2021: Aufstockung der Mittel um 100 Millionen Euro


    Oktober 2021: Förderpaket France 2030

    • 500 Millionen Euro für Forst- und Waldwirtschaft
    • davon 200 Millionen Euro für Forstwirtschaft


    Damit will die Regierung stärker Investitionsprojekte in nachgelagerten Sektoren wie Sägewerken und der holzverarbeitenden Industrie fördern. Es sollen ferner 200 Millionen Euro der Forstwirtschaft zugutekommen. Die Verteilung der Gelder wird mit Ende der genannten Konsultationen feststehen. Erste Projektaufrufe sollen aber vorher beginnen, damit bei Abschluss der Gespräche die Vorhaben schnell eine Förderung erhalten. Bis September 2021 hatten Projekte für die Aufforstung von 10.000 Hektar eine Förderzusage erhalten. Parallel hatte die Regierung bis Dezember 2021 für Vorhaben in der Holzverarbeitung mit Investitionen von 277 Millionen Euro rund 57 Millionen Euro an Subventionen gewährt.

    Wald wird zu wenig genutzt

    Frankreich verfügt nach Schweden, Finnland und Spanien über die viertgrößten Waldflächen in der Europäischen Union. Sie wachsen seit den 1980er Jahren um 0,6 Prozent pro Jahr. Der Wald bedeckt mit 17 Millionen Hektar 31 Prozent der Landesfläche (ohne Überseegebiete mit weiteren 8 Millionen Hektar). Nach Einschätzung von Verbänden und Regierung wird das Potenzial aber nicht annähernd ausgeschöpft.

    So beträgt der Einschlag etwa die Hälfte des natürlichen Wachstums. Zu den 38 Millionen Kubikmetern Holz, die vermarktet werden, kommen 7 Millionen Kubikmeter zur Eigennutzung (vornehmlich zum Heizen) hinzu. Das natürliche Wachstum beträgt etwa 83 Millionen Kubikmeter. So beläuft sich der Einschlag auf rund 54 Prozent der jährlichen Zunahme. Der Wald verjüngt sich nach Expertenmeinung nicht ausreichend, während er in den letzten Jahren wachsende Wild- und Klimaschäden sowie Schädlingsbefall erlitten hat.

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    In der Branche wird dafür oft das Wortspiel bemüht: la forêt avance mais le bois recule (wobei forêt und bois beide den Wald bezeichnen können, bois aber auch das Holz). Frei übersetzt: Der Wald breitet sich aus, aber die Holznutzung geht zurück. Tatsächlich sind Einschlag und Holzverarbeitung in den letzten Jahren etwa stabil geblieben. Beklagt wird in Studien eine weitaus geringere Wertschöpfungstiefe als in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

    Immer stärker werden Rohholz exportiert und Holzprodukte importiert. Daraus resultiert ein Handelsdefizit bei Holz von jährlich etwa 6 Milliarden bis 7 Milliarden Euro. Als Problem gilt eine schlechte Verzahnung zwischen der Rohstoffseite und der Sägeindustrie sowie die schwache Wettbewerbsfähigkeit französischer Sägewerke. Weil Sägewerke wiederum nicht die Produkte bieten, die in nachgeordneten Sektoren wie Bau, Verpackungsindustrie und Möbelindustrie benötigt werden, bedienen sich diese auf Exportmärkten.

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    Strukturelle Probleme plagen den Wald

    Darüber hinaus gibt es strukturelle Probleme. Der Waldbesitz ist in Frankreich stark zersplittert. Der Privatwald verteilt sich auf 3,5 Millionen Eigentümer. Davon besitzen 2,2 Millionen weniger als einen Hektar Wald und 11.000 über 100 Hektar. Nur ein Drittel des Privatwaldes wird bewirtschaftet. Insgesamt ist es etwa die Hälfte. Ein Viertel des Privatwaldes untersteht größeren Unternehmensgruppen mit 117 Hektar Wald im Durchschnitt. Der Rest wird unterschiedlich geführt, zum Teil auch als Kooperativen (etwa 2 Millionen Hektar). Die Zersplitterung bedeutet, dass sich eine wirtschaftliche Nutzung vielfach nicht auszahlt. Gleiches gilt für die forstwirtschaftlichen Dienstleister, die oft zu klein sind, um sich zu modernisieren.

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    Bei staatlichen Wäldern spielt die Forstbehörde ONF (Office national des forêts) eine große Rolle, da sie 40 Prozent des Holzes in Frankreich auf den Markt bringt. Mit 9.000 Mitarbeitern bewirtschaftet das ONF 4,3 Millionen Hektar Wald und ist besser ausgerüstet als die meisten Privatbesitzer. Innerhalb der Organisation gibt es aber starke Widerstände gegen eine stärkere kommerzielle Nutzung der Wälder.

    16.12.2021 Branchen | Land | Forstwirtschaft
    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Frankreich

    AHK berät beim Markteinstieg

    Ministère de l'Agriculture et de l'Alimentation

    Landwirtschafts- und Ernährungsministerium

    Institut technologique Forêt Cellulose Bois-Construction Ameublement (FCBA)

    Staatliches technisches Institut für Forst- und Holzwirtschaft

    France Relance

    Internetseite des Wirtschaftsministeriums zum Förderprogramm

    Office National des Forêts (ONF)

    Nationale Forstbehörde (bewirtschaftet Staatswald)

    Institut national de l’information géographique et forestière (IGN)

    Geografisches Institut

    Fédération Nationale du Bois (FNB)

    Verband der Forst- und Holzindustrie

    Syndicat des Exploitants de la Filière Bois (SEFB)

    Verband der forstwirtschaftlichen Betriebe

    Association des constructeurs et distributeurs de matériels forestiers (ASCODIF)

    Verband der Hersteller und Händler von forstwirtschaftlichen Maschinen

    Euroforest

    Nationale Messe für forstwirtschaftliche Maschinen

    Forexpo

    Messe für forstwirtschaftliche Maschinen in Südfrankreich


    Von Peter Buerstedde | Paris

  • Indonesien: Forstwirtschaft ist auf Technologieimporte angewiesen

    Die großen Waldflächen gehören zu den wichtigen wirtschaftlichen Ressourcen des Archipels. Rodungs- und Verarbeitungstechnik muss eingeführt werden. (Stand: 4. Dezember 2021)

    Indonesien gehört zu den waldreichsten Ländern der Welt. Allerdings hat der Inselstaat schon einen erheblichen Teil seiner Wälder verloren. Noch 1950 waren mehr als 80 Prozent des Landes bewaldet. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde erst unreguliert Tropenholz für den Export geschlagen. Danach wurden Wälder für den Anbau von Leichtholz gerodet, zunächst für die Produktion von Sperrholz, dann als Rohstoff für die stark expandierende Papier- und Zellstoffindustrie. Ab den 1990er-Jahren fielen große Waldgebiete Palmölplantagen zum Opfer, die mittlerweile 15 Millionen Hektar umfassen. Das entspricht der gemeinsamen Fläche von Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

    Die Waldrodungen haben in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen. Heute gilt noch etwa die Hälfte der Landesfläche als bewaldet, sowohl mit Primär- und Sekundär- als auch mit Plantagenwäldern. Die als Waldfläche veranschlagten 120 Millionen Hektar werden von der Forstverwaltung gemanagt, die wie deutsche Forstämter organisiert ist. Das Umwelt- und Forstministerium als oberste Verwaltungsebene organisiert die Konzessionsvergabe. Zwar lässt sich illegaler Holzeinschlag in einem so großem Land wie Indonesien nicht verhindern, es gibt laut Branchenexperten aber ernsthafte Bemühungen, ihn zu unterbinden. 

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    Die Wälder sind in verschiedene Kategorien unterteilt. So gibt es Schutzwälder („Sanctuary Reserve Area“, „Protection Forest“), Erhaltungswälder („Nature Conservation Area“, zum Beispiel Nationalparks) und Umwandlungswälder („Convertible Production Forests“), deren Nutzung den lokalen Kommunen erlaubt ist. Die kommerzielle Holzproduktion ist weitgehend auf Produktionswälder („Production Forests“) beschränkt. Außerdem gibt es in substanziellem Ausmaß Wald auf landwirtschaftlichen Flächen („APL“). Er ist schwächer reguliert, und die dortigen Rodungen sind international umstritten.

    Produktionswälder für die Papier- und Möbelindustrie

    Die Produktionswälder umfassen 44 Millionen Hektar (das entspricht etwa der gemeinsamen Fläche Deutschlands, der Niederlande und Belgiens). Sie unterteilen sich etwa zur Hälfte in die Naturwaldbewirtschaftung, aus der Holz für die heimische und europäische Möbelindustrie gewonnen wird, und in Plantagen, die Teakholz, aber vor allem Holz für die Papier- und Zellstoffindustrie produzieren.

    Die großen Zellstoffplantagen liegen in Sumatra und Kalimantan. Teak wird vor allem auf Java produziert. Dort werden mancherorts durch Landflucht freigewordene Flächen aufgeforstet und neben Teak (Nutzung nach zehn bis 15 Jahren) auch mit Leichtholz (Nutzung nach fünf Jahren) bepflanzt.

    Indonesien hat darüber hinaus ein Monopol bei Rattan, das vor allem auf Sumatra, Kalimantan und Sulawesi zu finden ist. Es wird in Naturwäldern geerntet oder in Rattangärten und Agroforstsystemen angebaut. Unverarbeitet ist der Export verboten.

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    Abnehmende volkswirtschaftliche Bedeutung

    Die Forstwirtschaft erwirtschaftet laut Statistikamt einen jährlichen Umsatz von etwa 7 Milliarden US-Dollar (US$), der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei rund 0,7 Prozent. Damit hat sie erheblich weniger Gewicht als etwa die Landwirtschaft (100 Milliarden US$), die Fischerei (30 Milliarden US$) oder der Bergbau (70 Milliarden US$). Zudem ist der Forstsektor in den vergangenen Jahren zumeist deutlich schwächer gewachsen als die gesamte Ökonomie. Daher sinkt ihre volkswirtschaftliche Bedeutung.

    Dennoch bietet sie direkt oder indirekt Millionen Menschen ein Auskommen (genaue Zahlen zur Beschäftigung fehlen) und bringt bescheidenen Wohlstand in Regionen, die andernfalls keine Entwicklungschance hätten. Die Forstwirtschaft ist zudem eine wichtige Grundlage für die wachsende Papier- und Zellstoffindustrie, auch wenn diese zusätzlich Holz aus dem Ausland importiert.

    Indonesiens Außenhandelsbilanz bei Holz ist dennoch deutlich positiv. Exportiert wird vor allem bearbeitetes Holz. Wichtigste Absatzmärkte sind China und Australien. Ein Problem der Forstwirtschaft ist der mangelnde Ausbau der Infrastruktur, der mancherorts eine konkurrenzfähige Holznutzung erschwert.

    Forstwirtschaft in Indonesien auf einen Blick

    2018

    2019

    2020 

    Produktion von Rundholz ("Sawn Timber", in 1.000 Kubikmetern)

    2.079

    k.A.

    k.A.

    Umsatz (Mrd. US$)

    6,8

    7,4

    7,4

    Investitionen (Mio. US$)

    258

    699

    122

    Investitionen kommen überwiegend aus dem Inland; Umrechnung nach dem jeweiligen JahresdurchschnittskursQuelle: Statistikamt BPS

    Die Forstwirtschaft ist weitgehend in heimischer Hand und wird - so wie viele andere Wirtschaftssektoren auch - von Staatsbetrieben dominiert. Von den umgerechnet 700 Millionen US$ Investitionen in den Sektor im Jahr 2019 kamen gerade einmal 36 Millionen US$ aus dem Ausland. In kleinerem Umfang sind malaysische, chinesische und koreanische Firmen aktiv. Wichtigstes ausländisches Unternehmen vor Ort dürfte aber die japanische Sumitomo Forestry sein, die mit ihren Tochterfirmen sowohl in der Bewirtschaftung als auch in der Holzverarbeitung tätig ist.

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    China mit Abstand wichtigster Techniklieferant

    Indonesien ist industriell schwach entwickelt, deshalb muss auch Holzverarbeitungstechnik weitgehend importiert werden - pro Jahr für eine niedrige dreistellige Millionensumme. Mit Abstand wichtigster Lieferant ist China. Einfache Handwerkzeuge kommen gar zu 80 bis 90 Prozent aus der Volksrepublik.

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    Der Archipel ist - auch im Vergleich zu den anderen ASEAN-Ländern - ein schwieriger Investitionsstandort. Rechtsunsicherheit, eine schwer berechenbare Bürokratie und mangelnde Corporate-Governance-Standards machen ausländischen Unternehmen das Leben schwer. Ein Befreiungsschlag soll die Anfang 2021 umgesetzte Liberalisierung des Investitionsrechts sein.

    Dabei wurde die Forstwirtschaft teilweise geöffnet. Sie unterliegt aber selbst dort, wo eine vollständige ausländische Eigentümerschaft möglich ist, weiterhin Beschränkungen, die derzeit laut Experten ein Engagement erschweren. Grundsätzlich benötigen Investoren in der Praxis - unabhängig von der formellen Marktoffenheit - einen starken einheimischen Partner.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Indonesien ("Ekonid")

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft (KLHK)

    Reguliert die Forstwirtschaft

    Indonesian Investment Coordinating Board (BKPM)

    Investitionsbehörde

    Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Jakarta

    Koordiniert zahlreiche Forstprojekte

    Asosiasi Pulp dan Kertas Indonesia (APKI)

    Verband der Papier- und Zellstoffindustrie

    Asosiasi Pengusaha Hutan Indonesia (APHI)

    Verband der Holzkonzessionäre

    Indogreen Environment & Forest Expo

    Messe für nachhaltige Forstwirtschaft


    Von Frank Malerius | Jakarta

  • Kanada: Das Land baut zukünftig stärker auf Holz

    Die Forstwirtschaft ist ein wichtiger Sektor im zweitgrößten Flächenstaat der Erde. Der Werkstoff Holz kann im Zuge der Klimapolitik an Bedeutung gewinnen. (Stand: 2. Mai 2022) 

    Kanada gehört zu den weltweit größten Produzenten und Exporteuren von Holz. Vor allem Weichholz (Softwood Lumber) und Schnittholz (Sawn Wood) sind wichtige Exportschlager. Obwohl das nordamerikanische Land sein Bauholz in über 150 Länder liefert, gehen 75 Prozent der Ausfuhr in die USA, wo Holz als wichtiges Vorprodukt in der Bauwirtschaft dient.

    Zur Forstwirtschaft werden in Kanada die Sektoren Waldwirtschaft, Holzverarbeitung und Zellstoff- sowie Papierproduktion gerechnet. Im Jahr 2020 trug der Wirtschaftszweig 1,2 Prozent zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts bei. Das ist der höchste Anteil unter den G7-Staaten. 

    Von 2010 bis 2015 trug die Forstwirtschaft jährlich zwischen 17 Milliarden und 20 Milliarden US-Dollar (US$, nominal) zur Wirtschaftsleistung bei und verzeichnete dabei jährlich ein geringes reales Wachstum. Jedoch stagniert der Sektor seit 2016. Steigende Rohstoffpreise erhöhten zwar das nominale Wachstum, die Branche konnte jedoch real nicht mehr zulegen. In der Coronapandemie schrumpfte die Wirtschaftskraft des Sektors infolge der Rezession deutlich.

    Forstwirtschaft in Kanada auf einen Blick

    2018

    2019

    2020 

    2021

    Produktion von Rundholz (in 1.000 Kubikmetern)

    65.629

    57.691

    55.716

    56.824

    Beschäftigung in der Forstwirtschaft 1) 

    187.144

    183.951

    169.154

    k.A.

    Umsatz der Forstwirtschaft (in Milliarden US$) 1) 2)

    62,2

    57,1

    57,1

    k.A.

    Investitionen der Forstwirtschaft (in Milliarden US$) 1) 2)

    2,0

    2,0

    1,8

    k.A.

    1) Forstwirtschaft umfasst die Sektoren Waldwirtschaft, Holzverarbeitung sowie Zellstoff- und Papierproduktion; 2) Umrechnung anhand folgender Wechselkurse 2018: 1 US$= 1,296 kan$; 2019: 1 US$ = 1,327 kan$; 2020: 1 US$ = 1,342 kan$Quelle: Statistics Canada 2022; Canadian Forest Service 2021

    Ungewisse Konjunktur trübt Ausblick 

    Der Ausblick für Kanadas Forstwirtschaft für die nächsten Jahre ist gemischt. Einerseits dürfte das erwartete Bevölkerungswachstum im Land sowie in den Hauptabnehmermärkten USA und China den Bedarf für Bauholz positiv beeinflussen. Außerdem ist die Erholung vieler Volkswirtschaften – inklusive der kanadischen – von der Coronapandemie noch nicht abgeschlossen. Das heißt, in der Bauwirtschaft besteht auch konjunkturbedingt Luft nach oben. Der maßgebliche Impuls für die Nachfrage nach kanadischem Bauholz kommt aber aus den USA, darunter vor allem aus dem Wohnungsbau.

    Auf der anderen Seite bestehen durchaus Risiken für eine mittelfristig eher schwache Entwicklung der kanadischen Forstwirtschaft. Die Zeichen einer Rezession in den nächsten 12 bis 18 Monaten mehren sich, vor allem in den USA. Dabei sind Zinserhöhungen und sinkende Realeinkommen nur zwei wichtige Boten einer wahrscheinlichen Drosselung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. 

    Belastend für die kanadische Forstwirtschaft sind zudem langfristige Trends wie der Nachfragerückgang nach Zeitungs-, Druck- und Schreibpapier. Dieser wird sich fortsetzen. Aktuell hindern im Bauholzsektor zudem vor allem Störungen in den Lieferketten eine reibungslose Markträumung. Große Holzunternehmen wie Canfor Corporation kündigen an, Vier-Tage-Wochen einführen zu müssen, da sie ihre vollen Lager nicht räumen können. Dies liege vor allem an fehlenden Transportmöglichkeiten für die Produkte, so Canfor.

    Anstieg der Bauholzpreise fördert Investitionen

    Unterm Strich erwartet das Ministerium Natural Resources Canada (NRCan) langfristig eine steigende Nachfrage nach Vollholz. Der Bedarf an Zellstoff und Verpackungspapier hingegen dürfte konstant bleiben. Der Verband Canadian Forest Industries erkennt aktuell Chancen für eine Kapazitätsausweitung der kanadischen Sägemühlen. Als Grund dafür nennt der Verband die unerwartet stark gestiegenen Bauholzpreise seit Mitte 2020. Die aktuell höheren Margen in der Holzverarbeitung lassen Investitionen in Kapazitätserweiterungen attraktiver werden.

    Für Ausrüster von Sägewerken und der Holzwerkstoffindustrie bieten sich in dieser Phase Geschäftschancen. Deutsche Technik ist in Kanada beliebt und große Maschinenhersteller wie Sennebogen verkaufen ihre Holzverarbeitungsmaschinen bereits erfolgreich an Forstunternehmen und Sägemühlen. Hohe Sicherheitsstandards der Maschinen zum Schutz der Arbeiter, modulare Konfiguration und inkludierte Trainingsstunden am Produkt sind in Kanada gern gesehen.

    Ausgewählte Großprojekte in Kanada (Investitionen in Millionen US-Dollar)

    Vorhaben

    Investitionssumme 

    Projektstand

    Projektträger

    Bau einer Produktionsstätte für OSB-Platten in Prince Albert, Saskatchewan

    198,9

    Projektstart 3. Quartal 2022, Fertigstellung 2023 

    One Sky Forest Products Ltd.

    Ausbau eines Sägewerks in Carrot River, Saskatchewan 

    79,5 

    Fertigstellung Herbst 2023 

    Dunkley Lumber 

    Ausbau eines Sägewerks in Fort William First Nation, Ontario 

    13,6 

    Geplante Inbetriebnahme im 3. Quartal 2022

    Resolute Forest Products 

    Erweiterung eines Werks zur Produktion von Sägewerksausrüstung in Mirabel, Quebec 

    1,2 

    Bauphase, Fertigstellung Sommer 2022 

    BID Group

    Umrechnung anhand des Wechselkurses 2021: 1 US$= 1,254 kan$Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2022

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    Waldwirtschaft dominiert von vielen kleinen Unternehmen

    In der kanadischen Forstwirtschaft sind insgesamt circa 8.000 Unternehmen aktiv. Davon arbeiten über 4.000 im Bereich Waldarbeit (Forestry, Logging), über 3.000 in der Holzverarbeitung und etwa 550 in der Papierherstellung. British Columbia, Quebec und Ontario sind die wichtigsten Provinzen für die Forstwirtschaft.

    Unter den Waldarbeitsfirmen beträgt der Anteil kleiner Firmen mit bis zu 99 Angestellten nahezu 100 Prozent. Es gibt nur zwei Unternehmen mit über 500 Beschäftigten. In der Holzverarbeitungsbranche verhält es sich ähnlich. Die Papierproduktion ist strukturell etwas breiter aufgestellt. Etwa 60 Prozent aller Firmen beschäftigen 5 bis 99 Mitarbeiter.

    Die größten Unternehmen der Holzwirtschaft in Kanada (Umsatz in Milliarden US-Dollar; Veränderung in Prozent)

    Firma

    2021

    Veränderung 2021/20

    West Fraser Timber Co. Ltd.

    10,5

    139

    Weyerhaeuser

    10,2

    36

    Canfor Corporation 

    6,1

    49

    Resolute Forest Products Inc. 

    3,7

    32

    Interfor Corporation 

    3,3

    50 

    Tolko Industries Ltd. *)

    k.A.

    k.A.

    J.D. Irving Sawmill Division *)

    k.A.

    k.A.

    *) Privatunternehmen, Jahresabschluss nicht verfügbar Quelle: Forest Economic Advisors 2021; Geschäftsberichte der Unternehmen 2022

    Trend zu nachhaltiger Wirtschaft schürt Nachfrage nach Biomasse und holzbasierten Produkten

    Das Produktrepertoire der kanadischen Forstwirtschaft umfasst alles von Bauholz über Paneele und Zellstoff bis hin zu Zeichenpapier. Unter anderem im Bausektor will die Regierung den Anteil des Werkstoffs Holz ausbauen. Zusätzlich kamen in den letzten Jahren im Zuge der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft neue Produkte hinzu. So erwartet das Ministerium NRCan, dass der Bedarf an kompostierbaren Biokunststoffen aus holzbasierter Biomasse weiter steigt. Diese sollen Einwegverpackungen zunehmend ersetzen.

    Ebenso wird der nachwachsende Rohstoff Holz immer häufiger für die Wärme- oder Stromerzeugung genutzt. Der Anteil von Biomasse an Kanadas Energieerzeugung verdoppelte sich seit den 1970er Jahren und liegt heute bei etwa 6 Prozent – Tendenz steigend. 

    Ausbau der Waldwirtschaft sowohl auf Bundesebene als auch lokal gefördert

    In British Columbia fördert die Behörde Forestry Innovation Investment die lokale Forstwirtschaft mit verschiedenen Programmen. Beispielsweise unterstützt das "Wood First"-Programm die Nutzung von innovativen, klimaschonenden Holzbauweisen. Auch in der Wohnraumausstattung und im täglichen Gebrauch soll der Werkstoff stärker eingesetzt werden.

    Kanadas Regierung hat zudem eine Reihe von Förderprogrammen aufgelegt. Eine gute Zusammenfassung und Links zu detaillierteren Informationen bietet die Website des NRCan.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Kanada

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Natural Resources Canada (NRCan)

    Für Forstwirtschaft zuständiges Ministerium

    Canadian Forest Services (CFS)

    Behörde für Wald und Forst

    Forest Products Association of Canada (FPAC) 

    Industrieverband Forstprodukte

    Canadian Wood Council (CWC)

    Industrieverband Holzindustrie 

    Canadian Institute of Forestry (CIF) 

    Verband verschiedener Berufsgruppen, die in Forstwirtschaft tätig sind

    BC Council of Forest Industries

    Jährlicher Branchenkongress für Forstwirtschaft; jüngster Termin: 27.-29.04.22; Vancouver, British Columbia

    Logging and Sawmilling Journal 

    Fachmagazin für Forst-, Holz- und verwandte Industrien

    Pulp and Paper Canada 

    Fachzeitschrift für Zellstoff- und Papierindustrie

    State of Mass Timber in Canada

    Übersicht über Produktionsstätten für Holzwerkstoffe (Mass Timber) in Kanada 

    Von Daniel Lenkeit | Toronto

  • Polen: Forstwirtschaft möchte digitaler werden

    Polen ist fünftgrößter Rundholz-Produzent der EU. Mit größeren Investitionen halten sich die Betriebe aber zurück. Neue Fördergelder könnten das ändern. (Stand: 21. Oktober 2021)

    Der wichtigste Akteur in der Forstwirtschaft ist die öffentliche Holding Staatswälder (Lasy Państwowe; LP). Der private Forst spielt bei der Holzproduktion kaum eine Rolle. Obwohl sich 19,3 Prozent aller Wälder in nicht-öffentlicher Hand befinden, stammen nur rund 3 Prozent aller Rundhölzer aus privaten Liegenschaften. LP dominiert den Markt mit einem Anteil von 92 Prozent.

    Wälder bedecken über ein Viertel der Fläche Polens. Die größten forstwirtschaftlichen Gebiete existieren in den Woiwodschaften Lubuskie und Podkarpackie. Nadelbäume machen rund 75 Prozent der jährlichen Holzernte aus.

    Holzwirtschaft in Polen auf einen Blick

    2018

    2019

    2020

    Produktion von Rundholz (in 1.000 Kubikmetern)

    45.590

    42.366

    39.674

    Beschäftigung in der Forstwirtschaft

    72.600

    63.200

    72.300

    Umsatz der Forstwirtschaft (in Millionen Euro)

    2.418

    2.241

    k.A.

    Investitionen der Forstwirtschaft (in Millionen Euro)

    214,6

    196,3

    k.A.

    Quelle: Główny Urząd Statystyczny (GUS) 2021; Eurostat 2021

    Staatsbetrieb verkauft Holz nur online

    Das staatliche Forstunternehmen LP verkauft auf zwei Internetplattformen: über den Ausschreibungsdienst Waldholzportal (Portal Leśno-Drzewny; PLD) und das Auktionshaus E-Holz (E-Drewno). Jährlich vertreibt LP 40 Millionen Kubikmeter Holz, davon bis zu 80 Prozent über Ausschreibungen. Wo gefällt werden soll, regeln die Bewirtschaftungspläne (Plan Urządzenia Lasu; PUL) der Förstereien. 

    Bei der Bewirtschaftung der Wälder greift LP auf eigene Regionalbüros und auf die Unterstützung von Dienstleistern (Zakład usług leśnych; ZUL) zurück. Die ZUL übernehmen Aufgaben wie den Holzeinschlag oder die Aufforstung. Im Jahr 2021 zahlte LP rund 630 Millionen Euro an externe Betriebe.

    Verarbeitende Industrie kritisiert Holzausfuhren

    Polen exportiert etwa doppelt so viel Holz wie es importiert. China kaufte 2020 fast die Hälfte aller polnischen Rohholz-Exporte. Damit hat das Reich der Mitte Deutschland von Platz eins der größten Abnehmer verdrängt. Polens wichtigste Lieferanten waren 2020 Deutschland, Skandinavien, das Baltikum und Belarus.

    Die Holzausfuhren sorgen für Kontroversen. Heimische Verarbeiter kämpfen mit gestiegenen Rohstoffkosten. Im August 2021 lagen die Auktionspreise von LP im Schnitt um 71 Prozent über dem Vorjahreswert. Mitverantwortlich sind nach Ansicht der Wirtschaftskammer der Holzindustrie Polens (Polska Izba Gospodarcza Przemysłu Drzewnego; PIGPD) die Exporte in die USA. Auf dem amerikanischen Markt könnten Händler nach Angaben des Verbandes aktuell viermal höhere Umsätze als in Polen erzielen.

    PIGPD fordert die Staatsholding LP auf, ein Exportverbot zu verhängen. Bliebe mehr Holz in Polen, würden auch die lokalen Preise sinken. Sorge bereitet der Kammer die Situation in China. Die Volksrepublik benötige dringend Holz und habe kaum eigene Vorkommen.

    LP kontert, man exportiere selber kein Holz. Ferner habe man keinen Einfluss darauf, wie Kunden das eingekaufte Holz verwenden. Händler können es ausführen. Tatsächlich hat LP aber Ende September 2021 die Verkaufsbedingungen angepasst. Bislang ist der Preis das alleinige Zuschlagskriterium bei den Ausschreibungen im PLD. Ab 2022 berücksichtigt LP auch, ob der Käufer das Holz verarbeitet und wo die Verarbeitung stattfindet. Firmen mit Verarbeitung in der Europäischen Union (EU) erhalten bei der Angebotsbewertung einen Bonus. 

    Sägewerke sind bei Investitionen zurückhaltend

    Der Markt für die Bearbeitung von geschlagenem Holz in Sägewerken ist sehr kleinteilig. Laut PIGPD beschäftigt nur 1 Prozent der landesweit 9.300 Sägewerke mehr als 50 Personen. Die Sägeindustrie erwirtschaftet aufgrund der niedrigen Wertsteigerung kleinere Gewinne als andere Zweige der Holzwirtschaft. Die leistungsfähigsten Betriebe Polens gehören zu internationalen Möbel- und Papierkonzernen, darunter Stalment, Ikea und Stora Enso.

    Große Investitionsprojekte sind aktuell die Ausnahme. Das Sägewerk Tartak Gałka nahm 2020 eine neue Produktionsstätte für 8 Millionen Euro in Betrieb. Der Holzverarbeiter KPPD investiert 2021 rund 5,2 Millionen Euro in neue Anlagen. Nahe der Stadt Wieluń baut die Firma Tartak Witkowscy ein neues Werk für die Produktion von Brettschichtholz.

    Vorerst auf Eis liegt ein Großprojekt des österreichischen Sägebetriebs Binderholz. Das Unternehmen wollte in Warmińsko-Mazurskie einen Produktionsstandort für 300 Millionen Euro aufbauen. Lokale Sägewerke fürchteten, der internationale Konkurrent würde den gesamten Holzbestand aufkaufen. Proteste bei der Gemeinde hatten Erfolg. Binderholz erhielt kein Bauland. Jetzt sucht das Unternehmen nach einer fertigen Halle zum Kauf.

    Die Forstgesellschaft LP möchte in Technologien und Software zur Erfassung des Holzbestandes und zur Überwachung der Wälder investieren. Ohne Preise zu nennen, kündigte die Holding im September 2021 an, Drohnen und Brandschutztechnik einzukaufen. Bislang sind die jährlichen Investitionen von LP rückläufig. 2020 gab das Unternehmen für Maschinen und Werkzeuge 3,8 Millionen Euro aus. Im Jahr 2018 waren es noch 7,6 Millionen Euro.

    Auch die ZUL halten sich mit Ausgaben zurück. Oft fehlt es an Kapital. Kleinstbetriebe mit weniger als neun Beschäftigten prägen den Markt. Laut Branchenzeitung Gazeta Leśna hatten im September 2021 nur 11 Prozent der Unternehmen Pläne für weitere Anschaffungen.

    Die größten Unternehmen der Holzwirtschaft in Polen (Einnahmen in Millionen Euro; Veränderung in Prozent)

    Firma

    2019

    Veränderung 2018/2019

    Ikea Industry Poland

    1.140

    -1,5

    Stelmet S.A.

    143

    8,9

    Stora Enso Wood Products

    126,1

    -5,5

    KPPD Szczecinek S.A.

    70,9

    -1,5

    Tartak Olczyk

    49,1

    37,9

    Quelle: Przemysł Drzewny Research & Development 2021, eigene Berechnung auf Basis von Jahresberichten

    Neue Maschinen mit EU-Geldern

    Der neue Haushalt der EU könnte die Investitionen ankurbeln. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erhält Polen zwischen 2021 und 2027 rund 22 Milliarden Euro. Die Mittel sollen auch in Technologien zur Bewirtschaftung von Wäldern fließen. Hierzu gehören etwa Fäll- und Schneidwerkzeuge oder Transportmittel. Projekte rund um Aufforstung und Brandschutz haben ebenfalls Anspruch auf Unterstützung.

    Profitieren könnten darüber hinaus die Forstbetriebe ZUL. Das Umweltministerium kündigte in einem Strategiepapier an, über die EU-Töpfe Zuzahlungen für den Kauf von Waldmaschinen bereitzustellen. Unternehmen, die beispielsweise Holzvollernter einkaufen, erhalten Subventionen in Höhe von bis zu 111.000 Euro. Ab 2022 könnten erste Maßnahmen aus der GAP starten.

    Ähnliche Programme trafen in der Vergangenheit auf großes Interesse. Davon profitierten auch deutsche Hersteller. Der Wert der aus Deutschland nach Polen exportierten Agrar- und Forstmaschinen stieg zwischen 2016 und 2020 um 69 Prozent auf zuletzt 473,5 Millionen Euro.

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    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Polen

    Anlaufstelle und Kontaktvermittler für deutsche Unternehmen

    Ministerium für Umwelt und Klima

    Hat die Aufsicht über die Holding Staatswälder (Lasy Państwowe)

    Lasy Państwowe

    Staatliche Gesellschaft, die 75 Prozent aller Wälder in Polen verwaltet

    Portal Leśno-Drzewny

    Über das Ausschreibungsportal verkauft Lasy Państwowe Holz

    E-Drewno

    Über das Auktionshaus verkauft Lasy Państwowe Holz

    Polska Izba Gospodarcza Przemysłu Drzewnego

    Kammer der Holzwirtschaft Polens

    Związek Polskie Okna i Drzwi

    Verband Polnische Türen und Fenster

    Ogólnopolska Izba Gospodarcza Producentów Mebli

    Kammer der Möbelproduzenten Polens

    Eko-Las

    Polens größte Messe rund um Forstwirtschaft

    Drewno.pl

    Führendes Nachrichtenportal zur Forstwirtschaft in Polen

    Gazeta Leśna

    Monatlich erscheinende Zeitschrift über die Forstwirtschaft in Polen

    Katalog PIGPD

    Katalog mit den größten Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben in Polen

    Von Christopher Fuß | Warschau

  • Schweden: Entwicklungswille stößt auf Wachstumshürden

    Dank seiner Wälder ist Schweden drittgrößter Exporteur von Zellstoff, Papier und Schnittholz weltweit. Zahlreiche Hürden hemmen allerdings das Wachstumspotenzial. (Stand: 21. Oktober 2021)

    Schweden verfügt mit über 30 Millionen Hektar über die größte Waldfläche Europas. Etwa die Hälfte der Fläche gehört Privatpersonen, ein Viertel Forstunternehmen und etwa 20 Prozent dem Staat. Laut dem Branchenverband Swedish Forest Industries (Skogs Industrierna; SI) werden 80 Prozent der Waldflächen aktiv bewirtschaftet. Im Jahr 2020 wurden laut der schwedischen Forstbehörde (Skogsstyrelsen) auf knapp 963.000 Hektar Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzung, Aussaat und Rodung durchgeführt. Die größten bewirtschafteten Flächen befanden sich in den Regionen Götaland, Svealand sowie im Norrland.

    Holzwirtschaft in Schweden auf einen Blick

    2018

    2019

    2020 1)

    Produktion von Rundholz (ohne Rinde; in 1.000 Kubikmetern), davon:

    73.100

    74.400

    74.400

      Nadelholzstämme

    36.400

    37.200

    37.000

      Holz für die Zellstoffherstellung

    30.800

    31.300

    31.500

      Brennholz

    5.500

    5.400

    5.400

    Beschäftigte in der Forstwirtschaft

    25.300

    21.000

    18.800

    Umsatz der Forstwirtschaft (in Millionen Euro)2)

    7.085

    7.441

    k.A.

    Investitionen der Forstwirtschaft (in Millionen Euro)

    1.047

    k.A.

    k.A.

    1) vorläufige Zahlen; 2) Umrechnung nach dem jeweiligen Jahresdurchschnittskurs der EZBQuelle: Skogsstyrelsen; Schwedisches Statistikamt SCB 2021

    Laut Forstbehörde wurden 2020 über 93 Millionen Kubikmeter Wald abgeholzt, 2021 könnten es etwa 3 Prozent mehr werden. Die Fällkosten je Kubikmeter reichten 2020 von knapp unter 10 Euro bei Verjüngung bis über 21 Euro bei Durchforstungsmaßnahmen. Auch weil der Anteil der punktuellen Abholzung zunimmt, steigen die Durchschnittskosten kontinuierlich.

    Dasselbe gilt für die Bodenpreise. Laut der Immobilienagentur Ludvig & Co lagen sie Mitte 2021 zwischen etwa 3.000 Euro je Hektar im Norden des Landes, über 8.000 Euro in der Landesmitte bis hin zu etwa 12.500 Euro im Süden. Demnach betrug der Anstieg je Kubikmeter Holz im Jahresvergleich knapp 13 Prozent. Während sich im Norden innerhalb der letzten 10 Jahre das Preisniveau kaum verändert hat, stieg es im Süden um etwa ein Drittel.

    Die größten Unternehmen der Holzwirtschaft in Schweden (Umsatz in Millionen Euro 1)

    Firma

    2020

    Veränderung 2020/19 2)

    Stora Enso

    8.553

    -14,9

    BillerudKorsnäs

    2.278

    -2,3

    Södra

    1.941

    -12,2

    SCA

    1.756

    -6,0

    Sveaskog

    629

    - 8,5

    Holmen Group, Forstsegment

    561

    -6,4

    Bergkvist Siljan Gruppe

    255

    31,7

    1) Gemäß EZB Jahresdurchschnittskurs 2020: 1 Euro = 10,4848 skr; 2) Auf Basis der LandeswährungQuelle: Geschäftsberichte der Unternehmen 2021

    Digitaler Kampf gegen Tierschäden

    Auch natürliche Faktoren lassen die Kosten hochschnellen. Nach den großflächigen Waldbränden 2018 fielen die Verluste in den Folgejahren zwar kleiner aus. Dafür treibt der Borkenkäfer sein Unwesen: 2020 zerstörte er geschätzte 8 Millionen Kubikmeter Holz. Im Rahmen des Programms Stoppa borrarna werden deswegen unter anderem digitale Lösungen zur Bekämpfung des Insekts gefördert. Über das National Forest DataLab wurden 3.100 Drohnenfotos frei zugänglich gemacht, die über 200.000 Bäume identifizieren. Zusammen mit den im Frühjahr veröffentlichten Bildern zum Lerchensackwürmer-Befall sollen diese bei der Entwicklung von Systemen auf Basis künstlicher Intelligenz helfen. „Daten sind für viele Entwickler ein knappes Gut, daher hoffen wir, dass wir damit die Entwicklung ankurbeln können", sagt Projektleiter Bengt Djuvfeldt.

    Problematisch bleibt auch die Abgrasung durch Geweihträger. Laut Untersuchungen war 2020 jede zehnte Jungkiefer dadurch beschädigt - nationales Ziel sind höchstens 5 Prozent. Hiergegen kommen unter anderem digitale Karten zum Einsatz. „Dadurch haben wir bessere Möglichkeiten, Vorschläge für Maßnahmen sowohl für das Management unserer Wildtierpopulationen als auch für gezielte Präventivmaßnahmen in der Forstwirtschaft zu finden", sagt Carina Olofsson Boström, Koordinatorin der schwedischen Forstbehörde für das Projekt Forest and Wildlife Collaboration.

    Hilfe für einen grünen Schub

    Einem Bericht von SI und der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) zufolge, wird die Produktion der schwedischen Forstwirtschaft bis 2035 hauptsächlich mangels Rundholz nicht mit dem einheimischen Bedarf schritthalten können. Bis dahin wird der Holzbedarf der Zellstoffhersteller durchschnittlich um jährlich 0,4 Prozent und der Sägewerke um 0,2 Prozent zulegen. Die Papierproduktion soll insgesamt leicht rückläufig sein, der Output an Verpackungspapier aber weiter steigen. Insgesamt ergebe sich ein Zusatzbedarf von 19 Millionen Kubikmetern, der die Importnachfrage ankurbeln dürfte.

    Ausgewählte Großprojekte in Schweden (Investitionen in Millionen Euro)

    Vorhaben

    Investitionssumme *)

    Projektstand

    Projektträger

    Modernisierung Papierfabrik, Frövi (in der Nähe von Örebro)

    ca. 255

    Inbetriebnahme Ende 2023; Auftragsvergabe im April 2021

    BillerudKorsnäs

    Neuer Rückgewinnungskessel wird geliefert von Andritz 

    Bioethanol-Anlage, Göteborg

    245

    Inbetriebnahme im 2. Quartal 2023

    SCA

    St1

    Ausbau Produktion Papierfabrik, Örnköldsvik

    210

    Start vorbereitende Bauarbeiten Oktober 2021

    Metsä Board (Metsä Group)

    Ausbau Produktion, Ortviken (CTMP-Anlage; Chemi-ThermoMechanical Pulp)

    ca. 142 

    Bau- und Bodenarbeiten haben bereits begonnen; Inbetriebnahme Anfang 2023

    SCA

    Neues Sägewerk, Kinnared (Region Halland)

    ca. 98

    Ausbaupläne wurden im August 2021 bekannt; geplante Fertigstellung: 2028/29

    Derome

    Modernisierung Sägewerk, Edanesågen (Region Värmland)

    44,5

    Geplante Fertigstellung 1. Jahreshälfte 2024

    Moelven

    Ausbau Zellstoffproduktion, Nymölla (in der Nähe von Kristianstad, Region Skåne)

    26

    Projektstart 2. Quartal 2021, Fertigstellung 3. Quartal 2022

    Stora Enso

    Ausbau Sägewerk, Valåsen (bei Karlskoga)

    18,3

    Fertigstellung 2024

    Moelven

    Neue Sägelinie, Skinnskatteberg (Region Västmanland)

    16,8

    Investitionsbeschluss im Juli 2021

    Setra

    *) EZB-Umrechnungskurs vom 09.09.2021: 1 Euro = 10,1863 schwedische KronenQuelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2021

    Einer Steigerung der Investitionen in der Forstwirtschaft dürfte dies aber keinen Abbruch tun. Laut des Fossilfrei-Plans der Forstindustrie will sie bis 2030 beim Antrieb ihrer mobilen Waldmaschinen umweltneutral werden. Die Produktionskapazitäten für Biokraftstoffe sollen von etwa 1 Terawattstunde im Jahr 2015 binnen 15 Jahren verzehnfacht werden. Der Fuhr- und Maschinenpark muss modernisiert werden. Jährlich werden in Schweden jeweils etwa 300 neue Forwarder und Holzvollernter verkauft. Arbeitsmaschinen müssen sowohl in hohen wie sehr niedrigen Außentemperaturen funktionieren. Wegen der meist großen Entfernung zur gewöhnlichen Infrastruktur ist eine interne Treibstofflogistik ein Muss.

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    Kauf von nachhaltigen Maschinen wird gefördert

    Bei der Finanzierung hilft teilweise der Staat. So erstattet die Schwedische Energieagentur im Rahmen der Klimatpremien bis zu 20 Prozent des Kaufpreises von nachhaltigen Lastwagen und Elektromaschinen. Die Forstbehörde verwaltet gleich mehrere Fördertöpfe. Antragsteller können bis zu 30.000 Euro für die Bewirtschaftung ihrer Wälder beantragen. Für Ausdünnung oder das sogenannte Back- und Fuelburning werden bis zu 900 Euro pro Hektar gezahlt. In den Jahren 2021 bis 2023 werden ferner etwa 16 Millionen Euro für die Wiedervernässung von bis zu 5.000 Hektar Mooren ausgezahlt.

    Damit finanzschwächere Kleinstunternehmen mitziehen können, bietet beispielsweise Sveaskog ein eigenes Leasingprogramm an. "Ein großer Teil unseres Geschäfts findet in ländlichen Gebieten statt, und wir brauchen lokale Auftragnehmer, die die Arbeiten im Wald ausführen können. Viele weisen auf den Mangel an Finanzierungsmöglichkeiten als Hindernis für die Entwicklung unseres Geschäfts hin", sagt Firmenchef Per Matses.

    Moderne Planungstools werden benötigt

    Vor allem kleineren Forstbetrieben und -eigentümern fehlt es an modernen Planungstools. In den bisherigen Forstplänen und Analysen der Forstagentur fehlt die wirtschaftliche Komponente, bemängelt Kerstin Dafnäs, Vorsitzende von Spillkråkan, dem Verband der Waldeigentümerinnen. Rentabilität und Finanzen stünden ganz oben auf der Themenliste. „Angesichts der zunehmenden Risiken und der immer komplexeren Abwägungen, die Waldbesitzer treffen müssen, ist es wichtiger denn je, dass der Entscheidungsprozess einen großen Schritt nach vorne macht. Mit den heutigen Technologien und Datenmengen sind alle Voraussetzungen dafür gegeben“, unterstreicht Dafnäs.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Schweden

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Wirtschaftsministerium

    für Forstwirtschaft zuständiges Ministerium

    Skogsstyrelsen

    Schwedische Behörde für Wald und Forst

    Naturvårdsverket

    Behörde für Umweltschutz

    Swedish Forest Industries

    Nationaler Branchenverband der Forstindustrie

    Swedish Wood

    Branchenverband Holzindustrie

    Skogsentreprenörerna

    Branchenverband für KMU in der Forstwirtschaft

    Skogsaktuellt

    Informationsportal für Forstwirtschaft mit zahlreichen Beiträgen zu Forsttechnologien

    Landskogsbruk

    Informationsportal für Forstwirtschaft

    Woodnet

    Informationsportal für Forst-, Holz- und verwandte Industrien

    Skogs Sverige

    Informationsportal für Forst-, Holz- und verwandte Industrien

    Elmia Wood

    Fachmesse; nächster Termin: 2. - 4. Juni 2022, Jönköping

    SkogsNolia

    Fachmesse, nächster Termin: Juni 2023, Umeå

    Von Michał Woźniak | Stockholm

  • Spanien: Rund 400 Millionen Euro für nachhaltige Forstwirtschaft

    Spanien setzt auf mehr nachhaltige Forstwirtschaft. Fördermittel aus Brüssel sollen die Modernisierung voranbringen. (Stand: 21. Oktober 2021)

    Spanien stand 2019 laut Eurostat für 4 Prozent der Rundholzproduktion in der Europäischen Union. Und die Erzeugung könnte wesentlich ausgeweitet werden. Das Land ist zu einem Drittel von Wald bedeckt. Der Bestand hat seit 1990 stark zugenommen. Laubbäume überwogen 2019 mit 56 Prozent, während 37 Prozent auf Nadelbäume entfielen. Der Rest bestand aus Mischwäldern.

    Holzwirtschaft in Spanien auf einen Blick

    2018

    2019

    2020 

    Produktion von Rundholz (in 1.000 Kubikmetern)

    18.963

    18.961

    k.A.

    Beschäftigung in der Forstwirtschaft (in Tausend)

    29,4

    28,0

    25,9

    Produktion der Forstwirtschaft (in Millionen Euro)*)

    1.866

    k.A.

    k.A.

    Bruttowertschöpfung (in Millionen Euro)

    1.010

    k.A.

    k.A.

    *) inklusive verbundene sekundäre TätigkeitenQuelle: Eurostat 2021

    Die Holzproduktion blieb 2019 knapp unter dem Vorjahresergebnis. Im Vorjahr war der Spitzenwert seit Beginn der Aufzeichnungen registriert worden. Spanien nutzt trotzdem nur einen Teil seines Potenzials. Im Januar 2021 berichtete die Wirtschaftszeitung El Economista, dass nur knapp 40 Prozent des jährlich möglichen Produktionsvolumens ausgereizt würde. Andere europäische Länder verwerteten hingegen 75 Prozent des zur Verfügung stehenden Holzes. Der stärkere inländische Holzeinschlag könnte die Importabhängigkeit reduzieren.

    Holzeinschlag konzentriert sich auf Nordspanien

    Von der gesamten Holzmenge wurden 87 Prozent auf privatem Gelände gewonnen und 13 Prozent auf öffentlichen Grundstücken. Auch die regionale Konzentration war stark. Lediglich 6 der 50 Provinzen erreichten mehr als 1 Million Kubikmeter Holzeinschlag. Alle liegen im Norden des Landes: Asturien, die galizischen Provinzen A Coruña, Lugo und Pontevedra sowie die baskischen Gebietseinheiten Bizkaia und Gipuzkoa.

    Vorherrschende Baumarten sind Eukalypten mit 39 Prozent, die Monterey-Kiefer mit 26 Prozent sowie die See-Kiefer (pinus pinaster) mit 16 Prozent. In ihrem Aufbau- und Resilienzplan übt die Regierung Kritik an Monokulturen wie Eukalypten wegen fehlender Biodiversität.

    Die Produktionszahlen können Unschärfen aufweisen. Dem Umweltministerium zufolge beruhen die Angaben wegen fehlender Daten aus dem Privatsektor teils auf Schätzungen.

    Die wirtschaftliche Bedeutung der spanischen Wälder reicht erheblich über die Holzproduktion hinaus. Im Jahr 2019 wurden 48.798 Tonnen Kork gewonnen. Jeweils rund 11.000 Tonnen erreichte die Produktion von Pilzen, Kastanien und Harzen. Hinzu kamen 1.401 Tonnen Pinienkerne und 8.055 Kilogramm Trüffel.

    Private Eigentümer dominieren die Struktur. Im Jahr 2018 befanden sich 72 Prozent des Waldes in Spanien in Privatbesitz und 28 Prozent in öffentlichem Eigentum.

    Die größten Unternehmen der Holzgewinnung in Spanien (Umsatz in Millionen Euro; Veränderung in Prozent)

    Firma

    2019

    Veränderung 2019/18

    Central Forestal Sociedad Anónima

    77,5

    4,6

    Maderas Kepa Atutxa

    12,7

    122,8

    Bizkaiko Basalan Azkiozko Baltzua AB

    8,6

    14,7

    Maderas Campos

    7,1

    -6,6

    Maderas Saratxaga 

    4,8

    14,3

    Carbodiaz

    4,6

    43,7

    Veolia Biomasa España

    4,5

    18,4

    Ionaritz

    4,2

    13,5

    Quelle: Ranking de Empresas Españolas 2020. El Economista

    Die größten Unternehmen der Holzwirtschaft in Spanien 1) (Umsatz in Millionen Euro; Veränderung in Prozent)

    Firma

    2019

    Veränderung 2019/18

    Financiera Maderera 

    660,3

    -0,5

    Garnica Plywood 2)

    171,2

    -1,9

    Sonae Arauco España

    148,0

    -3,6

    Kronospan

    105,7

    -3,1

    Industrias del Tablero

    82,7

    -5,8

    Tableron Losan

    50,9

    -4,5

    Pina 

    48,8

    20,8

    Tableros Hispanos

    41,9

    -3,2

    Topform

    38,1

    k.A.

    1) Bretter- und Furnierholzhersteller; 2) Berechnung auf Grundlage der Umsätze von Garnica Plywood Valencia de Don Juan und Garnica Plywood Baños de Rio TorbaQuelle: Ranking de Empresas Españolas 2020. El Economista; Las 2.500 mayores empresas de España 2019. Actualidad Económica

    Der Anteil nachhaltig bewirtschafteter Waldflächen nimmt seit 2006 zu und lag 2019 bei 5,5 Millionen Hektar. Das entsprach 20 Prozent des Gesamtbestands. Nach dem PEFC-Standard waren 12,5 Prozent der Flächen zertifiziert sowie 1,8 Prozent gemäß der FSC-Vorgaben.

    Auf der Ebene des Zentralstaats und der 17 Autonomen Gemeinschaften existieren viele Regeln, Pläne, Programme und Kommissionen, die sich ganz oder teilweise mit der Forstwirtschaft beschäftigen. Der spanische Aufbau- und Resilienzplan bündelt und verzahnt Aktivitäten und bietet einen guten Überblick.

    Nachhaltigkeit und Schutz vor Waldbränden soll verbessert werden

    Schwerpunkte der politischen Ziele sind mehr Nachhaltigkeit und ein besserer Schutz vor Waldbränden. Davon waren 2020 knapp 66.000 Hektar Wald betroffen. Insbesondere in Aragón richteten Feuer hohe Schäden an.

    Neben Bränden ist die Forstwirtschaft auch von Bodenerosion, Wassermangel, Desertifikation und steigenden Temperaturen bedroht. Zudem sinkt die Bevölkerungszahl in vielen dünn besiedelten Provinzen. Auf 73 Prozent der Fläche Spaniens leben nur 13 Prozent der Bevölkerung.

    Seit Beginn der Coronakrise erhält der Holzbedarf der Bauwirtschaft vor allem Impulse durch Renovierungen und Modernisierungen von Privathaushalten. Das Geschäft mit Hotels, Restaurants und dem Handel brach hingegen wegen Umsatzrückgang und Beschränkungen ein.

    Tendenziell genießt Holz durch den Trend zu nachhaltigem Konsum einen Vorteil. Der komplette Holzbau von Gebäuden konnte sich hingegen weniger durchsetzen als in anderen Ländern. Eine Schätzung von 2015 besagte, dass es seinerzeit nur etwa 20.000 Holzhäuser im Land gab. Laut der Zeitung El País bestanden vor allem Zweifel an der Stabilität und Haltbarkeit der Häuser.

    Unternehmen aus dem Zweig der Holzverpackungen organisieren sich seit 30 Jahren im Fachverband Fedemco. Dessen Mitglieder stellen unter anderem Verpackungen für Obst, Gemüse und Fisch her.

    Der Aufbau- und Resilienzplan unterstreicht die Chancen von Biomasse als erneuerbarer Energie. In diesem Bereich sind bereits viele Aktivitäten zu verzeichnen: Auf der Fachveranstaltung Expobiomasa im September 2021 präsentierten sich rund 300 Aussteller.

    Aufbauplan umfasst 401 Millionen Euro für nachhaltige Forstwirtschaft 

    Die staatliche Förderung der Forstwirtschaft stützt sich ab 2021 hauptsächlich auf die Mittel aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität. Die Gesamtinvestitionen betragen 401,1 Millionen Euro.

    Angekündigt sind technische Unterstützung für Waldbesitzer und öffentliche Eigentümer. Zudem soll die Abwanderung aus ländlichen Gebieten bekämpft werden. Im Sinne des Brandschutzes wird insbesondere eine bessere Ausrüstung mit Fahr- und Flugzeugen sowie Hubschraubern zur Waldbrandbekämpfung angestrebt.

    Die Herstellung land- und forstwirtschaftlicher Maschinen legte im 1. Halbjahr 2021 deutlich zu. Der Produktionsindex des Statistikamts INE lag um 23,2 Punkte über dem Vorjahreswert.

    Spanien importierte 2020 Land- und Forstmaschinen für knapp 1,03 Milliarden Euro. Damit sank die Einfuhr um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Deutschland wurden sogar 24 Prozent weniger Maschinen bezogen als 2019. Der Importwert lag bei 233 Millionen Euro.

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    Eine Investition des Energiekonzerns Iberdrola weist in die Zukunft der Forstwirtschaft. Iberdrola verstärkte sich mit dem Wiederaufforstungs-Start-up CO2 Revolution, das mithilfe von Drohnen und Big Data das Wiederaufforsten massiv beschleunigen will. Laut der Wirtschaftszeitung Cinco Días können bis zu 100.000 Samen von Bäumen, Gräsern oder Sträuchern pro Tag ausgebracht werden.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Spanien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Ministerio para la Transición Ecológica y el Reto Demográfico

    Ministerium für Umwelt und Demografie

    Ministerio de Industria, Comercio y Turismo 

    Ministerium für Industrie, Handel und Tourismus

    Sociedad Española de Ciencias Forestales 

    Spanische Forstwissenschaftsgesellschaft

    Asociación Nacional de Empresas Forestales (ASEMFO)

    Verband der Forstunternehmen

    Asociación Española del Comercio e Industria de la madera (AEIM)

    Verband der Holzindustrie

    Asociación Española de Fabricantes de Pasta, Papel y Cartón (ASPAPEL)

    Verband der Papier- und Zellstoffhersteller

    Sercobe

    Verband der Investitionsgüterhersteller

    Revista Ambienta 

    Zeitschrift für Umweltpolitik. Vierteljährlich online. 

    Congreso Forestal Español 

    Kongress für die Fortwirtschaft. Nächster Termin in Lleida (Katalonien) von 27.06. bis 01.07.22

    Congreso Nacional de Medio Ambiente 2020 (CONAMA) 

    Umweltkongress in Madrid. Nächster Termin im Sommer 2023.

    FIMMA Maderalia

    Internationale Messe für Materialien und Technologie für die Möbelindustrie in Valencia von 29.03. bis 01.04.22

    Plataforma de Contratación del Estado

    Zentrale Veröffentlichungsstelle für öffentliche Ausschreibungen


    Von Oliver Idem | Madrid

  • Tschechien: Waldschäden sorgen für Rekordholzernte

    Als einer der größten Rohholz-Exporteure will Tschechien die heimische Wertschöpfung steigern. Bevorzugter Technikausrüster ist Deutschland. (Stand: 17. Dezember 2021)

    Die Tschechische Republik verfügt über etwa 2,6 Millionen Hektar Wald. Das entspricht gut einem Drittel der Landesfläche. Laut Eurostat stand  das Land 2019 für etwa 6,4 Prozent der Rundholzproduktion in der Europäischen Union (EU).

    Im Jahr 2020 wurden in Tschechiens Wäldern insgesamt 35,8 Millionen Kubikmeter (Festmeter) Holz geerntet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Mittel. Bei einem Großteil des Holzeinschlages handelt es sich um Nadelholz (96,5 Prozent). Nach Holzarten ist Fichte mit 90,3 Prozent am häufigsten vertreten.

    Forstwirtschaft in Tschechien auf einen Blick

    Indikator

    2018

    2019

    2020

    Produktion von Nadelrundholz (in 1.000 Kubikmetern; ohne Rinde), davon

    23.213

    29.113

    34.487

       Nadelholzstämme (Säge- und Furnierholz) 1)

    13.993

    18.514

    20.286

       Zellstoff und anderes Industrieholz2)

    6.020

    6.103

    8.036

       Brennholz

    3.200

    4.496

    6.165

    Produktion von Laubrundholz (in 1.000 Kubikmetern; ohne Rinde)

    1.476

    1.273

    1.267

    Beschäftigung in der Forstwirtschaft

    33.000

    26.400

    30.900

    Produktion der Forstwirtschaft (in Millionen Euro) 3), 4)

    2.748

    2.721

    k.A.

    Bruttowertschöpfung der Forstwirtschaft (in Millionen Euro) 4)

    1.109

    933

    k.A.

    Bruttoanlageinvestitionen der Forstwirtschaft (in Millionen Euro) 4)

    193,8

    191,2

    k.A.

    1) inkl. Pfahlholz, Grubenholz und Grubenstützen; 2) inkl. Holzstoff/Holzschliff; 3) inkl. verbundene sekundäre Tätigkeiten; 4) Umrechnung nach jeweiligem JahresdurchschnittskursQuelle: Tschechisches Statistikamt 2021; Eurostat 2021, Europäische Zentralbank 2021

    Hinter den Rekordmengen stehen massive Waldschäden durch Dürre, Windbruch und Borkenkäferplage. Schadholz machte 2019 und 2020 jeweils 95 Prozent der Holzernte aus. Das hohe Schadholzaufkommen zwingt Waldeigentümer zu höheren Ausgaben für leistungsfähige Forstmaschinen. Es gilt, die Borkenkäferschäden zu bewältigen und betroffene Flächen aufzuforsten.

    Staatsforste sind größter Waldbesitzer

    Der größte Waldeigentümer und Holzlieferant sind die Staatsforste Lesy ČR (LČR) mit einem Anteil von 44,4 Prozent an der gesamten Waldfläche. LČR bewirtschaften den überwiegenden Teil ihrer Wälder allerdings nicht selbst, sondern vergeben für Forstarbeiten, Holzvermarktung und Aufforstung Aufträge mittels einer elektronischen Ausschreibungsplattform. Ausgeschrieben wird jährlich für jeweils etwa ein Fünftel der Gesamtflächen. Die Verträge laufen 5 Jahre.

    Bild vergrößern

    Parallel setzen die LČR seit 2019 auch verstärkt auf eigenes Personal und eigene Technik. Laut LČR-Generaldirektor Josef Vojáček wurde die so verwaltete Fläche seit 2019 verdoppelt und dafür moderne Maschinen angeschafft. Zum Teil verkaufen die LČR Holz auch selbst. Dies erfolgt über das Auktionssystem der Böhmisch-Mährischen Warenbörse Kladno (Českomoravská komoditní burza Kladno; ČMKB).

    Großunternehmen setzen auf moderne Technik

    Von öffentlichen Aufträgen der LČR profitierte 2020 besonders das Unternehmen Uniles (Agrofert-Gruppe). Aus dem Tender für 2021-2025 (Gesamtwert: etwa 4,5 Milliarden Tschechische Kronen; Kč) erhielt Uniles den Zuschlag für 12 von 29 Losen. Uniles zählt zu den führenden Akteuren in Tschechiens Forstproduktion. Im Jahr 2020 hat es 1,4 Millionen Kubikmeter Holz geerntet und auf den Markt gebracht.

    Die größten Unternehmen der Holzgewinnung in Tschechien (Umsatz in Millionen Euro)

    Firma (NACE 02)

    2020

    Veränderung 2020/2019 1)

    Lesy České republiky, s.p.

    488,1

    63,9

    Kloboucká Lesní s.r.o.

    85,2

    -15,7

    Uniles a.s.

    82,6

    -5,9

    PETRA s.r.o.

    84,2 2)

    k.A.

    Jihozápadní dřevařská a.s.

    55,2

    25,7

    1) Veränderung in Prozent, basierenden auf Werten in US-Dollar; 2) Angaben für 2019Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Die private Forstwirtschaft konsolidiert sich zunehmend auf wenige größere, auch international tätige Unternehmen. Sie haben das Kapital, um in leistungsfähige Technik wie Holzvollernter (Harvester) und Rückezüge (Forwarder) zu investieren. Daneben gibt es zahlreiche kleine Unternehmen von lokaler Bedeutung, die mit traditionellen Technologien Dienstleistungen für kleinere Waldbesitzer erbringen. Laut Waldzustandsbericht 2020 des Landwirtschaftsministeriums machen Harvester etwa 48 Prozent der in tschechischen Wäldern eingesetzten Technik aus.

    Sägewerke rüsten auf

    Tschechiens Sägewerke verarbeiten 2021 schätzungsweise ein Volumen von 9,7 Millionen Kubikmeter Rohholz. Das geht aus einer Analyse der Vereinigung der holzverarbeitenden Unternehmen in der Tschechischen Republik (Společenstvo dřevozpracujících podniků v ČR; SDP) hervor. Der Marktanteil von Großbetrieben dürfte laut Schätzung 2021 bei etwa 65 Prozent liegen.

    Die größten Unternehmen der Holzwirtschaft in Tschechien (Umsatz in Millionen Euro)

    Firma (NACE 16)

    2020

    Veränderung 2020/2019 1)

    Mayr-Melnhof Holz Paskov s.r.o.

    184,1

    -0,7

    Stora Enso Wood Products Ždírec s.r.o.

    182,5

    3,2

    Kronospan OSB, s r.o.

    159,9

    -9,4

    Kronospan CR s.r.o.

    153,5

    -0,7

    Pfeifer Holz s.r.o.

    114,1

    13,7

    Stora Enso Wood Products Planá s.r.o.

    81,3

    1,1

    Dřevozpracující družstvo (Lukavec)

    74,6

    0,6

    BJS Czech s.r.o.

    74,1

    3,4

    Wotan Forest a.s.

    56,4

    -11,7

    1) Veränderung in Prozent, basierenden auf Werten in US-DollarQuelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Vor dem Hintergrund des bis Ende 2020 in Mitteleuropa herrschenden Überangebots an Nadelholz begannen vor allem große und mittlere Holzbetriebe in den zurückliegenden Jahren, ihre Verarbeitungskapazitäten auszuweiten. Dies gilt vor allem für die Produktion von Schnittholz. Auch der anhaltende Mangel an Fachkräften veranlasst Betriebe, stärker auf die Automatisierung von Produktionsabläufen zu setzen.

    Mit Labe Wood in Štětí ging im Herbst 2020 ein hochmodernes Großsägewerk mit einer Jahreskapazität von 1 Million Kubikmeter in Betrieb. Beteiligt an dem 115 Millionen Euro teuren Projekt sind die Prager Investmentgesellschaft Eco-Invest, die österreichische Holzindustrie Maresch GmbH und der Papierriese Mondi. Zu den Hauptausrüstern zählen mit Linck und Rudnick & Enners deutsche Technologieanbieter.

    Holzverarbeitende Industrie ausbaufähig

    Im Verhältnis zum heimischen Holzeinschlag ist Tschechien seit Jahren einer der weltweit größten Exporteure von Rohholz, steht innerhalb der EU sogar an vorderster Stelle. Knapp 18,1 Millionen Kubikmeter und damit 50 Prozent der gesamten Holzernte wurden 2020 ohne Weiterverarbeitung exportiert. Nach Ausfuhrwert waren die Hauptabnehmer Österreich (38,3 Prozent) und Deutschland (17,5 Prozent). Ein Zehntel der Rohholzausfuhr ging an China (2019: 17 Prozent).

    Ein zentraler Schwachpunkt der Holzindustrie bleiben die unzureichenden Kapazitäten, Schnittholz weiterzuverarbeiten. Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren wird Holz in großem Umfang als Halbfabrikat ausgeführt. Etwa 80 Prozent der tschechischen Schnittholzproduktion wurden 2020 exportiert (2018: 85 Prozent).

    Vor dem Hintergrund der 2021 rasant gestiegenen Holzpreise kritisieren Branchenverbände die hohen Holzausfuhren und fordern von der Politik bessere Rahmenbedingungen für mehr Wertschöpfungstiefe im eigenen Land. Das Programm der neuen Regierungskoalition sieht nun vor, eine Rohstoffpolitik für Holz zu entwickeln. Kleine und mittelständische Holz- und Forstunternehmen will die Koalition besser unterstützen und die lokale Verarbeitung von Holz fördern. Zudem könnte Holz als nachwachsender Baustoff bei der öffentlichen Beschaffung künftig eine stärkere Rolle spielen.

    Deutschland wichtiger Techniklieferant

    Ungeachtet der schwierigen Lage des Sektors wächst Tschechiens Bedarf an Ausrüstungen für die Forstwirtschaft sowie die holzbearbeitende Industrie stetig. Das spiegelt sich in den Importen, die in den letzten Jahren im Trend gestiegen sind.

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    Deutsche Anbieter zählen dabei zu den bevorzugten Lieferanten. In relevanten Warengruppen wie Land- und Forstmaschinen (721.1) sowie Holzbearbeitungsmaschinen (728.12) bedient Deutschland mehr als 40 Prozent der tschechischen Einfuhr. Bei Span- und Faserplattenpressen (728.44) lag der deutsche Lieferanteil 2019 und 2020 sogar bei fast 60 Prozent.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Tschechien

    Anlaufstelle und Kontaktvermittler für deutsche Unternehmen

    Ministerstvo zemědělství (MZe)

    Landwirtschaftsministerium, zuständig auch für Forstwirtschaft

    Ausschreibungsportal des Landwirtschaftsministeriums

    Veröffentlichungsstelle für Sektorausschreibungen

    Ústav pro hospodářskou úpravu lesů (ÚHÚL)

    Institut für Forstwirtschaft (dem Landwirtschaftsministerium zugehörig), zuständig für forstliches Monitoring und Bestandserhebung, umfangreiche Informationen und Daten zum Waldzustand

    Lesy ČR

    Staatsforste der Tschechischen Republik; öffentliche Ausschreibungen und Holzauktionen

    Českomoravská komoditní burza Kladno (ČMKB)

    Holzauktionsportal der Böhmisch-Mährischen Warenbörse Kladno

    Lesnicko-dřevařská komora ČR

    Forst- und Holzwirtschaftskammer der Tschechischen Republik; ihr gehören vor allem Staatsforste, Institutionen aus Wissenschaft und Forschung sowie Berufsbildungseinrichtungen an

    Asociace lesnických a dřevozpracujících podniků

    Verband der Forst- und holzverarbeitenden Unternehmen

    Společenstvo dřevozpracujících podniků v ČR (SDP)

    Vereinigung der holzverarbeitenden Unternehmen in der Tschechischen Republik

    Klastr Česká peleta

    Interessensvertretung von Unternehmen im Bereich Holzbrennstoffe (Pellets, Briketts etc.)

    WOODTEC

    Internationale Fachmesse für die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie

    Silva Regina

    Internationale Forst- und Jagdmesse

    BIOMASS

    Messe für erneuerbare Energiequellen in der Land- und Forstwirtschaft

    Silvarium.cz

    Internetportal zur Forstbranche

    Dřevařský magazín

    Fachzeitschrift der Holzbranche, erscheint in Tschechien und der Slowakei

    Von Fabian Möpert | Berlin

  • USA: Investitionen in die Forstwirtschaft gehen 2022 zurück

    Die galoppierende Inflation bremst 2022 die Nachfrage nach Holz sowie Forsttechnik. Zudem halten deutsche Hersteller nur überschaubare Marktanteile. (Stand 21. März 2022)

    Die USA verfügen über 334 Millionen Hektar Waldfläche. Traditionell wird Holz in vielen Branchen als Rohstoff und Ausgangsmaterial verwendet, insbesondere in der Bauwirtschaft.

    Anders als in Europa bestehen amerikanische Eigenheime und Wohnhäuser mit bis zu vier Etagen aus einem Holzskelett sowie Dachkonstruktionen und Zwischenböden aus geschnittenem Bauholz. Für Wände und Türen, aber auch für Möbel kommen in der Regel Hartfaserplatten zum Einsatz.

    Forstwirtschaft in den USA auf einen Blick

    2019

    2020

    2021

    Produktion von Rundholz (in 1.000 Kubikmetern)

    77.160

    75.910

    86.600

    Beschäftigtenzahl

    k.A.

    k.A.

    119.900

    Investitionen (in Millionen US$)

    1.200

    1.200

    1.300

    Umsatz der Forstwirtschaft (in Millionen US$)

    14.407

    14.726

    17.271

    Quelle: IBISWorld, U.S. Forest Service, American Forest and Paper Association

    Da jedes Jahr zwischen 1,3 Millionen und 1,5 Millionen Baustarts für Eigenheime gezählt werden, wird Holz als strategisch wichtiger Rohstoff klassifiziert: Sobald Angebotsverknappungen bei Holz drohen, tritt die Politik mit Beihilfen, Steuererleichterungen und Verordnungen in Erscheinung, um langanhaltenden Verwerfungen und Preisanhebungen entgegenzusteuern.

    Gegen die hohe Inflation von 7,9 Prozent (Stand März 2022) kündigte die Zentralbank Fed zwar Maßnahmen an. Doch werden sie unweigerlich in steigenden Kreditzinsen münden. Entsprechend negativ entwickelt sich im laufenden Jahr die Nachfrage nach Forstmaschinen. Davon geht unter anderem die Interessengemeinschaft American Loggers Council aus.

    Im Zuge der Pandemie kam es 2020 und 2021 zu besonders vielen Starts im Eigenheimbau. Eine vollständige Kapazitätsauslastung in den Sägewerken und Angebotsverknappungen waren die Folge. Gleichzeitig löste die überbordende Nachfrage nach Bauholz massive Investitionen in Sägekapazitäten und in die Forstwirtschaft aus. 

    Holzproduktion gesteigert

    Sägewerke steigerten daher 2020 massiv ihren Ausstoß. Die Forstindustrie zog mit Verzögerung nach und lieferte 2021 die Rekordmenge von 86,6 Millionen Kubikmetern Holz. Das waren laut Unternehmensberatung Forisk Consulting um 34 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor.

    Von der Holzernte gingen 74 Prozent an Sägewerke, 14 Prozent an Hersteller von Möbeln sowie Hartfaserplatten und der Rest an Papier- und Zellstofffabriken. Die Nachfrage nach Holz, und im Zusammenhang damit auch nach Forstmaschinen, dürfte wegen der hohen Inflation im Jahr 2022 wieder zurückgehen.

    Nachfragesteigerungen nach Holz und Maschinen sollten zumindest auf mittlere und lange Sicht wieder möglich sein. Denn allein die Infrastrukturhilfen der US-Regierung summieren sich bis 2026 auf einen Gesamtbetrag von 1,2 Billionen US-Dollar (US$) - ein guter Teil davon fließt in die Bauwirtschaft und in Umweltprojekte.

    Noch im 1. Quartal 2022 erwies sich Holz als knapp, ebenfalls Maschinen und Anlagen für die Forst-, Säge- und holzverarbeitende Industrie. Die ohnehin langen Lieferzeiten für diese Art von Maschinen und Anlagen von bis zu einem Jahr hatten sich 2021 sogar verdoppelt.

    Die größten Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft in den USA (Produktion an Schnitt- und Bauholz)*

    Firma

    2021

    Veränderung 2021/2020

    Weyhaeuser

    10,2

    0,6

    West Fraser

    8,6

    11,6

    Sierra Pacific Industries

    7,9

    2,4

    Interfor

    7,0

    10,5

    Georgia-Pacific Co

    6,4

    32,5

    Canfor

    5,0

    3,9

    Hampton Affiliates

    4,3

    0

    Idaho Forest Group

    3,0

    -7,3

    PotlatchDeltic

    2,5

    0

    RSG Forest Products

    2,1

    0

    Gesamt

    57,0

    6,2

    *) in Millionen Kubikmetern; Veränderung in ProzentQuelle: Forisk North American Forest Industry Capacity Database

    Im Jahr 2021 wurden 49.395 Forstbetriebe gezählt. Die meisten von ihnen befanden sich in räumlicher Nähe zu ihren Abnehmerindustrien, drücken doch die Transportkosten empfindlich auf die Gewinnmargen.

    Die Forstindustrie ist kapitalintensiv: Zu jedem Dollar an Personalkosten kommen 0,40 Dollar an Kapitalinvestitionen hinzu. Investiert wird unter anderem in Spezialfahrzeuge und Holzerntemaschinen, darunter Hackmaschinen, Stubbenfräsen, Holzschlepper, Holzspalter, Entkalker, Schleifmaschinen und Sägen. Bei den Investitionen wird darauf Wert gelegt, dass mit der neuen Technik Waldflächen nachhaltig bewirtschaftet werden können, bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten.

    Neue Züchtungen stehen im Fokus

    Die Forstwirtschaft hat Interesse an Bäumen mit verbesserten Eigenschaften. Diese werden mithilfe von Zell- und Gewebekulturtechniken gezüchtet. Zur Verbesserung der Arbeitsabläufe in der Forst- und Holzindustrie gelangen darüber hinaus Biotechnologie und Gentechnik zum Einsatz. 

    Im Ergebnis werden maßgeschneiderte Bäume gezüchtet, die schneller wachsen und resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten sind. Die Bundesforstbehörde U.S. Forest Service bezuschusst diesbezügliche Entwicklungsprogramme, die Universitäten und Unternehmen durchführen.

    Ausgewählte Großprojekte in den USA (Investitionen in Millionen US-Dollar)

    Vorhaben

    Investitionssumme

    Projektstand

    Projektträger

    Bau einer Raffinerie für Biokraftstoff (Texas)

    3.400

    Fertigstellung 2025

    USA BioEnergy

    Bau eines Sägewerks (Michigan)

    1,25

    Fertigstellung voraussichtlich Ende 2022

    Spencer Forest Products, Bundesstaat Michigan

    Bau einer Papiermühle für Altpapier (Kentucky)

    400

    Baubeginn im Herbst 2023

    Pratt Industries

    Bau eines Sägewerkes (Louisiana)

    240

    Planung

    Gemeinschaftsunternehmen aus Hunt Forest Products und Tolko Industries Ltd.

    Bau eines Holzwerks (Oregon)

    39

    Fertigstellung voraussichtlich Sommer 2022

    Hampton Lumber

    Ausschreibung des Wood Innovation Förderprogramms

    0,4

    Ausschreibungsphase

    Softwood Lumber Board

    Quelle: Pressemeldungen

    Im Vergleich zur Baumzucht hat sich die Ausrüstung für die Holzernte in den letzten Jahren technologisch langsamer entwickelt. Das Hauptaugenmerk der Forschung und Entwicklung lag hier auf der Erhöhung der Arbeitssicherheit, etwa durch Maschinensteuerungen aus der Distanz.

    Ebenso erhöht sich bei der Holzernte die Präzision von Messungen dank digitaler Lösungen. So können moderne voll mechanisierte Bearbeitungsköpfe Bäume ferngesteuert vermessen, einschlagen und auf die optimale Stammlänge kürzen. Im Ergebnis verkürzt sich der Einsatz manuell betriebener Kettensägen.

    Außerdem fällen Heißsägen, die an einem Ausleger einer Fällmaschine montiert sind, Bäume, ohne das Holz oder die umliegenden Bäume zu beschädigen. Der Holzabfall reduziert sich hierdurch um ein Vielfaches.

    Bild vergrößern

    Deutsche Marktanteile gering

    Die deutschen Anteile an den US-Importen von Ausrüstungen der Forstwirtschaft sind 2021 relativ gering ausgefallen:

    • Bei Spaten, Äxten, Baumscheren lagen sie bei 1,4 Prozent,
    • bei Handsägen bei 0,2 Prozent,
    • bei Feilen, Raspeln und ähnliche Handwerkzeugen bei 4,3 Prozent,
    • bei Maschinen für die Land- und Forstwirtschaft zum Urbarmachen, Bearbeiten oder Bestellen des Bodens oder zur Pflege der Pflanzen bei 7,2 Prozent,
    • bei anderen Maschinen, Apparate und Geräte für die Land- und Forstwirtschaft bei 4,3 Prozent sowie
    • bei Zugmaschinen bei 26,2 Prozent.

    Bei den deutschen Zugmaschinen lässt sich wegen ihrer vielfältigen Anwendungsgebiete jedoch nicht feststellen, wie viele von ihnen tatsächlich an amerikanische Forstbetriebe ausgeliefert wurden. Auf Anfrage von Germany Trade & Invest bei den größten zehn Forstunternehmen hin lautete die Antwort fast unisono, dass keine Forsttechnik aus Deutschland im Bestand wäre. Für Angebote sei man aber offen, wenn sie einen vollwertigen After-Sales-Service enthalten. Möglichkeiten zu geschäftlichen Kontakten bieten vor allem Fachmessen.

    Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK USA

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    U.S. Department of Agriculture

    Bundesministerium für Landwirtschaft

    U.S. Forest Service

    Bundesforstbehörde

    American Forest & Paper Association

    Verband mit Schwerpunkt Zellstoff und Papier

    Forest Products Society

    Gesellschaft für technische Informationen zur Forstwirtschaft

    Intermountain Forest Association

    Verband für Wald- und Forstwirtschaft

    Society of American Foresters

    Gesellschaft für Forstfachleute

    American Loggers Council

    Interessengemeinschaft unabhängiger Forstbetriebe

    IWF Trade Fair for woodworking and furniture

    Messe für Holzverarbeitung und Möbel (23. bis 26.08.22, Atlanta)

    AWFS Trade Fair for woodworking and furniture

    Messe für Holzverarbeitung und Möbel (voraussichtlich Juli 2023, Las Vegas)

    Northeastern Forest Products Equipment EXPO

    Messe für Forstausrüstung (06. bis 07.05.22, Essex Junction)

    Great Lakes Logging & Heavy Equipment EXPO

    Messe für Forstausrüstung (08. bis 10.09.22, Escanaba)

    Forestry Journal

    Forstzeitschrift

    International Forest Industries

    Fachzeitschrift für Forst- und Holzverarbeitungsmaschinen

    Von Ullrich Umann | Washington, D.C.

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