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Wassersektor in der MENA-Region

Von Michael Monnerjahn | Bonn

Wasserknappheit ist eine der größten Herausforderungen in Nahost und Nordafrika (MENA). Das bedeutet steigende Risiken für Umwelt, Wirtschaft und durch die Verstärkung sozialer und politischer Konflikte auch für die Sicherheit der Menschen. In dieser von Hitze und Trockenheit geprägten Region entfällt auf rund 6 Prozent der Weltbevölkerung nur 1 Prozent der weltweiten erneuerbaren Wasserressourcen. Der Klimawandel verschärft die ohnehin angespannte Lage und könnte diese Länder, Schätzungen der Weltbank zufolge, bis 2050 rund 6 bis 14 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) kosten. Rapides Bevölkerungswachstum, Konflikte, Migration und große Defizite in Sachen Infrastruktur, Technologie und Management von Wasserressourcen stellen schon heute enorme Herausforderungen dar. 


  • Der Wassersektor der MENA-Region in der Übersicht

    Wasser ist ein knappes Gut in der Region Nahost und Nordafrika (MENA). Trockenheit und Bevölkerungswachstum erhöhen die Anforderungen für eine effiziente Nutzung der verfügbaren Wasserressourcen. Bislang werden mehr als 80 Prozent der Abwässer der Region nicht wiederverwertet. Vielerorts macht alleine die Landwirtschaft mehr als drei Viertel des Wasserverbrauchs aus. Die Wasserqualität hingegen ist aufgrund veralteter oder mangelhafter Anlagen und Technik oft unzureichend.

    Deutsches Know-how stark nachgefragt

    Daraus resultieren vielfältige Chancen für deutsche Anbieter von Produkten und Dienstleistungen aus dem Wassersektor – etwa in den Bereichen Kläranlagenbau, technische Ausrüstungen, Technik für Kanalisationsnetze, Beratung zur Effizienzsteigerung, landwirtschaftliche Bewässerung, Pumpstationen oder Abwasserbehandlung, Reststoffverwendung und Klärschlamm-Behandlung. Dass einige Länder milliardenschwere Programme aufgesetzt haben, um den Herausforderungen im Wassersektor entgegenzuwirken und die Liberalisierung und Privatisierung voranzutreiben, bestärkt das wachsende Interesse deutscher Unternehmen. Viele haben die Chancen des Marktes bereits erkannt und sehen neben der Wertschätzung von verlässlichen Produkten »made in Germany« auch eine steigende Nachfrage nach innovativen Lösungen.

    Kooperation als Erfolgsmodell

    Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen birgt die Region jedoch auch Herausforderungen – politische Spannungen, komplizierte rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen, die Suche nach vertrauenswürdigen Geschäftspartnern oder die Absicherung von Investitionen und Exporten erschweren den Einstieg oftmals. Der rege Austausch zwischen wirtschaftlichen Akteuren aus Deutschland und den MENA-Ländern trägt spürbar dazu bei, bestehende Hürden abzubauen – befördert durch die verstärkte Kooperation zwischen Akteuren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaft sowie lokalen Verbänden.

    Die Region im Überblick

    Die Staaten der MENA-Region gehören zu den Ländern, die weltweit am meisten unter Wassermangel leiden. Weltweit stehen jedem Menschen im Jahr durchschnittlich 7.500 Kubikmeter Wasser zur Verfügung. In der MENA-Region sind es jedoch lediglich knapp 750 Kubikmeter Wasser. Allein von den 22 arabischen Staaten leiden 18 unter Wasserarmut – die bei weniger als 1.000 Kubikmeter Wasser pro Kopf und Jahr beginnt. Nach Angaben der Vereinten Nationen (United Nations, UN) hatten 8 Prozent der arabischen Bevölkerung – rund 50 Millionen Menschen – im Jahr 2017 keinen Wasseranschluss. Der Anteil der Bevölkerung mit einem Wasseranschluss stieg seit der Jahrtausendwende um acht Prozentpunkte an. Während jedoch in den Städten schon 97 Prozent einen Wasseranschluss haben, sind es auf dem Land erst 84 Prozent. In den einzelnen Ländern gibt es teilweise noch deutlich stärkere Unterschiede zwischen Land und Stadt. In Marokko haben etwa 96 Prozent der städtischen Bevölkerung einen Wasseranschluss, auf dem Land dagegen nur 65 Prozent.

    Zuverlässige Wasserversorgung wird schwieriger

    Die prekäre Wasserversorgung in der Region wird sich in Zukunft noch verschärfen. Einflussreiche Faktoren für die Wasserversorgung werden weiterhin wachsende Bevölkerungszahlen, die Urbanisierung, der Klimawandel und politische sowie möglicherweise auch militärische Konflikte sein. Die Bevölkerung in der MENA-Region hat sich zwischen 1959 und 2017 von 110 Millionen auf 569 Millionen Menschen mehr als vervierfacht. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte sich die Bevölkerung Prognosen der UN zufolge noch einmal verdoppeln. Die bereits heute zu knappen Wasserressourcen pro Kopf werden dann auf noch mehr Menschen verteilt werden müssen.

    Nachhaltige Entwicklungsziele erfordern hohe Investitionen

    Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) sehen vor, dass bis zum Jahr 2030 alle Menschen über einen Wasseranschluss verfügen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten nach Angaben der Weltbank die Staaten in Nordafrika und im Mittleren Osten bis 2030 jährlich jeweils 579 Millionen US-Dollar (US$) für eine einfache Trinkwasserversorgung (»Basic Water«) der Bevölkerung ausgeben. Für eine sichere Trinkwasserversorgung müssten sie jährlich 3,3 Milliarden US$ bezahlen. Die Kosten für eine sichere Trinkwasserversorgung beliefen sich in Nordafrika damit auf 0,58 Prozent des jährlichen Bruttoinlandprodukts (BIP) und im Mittleren Osten auf 0,36 Prozent des jährlichen BIP.

    Die zunehmende Urbanisierung ist zugleich eine Chance wie auch eine Herausforderung. Die Kosten für den Aufbau einer Infrastruktur sind in den Städten durchschnittlich günstiger. Eine Reihe von Städten, wie zum Beispiel Kairo, wachsen jedoch so schnell und teilweise auch ungeplant, dass ein Großteil der Bevölkerung bisher gar nicht oder nur unzureichend mit Wasser versorgt werden. Die Versorgung dieser meist sehr armen Bevölkerungsschichten stellt für eine Reihe von Staaten eine erhebliche soziale und finanzielle Herausforderung dar.

    Der Klimawandel wird in der MENA-Region erhebliche Auswirkungen haben. So rechnet das Max-Planck-Institut etwa mit deutlich heißeren Sommern. Die Durchschnittstemperatur könnte bereits Mitte des Jahrhunderts um durchschnittlich 4 Grad Celsius wärmer sein. Am Ende des Jahrhunderts könnte die Temperatur sogar um bis zu 6 Grad Celsius über den Durchschnittstemperaturen zu Anfang des Jahrhunderts liegen. Auch die Niederschläge könnten in Teilen der Region zurückgehen. Außerdem könnte der Nil – die wichtigste oberirdische Wasserquelle der Region – in Zukunft deutlich weniger Wasser führen. In der Ursprungsregion des Nils fiel bereits in den vergangenen Jahren deutlich weniger Regen. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter verstärken.

    Schließlich besteht die Gefahr, dass Wassermangel zu Konflikten führt und Konflikte wiederum Wassermangel hervorrufen. Der Streit um Wasserressourcen belastet bereits das Verhältnis von Staaten wie Ägypten, Äthiopien und Sudan, die gemeinsam das Wasser des Nils nutzen. Zudem führen Konflikte zur Zerstörung von Wasserinfrastruktur und dem Verlust von Know-how durch den Weggang von ausgebildetem Fachpersonal. Nach Angaben der Weltbank waren etwa in Syrien im Jahr 2017 bereits 57 Prozent der Pumpstationen und 30 Prozent der Wasserbecken beschädigt. Außerdem bedeuten Konflikte eine erhebliche Belastung für die Wassersysteme der Länder, die viele Geflüchtete aufnehmen.

    Grundwasser wird nicht nachhaltig genutzt

    Das Grundwasser ist für viele Staaten der MENA-Region die wichtigste Wasserquelle. Die meisten Grundwasservorkommen werden jedoch nicht nachhaltig bewirtschaftet. Da der Verbrauch des Grundwassers deutlich höher ist als die Menge, die wieder nachfließt, gehen die Grundwasservorräte kontinuierlich zurück.

    Beispiel Jordanien: Das Königreich gehört zu den fünf wasserärmsten Ländern dieser Welt. Der jährliche Wasserbedarf in Höhe von 1 Milliarde Kubikmeter wird zum größten Teil aus Grundwasser gewonnen. Von den vorhandenen zwölf Grundwassersenken werden nur bislang zwei nachhaltig bewirtschaftet. Sechs Grundwasservorkommen werden dagegen überbeansprucht. Derzeit werden rund 200 Millionen Kubikmeter mehr Wasser entnommen als wieder nachfließt. Dadurch geht der Grundwasserspiegel in den meisten Regionen Jordaniens kontinuierlich zurück.

    Qualifizierte Fachkräfte für effizientes Wassermanagement

    Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Regierung Jordaniens seit vielen Jahren bei der Entwicklung einer nachhaltigen Wasserstrategie. Eine Komponente ist die Ausbildung von Fachpersonal. Denn von dem zur Verfügung stehenden Wasser geht über die Hälfte verloren: Ein kleiner Teil durch illegale Nutzung und ein erheblicher Teil von bis zu 40 Prozent durch den Verlust beim Transport. Durch den Bau und die Instandsetzung eines besseren Wasserversorgungssystems könnte eine erhebliche Menge an Wasser eingespart werden.

    Von Michael Monnerjahn | Bonn

  • Wasserversorgung

    Insgesamt werden in der MENA-Region pro Jahr rund 325 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht, rund 81 Prozent davon gehen auf das Konto der Landwirtschaft, 11 Prozent verbrauchen die Haushalte und der Anteil der Industrie am Wasserverbrauch liegt bei 8 Prozent. In der Region leben etwa 5 Prozent der Weltbevölkerung, denen aber nur 0,7 Prozent der weltweit vorhandenen Frischwasserreserven zur Verfügung stehen. Schon heute verbrauchen die Länder jährlich über 50 Milliarden Kubikmeter mehr Wasser als ihnen aus nachhaltigen Quellen wie Grundwasser und Flüssen zur Verfügung steht. Der Bedarf wird mit dem Bevölkerungswachstum weiter zunehmen – Prognosen von Wissenschaftlerinnen zufolge bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich insgesamt 460 Milliarden Kubikmeter. Das Wasserdefizit der Region könnte dadurch auf 150 Milliarden Kubikmeter steigen. Viele Länder werden daher in den kommenden Jahren und Jahrzehnten hohe Summen zum Beispiel in die Entsalzung von Meerwasser investieren müssen, um den wachsenden Bedarf decken zu können.

    Mehr Menschen haben Zugang zu Trinkwasser

    Die Trinkwasserversorgung in der MENA-Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Inzwischen verfügen 92 Prozent der Bevölkerung über einen Wasseranschluss. Während in den Städten bereits 97 Prozent an das Trinkwassernetz angeschlossen sind, sind es in den ländlichen Gebieten erst 84 Prozent. In einigen Ländern sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land noch deutlich größer. Der Irak zählt in der Region zu den Ländern, die den größten Fortschritt verzeichnen. Die Versorgung der Bevölkerung stieg von 81 Prozent im Jahr 2000 auf 97 Prozent im Jahr 2017. Marokko konnte den Anteil der Bevölkerung mit Trinkwasserversorgung im gleichen Zeitraum von 62 Prozent auf 87 Prozent steigern. Bis zum Jahr 2030 will Marokko das Nachhaltigkeitsziel der UN erreichen und die gesamte Bevölkerung mit einem Trinkwasseranschluss versorgen. Nur der Jemen hat mit einem Anteil von 63 Prozent immer noch eine sehr schwache Versorgung, wenngleich der Ausbau seit dem Jahr 2000 mit einem Plus von 25 Prozent so hoch wie in Marokko war. Durch den derzeitigen Konflikt im Jemen ist das Ziel einer hundertprozentigen Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser jedoch nicht realistisch.

    Grund- und Oberflächenwasser wichtigste Quellen in Nordafrika

    Die einzelnen MENA-Länder nutzen unterschiedliche Quellen zur Wassergewinnung. In Nordafrika kommt das Trinkwasser zu einem großen Teil aus Grundwasser oder Oberflächenwasser. Mit einem Bedarf von 77,5 Milliarden Kubikmeter im Jahr verbraucht Ägypten in Nordafrika die größte Menge an Wasser. Davon stammen 93 Prozent aus dem Nil. Neben Ägypten ist Marokko das einzige Land Nordafrikas, das über ganzjährig wasserführende Flüsse verfügt. Marokko hat in den vergangenen Jahren stark in den Bau von Staudämmen investiert. Die 139 Staudämme haben eine Kapazität von 17,5 Milliarden Kubikmeter, was mehr als dem Jahresverbrauch entspricht. Auch Algerien setzt bei der Wasserversorgung auf Staudämme. Das größte Flächenland Afrikas verfügt über 75 Staudämme mit einer Kapazität von etwa 8,5 Milliarden Kubikmeter. In beiden Ländern sind weitere Dämme im Bau. Marokko plant außerdem die Instandsetzung und den Ausbau der vorhandenen Staudämme im Land, um die Kapazitäten weiter zu erhöhen und bestehende Verluste zu minimieren.

    KfW finanziert Vielzahl an Projekten in der Region

    Die deutschen Entwicklungsinstitutionen sind in einer Reihe von nordafrikanischen Ländern aktiv. In Tunesien hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die erste Meerwasserentsalzungsanlage mit einem Kredit in Höhe von 60 Millionen Euro gefördert. Die Anlage auf der tunesischen Ferieninsel Djerba hat zunächst eine Kapazität von 50.000 Kubikmeter pro Tag und kann auf bis zu 75.000 Kubikmeter pro Tag ausgebaut werden. An der Finanzierung einer zweiten Anlage wird die KfW mit einem Kredit von 82 Millionen Euro beteiligt sein. Die ägyptische Wasserversorgung wird von der KfW bereits seit den 1960er Jahren unterstützt. Durch ein besseres Wassermanagement und eine gute Ausbildung des Personals soll ein effizienterer Umgang mit den Wasserressourcen erreicht werden.

    In Marokko fördert die KfW laufende Programme im Wassersektor in Höhe von 700 Millionen Euro. Marokko hat seine Wasserpolitik in den 1980er Jahren nach einer Dürrephase reformiert. Derzeit liegt der Wasserverbrauch bei geschätzten 14,5 Milliarden Kubikmeter. Bis zum Jahr 2030 wird der Verbrauch voraussichtlich auf 16,7 Milliarden Kubikmeter steigen. Um den wachsenden Bedarf decken zu können, setzt die Regierung neben der Erhöhung der Kapazitäten von Staudämmen und dem Bau von Entsalzungsanlagen auch auf die Reduzierung der Wasserverluste beim Transport. Momentan geht in den Städten rund ein Viertel des Wassers durch undichte Leitungen verloren. Dieser Anteil soll in den kommenden Jahren deutlich reduziert werden. Allein bis 2025 will die Regierung so jährlich 120 Millionen Kubikmeter einsparen.

    Im Wassersektor Jordaniens ist die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des BMZ derzeit in rund zwei Dutzend Wasserprojekten aktiv. Die Vorhaben, die derzeit betreut oder vorbereitet werden, haben einen Gesamtumfang von 877 Millionen Euro. Die KfW finanziert etwa den Austausch defekter Wasseranschlüsse und -zähler sowie die Bereitstellung technischer Unterstützung für die Wasserversorgung. Außerdem finanziert sie den Ausbau von Kläranlagen und den energieeffizienten Ausbau der Wasserversorgung und -entsorgung. Im Mittleren Osten unterstützt die KfW außerdem Projekte im Irak, Jemen, Libanon und den Palästinensischen Gebieten. Deutsche Unternehmen können sich z. B. als Anbieter von Consulting, Lieferung oder Bauleistungen an solchen Projekten beteiligen. Die Ausschreibungen sind über Germany Trade & Invest zu erhalten. Deutsche Ingenieurdienstleister haben sich bereits erfolgreich beworben.

    Wasserverluste beim Transport sind hoch

    Die geringsten Transportverluste bei der Wasserversorgung in der Region verzeichnet Israel, das neben Singapur weltweit zu den Spitzenreitern in diesem Bereich gehört. Lediglich 9 Prozent des Wassers gehen bei der Durchleitung verloren. Im Iran hingegen belaufen sich die Verluste durch den Transport auf rund ein Drittel des zur Verfügung stehenden Wassers. Die Reduzierung der Wasserverluste bei der Durchleitung stellt für alle Länder der Region ein erhebliches Einsparpotential dar.

    Besondere Aufmerksamkeit werden in den kommenden Jahren die Länder erfahren müssen, die sich in jüngster Zeit in einer Konfliktphase befanden oder auch noch befinden. In Ländern wie Irak, Jemen, Libyen und Syrien ist die Wasserknappheit zwar nicht der Auslöser für Konflikte gewesen. Allerdings stellt die mangelhafte Wasserversorgung in Folge von Konflikten eine Gefahr für die Verlängerung oder ein Aufkeimen von weiteren Konflikten dar.

    Eine Weltbankstudie schätzt die Kosten für die Versorgung der gesamten Bevölkerung der MENA-Region auf jährlich 3,3 Milliarden US-Dollar (US$) bis zum Jahr 2030. Während die Golfstaaten das aus eigenen Mitteln finanzieren können, sind die meisten übrigen Länder der Region auf internationale Unterstützung angewiesen. In einigen Ländern ist Deutschland bereits jetzt eines der wichtigsten Geberländer, so etwa in Jordanien der zweitgrößte Finanzgeber für den Wassersektor. Die Festlegung auf hohe Standards und Anlagen mit langer Lebensdauer, die eine energieeffiziente und nachhaltige Wasserversorgung sicherstellen, kann dabei ein Wettbewerbsvorteil für deutsche und europäische Unternehmen sein.

    Von Michael Monnerjahn | Bonn

  • Abwasserentsorgung

    Die große Mehrheit der Menschen in der MENA-Region kann zumindest auf eine einfache Abwasserentsorgung zurückgreifen. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) ist ihr Anteil von 77 Prozent im Jahr 2000 auf 88 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Die Angaben zur einfachen Abwasserentsorgung (die UN definieren »Sanitation« als Bereitstellung von Toiletten und Dienstleistungen für die Entsorgung von menschlichen Fäkalien) variieren stark. Internationale und nationale Statistiken weisen teilweise große Unterschiede bei Zahlen zur Abwasserentsorgung und -aufbereitung auf. Grundsätzlich ist zwar seit der Jahrtausendwende die Anzahl der Haushalte in der MENA-Region, die an Abwassersysteme angeschlossen sind, angestiegen. Allerdings wird nur ein Bruchteil der Abwässer nach den in Deutschland üblichen drei Stufen – der mechanischen, der biologischen und chemischen Reinigung – geklärt. In einigen Ländern wird über 90 Prozent des Abwassers nach relativ hohen Standards gereinigt, in anderen Staaten sind es weniger als 50 Prozent und dies dann teilweise auch nur mechanisch.

    In den Golfstaaten verfügen nach Angaben der UN 99 Prozent der Einwohner über einen entsprechenden Anschluss. Die nordafrikanischen Länder müssen dagegen noch einige Anstrengungen unternehmen, um die gesamte Bevölkerung an das Abwassersystem anzuschließen. Algerien ist mit einem Anteil von 88 Prozent am Abwassersystem angeschlossenen Einwohnern das Schlusslicht in Nordafrika. Tunesien dagegen konnte den Anteil von 77 Prozent im Jahr 2000 auf 91 Prozent im Jahr 2017 steigern und Marokko im selben Zeitraum sogar von 66 Prozent auf 98 Prozent. Mit Ägypten kann das bevölkerungsreichste Land der Region immerhin 94 Prozent der Einwohner mit einem Abwassersystem versorgen. Wie bei der Wasserversorgung hat der Jemen auch bei der Wasserentsorgung mit einer Anschlussquote von 59 Prozent neben den Palästinensischen Gebieten mit 54 Prozent den schlechtesten Wert.

    Investitionen in eine lebenswerte Zukunft

    Das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2030 die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten, erscheint insgesamt noch möglich. Dazu müssten jedoch in der Region bis 2030 jährlich 4 Milliarden US-Dollar (US$) in den Bau und die Instandsetzung von Abwassersystemen investiert werden. Die Golfstaaten sind in der Lage, diese Investitionen aus eigenen Finanzmitteln zu stemmen. Die nordafrikanischen Länder und Staaten wie Jordanien und Libanon sind dagegen auf internationale Entwicklungsbanken und die Entwicklungszusammenarbeit angewiesen.

    Internationale Unterstützung zur Verbesserung der Abwasserqualität

    Auch im Bereich des Abwassermanagements ist Jordanien ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bundesentwicklungsministerium und Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützen die jordanische Wasserbehörde bei der Verbesserung des Abwassersystems. Die Abwassersysteme arbeiten derzeit an der Kapazitätsgrenze und der Reinigungsgrad erreicht bisher häufig nur eine niedrige Stufe. Die GIZ und weitere Partner unterstützen die jordanische Wasserbehörde dabei, die Prozesse effektiver und effizienter zu gestalten und das Personal zu qualifizieren, um die Qualität des gereinigten Abwassers deutlich zu verbessern. Dabei sind auch deutsche Ingenieurbüros eingebunden, wie zum Beispiel die GOPA Infra GmbH und die Dorsch Gruppe. Das wiederaufbereitete Abwasser kann dann wiederverwertet werden und wird zu einem Großteil in der Landwirtschaft verwendet. In Marokko werden bislang knapp über 70 Prozent des Abwassers einer zumindest einfachen Aufbereitung unterzogen. Um die Quantität und Qualität der Wasseraufbereitung zu verbessern, soll allein im Zeitraum von 2019 bis 2023 die Anzahl der Kläranlagen von 101 auf mindestens 164 erhöht werden. Ein besonders großer Bedarf herrscht in den ländlichen Regionen, wo wiederum auch der Großteil von qualitativ aufbereitetem Wasser verwendet werden könnte. Die nationale Trinkwasserbehörde Office National de l’Electricité et de l’Eau Potable (ONEE) ist in Marokko der wichtigste Akteur für die Wasserver- und -entsorgung. Die wichtigen Ausschreibungen und Aufträge werden durch die ONEE vergeben.

    In Tunesien ist die nationale Trinkwasserbehörde Office National de l‘ Assainissement (ONAS) ebenfalls der wichtigste Akteur im Sektor. Die ONAS ist für mindestens 80 Prozent der Abwasserreinigung zuständig. Die deutsche KfW förderte mit 110 Millionen Euro die Erneuerung der tunesischen Kläranlagen, die Ende 2019 nach zehnjähriger Laufzeit abgeschlossen wurde. Neue Mittel in Höhe von 33 Millionen Euro stehen jetzt für die Verbesserung der Abwasserentsorgung in urbanen Gebieten zur Verfügung. Auch die Europäische Investitionsbank (EIB) und andere europäische sowie internationale Finanzinstitutionen stellen für den tunesischen Wassersektor Gelder zur Verfügung. Der Wassersektor ist ein Schwerpunktthema der Europäischen Union (EU) in der Zusammenarbeit mit Tunesien.

    Ägypten will stark in den Wassersektor investieren

    Ägypten ist in Nordafrika der mit Abstand größte Markt im Wassersektor. Allein im Rahmen des Rural Sanitation Services Programme, das durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) unterstützt wird, sollen rund 10 Milliarden US$ investiert werden. Gemeinsam mit der EIB finanziert die EBWE in der Stadt Fayoum den Bau von neun Kläranlagen mit einem Projektvolumen in Höhe von 448 Millionen Euro. Die Projekte und Ausschreibungen werden in Ägypten von verschiedenen Ministerien vorgenommen. Dazu gehören zum Beispiel das Ministerium für Wasser sowie das Ministerium für Wohnungsbau, Versorgungsunternehmen und Stadtentwicklung. In den vergangenen Jahren hat außerdem das Ministerium für die Produktion des Militärs eine zunehmend wichtigere Funktion. Es übernimmt teilweise koordinierende Funktion bei der Vergabe von Aufträgen.

    Das bevölkerungsreichste Land der Region setzt bei der Entwicklung des Wassersektors nicht nur auf ausländische Gelder und das Know-how von internationalen Experten. Vielmehr will Ägypten auch Unternehmen aus der Branche ansiedeln. Die lokale Fertigung von dezentralen beziehungsweise kleineren Kläranlagen für ländliche Regionen ist zum Beispiel ein Ziel der Regierung. Ein deutsches Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit der Regierung zum Aufbau einer entsprechenden Produktion in Ägypten.

    Algerien verfehlt Ausbaupläne

    Das Abwassersystem Algeriens ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Die Länge des Abwassernetzes verdoppelte sich von 21.000 Kilometer im Jahr 1995 auf 41.000 Kilometer im Jahr 2011 und sollte eigentlich bis Ende 2020 auf dann 54.000 Kilometer anwachsen. Der angestrebte Ausbau kam bisher jedoch nicht so schnell voran wie ursprünglich geplant. Derzeit dürfte das Abwassersystem eine Länge von 47.000 Kilometer betragen. Auch die Kapazität der Kläranlagen, die nach Plänen aus dem Jahr 2014 auf 1,2 Milliarden Kubikmeter pro Jahr anwachsen sollte, konnte mit den ursprünglichen Plänen nicht mithalten. Derzeit erreicht sie nur ein Viertel des geplanten Volumens.

    Die Projekte werden nicht so schnell umgesetzt, wie sie ursprünglich geplant wurden. Das Ministerium für Wasser und Umwelt ist für den Wassersektor zuständig. Unter Aufsicht des Ministeriums sind die beiden Staatsunternehmen Algérienne des Eaux (ADE) und das Office Nationale d’Assainissement (ONA) federführend. Das ONA ist im Bereich der Abwasserentsorgung hauptsächlich zuständig und hat wiederum in den größeren Städten Algier, Constantine und Oran eigene Tochtergesellschaften gegründet. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit ist in Algerien bisher nur sehr gering involviert. Seit Anfang 2020 ist zwar eine neue Regierung im Amt, aber die politischen Proteste dauern an und der für einen Neubeginn der internationalen Zusammenarbeit notwendige Politikwechsel steht bislang aus. Der Markt ist potenziell – neben Ägypten – für die deutschen Unternehmen der größte Markt in Nordafrika. Bürokratie und Rechtsunsicherheit führen jedoch bisher zu einem zurückhaltenden Engagement deutscher Unternehmen vor Ort. Generell interessiert sich Algerien für die Abnahme von kompletten Anlagen. Die eher mittelständisch geprägte deutsche Wasserwirtschaft kann in Algerien trotzdem zum Zuge kommen, wenn sie Konsortien bildet.

    Von Michael Monnerjahn | Bonn

  • Landwirtschaftliche Bewässerung

    Mit einem Anteil von über 80 Prozent verbraucht die Landwirtschaft in der MENA-Region mit Abstand das meiste Wasser. Trotz des hohen Wasserverbrauchs kann diese jedoch fast in keinem Land der Region den eigenen Nahrungsmittelbedarf decken. Bei Getreide gehören Ägypten und Algerien zu den weltweit drei größten Importländern und auch Marokko zählt zu den Netto-Importeuren von Getreide. Wachsende Bevölkerungszahlen, geringere Niederschläge sowie steigende Temperaturen stellen die Landwirtschaft zukünftig vor besondere Herausforderungen. Der Einsatz von wassersparender Technologie und die stärkere Nutzung von besser gereinigtem Abwasser ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Ernährungssicherheit dieser Länder. In diesem Bereich ergeben sich vielfältige Chancen für deutsche Unternehmen.

    Großes Einsparpotential in Ägypten

    In Ägypten verbraucht die Landwirtschaft 80 Prozent des vorhandenen Wassers, zugleich hat sie mit 12 Prozent einen relativ hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ein Fünftel der Beschäftigten arbeitet im Agrarsektor, die meisten davon in kleinbäuerlichen Betrieben. Lediglich 4 Prozent der Landesfläche werden für die Landwirtschaft genutzt. Die Flächennutzung steht dabei in Konkurrenz zum Wohnungsbau. Die landwirtschaftlichen Flächen werden derzeit zu einem großen Teil geflutet. Dabei verdunstet ein Großteil des Wassers oder sickert in den Boden. Zudem baut Ägypten momentan besonders wasserintensive Pflanzen wie Reis, Rohrzucker und Bananen an, die allerdings in Zukunft durch weniger Wasser verbrauchende Pflanzen ersetzt werden sollen. Tropfbewässerung bildet bislang die Ausnahme. Entsprechend groß ist das Einsparpotential in der Landwirtschaft. Der niedrige Wasserpreis bietet jedoch zurzeit keinen großen Anreiz für einen sparsamen Einsatz. Der politische Handlungsdruck wird in den kommenden Jahren deutlich zunehmen und zu umfassenderen Reformen zwingen. Dies dürfte deutschen Unternehmen in dem Sektor große Chancen eröffnen, da deutsche Technologie grundsätzlich sehr gefragt ist.

    Wasser soll in Marokko effizienter genutzt werden

    Die Regierung in Marokko hat bereits eine Modernisierung der Landwirtschaft angestoßen. Der Sektor hat einen Anteil von 88 Prozent am gesamten Wasserverbrauch des Landes. Die landwirtschaftliche Bewässerung soll einerseits auf mehr Flächen ausgeweitet werden und andererseits deutlich effizienter werden. Pläne sehen vor, dass die mit Tropfbewässerung versorgten Flächen jährlich um 50.000 Hektar ausgeweitet werden. Außerdem werden Kanäle sowie Pumpwerke saniert und ausgebaut. Die Regierung subventioniert für die Betriebe den Einsatz von effizienter Technologie. Dabei hat sie besonders kleine und mittlere Betriebe im Blick, welche die Felder momentan noch manuell bewässern.

    Algerien setzt auf Ausbau der Bewässerung

    Die algerische Landwirtschaft verbraucht rund 60 Prozent des Wassers, was im regionalen Vergleich relativ wenig ist. Allerdings ist Algerien nach Ägypten auch der weltweit größte Importeur von Weizen. Die Regierung kündigt seit Jahren an, die Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen deutlich auszubauen, hat aber bisher die Ziele verfehlt. Das Land mit den größten Erdöl- und Erdgasreserven Afrikas hat sich in Phasen hoher Erdölpreise lange Zeit kaum um die einheimische Landwirtschaft gekümmert und stattdessen viele Nahrungsmittel importiert. Fallende Erdölpreise, eine weiterhin wachsende Bevölkerung und das Schrumpfen der Währungsreserven verursachen jedoch einen zunehmenden Handlungsdruck. Derzeit werden 1,3 Millionen Hektar der landwirtschaftlichen Fläche bewässert. Durch moderne Bewässerungsmethoden könnte die Anbaufläche auf bis zu 30 Millionen Hektar ausgeweitet werden. Das Ziel, die bewässerte Fläche bis Ende 2021 auf 2 Millionen Hektar zu erhöhen, wird auf Grund bürokratischer Hemmnisse voraussichtlich nicht mehr erreicht. Sollte es der neuen Regierung gelingen, diese Hürden zu senken, könnte für deutsche Unternehmen ein sehr attraktiver Markt entstehen. Besonders im Fokus dürfte dabei zunächst die bessere Klärung des Abwassers und eine nachfolgende Verwendung in der Landwirtschaft stehen.

    Großer Investitionsbedarf in Tunesiens Wasserinfrastruktur

    Auch in Tunesien hat die Landwirtschaft mit 80 Prozent einen hohen Anteil am Wasserverbrauch. Dabei werden momentan nur 8 Prozent der genutzten Fläche bewässert. Auf diesen 435.000 Hektar erzielt die Landwirtschaft jedoch 40 Prozent der Wertschöpfung. Einen größeren Einsatz von bewässerten Flächen verhindern momentan auch hohe Sickerverluste von bis zu 50 Prozent. Um die Produktion zu steigern und die hohen Sickerverluste zu reduzieren, sind effizientere Bewässerungslösungen gefragt. Die Société Nationale d’Exploitation et de Distribution des Eaux (SONEDE) will ihre Infrastruktur in Zukunft deutlich besser warten, allerdings fehlen dafür bisher die finanziellen Mittel. Derzeit wartet SONEDE jährlich lediglich 120 bis 150 Kilometer ihres insgesamt 54.000 Kilometer langen Verteilnetzwerks – 1.100 Kilometer im Jahr wären notwendig, um eine möglichst lange Lebensdauer zu gewährleisten. Ein aktuelles Projekt des für Wasser zuständigen Ministeriums sieht 140 Millionen Euro für die Erneuerung und den Ausbau der Kapazitäten vor. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert bereits eine Reihe von Projekten in Tunesien und wird ihr Engagement auf dem hohen Niveau halten. Eine mögliche Ausweitung wird derzeit geprüft.

    Abwasseraufbereitung in Jordanien

    Landwirtschaftliche Bewässerung hat in Jordanien einen Anteil von 50 Prozent am gesamten Wasserverbrauch. Immerhin besteht die Hälfte des in der Landwirtschaft verbrauchten Wassers bereits aus aufbereitetem Abwasser. Bis 2025 soll die geklärte Abwassermenge von momentan 147 Millionen Kubikmeter auf 240 Millionen Kubikmeter gesteigert werden. Dieses Wasser könnte dann zusätzlich in der Landwirtschaft verwendet werden. Da der Wassertarif bisher subventioniert wird, ist der Einsatz zurzeit nicht sehr sparsam. Ein großer Teil geht an Betriebe, die wasserintensive Pflanzensorten für den Export anbauen.

    Hohe Verluste beim Transport im Libanon

    Im Libanon verbraucht die Landwirtschaft rund 60 Prozent des gesamten Wassers. Auf zwei Dritteln der Landesfläche lässt sich Landwirtschaft betreiben. Mit einer durchschnittlichen Regenmenge von 2,2 Milliarden Kubikmeter verfügt das Land über mehr Wasser als viele andere Länder in der Region. Trotz eines erheblichen landwirtschaftlichen Potentials ist der Wert der exportierten landwirtschaftlichen Waren rund fünf Mal geringer als der importierer Waren. Dieses Defizit könnte in Zukunft noch steigen. Bevölkerungswachstum, Klimawandel und hohe Verluste beim Transport führen schon jetzt zu erheblichen Problemen bei der Wasserversorgung. Eine Studie der American University of Beirut identifiziert vor allem die Korruption als erhebliches Problem im Wassersektor des Landes. So gibt es beispielsweise zehntausende illegale Brunnen im Libanon, die eine faire und effiziente Nutzung des Wassers erheblich behindern. Mehr als die Hälfte des Wassers geht in der Landwirtschaft durch Transportverluste und illegale Nutzung verloren. Der Libanon steht damit, wie auch andere Länder in der Region, vor erheblichen politischen Herausforderungen, die sich bisher negativ auf den Wassersektor allgemein und damit auch auf die ländliche Bewässerung auswirken.

    Unternehmen könnten von anstehenden Reformen profitieren

    Die Landwirtschaft der MENA-Region steht unter erheblichem Reformdruck. Einige Länder – wie z. B. Marokko oder auch eine Reihe von Golfstaaten – haben in den vergangenen Jahren nationale Entwicklungsstrategien in der Landwirtschaft und auch für die ländliche Bewässerung initiiert. Diese führen zu einem wachsenden Bedarf an Know-how, wassereffizienten Technologien sowie einer besseren Ausbildung. Deutsche Unternehmen sind in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt, diesen Bedarf zu decken. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Länder bei der Umsetzung ihrer nationalen und internationalen Strategien. Deutsche Unternehmen können von diesem Engagement profitieren. In Zukunft könnten sich außerdem Kooperationen von Unternehmen im Technologiesektor, wie sie heute etwa schon mit Israel entstehen, deutlich häufiger auch in anderen Staaten ergeben.

    Staatliche Zusammenarbeit stärkt Partner in der Region

    Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet seit rund zehn Jahren mit dem Arab Ministerial Water Council (AMWC) der Arabischen Liga zusammen, um die Regierungen bei der Entwicklung von regionalen und nationalen Strategien zur Anpassung im Wassersektor zu unterstützen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Länder Jordanien, Libanon und Ägypten. Auf nationaler Ebene unterstützt das BMZ in Jordanien etwa den Aufbau kompetenter Wassergemeinschaften, welche die Wasserverteilung und die Wartung der Bewässerungssysteme eigenständig übernehmen. Die stärkere Eigenverantwortung soll die Wassernutzung flexibler, kostengünstiger und verlustfreier gestalten.

    Von Michael Monnerjahn | Bonn

  • Förder- und Beratungsmöglichkeiten

    Deutsche Unternehmen aus dem Wassersektor werden beim Schritt in die MENA-Region durch vielfältige Angebote der Bundesregierung unterstützt.

    Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE)

    Die AWE berät im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) deutsche und europäische Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren oder sich dort engagieren wollen.

    www.wirtschaft-entwicklung.de


    Auslandsvertretungen

    Die Auslandsvertretungen der Bundesregierung stellen Informationen bereit und stehen deutschen Unternehmen bei ihren Aktivitäten im Gastland zur Seite.

    www.auswaertiges-amt.de/auslandsvertretungen


    Betreiberpartnerschaften

    Für einen effektiveren Know-how-Transfer zwischen deutschen und internationalen Betreibern unterstützt das BMZ die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen in Entwicklungsregionen.

    www.germanwaterpartnership.de/betreiberpartnerschaften


    Deutsche Auslandshandelskammern (AHKs)

    Das weltweite Netzwerk der deutschen AHKs berät, betreut und vertritt weltweit deutsche Unternehmen, die ihr Auslandsgeschäft auf- oder ausbauen wollen. Es wird anteilig durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

    www.ahk.de


    Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

    Die GIZ berät, begleitet und gestaltet nachhaltige Projekte weltweit. Sie vermittelt den Zugang zu Netzwerken und bietet Fachexpertise zu Umwelt- und Sozialstandards und Lieferkettenmanagement.

    www.giz.de/wirtschaft


    Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG)

    Die DEG bietet langfristige Finanzierungen für Investitionsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, fördert Machbarkeitsstudien und finanziert investitionsbegleitende Maßnahmen.

    www.deginvest.de


    develoPPP.de

    Mit develoPPP.de stellt das BMZ Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren, finanzielle und fachliche Unterstützung bereit. Dabei trägt das BMZ bis zu 50 Prozent der Projektkosten.

    www.developpp.de


    ExperTS

    Ansprechpartner*innen speziell zu entwicklungspolitischen Themen sind im Auftrag des BMZ an AHKs und Delegationen der Deutschen Wirtschaft weltweit im Einsatz – auch in der MENA-Region.

    www.bmz.de/experts


    Exportinitiative Umwelttechnologien

    Mit der Exportinitiative fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Umwelttechnologien und Know-how in Schwellen- und Entwicklungsländern.

    www.exportinitiative-umweltschutz.de


    Exportkreditgarantien

    Im Auftrag des BMWi vergibt die Euler Hermes AG staatliche Exportkreditgarantien für Waren- und Dienstleistungsexporte. Diese sichern wirtschaftliche und politische Risiken eines Zahlungsausfalls wirksam ab.

    www.agaportal.de


    EZ-Scouts

    Im Auftrag des BMZ sind Expert*innen für Entwicklungszusammenarbeit (EZ) an Kammern, Verbänden und Vereinen der deutschen Wirtschaft tätig. Die EZ-Scouts beraten, vernetzen und begleiten Sie bei Ihrem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern.

    www.bmz.de/ez-scouts


    Förderdatenbank

    Informationen zu Förderprogrammen des Bundes, der Länder und der Europäischen Union (EU) finden Sie auf dem Informationsportal der Bundesregierung.

    www.foerderdatenbank.de


    Germany Trade & Invest (GTAI)

    Die GTAI informiert über wirtschaftliche Entwicklungen in über 120 Auslandsmärkten, ausländisches Wirtschaftsrecht sowie Einfuhrregelungen und bietet Informationen zu Projekten und Ausschreibungen internationaler Institutionen.

    www.gtai.de


    Investitionsgarantien

    Im Auftrag der Bundesregierung bearbeitet die PricewaterhouseCoopers GmbH WPG staatliche Investitionsgarantien. Diese sichern förderungswürdige Direktinvestitionen wirksam gegen politische Risiken ab.

    www.investitionsgarantien.de


    iXPOS

    Informationen zur deutschen Außenwirtschaftsförderung finden Sie im Außenwirtschaftsportal der Bundesregierung.

    www.ixpos.de


    KfW Entwicklungsbank

    Unternehmen können sich als Exporteur von Lieferungen und Leistungen oder als Berater an Entwicklungsprojekten beteiligen. Über das Teilnahmeverfahren informiert die KfW Entwicklungsbank.

    www.kfw.de


    leverist.de

    Auf der Matchmaking-Plattform können Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten in Entwicklungs- und Schwellenländern entdecken. Expert*innen vor Ort beraten sie dabei zielgerichtet zu möglichen Partnerschaften.

    www.leverist.de


    sequa gGmbH

    Zu den Schwerpunkten der sequa gehören berufliche Bildung und Capacity Building für Kammern und Verbände. Sie fördert u.a. Kammer- und Verbandspartnerschaften sowie Berufsbildungspartnerschaften.

    www.sequa.de


    Wirtschaftsnetzwerk Afrika

    Deutschen Unternehmen, die in Afrika wirtschaftlich aktiv werden wollen, bietet das Wirtschaftsnetzwerk Afrika ein gebündeltes Beratungs- und Unterstützungsangebot sowie eine digitale Partner-und Informationsplattform.

    www.africa-business-guide.de

    Von Judith Geller | Eschborn

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