Branchencheck | Spanien

Spaniens Unternehmen müssen auf Sicht fahren

Die Coronakrise hat Spaniens Wirtschaft schwer getroffen. Aufgrund unsicherer Nachfrageaussichten werden Unternehmen mit ihren Investitionsplänen vorsichtiger.

Von Oliver Idem | Madrid

Aufgrund der Coronakrise erwarten viele spanische Wirtschaftszweige drastische Produktions- und Umsatzrückgänge. Neue Projekte sind entsprechend selten. Zwei Lichtblicke kommen aus der Bauwirtschaft. Die spanische Regierung will zudem ihre Energie- und Klimapolitik zu einem Eckpfeiler der wirtschaftlichen Erholung des Landes machen.

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Auch Spaniens Bauwirtschaft wurde von der Coronakrise getroffen. Mittlerweile sendet die Branche erste positive Signale in Form von Projekten.

    Zwei große Bauprojekte in der Region Madrid

    In einem schwierigen Umfeld für die Baubranche verzeichnet Spanien zwei Lichtblicke. Dem neuen Finanzdistrikt "Madrid Nuevo Norte" steht seit dem 25. März 2020 nichts mehr im Wege. Ende des Jahres sollen die ersten Arbeiten für das 7,3 Milliarden Euro teure Projekt beginnen. Vorgesehen sind auch rund 10.000 Wohnungen und der Umbau des Bahnhofs Chamartín. Zudem plant Spaniens reichste Gemeinde Pozuelo de Alarcón bei Madrid ein neues Stadtviertel. In Montegancedo steht der Bau von 1.050 Häusern an. Federführende Immobilienentwickler sind Aedas Homes und Pryconsa.

    Weitere Informationen:

    Milliardenschweres Bauprojekt Madrid Nuevo Norte beschlossen

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Die spanische Chemieindustrie ist in der Coronakrise zu einer noch wichtigeren Stütze des Gesundheitswesens geworden. Die Hersteller reagieren flexibel auf den Bedarf.

    Unternehmen stellen ihre Produktion zeitweise um

    Im Zuge der Coronakrise haben viele Unternehmen der Chemieindustrie ihre Produktion ausgebaut und umgestellt. Dazu gehören die Erzeugung von Arzneimitteln, medizinischen Gasen, Chlor, Kunststoffen für Spritzen und Synthetikfasern für individuelle Schutzausrüstung. Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei den Herstellern von Kunststoffen für die Automobilindustrie: Sie erwarten 2020 einen Einbruch ihrer Produktion um 45 Prozent.

    Weitere Informationen:

    Branche kompakt: Spaniens florierender Chemiemarkt erwartet weiteres Wachstum

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Spaniens Regierung leitet im Einklang mit der EU den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter ein. Das Potenzial dieser Wende soll wirtschaftlich genutzt werden.

    Energie- und Klimaplan als Motor für den Aufschwung

    Spaniens rot-rote Minderheitsregierung setzt auf Energie- und Klimathemen als Weg aus der Corona-Rezession. Im April 2020 stimmte sie ihren Plan für 2021 bis 2030 mit der Europäischen Union ab. Mehr erneuerbare Energien, Einsparungen und mehr Energieeffizienz sollen die Wirtschaft anheizen und Spanien unabhängiger von Energieimporten machen. Bis 2030 sind 241 Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen, davon 80 Prozent aus privaten Quellen. Zudem stimmt das Parlament bald über ein Klimawandel- und Energiewendegesetz ab.

    Weitere Informationen:

    Energie- und Klimaplan als Eckpfeiler des Aufschwungs

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Spaniens Gesundheitswesen soll moderner und digitaler werden. Tausende Coronainfektionen bei Gesundheitspersonal bringen die Telemedizin als Alternative ins Gespräch.

    Modernisierung des Gesundheitswesens angestrebt

    Die seit Januar 2020 amtierende Regierung will das Gesundheitssystem Spaniens modernisieren. Im Fokus steht modernere Medizintechnik und die Digitalisierung. Besonderes Augenmerk liegt auf effizienter, sicherer Technik mit bereits erprobtem Nutzen. Unklar bleibt, wie sich die Coronakrise auf die Pläne auswirken wird. Das gesellschaftliche Klima für Gesundheitsinvestitionen ist sehr günstig. Aufgrund der sprunghaft steigenden Verschuldung Spaniens dürfte aber auch der Wettbewerb um das staatliche Investitionsbudget härter werden.

    Von Oliver Idem | Madrid

  • IKT

    IKT

    Die Versteigerung der 5G-Lizenzen findet später statt. Momentan könnten weder Investoren noch der Staat mit den gewünschten Resultaten rechnen.

    Versteigerung der 5G-Lizenzen frühestens im Herbst 2020

    Die für Mai 2020 geplante Versteigerung von 700-MHz-Mobilfunklizenzen wird verschoben. Der Zeitpunkt war in mehrfacher Hinsicht problematisch. Potenzielle Investoren müssen mit anhaltend ungünstigen Finanzierungskonditionen rechnen. Zudem fielen durch den Zusammenbruch des Tourismus im Frühjahr 2020 die üblichen Roamingeinnahmen weg. Infolge der steigenden Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erwarten Telekommunikationsunternehmen auch Zahlungsausfällen und wachsende Preissensibilität ihrer Kunden.

    Weitere Informationen:

    Spanien verschiebt Auktion für 5G-Lizenzen

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Für 2020 erwartet die Regierung 25,5 Prozent weniger Bruttoanlageinvestitionen. Lange Investitionspausen kann sich die Industrie im Wettbewerb aber nicht leisten.

    Nachfrageschwäche dürfte die Investitionen des Maschinenbaus dämpfen

    Viele spanische Industrieunternehmen waren im Mai 2020 mit einer ungewissen Entwicklung der Binnen- und Auslandsnachfrage konfrontiert. Die Ankündigungen von verschobenen oder gekürzten Investitionsprojekten nahmen entsprechend zu. Für den Maschinenbau bedeutet das kurzfristig ein ungünstiges Marktumfeld. Auf längere Sicht werden vor allem im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen wieder in ihre Produktionsanlagen investieren. Ein Schwerpunkt dürfte wie vor der Coronakrise die Digitalisierung bestehender Fertigungsinfrastruktur sein.

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Pkw- und Nfz-Markt

    Pkw- und Nfz-Markt

    Im April 2020 brachen die Fahrzeugverkäufe in Spanien fast komplett ein. Branchenverbände hoffen auf Kaufanreize seitens der Regierung.

    Talsohle des Pkw-Marktes wohl im April 2020 erreicht

    Im April 2020 brachen die Neuzulassungen in Spanien um 96,5 Prozent auf nurmehr 4.163 Pkw ein. Im Mai 2020 erfolgten erste Lockerungen der Ausgangssperre und Geschäftsschließungen. Damit dürfte der Monat weniger katastrophal ausfallen. Kräftige Impulse der Erholung sind aber nicht in Sicht. Die Verbände des Automobilsektors haben dem Industrieministerium einen Plan mit Kaufanreizen im Wert von 400 Millionen Euro vorgeschlagen. Eine offizielle Antwort darauf lag Mitte Mai noch nicht vor.

    Weitere Informationen:

    Bänder der Autohersteller in Spanien laufen wieder an

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Pkw- und Nfz-Produktion

    Pkw- und Nfz-Produktion

    Spanien ist der zweitgrößte europäische Fahrzeugproduzent. Der Absatz leidet unter der Schwäche des Binnenmarktes und wichtiger Auslandsmärkte.

    Kfz-Jahresproduktion könnte 2020 um ein Viertel einbrechen

    Nach vier bis fünf Wochen Stillstand nahmen Ende April und Anfang Mai 2020 die meisten der 17 Automobilfabriken ihre Arbeit wieder auf. Die Unternehmen produzieren mit gesundheitlichen Schutzmaßnahmen und reduzierter Stückzahl. Da die Branche zu 80 Prozent von Exporten abhängig ist, richtet sich der Blick auf die Auslandsnachfrage. Viele Abnehmerländer kämpfen aber ebenfalls mit den Folgen der Coronakrise. Im Mai kursierten erste Schätzungen, laut denen die Fertigung 2020 um etwa 25 Prozent unter der Stückzahl von 2019 liegen könnte.

    Weitere Informationen:

    Bänder der Autohersteller in Spanien laufen wieder an

    Von Oliver Idem | Madrid

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