Branchencheck | Taiwan

Vor allem der Dienstleistungssektor leidet

In Taiwan sind zahlreiche Branchen mittlerweile von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen. Einige Segmente könnten jedoch auch von den Entwicklungen profitieren.

Von Alexander Hirschle | Taipei

​​​​​Taiwan hat die Coronakrise medizinisch bis Mitte 2020 gut unter Kontrolle bekommen. Doch die Wirtschaft der Insel bekommt die Auswirkungen zu spüren. Speziell der Dienstleistungssektor leidet - darunter Einzelhandel, Hotels und Restaurants. Die industrielle Produktion wird vor allem von Rückgängen der internationalen Nachfrage und Problemen in den Lieferketten getroffen.

  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Die Coronakrise beeinträchtigt die Ergebnisse des taiwanischen Maschinenbaus.

    Die lokalen Maschinenbauer mussten 2019 einen Rückgang ihrer Produktion von mehr als 10 Prozent hinnehmen. Als Hauptgrund nennen die Experten des Industrial Technology Research Institute (ITRI) die schwache Entwicklung der Exporte. Für 2020 beliefen sich die Prognosen auf ein Plus von knapp 7 Prozent. Doch angesichts der Coronakrise dürfte das Ergebnis weniger positiv ausfallen. So wird allein im Bereich Werkzeugmaschinen für 2020 mit einem Produktionsminus von bis zu 38 Prozent gerechnet. Gute Chancen werden sich perspektivisch im Bereich intelligente Maschinen und Industrie 4.0 ergeben.


    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Taiwans Medizintechnikimporte aus Deutschland legen zu.

    Die Herstellung von Medizintechnik wächst mit hohen Raten. Die Prognosen für die Outputsteigerung der lokalen Hersteller 2020 liegen bei mehr als 7 Prozent. Durch das hervorragende Krisenmanagement rückte das Gesundheitssystem Taiwans in den Mittelpunkt des globalen Interesses. Die Produktion von chirurgischen Masken konnte binnen Wochen von 3 Millionen auf 15 Millionen Stück pro Tag gesteigert werden. Die Branchenimporte aus Deutschland zogen im 1. Quartal 2020 zweistellig an. Darüber hinaus forschen Institute und Firmen an der Entwicklung von Schnelltests, Messgeräten und Medikamenten.


    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    In Taiwan werden weniger Bauprojekte in Angriff genommen.

    Die Baubranche hatte sich 2019 gerade erst nach Jahren mit durchwachsenen Ergebnissen wieder gefangen. Doch mit der Coronakrise dürften auch Teile des Sektors wieder in den Negativstrudel gezogen werden. So ging die Summe neuer Wohnprojekte und -transaktionen im 1. Quartal 2020 um fast 10 Prozent auf 9 Milliarden US-Dollar (US$) zurück. Im März erreichte der Wert sogar den niedrigsten Stand seit elf Jahren. Die Summe kommerzieller Immobilienverkäufe sank bis März 2020 sogar um 60 Prozent. Perspektivisch ruhen die Hoffnungen auf Projekten von aus China zurückkehrenden taiwanischen Firmen. 

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Die Hoffnungen von Taiwans Chemie ruhen auf Halbleitern.

    Die chemische Industrie Taiwans durchlief bereits 2019 eine schwierige Phase aufgrund der nachlassenden Nachfrage aus China. Die Hoffnungen auf eine Verbesserung haben sich mit der Ausbreitung der Coronakrise zerschlagen. Vor allem Raffinerien wie auch Hersteller von Petrochemie leiden unter dem gesunkenen Rohölpreis. Die Exporte von Chemikalien zeigten im 1. Quartal 2020 um fast 16 Prozent nach unten. Als Lichtblick gilt die weiterhin starke Halbleiterindustrie als Abnehmer von Chemikalien. Dennoch rechnet die Branche bis Jahresende 2020 maximal mit einer Stagnation des Outputs.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Taiwans Windkraftsektor zieht Firmen an

    Taiwan befindet sich mitten in einer "Energiewende". Die Regierung plant eine Abkehr vom Strom aus Atomkraft. Im Gegenzug soll der Anteil von Gas und erneuerbaren Energien deutlich erhöht werden. Vor allem der Ausbau von Offshore-Windenenergie hat großes Interesse bei deutschen Projektentwicklern und Zulieferern geweckt. Bis 2025 werden 5 Gigawatt an neuen Kapazitäten aufgebaut. Die nächste Versteigerung für weitere 5 Gigawatt sollte 2020 erfolgen. Durch die Coronakrise haben sich bei der Umsetzung jedoch Verzögerungen ergeben. Die Umsetzung könnte daher erst im folgenden Jahr stattfinden.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Elektronikindustrie

    Elektronikindustrie

    Die taiwanische Halbleiterproduktion soll ausgebaut werden.

    Die taiwanische Produktion von Halbleitern erreichte 2019 knapp 87 Milliarden US$. Dieser Wert soll nach den Vorstellungen der Regierung innerhalb der kommenden zehn Jahr verdoppelt werden. Der Branchengigant Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. will seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung nach oben schrauben, um so das Ziel eines jährlichen Umsatzwachstums von 15 Prozent realisieren zu können. Gleichzeitig avancierte Taiwan 2019 zum größten Markt für Ausrüstungen zur Herstellung von Halbleitern - vor China und Südkorea. Die Umsätze schossen dabei um fast 70 Prozent in die Höhe.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • IKT

    IKT

    Die Versteigerung von 5G-Lizenzen in Taiwan war erfolgreich

    Anfang 2020 wurde die Versteigerung der 5G-Lizenzen erfolgreich durchgeführt, fast 5 Milliarden US$ wurden dabei eingenommen. Die Branchenfirmen bereiten sich auf die bevorstehende Einführung des 5G-Standards vor und planen Investitionen in Höhe von 3 Milliarden US$ in den kommenden fünf Jahren. Dies soll auch anderen Sektoren Auftrieb geben wie etwa autonomem Fahren oder Internet der Dinge. Allerdings fürchten Beobachter Verzögerungen vor allem beim Aufbau der Basisstationen, da die globalen Lieferketten im Zuge der Coronakrise in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Nahrungsmittelmarkt

    Nahrungsmittelmarkt

    In Taiwans Nahrungsmittelmarkt gibt es hohes Wachstum nur noch in Nischen.

    Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Getränken wächst in Taiwan übergreifend nur moderat aufgrund niedriger Geburtenraten und einer schnell alternden Bevölkerung. Das Marktvolumen beläuft sich offiziellen Schätzungen zufolge auf rund 45 Milliarden US$. Hohe Verkaufszuwächse können in Nischensegmenten erzielt werden. So boomte zuletzt der Absatz von Tiefkühlkost und Fertiggerichten. Künftig werden aufgrund eines hohen Wettbewerbsdrucks Aspekte wie Produktdifferenzierung, attraktive Verpackungen, innovative Geschmacksrichtungen oder Gesundheit an Bedeutung gewinnen.


    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Pkw- und Nfz-Markt

    Pkw- und Nfz-Markt

    Die Coronakrise  bringt eine Trendwende zum Individualverkehr mit sich.

    Der Absatz von Kfz zog 2019 leicht um 1 Prozent an aufgrund intensiver Marketingkampagnen gegen Jahresende. Die Importe stagnierten. Die Aussichten für 2020 sind gemischt. Zunächst lagen die Vorhersagen bei einer weiteren leichten Verkaufssteigerung von knapp 3 Prozent. Doch die Coronakrise hemmt die Konsumfreude der Verbraucher. Auf der anderen Seite stiegen die Bewohner der Insel im Zuge der Infektionsgefahr von Massentransportmitteln auf Individualverkehr um. So wuchs der Absatz von Elektrorollern im Frühjahr deutlich. Von diesem Trend könnte künftig auch der Pkw-Sektor profitieren.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

  • Pkw- und Nfz-Produktion

    Pkw- und Nfz-Produktion

    In Taiwans Kfz-Teilebranche stagniert der Output. 

    Die Produktion von Kfz-Teilen soll gemäß den Schätzungen des ITRI 2020 stagnieren. Die Branchenimporte konnten im vergangenen Jahr um fast 7 Prozent zulegen. Im 1. Quartal 2020 zeichnete sich jedoch ein deutlicher Abwärtstrend ab. Besonders stark waren davon die Einfuhren aus Deutschland mit einem Rückgang um knapp 24 Prozent betroffen. Im Jahr 2019 hatte "made in Germany" zumindest noch ein leichtes Wachstum von rund 1 Prozent realisieren können. Die Hoffnungen der Branche liegen auf Zukunftssegmenten wie der Produktion von Elektrorollern und selbstfahrenden Fahrzeugen.

    Von Alexander Hirschle | Taipei

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