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Folge 10: Nachhaltigkeit im Auslandsgeschäft

- September 2023 -

Etwas für Weltverbesserer oder schlicht eine Frage der Zukunftsfähigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit prägt nicht nur die Gesellschaft, sondern zunehmend auch die Wirtschaft. Unternehmen müssen die Anforderungen von zahlreichen Akteuren erfüllen: Gesetzgeber, Banken und Kunden verlangen nachhaltiges Handeln und transparente Berichterstattung. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ist ein wichtiger Baustein. Wie Unternehmen gleichzeitig nachhaltig und erfolgreich wirtschaften, erläutern unsere Experten in dieser Folge.

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Gäste in dieser Folge

Portraitfoto Jan Lorch Dies ist ein eingebettetes Bild | © Jan Lorch

Jan Lorch 

ist Vertriebsleiter und Leiter Sustainability bei Vaude. Er arbeitet seit über 25 Jahren bei der Outdoor-Marke, einem der Pioniere in Sachen nachhaltiger Produktion. Der Sportartikelhersteller engagiert sich seit vielen Jahren dafür, seine weltweiten Lieferketten nach hohen ökologischen und sozialen Standards auszurichten.

 

 

 

 

Portraitfoto Uwe Fitschen Dies ist ein eingebettetes Bild | © Uwe Fitschen

Uwe Fitschen 

leitet bei der deutschen Exportkreditagentur Euler Hermes, die Abteilung Nachhaltigkeit. Er prüft mit seinem Team, wie nachhaltig die Projekte sind, für die deutsche Unternehmen Exportkreditgarantien anfragen.

Uwe Fitschen von der deutschen Exportkreditagentur Euler Hermes, schätzt zudem ein, wie nachhaltig die deutschen Exporte im internationalen Vergleich sind: 
Fitschen: Ich glaube schon, dass es immer noch so ist, dass deutsche Exporte, also vielfach zumindest, nach wie vor sehr hohen technischen Anforderungen genügen und daher auch in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Aspekte, also die reinen Exporte, schon zu den Top Performern weltweit gehören.

Hier geht’s zum Klimaschutzatlas von GTAI und DIHK über Klimamaßnahmen und Geschäftschancen.

Transkript der Folge 

Sprecher:
In dieser Folge widmen wir uns daher dem Thema Nachhaltigkeit im Auslandsgeschäft: Was machen Unternehmen schon? Welche Anforderungen kommen auf sie zu? Und wie werden die Firmen dabei unterstützt, diese Anforderungen umzusetzen? Uwe Fitschen vom Exportkreditversicherer Euler Hermes, beziehungsweise Allianz Trade, schätzt zudem ein, wie nachhaltig die deutschen Exporte im internationalen Vergleich sind: 
Fitschen: Ich glaube schon, dass es immer noch so ist, dass deutsche Exporte vielfach zumindest nach wie vor sehr hohen technischen Anforderungen genügen und daher auch in Bezug auf Umwelt Menschenrechts Aspekte, also die reinen Exporte, schon zu den Top Performern weltweit gehören. 

Sprecher: Bevor wir die Experten zu Wort kommen lassen, noch eine Empfehlung zum Nachhaltigkeits-Aspekt Klimaschutz: In den Shownotes dieser Folge finden Sie den Link zum Klimaschutzatlas. Die Gemeinschaftspublikation von Germany Trade and Invest und der Deutschen Industrie- und Handelskammer gibt einen globalen Überblick zum Thema Klimaschutz. Leser erfahren, welche Ziele sich die Regierungen weltweit setzen und wo Produkte und Dienstleitungen deutscher Unternehmen für den Klimaschutz gefragt sind. 
Zu Beginn spreche ich mit Jan Lorch von Vaude. Das Unternehmen ist in Sachen Nachhaltigkeit ein Pionier.  Herr Lorch gibt uns einen Einblick, wie Vaude daran arbeitet, die weltweiten Lieferketten fair und ökologisch zu gestalten.

 

Sprecher: Hallo Herr Lorch. Was sind ihren Aufgaben und wer ist Vaude?

Lorch: Ich bin seit über 25 Jahren bei Vaude und bin da verantwortlich für die Themen Nachhaltigkeit, Logistik und Vertrieb. Vaude ist ein Familienunternehmen und besteht nächstes Jahr dann 50 Jahre in der Nähe des Bodensees Die Gründung war 1974 durch Albrecht von Dewitz. Und jetzt, seit zwölf Jahren wird es in zweiter Generation geführt von seiner Tochter Antje von Dewitz. Was machen wir? Wir stellen alle Arten von Outdoor-Produkten her, das heißt Bekleidung, Schuhe, Schlafsäcke, Zelte, Rucksäcke, Accessoires und vertreiben diese in rund 45 Ländern. Schwerpunkt des Vertriebs ist Europa.

Sprecher: Vaude wirbt mit Nachhaltigkeit. Was bedeutet das Thema für Sie?

Lorch: Beim Thema Nachhaltigkeit fällt mir einfach ein die Verbindung von Wirtschaften mit sozialen und ökologischen Aspekten, dann die Integration des Themas in alle Unternehmensbereiche. Und dann, als drittes würde ich sagen eine transparente Kommunikation auf Basis von internationalen Reporting Standards. 
Sprecher: Wie werden diese Aspekte bei Vaude konkret umgesetzt? Wo liegen die Zuständigkeiten?

Lorch: Für uns ist ganz wichtig, dass Nachhaltigkeit in allen Unternehmensbereichen seinen Platz hat. Und nicht in einer separaten Abteilung. Deswegen haben wir schon vor 13 Jahren Nachhaltigkeitsteam gegründet, umbenannt, dann nach ein paar Jahren in CSR Team, also Corporate Social Responsibility Team. Und das besteht aus Mitgliederinnen von allen Unternehmensbereichen, also sei es die Produktion, sei es der Vertrieb, Marketing, Qualität etc. etc. Und so haben wir es geschafft, das Thema Nachhaltigkeit in seiner ganzen Breite im Unternehmen zu verankern. Das finde ich, ist eine wesentliche Grundlage dafür, dass es voll integriert ist. 

Sprecher: Man hört neben CSR von so vielen verschiedenen Abkürzungen. Welche gibt es noch. Und welche spielen denn bei Ihnen überhaupt eine Rolle?

Lorch: Also wenn ich jetzt auf Reporting Standards eingehe, dann gibt es natürlich eine zentrale Abkürzung, die heißt GRI bisher, Global Reporting Initiative. Das ist ein international anerkannter Reporting Standard, der, sagen wir mal, weltweit und branchenübergreifend für eine gewisse Vergleichbarkeit steht. Was wir zusätzlich noch haben, ist: wir reporten nach deutschem Nachhaltigkeitskodex, also Entsprechenserklärungen. Das ist praktisch so eine abgespeckte Version des GRI mit weniger Indikatoren, sag ich mal, der in Deutschland Anwendung findet seit gut zehn Jahren. Was wir dann machen ist, wir berichten auch nach GWÖ, nach der Gemeinwohlökonomie. und haben da verschiedentlich schon sogenannte Gemeinwohlbilanzen praktisch erstellt. Das ist ein anderer Reporting Standard, der sich darin unterscheidet, dass normative Vorgaben gemacht werden. Also, dass gesagt wird, dieses und jenes ist gut, und wie weit seid ihr da praktisch bei diesem Faktor, um es jetzt mal ganz einfach zu sagen. Und wir bereiten uns natürlich vor auf europäische Rahmenrichtlinie zum Reporting, die ja dann in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich die Reporting-Standards sein werden, die in Europa allgemein dann erfüllt werden müssen.

Sprecher: Müssen alle Unternehmen diese Reporting-Standards einhalten?

Lorch: Also die Sachen, die ich jetzt genannt habe, sind freiwillig. Ab nächstem Jahr, spätestens übernächstem Jahr sind dann die europäischen Nachhaltigkeitsreporting-Standards verpflichten. Die Verpflichtung ist abgestuft, auch ein bisschen nach Unternehmensgröße. Die größeren Unternehmen zuerst und dann geht es runter, dass auch kleinere Unternehmen das erfüllen müssen. Und für uns tritt diese Erfüllungspflicht, ich glaube, erst einmal 2025 in Kraft. Wir wollen aber schon nächstes Jahr sehr stark angelehnt an die European Reporting Directive berichten. 

Sprecher: Sind Sie damit ein Außenseiter in Ihrer Branche? Also machen Sie quasi mehr momentan als andere? 

Lorch: Wenn man jetzt die Branche definiert als Outdoor Sport Branche und nicht die generelle Sportbranche, dann sind wir sicher ein Vorreiter, aber bei weitem nicht mehr der einzige, sondern es gibt viele andere Marktteilnehmer, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben und diverse Dinge tun, um als Unternehmen nachhaltig zu sein. Was das Reporting anbelangt und das, was ich gesagt habe, diese Reporting-Erfüllung ab nächstem Jahr, da sind wir dann sicher wieder ein Vorreiter. Soweit ich weiß, macht es bisher dann noch keiner und wir sind da wieder die ersten, die das tun. 
Sprecher: Was würden Sie denn sagen, was Vaude im Bereich Nachhaltigkeit gegenüber anderen besonders auszeichnet?

Lorch: Ja eben diese Ganzheitlichkeit, diese volle Integration, die wir einfach durch die Organisationsstruktur bewerkstelligen, und die konsequente Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen in allen Unternehmensbereichen. Also sei es jetzt in der Lieferkette, sei es in der Kommunikation, sei es im Vertrieb, sei es am Standort, also wirklich in allen Bereichen. Also diese Konsequentheit und Ganzheitlichkeit. Ich glaube, die zeichnet uns sehr stark aus und macht uns immer fast einzigartig.
Sprecher: Können Sie uns mal ein Beispiel für ihre hohen Standards nennen?

Lorch: Also fällt mir jetzt ein, weil es ja auch ein heißes Thema ist, gerade zurzeit PFAS-Verbot, also diese Chlorverbindungen, auch ewige Chemikalien genannt, die sich anreichern. Und für die es bis heute noch kein Verbot gibt der Anwendung. Das wird ja jetzt eben diskutiert, das soll ja dann kommen. Und wir haben schon seit vielen Jahren eigentlich einen Verzicht, einen freiwilligen Verzicht auf diese Stoffe deklariert und haben das damals auch vor bald zehn Jahren oder jetzt sind es zehn Jahre ein entsprechendes Commitment, sogenanntes Detox Commitment, mit Greenpeace unterschrieben und uns freiwillig dazu verpflichtet, auf diese Stoffe zu verzichten und haben dann sukzessive diese Stoffe aus unserer Lieferkette verbannt, obwohl wir es wie gesagt, gesetzlich gar nicht müssten und es uns die Arbeit erschwert. Natürlich. 
Sprecher: Warum werden PFAS überhaupt genutzt?

Lorch: Die Stoffe sind Chlorverbindungen, die man dazu braucht, dass zum Beispiel Jacken diesen Abperleffekt haben, den wir alle kennen. Also schön dicht sind und das auch darstellen durch diesen Abperl-Effekt. Aber leider eben wird der erzeugt durch das Ausbringen von PFAS. Man kann sich das vorstellen, wie so eine Flüssigkeit von so einer Beschichtung, eine ganz dünne Flüssigkeit, die eben auf dieser PFAS-Chemikalien-Technologie beruht. Ja und das ist natürlich ein wesentlicher Funktionsinhalt. Ist ja klar. Bei Outdoor denkt man sofort an wasserdichte Kleider und die muss man natürlich anders auch gewährleisten. Deswegen ist es jetzt kein Randthema. 
Sprecher: Lohnt sich der ganze Aufwand für Sie?

Lorch: Es lohnt sich für uns auf jeden Fall, weil wie gesagt, ist es für uns Selbstverständlichkeit, dass wir wissen, was in der Lieferkette passiert. Es ist auch ein Art von Risikomanagement. Ich meine, wir sind eine deutsche Marke mit einem hohen Anspruch und einer hohen Marken-Attraktivität. Und deswegen müssen wir auch dafür sorgen, dass das die Marke, sage ich mal, aus Risiko-Gesichtspunkten unbeschadet bleibt. Und das geht nur, wenn ich weiß, was in meiner Lieferkette, was da passiert, wie die Leute behandelt werden, wie die bezahlt werden usw. 
Sprecher: Hilft Ihnen dieses Risikomanagement auch bei Banken, wenn Sie da Finanzierungen anfragen?

Lorch:  Ja, auf jeden Fall. Vor zehn Jahren war es ein Nachteil, weil da haben die Banken gesagt macht ja alles nur teurer und komplizierter. Warum macht ihr so was? Und in irgendwelchen Kennzahlen können wir es nicht abbilden. Und Risikomanagement? Na ja, okay. Aber mittlerweile achten die Banken ganz stark drauf und sind Teil des Risikomanagement-Portfolios, auf das sie Wert legen, also Reputation und Risiken minimieren, die ja wirklich für eine Marke extrem schädlich sein können. Und da die Banken ja selber reporten müssen dann nach Nachhaltigkeitskriterien, hat sich das Bewusstsein komplett gedreht. Also ja, die achten darauf. Auf jeden Fall ein Vorteil für uns, dass wir da so viel Erfahrung haben.
Sprecher: Was würden Sie Unternehmen raten, die sich von den ganzen Anforderungen überfordert fühlen und gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Lorch:  Also grundsätzlich würde ich mal raten, eine Verantwortlichkeit zu generieren im Unternehmen. Das würde ich mal als Voraussetzung ansehen. Und dann wurde vielleicht mal sagen, dass es natürlich darauf ankommt, welche Person dasitzt. Hat die Know-how? Wo kommt die her? Kann die das selber aufbauen? Ansonsten gibt es ja zum Beispiel die Möglichkeit, über Verbände sich helfen zu lassen oder Kontakte zu knüpfen, um dann in so ein Thema einzusteigen. Wir werden selber ganz stark immer gefragt, seit Jahren. Und haben deshalb vor zwei Jahren eine Akademie gegründet, wo wir dann praktisch das Know-how, das wir gesammelt haben, auf dem langen Weg, den wir jetzt schon gehen, in Sachen Nachhaltigkeit weitergeben. Aber es gibt auch andere, natürlich. Und die Verbände jetzt in Deutschland. Der BSC Bundesverband für Sportartikel Industrie bietet dann auch zum Beispiel solche Hilfestellungen an, damit man mal sieht, wie geht man es an? Und das kann ich nur empfehlen.
Sprecher: Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wird teilweise scharf von der Wirtschaft kritisiert. Wie sieht Vaude das?

Lorch:  Also die haben recht damit, das ist aufwendig und kostet Geld und Ressourcen und Management Attention! Das ist so, ja, das kann man nicht bestreiten. Ich brauch auch ein Qualitätsmanagement in einem Unternehmen, damit meine Produkte die Performance abliefern, die die Kundinnen von mir erwarten. Und genauso ist es in gewisser Weise für eine Nachhaltigkeits-Performance, die meine Produkte oder mein Unternehmen abliefern müssen. Und es ist eigentlich nicht zu verstehen, warum das nicht selbstverständlich ist. Also Qualität sagt jeder klar. Also gerade für deutsche Hersteller. Und so weiter. Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen in der Lieferkette, ist nice to have, aber brauche nicht. Man muss es eben begreifen als integralen Bestandteil von der Produktentwicklung, auch von Produktion und Vertrieb von Produkten. Und ich denke, wenn man das so auffasst, dann weiß man, dass es ja, dass es Anstrengungen und Ressourcen braucht. Aber dass es eigentlich notwendig ist. Wir kommen halt von der Zeit, wo das nicht notwendig war, ja wo eigentlich wir die externen Kosten abgewälzt haben, was jetzt zum Beispiel Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung usw. anbelangt auf Länder in Asien. Wir wissen ja und wir haben die Verantwortung als deutsche Unternehmen dort unseren Beitrag zu leisten, dass diese Impacts minimiert werden. Ich finde das ist das eigentliche. Ich finde das normal. Und 2014, wenn ich das sagen darf, wurde das Textilbündnis in Deutschland initiiert und gegründet. Wir haben jetzt 2023, neun Jahre später. Oder vielleicht sogar zehn Jahre Textilbündnis auf Freiwilligkeit. Und es hat sich auch noch nicht so wahnsinnig viel getan. Es kommt auch nicht von heute auf morgen. Sondern man hat einen langen Vorlauf gehabt, basierend auf Freiwilligkeit. Manche haben den genutzt, aber viele andere haben den auch nicht genutzt. Und irgendwann geht es dann nur noch über Regulatorik. Und der Zeitpunkt ist schon gekommen. Und ich denke, das entspricht unserer Verantwortung ja. 

Sprecher: Apropos Regulatorik, auch von der EU soll es bald Vorgaben zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette geben. Was bedeutet das für Vaude?

Lorch:  Also wir haben ja schon in Deutschland Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Seit anderthalb Jahren, wir haben ja jetzt sind in der Diskussion um diesen europäischen Standard, der jetzt vorbereitet wird und der tendenziell strenger sein soll wie der deutsche Standard. Was wir begrüßen. Und warum begrüßen wir das? Weil wir denken, grundsätzlich ist es absolut notwendig, wenn sich ein Unternehmen als nachhaltig bezeichnet, dass es dann auch die Verantwortung für die Lieferkette übernimmt. In seinem Einflussbereich. Und dort auch dafür sorgt, dass eine Transparenz da ist. Was passiert da? Wie werden die Leute bezahlt? Werden die ILO-Kernarbeitsnormen eingehalten, werden Umweltvorschriften eingehalten etc. Und da muss es entsprechende Management Systeme im Unternehmen geben, die das dann sicherstellen. Und es muss eigentlich normal sein. Und das halten wir auch für normal, wenngleich es bisher nicht gesetzlich verpflichtend war. Wir haben im sozialen Bereich sehr viel freiwillig unternommen, indem wir zum Beispiel mit der Fairwear Foundation zusammenarbeiten, einer Third Party Multi Stakeholder Organisation, die seit über zehn Jahren Audits in allen unseren Produktionsstätten durchführt. Also wir lassen uns da auditieren von einer ganz strengen Organisation, bekanntermaßen strengen und seriösen Organisation und haben in den letzten gut zehn Jahren jede Menge Ressourcen da reingesteckt, um unsere Lieferkette, sage ich mal, sozial und ökologisch sauber aufzustellen. Und von daher finden wir das gut, dass es jetzt eine gesetzliche Verpflichtung gibt, weil uns das wahnsinnig viel Geld kostet und wir müssten es eigentlich gar nicht machen. Und wenn es jetzt die anderen machen müssen, dann sorgt es für eine größere Wettbewerbsgleichheit. Und das ist natürlich in unserem Sinne. Aber bisher ist sie nicht gegeben, zumindest nicht regulatorisch. 

Sprecher: Aber wenn jetzt alle nachhaltig werden müssen, verliert Vaude dann nicht sein Alleinstellungsmerkmal, seinen Unique Selling Point?

Lorch:  Das habe ich auch schon mal gehört. Also bisher ist unserer nie verloren gegangen und es gibt immer noch so viele Aufgaben. Ich habe mir ein paar Mal gesagt, wo wir dran sind. Man kann sich, man kann sich einen USP weiterhin schaffen im Thema Nachhaltigkeit. Das wird uns der USP nicht ausgehen. Da habe ich keine Bedenken mehr mittlerweile, weil das haben wir so vor fünf Jahren gesagt, was machen wir nach fünf Jahren, wenn wir alles im Kasten haben, sozusagen die Nachhaltigkeit. Und dann, nein, es kommen immer wieder neue Themen, neue Herausforderungen. Also ich habe da keine Bedenken. 

Sprecher: Eine wichtige Facette der Nachhaltigkeit ist natürlich die Reduktion des weltweiten CO2-Ausstoßes. Dazu gibt es Neuigkeiten.

 
Rubrik „Konkret und kompakt“: So funktioniert der CO2 Ausgleich

Sprecher: Bis 2050 möchte die Europäische Union klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die EU mit dem fit for 55-Programm ein Maßnahmenpaket geschnürt: Bestehende Vorschriften werden überarbeitet und verschärft und durch neue Gesetze ergänzt. Einer dieser neuen Bausteine ist der sogenannte CO2-Grenzausgleichsmechanismus, kurz CBAM.

Die Idee dahinter ist einfach: Innerhalb der EU gibt es bereits einen CO2-Preis, der über den Europäischen Emissionshandel abgebildet wird. Nun führt die EU auch einen CO2-Preis für Importe ein. Das soll zum einen Carbonleakage verhindern – also die Verlagerung von Produktionsstätten aus der EU in andere Länder, in denen weniger strenge Klimaschutzgesetze gelten. Zum anderen sollen Produzenten außerhalb der EU motiviert werden, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Denn für klimafreundliche Produkte gibt es bei der Einfuhr einen Rabatt.
Gilt der CBAM für alle Produkte? Nein. Die Regelung umfasst nur bestimmte Produktgruppen: Eisen und Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel und Wasserstoff.

Die Umsetzung ist komplex und in verschiedenen Schritten geplant:

Ab 1. Oktober 2023 gelten erst einmal nur Berichtspflichten. Unternehmen müssen Angaben zu ihren Einfuhren in die EU machen - was wurde eingeführt und in welcher Menge?  Außerdem - und das ist neu - müssen Importeure angeben, welche Emissionen bei der Herstellung der Waren entstanden sind. 

Ab 1. Januar 2026 gilt der CBAM vollständig: Nur noch zugelassene CBAM-Anmelder dürfen die betroffenen Waren importieren und diese Importe kosten Geld. Denn die Einfuhr ist nur noch mit CO2-Zertifikaten erlaubt. Einmal jährlich wird abgerechnet, das erste Mal Ende Mai 2027. Dann gleicht die EU-Kommission ab, ob Importeure ausreichend Zertifikate für ihre eingeführten Waren erworben haben. Wer zu wenige auf seinem CBAM-Konto hat, muss Strafe zahlen.

Wie viel kosten die CBAM-Zertifikate? Das hängt vom EU-Emissionshandel ab. Denn die Preise sind aneinandergekoppelt: Unternehmen, die innerhalb der EU produzieren, erwerben im Rahmen des Emissionshandels CO2-Zertifikate über eine Auktionsplattform. Der Preis der CBAM-Zertifikate entspricht dem durchschnittlichen Wochenpreis der CO2-Zertifikate.

Bei der Umsetzung sind noch viele Fragen offen. 

Dennoch sollten Unternehmen schon jetzt tätig werden und sich auf den CBAM vorbereiten. Denn ab 1. Oktober 2023 beginnt die Übergangsphase. Unternehmen sollten prüfen, ob ihr Produktportfolio vom CBAM betroffene Waren umfasst. 
Mittel- bis langfristig kann der CBAM Auswirkungen auf die Lieferkette haben. Wer zahlt den CO2-Preis entlang der Lieferkette? Können Lieferanten ihre zusätzlichen Kosten an ihre Kunden weitergeben? Müssen Verträge geändert werden?  Macht es Sinn, Lieferanten zu wechseln, weil andere Anbieter klimafreundlicher produzieren?
All diese Fragen müssen Firmen individuell für sich beantworten.
Mehraufwand für Unternehmen bedeutet es in jedem Fall. Wenn das System funktioniert wie gedacht, wird es einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Sprecher: Von Jan Lorch haben wir jetzt gehört, wie ein Unternehmen nachhaltig wirtschaften kann. Jetzt geht es darum, welche Rolle Nachhaltigkeit im Exportgeschäft spielt und wie Firmen beim Export nachhaltiger Güter unterstützt werden. Uwe Fitschen von Euler Hermes weiß Bescheid. 

Sprecher: Hallo Herr Fitschen. Stellen Sie sich doch bitte einmal vor.

Fitschen:  Sehr gerne. Uwe Fitschen, mein Name. Ich arbeite bei Euler Hermes und wir sind als sogenannte Mandatare des Bundes durch die Bundesrepublik Deutschland beauftragt, uns um zwei Instrumente der Außenwirtschaftsförderung zu kümmern. Das sind zum einen die Exportkreditgarantien und zum anderen die Ungebundenen Finanzkredite. Da geht es um Rohstoffimporte nach Deutschland, während es bei den Exportkreditgarantien insbesondere um die Absicherung von Lieferungen und Leistungen, also Exporten ins Ausland geht. Und ich leite in diesem Bereich das Department Sustainability und mein Team und ich, wir sind hauptsächlich für die sogenannte Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Prüfungen der bei uns beantragten Geschäfte zuständig. 

Sprecher: Wie helfen Sie deutschen Unternehmen konkret?

Fitschen: Also generell ist ja tatsächlich das Instrument der Exportkreditgarantien - Schlagwort: Hermes Deckungen - eines der zentralen Außenwirtschaftsförderinstrumente und damit eine Hilfe des Bundes. Also durch dieses Instrument werden Exporteure gegen wirtschaftliche und politisch bedingte Forderungsausfälle abgesichert, die die Exporteure auf dem privaten Versicherungsmarkt eben nicht absichern können, aufgrund von zu hohen Risiken, zu langen Kreditlaufzeiten, problematischen Ländern. Und dementsprechend ist das ganze Instrument im Prinzip eine Hilfe für die deutsche Exportwirtschaft. Gleiches gilt für die Finanzierung der Geschäfte dann bei den Banken. Darüber hinaus, wenn wir jetzt mal in die Richtung Beratung gehen, hätte ich gesagt: Wie können sich Unternehmen Hilfestellung suchen? Wie können sie sich beraten lassen bei uns? Da ist sicherlich als erste Hilfestellung immer unsere Internetseite exportkreditgarantien.de oder auch der bestehende YouTube-Kanal oder LinkedIn eine gute erste Info-Quelle. Aber dann gibt es insbesondere eben auch in verschiedenen Regionen Deutschlands Firmenberater, die immer bereit sind, Hilfestellung zu leisten, das Instrument, was durchaus komplex sein kann, zu erklären, Möglichkeiten zu erläutern, wie eben die Exportwirtschaft unterstützt werden kann durch diese Instrumente bei ihrem Auslandsgeschäft. 

Sprecher: Mit Ihren USM-Prüfungen, also den Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Prüfungen, sind Sie ja mittendrin im Thema Nachhaltigkeit. Könnten Sie kurz erklären, was Nachhaltigkeit ist?

Fitschen: Ja, das ist ein Thema, was wir, glaube ich, über fünf Stunden diskutieren könnten, weil es einfach unendlich viele Definitionen gibt zu der Thematik, zu dem Begriff Nachhaltigkeit, nachhaltige Entwicklung, wie auch immer man es nennen will. Also ich versuche es mal ein bisschen wissenschaftlich, was ich so aus dem Studium damals mitgenommen habe – ist schon ein bisschen her. Der Begriff stammt und ich finde, das macht es eigentlich immer ganz gut deutlich, ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wo es nämlich heißt und natürlich sehr sinnvoll ist, nicht mehr Holz oder Bäume zu fällen, als nachwachsen können. Und dementsprechend wurde dieser Begriff dann über die Jahre angepasst. Wie gesagt, es gibt ganz viele Definitionen, aber ich finde, was es eigentlich am deutlichsten macht, ist quasi die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne dass die Bedürfnisse, die Möglichkeiten zukünftiger Generationen eingeschränkt werden oder dass die dann nicht mehr gewährleistet sind. Ich finde, beim Begriff Nachhaltigkeit sollte auch tatsächlich immer noch mal der Brundtland-Bericht zitiert werden, der ja drei Dimensionen, und das ist finde ich das Entscheidende dann noch mal, von Nachhaltigkeit beinhaltet: also die ökologische, soziale und auch ökonomische Dimension oder Entwicklung. Und ich finde tatsächlich, wo man das ganz gut nachvollziehen kann mittlerweile, sind die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, also die SDGs als Abkürzung, der Vereinten Nationen. Die, finde ich, stellen ganz gut dar, wie breit das Thema Nachhaltigkeit eigentlich auch wirklich ist und wie vielfältig die Dimensionen da abgebildet werden.

Sprecher: Und welche Rolle spielt jetzt Nachhaltigkeit bei den Exportkreditgarantien von Euler Hermes? Was sind eigentlich nachhaltige Exporte?

Fitschen: Es ist tatsächlich eine Entwicklung, die gerade sehr stark diskutiert wird. Bislang war es im Prinzip so, dafür gab es auf OECD Ebene eine Regelung. Das war das sogenannte Sektorenabkommen, das CCSU, das Climate Change Sector Understanding. Und da waren insbesondere eben Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien und zur Anpassung an den Klimawandel und Wasserprojekte enthalten. Und da konnte man dann klar sagen, dafür gab es dann beispielsweise auch Anreize in Form von längeren Kreditlaufzeiten, die absicherbar waren oder immer noch sind, sodass das eigentlich immer so das Schlagwort für nachhaltige Exporte war - erneuerbare Energien, Projekte zur Anpassung an den Klimawandel und Wasserprojekte – also Wasserversorgung, Kläranlagen, ähnliche Themen. Das wird deutlich mehr jetzt. Das CCSU, dieses Abkommen auf OECD Ebene, wurde jetzt gerade überarbeitet, sodass tatsächlich jetzt auch weitere besonders klimafreundliche Technologien aufgenommen wurden. Also der Fokus ist nach wie vor das Thema Klima, aber da geht es jetzt eben auch um die Produktion von Wasserstoff oder um klimafreundlichen Transport. Also auch dafür gibt es jetzt eben, gerade ganz frisch überarbeitet Anfang des Jahres, besonders vergünstigte Deckungskonditionen über längere Kreditlaufzeiten, sodass das tatsächlich, also die Frage, wie wird das unterstützt und was sind eigentlich nachhaltige Exporte, glaube ich, ganz gut beantwortet. 

Sprecher: Komme ich leichter an eine Absicherung, wenn ich beispielsweise Gesundheitstechnik, Wasserversorgungstechnik oder Solarmodule exportiere?

Fitschen: Einfacher ist so eine Sache, weil wir tatsächlich einen Gleichbehandlungsgrundsatz haben und dementsprechend es zwei Grundlagen geben muss für die Übernahme eine Exportkreditgarantie. Das ist zum einen die sogenannte Förderungswürdigkeit, also das sind Exportgeschäfte, die dem Fördergedanken der Bundesrepublik Deutschland Rechnung tragen. Und das bezieht sich auf unterschiedlichste Punkte: das kann die Warenart sein, das kann die USM-Prüfung sein, die Korruptionsprüfung sein, aber auch das Bestellerland, wer ist eigentlich Vertragspartei, solche Themen. Und dann ist tatsächlich noch ein ganz wichtiger Punkt die Risikomäßige Vertretbarkeit. Da geht es eben darum, dass die Aussicht auf einen schadenfreien Verlauf des Geschäfts, also das nicht das Geschäft in den Schaden geht und dann Steuergelder fließen müssen, dass das ausreichend gewährleistet ist. Also die ökonomische risikomäßige Vertretbarkeit muss eben auch gegeben sein. Und das gilt im Prinzip für alle Sektoren. 

Sprecher: Worauf müssen Unternehmen aus Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtssicht ganz besonders achten, wenn sie eine Exportkreditgarantie haben wollen?

Fitschen: Ich glaube, da ist ganz, ganz wichtig, dass sich ein potenzieller Exporteur bewusst sein muss, dass wir in bestimmten Fallkonstellationen eben eine doch recht umfangreiche Prüfung dieser Aspekte durchführen müssen und dass der Fokus da eben nicht nur der deutsche Export ist, sondern vielmehr das Projekt vor Ort. Das heißt, wir brauchen Informationen von dem Exporteur, von der Bank zu dem Projekt vor Ort, die er oder das Unternehmen dann natürlich von seinem potenziellen Kunden auch beschaffen muss. 

Sprecher: Haben Sie auch Mitarbeiter, die die Nachhaltigkeit der Produktion vor Ort bewerten?

Fitschen: Wir haben sogenannte Finanzierungsexperten in drei Locations weltweit. Die sind jetzt aber nicht für klassische Umwelt-, Sozial-, Menschenrechtsthemen zuständig, sondern die sind eher beratend tätig für die Kunden vor Ort, also die Kunden der deutschen Exportwirtschaft. Oder begleiten dann auch deutsche Exporteure oder die Banken bei Kundengesprächen und ähnliches. Was wir aber von meinem Team aus machen, ist tatsächlich, dass wir bei komplexen Projekten mit deutlich höheren Risiken als der Durchschnitt, dass wir selbst hinfahren. Das läuft bei uns unter dem Begriff Standortbesuche. Das heißt, wir sind vor Ort, gucken uns - wenn es denn schon Anlagen gibt, die man sich anschauen kann - die Anlagen an, sprechen mit den zuständigen Personen, sprechen mit Behörden, sprechen aber auch mit Betroffenen, treffen in manchen Fällen Vertreter der deutschen Botschaft oder der Konsulate vor Ort, um da noch mal Informationen zu bekommen. Treffen zum Teil NGOs vor Ort, um da einfach ein viel besseres Bild zu bekommen von den Risiken, die wir zu bewerten haben, als wir das von Hamburg aus vom Schreibtisch aus machen können. Aber wie gesagt, das machen wir nicht standardmäßig bei jedem Antrag, den wir prüfen, sondern da liegt der Fokus schon auf den großen, komplexen Projekten mit potenziell erheblichen Umwelt-, Sozial- oder Menschenrechtsrisiken. 

Sprecher: Ist es überhaupt möglich, Außenhandel nachhaltig zu gestalten?

Fitschen: Finde ich nicht ganz einfach zu beantworten, da da natürlich wieder so ein bisschen die Thematik reinkommt: Wie definiert man Nachhaltigkeit? Ich glaube, das haben wir so ein bisschen angeschnitten, ganz am Anfang. Und man muss so ehrlich sein und sagen, dass also der Schwerpunkt der Arbeit meines Teams, diese Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Prüfung tatsächlich eher auf der Vermeidung, Minimierung und dann Wiederherstellung und wenn es nicht anders geht, auch dem Ausgleich von Auswirkungen geht. Wenn man aber auf der anderen Seite und da komme ich dann wieder zu den SDGs der Vereinten Nationen, wenn man auf die blickt und die heranzieht und schaut, wie passt der Außenhandel denn da eigentlich rein, bin ich schon der Ansicht, dass Außenhandel nachhaltig sein kann, da ich zumindest aus meiner tagtäglichen Praxis schon erlebe, dass deutscher Export nach wie vor beispielsweise zu den effizientesten und sichersten, also auch von einem Arbeitssicherheitsaspekt, Technologien weltweit gehört. Und das ist ja erst mal eine sehr gute Grundvoraussetzung, um Nachhaltigkeit auch in anderen Ländern voranzutreiben. Die Risiken, wie gesagt, sind da, prüfen wir, dürfen nicht ausgeblendet werden, aber ich glaube so das Grundkonstrukt kann durchaus dazu beitragen, zu einer nachhaltigen Entwicklung weltweit beizutragen. 

Sprecher:  Wie stehen deutsche Exporte im internationalen Vergleich da? Arbeiten wir nachhaltiger als die anderen?

Fitschen: Ich glaube schon, und da muss ich jetzt nicht rot werden, ich glaube schon, dass es immer noch so ist, dass deutsche Exporte, also vielfach zumindest, nach wie vor sehr hohen technischen Anforderungen genügen und daher auch in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Aspekte, also die reinen Exporte, schon zu den Top Performern weltweit gehören. 

Sprecher: Gibt es Länder, in denen die Anforderungen noch strenger sind als in der EU?

Fitschen: Ich glaube generell sind EU-Standards schon mal recht streng. Wobei man tatsächlich sagen muss, dass für die Instrumente und für unsere Umwelt-, Sozial- und Menschenrechts-Prüfung die EU-Standards zumindest keinen ganz unmittelbaren Einfluss haben. Sondern wir sind in der OECD organisiert, also der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Und da sind ja nicht nur EU-Länder drin, sondern eben auch Japan, Korea, die USA, unsere Freunde aus UK. Und dementsprechend hat man sich eben darauf verständigt, dass alle Exportkreditagenturen, so wie wir eine sind, der OECD Länder, einheitliche Verfahren anwenden, die auch fortlaufend überarbeitet und verbessert werden, weil ja nicht nur die deutschen Exporte oder die jeweiligen Exporte im Fokus stehen, sondern das Projekt eben im Ausland. Und wenn wir jetzt über die Nachhaltigkeitsaspekte aus Umwelt-, Sozial-, Menschenrechtssicht sprechen, sind das vor allem die sogenannten OECD Common Approaches, die eben ein einheitliches Prüfverfahren für diese USM-Prüfung sicherstellen sollen. Und da kann man glaube ich sagen, dass diese Guidelines, die OECD Common Approaches, da ist ganz wichtig, die verweist als Prüfstandards wiederum auf die Weltbank Standards, die sind recht streng, kann man glaube ich sagen. Zusammenfassend: Es gibt sicherlich Richtlinien, die zum Teil strenger sind als die der EU. Das ist bei den internationalen Standards der Weltbank-Gruppe zum Teil so. Zum Teil sicherlich sind sie auch ein bisschen weniger streng, aber durch die nationale Gesetzgebung haben wir da eben so eine doppelte Absicherung von Einhaltung von Vorgaben drin in dem System. 

Sprecher: Ich hoffe, Sie konnten aus der Folge viele nachhaltige Informationen mitnehmen.
Vielen Dank fürs Zuhören. Wir freuen uns über Ihr Feedback, Ihre Anregungen und
Fragen. Unsere Email-Adresse finden Sie in den Shownotes ... wir sind gerne für Sie da ... auch online unter www.gtai.de.

In der nächsten Folge sprechen wir über interkulturelle Kompetenz. Wie gelingen Geschäfte im Ausland? Worauf muss man achten? Denn da gibt es viele Fettnäpfchen, die einem das internationale Geschäft vermiesen können. In diesem Sinne: Wir hören uns. 

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