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Slowakische Autoindustrie braucht neue Wachstumsimpulse

Mit künftig fünf Fahrzeugherstellern ist die Slowakei eine automobile Großmacht. Doch die Wettbewerbsbedingungen haben sich verschärft. Neue Projekte sind selten geworden.

Gerit Schulze

Von Gerit Schulze | Bratislava

Ausblick der Kfz-Branche in der Slowakei

  • US-Zölle und chinesische Konkurrenz lassen die Gewinne schrumpfen.
  • Steigende Personalkosten und hohe Abgabenlast gefährden die Wettbewerbsfähigkeit. 
  • Erste Zulieferer verlassen das Land.
  • Neue Investitionen in Elektromobilität und Automatisierung.
  • Wichtiger Absatzmarkt für deutsche Kfz-Teile.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, angekündigten Investitionen, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: September 2026

  • Die slowakische Autoproduktion hat ihr Potenzial ausgeschöpft und stagniert bei 1 Million Fahrzeugen pro Jahr. Höhere Zahlen sind durch die Eröffnung der Volvo-Fabrik zu erwarten.

    Wegen der schwächeren Nachfrage müssen die vier Pkw-Hersteller zwischen Donau und Tatra ihre Kosten senken und den Personalbestand optimieren, einige Zulieferer schließen ihre slowakischen Werke.

    Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ist in den letzten Jahren erheblich gesunken. Zum einen wegen höherer Einfuhrzölle auf dem wichtigen Absatzmarkt USA. Zum anderen wegen der Steuer- und Abgabenlast in der Slowakei sowie gestiegener Energiepreise. Laut Branchenverband ZAP SR belasten auch der schwierige Zugang zu Fachkräften sowie der Rückstand bei nachhaltigen Produktionsverfahren die Autobranche.

    Die slowakischen Werke internationaler Automobilkonzerne haben daher zuletzt weniger Zuschläge für den Bau neuer Fahrzeugmodelle erhalten. Volkswagen vergab den elektrischen Kleinwagen ID.1 ins portugiesische Palmela statt nach Bratislava. Stellantis verlagerte den Peugeot e‑208 von Trnava ins spanische Saragossa und wird auch den Leapmotor B10 dort bauen lassen.

    Trotz der angespannten Lage gibt es einige neue Investitionen. Dafür sorgen besonders der Umstieg auf Elektroautos und die notwendige Automatisierung der Produktion. 

    Der slowakische Automobilverband ZAP SR rechnet für 2026 mit einer Produktion von 1,02 Millionen Pkw. Für die beiden Folgejahre könnte der Ausstoß bei den bestehenden vier Fabriken leicht um 60.000 Fahrzeuge steigen. Hinzu kommt die Produktion im künftigen Volvo-Werk. Dort soll die Testphase im Frühherbst 2026 starten. Im Jahresverlauf 2027 könnte die Fabrik die Volllast von 250.000 Elektroautos pro Jahr erreichen. Außerdem erklärte Premierminister Robert Fico im Spätsommer 2026, dass ein chinesischer Autobauer Interesse an einem Fabrikbau in der Slowakei habe. Details wurden bislang nicht genannt.

    Batterien und Robotaxis als Zukunftsfelder

    Bei wichtigen Zukunftstechnologien für die Automobilindustrie versucht die Slowakei ,Anschluss zu halten. In Šurany entsteht eine 1,2 Milliarden Euro teure Batterieproduktion des chinesischen Herstellers Gotion zusammen mit der slowakischen InoBat. Ursprünglich sollte die Serienproduktion 2027 anlaufen. Trotz Verzögerungen betont der Investor, dass er an dem Projekt festhalte.

    Außerdem möchte die Slowakei sich als Testmarkt für autonome Mobilität positionieren. Dafür haben die Technologiefirma DiusAI und die Initiative Elevate Slovakia eine Partnerschaft mit der chinesischen WeRide geschlossen. Geplant sind Tests mit Robotaxis, autonomen Bussen, Lieferfahrzeugen und Kehrmaschinen. Die Pilotphase ist im 1. Halbjahr 2026 in Bratislava gestartet.

    93.000 Pkw

    wurden 2025 in der Slowakei neu zugelassen.

    Konjunkturschwäche lässt Neuzulassungen schrumpfen 

    Das Neuwagengeschäft leidet unter der Konjunkturschwäche in der Slowakei und der relativ hohen Inflation. Sowohl 2025 als auch im 1. Halbjahr 2026 schrumpfte die Zahl der Pkw-Neuzulassungen. Starke zweistellige Zuwächse gab es allerdings bei Lkw und Bussen. Auch bei leichten Nutzfahrzeugen stabilisiert sich die Nachfrage.

    Nur bei Nutzfahrzeugen und Bussen stabilisiert sich die NachfrageAbsatz von Kfz in der Slowakei; Stückzahlen; Veränderung in Prozent

    Kategorie

    2024

    2025

    1. Halbjahr 2026

    Veränderung 1. Halbjahr 2026 / 1. Halbjahr 2025

    Pkw (M1)

    93.409

    93.103

    43.504

    -3,6

    Leichte Nutzfahrzeuge (N1)

    9.061

    8.415

    4.250

    5,4

    Lkw (N2, N3)

    3.412

    3.096

    1.966

    24,4

    Busse (M2, M3)

    252

    199

    107

    32,1

    Quelle: ZAP SR; Motofocus.sk 2026

    Vom Rückgang der Neuwagenverkäufe waren im 1. Halbjahr 2026 sieben der zehn führenden Marken betroffen. Beim Marktführer Škoda gingen die Zulassungszahlen um fast 7 Prozent zurück, bei Kia sogar um 24 Prozent. Auf ein Plus kamen Volkswagen, Ford und Suzuki. Von den drei deutschen Premiumherstellern verzeichnete nur Audi im 1. Halbjahr steigende Verkäufe (+6 Prozent), während Mercedes-Benz (-22 Prozent) und BMW (-24 Prozent) deutliche Einbußen verbuchten. 

    Die im Frühjahr 2025 gestartete Verkaufsoffensive des chinesischen Anbieters BYD zahlt sich bereits aus. Die Neuzulassungen stiegen von 10 (1. Halbjahr 2025) auf 576 Einheiten (1. Halbjahr 2026). Zweitstärkste chinesische Marke war MG, deren Verkäufe allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 572 Autos schrumpften. Leapmotor (155 Neuzulassungen im 1. Halbjahr) und Chery (141) konnten erstmals nennenswerte Pkw-Verkäufe in der Slowakei realisieren.

    Bei leichten Nutzfahrzeugen (Kategorie N1) waren Toyota, Renault und Ford im 1. Halbjahr 2026 die erfolgreichsten Marken. Bei Volkswagen schrumpften die Verkaufszahlen um 44 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Die Marke belegte bei Nutzfahrzeugen Rang 7 in der Slowakei. Mercedes-Benz verbuchte ein Plus von 11 Prozent und kam im 1. Halbjahr 2026 auf Rang 8.

    Ein Drittel Marktanteil für die Volkswagen-GruppeAbsatz von neuen Pkw in der Slowakei nach Herstellern
    Hersteller

    Absatz 2025

    Absatz 1. Halbjahr 2026

    Marktanteil 1. Halbjahr 2026 in %

    Škoda

    18.721

    8.841

    20,3

    Volkswagen

    8.810

    4.380

    10,1

    Toyota

    8.547

    3.818

    8,8

    Hyundai

    7.442

    3.346

    7,7

    Kia

    8.702

    3.269

    7,5

    Dacia

    3.623

    1.517

    3,5

    Citroen

    3.417

    1.505

    3,5

    Quelle: ZAP SR; Motofocus.sk 2026

    Dieselautos verlieren weiter Marktanteile

    Reine Benzinmotoren bleiben die beliebteste Antriebsart, verlieren aber Marktanteile an Hybridmodelle. Im 1. Halbjahr 2026 waren 40 Prozent der Neuwagen mit Benzinmotoren ausgestattet und damit ähnlich viele wie Hybridfahrzeuge (inklusive Plug-in-Hybriden). Dieselantriebe rutschen weiter ab (1. Halbjahr 2026: 12 Prozent Marktanteil). Batterieautos kamen auf 6 Prozent. 

    Mehr als die Hälfte der Neuwagenverkäufe (52 Prozent) waren im 1. Halbjahr 2026 SUV-Fahrzeuge. Auf die Kompaktklasse entfielen 19 Prozent der Neuwagenzulassungen, auf Kleinwagen 11 Prozent.

    Einen Boom erlebt derzeit der Markt für Zweiräder. Über die offiziellen Händler wurden im 1. Halbjahr 2026 fast 5.000 Mopeds, Scooter und Motorräder verkauft. Im Gesamtjahr könnte der bisherige Rekord von 2024 (8.119) übertroffen werden. Meistverkaufte Marke ist Honda mit fast einem Drittel Marktanteil. BMW verkaufte in den ersten sechs Monaten 2026 in der Slowakei 286 Motorräder.

    Chinesische Marken spielen beim Neuwagengeschäft bisher nur eine Nebenrolle. Im Gebrauchtwagengeschäft legen sie dagegen kräftig zu: Im 1. Halbjahr 2026 wurden über 600 chinesische Gebrauchtwagen verkauft, fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Sie sind meist jünger und deshalb teurer als der Marktdurchschnitt.

    Motorisierungsgrad noch unter dem EU-Durchschnitt

    Insgesamt waren in der Slowakei Ende Juni 2025 laut Polizeistatistik über 3,8 Millionen Fahrzeuge registriert, davon 2,7 Millionen Pkw. Auf 1.000 Einwohner kamen 2024 in der Slowakei 503 Autos. Damit war der Motorisierungsgrad nach Angaben des Europäischen Autoindustrieverbandes ACEA niedriger als im EU-Durchschnitt (570). Das Durchschnittsalter der Pkw lag 2024 bei 14,6 Jahren.

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Der slowakische Markt für Elektroautos bekommt derzeit vor allem durch Gebrauchtfahrzeuge Impulse. Der Absatz bleibt gering, obwohl die Ladeinfrastruktur schnell ausgebaut wird.

    Der Verkauf neuer Batteriefahrzeuge verläuft in der Slowakei immer noch schleppend. Im 1. Halbjahr betrug der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen 6,2 Prozent, während der EU-Durchschnitt bei 20,7 Prozent lag. Zusammen mit Kroatien, Polen und Estland gehört die Slowakei damit weiter zu den Schlußlichtern in der Europäischen Union. 

    Škoda und Volkswagen verlieren Marktanteile 

    Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2026 laut Verband ZAP SR in der Slowakei 2.678 reine Elektroautos verkauft und damit 670 mehr als im Vorjahreszeitraum. Knapp ein Viertel entfiel auf die Škoda-Modelle Enyaq und Elroq. Allerdings hat der tschechische Hersteller gegenüber dem Vorjahr über fünf Prozentpunkte Marktanteil verloren. Bei Volkswagen sind die Verkäufe sogar in absoluten Zahlen gesunken, sodass die Wolfsburger jetzt nur noch auf Platz 3 bei Elektroautos in der Slowakei liegen. Neuer Zweitplatzierter ist BYD, das seinen Marktanteil von 0,4 Prozent (1. Halbjahr 2025) auf 10 Prozent steigerte.

    BYD und Tesla legen am stärksten zuSlowakische Neuwagenverkäufe von Elektroautos nach Marken
    Marke

    Neuzulassungen 1. Halbjahr 2025

    Neuzulassungen 1. Halbjahr 2026

    Veränderung zum 1. Halbjahr 2025 (absolut)

    Škoda

    568

    619

    51

    BYD

    9

    271

    262

    Volkswagen

    243

    165

    -78

    Kia

    160

    162

    2

    Toyota

    62

    145

    83

    Tesla

    0

    139

    139

    Mercedes-Benz

    79

    133

    54

    Leapmotor

    0

    120

    120

    BMW

    114

    115

    1

    Ford

    64

    111

    47

    Quelle: ZAP SR; Motofocus.sk 2026

    Dass der slowakische Markt für Elektroautos trotzdem an Schwung gewinnt, liegt an den Gebrauchtwagenverkäufen. Im 1. Halbjahr 2026 wurden 4.000 gebrauchte Elektroautos neu registriert. Laut Verband der Elektromobilität (SEVA) waren damit Ende Juni 2026 im Land 33.379 batterieelektrische Fahrzeuge aller Kategorien unterwegs - ein Zuwachs um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Fahrzeuge kommen durch private Importe in die Slowakei. Die beiden Tesla-Modelle Y und 3 sind dabei am beliebtesten.

    Die neuen Prognosen des Verbands SEVA gehen davon aus, dass bis Ende 2027 in der Slowakei knapp 60.000 Elektroautos registriert sein könnten. Bis 2030 soll die Zahl auf 148.000 steigen.

    Neue Ladehubs entlang der Autobahnen

    Die öffentliche Ladeinfrastruktur hält mit dem Wachstum der Flotte stand. Laut SEVA kamen Ende Juni 2026 auf einen öffentlichen Ladepunkt rund 8,4 Batterieautos. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte stieg innerhalb eines Jahres um ein Drittel auf 3.707. Davon haben 969 Ladepunkte eine Leistung von mindestens 150 Kilowatt (kW) und 353 von mindestens 350 kW. Die große Mehrzahl der Ladesäulen (54 Prozent) entfällt immer noch auf langsame Wechselstrom-Geräte mit weniger als 50 kW Leistung. 

    Zum schnellen Ausbau des Netzes tragen die ersten großen Ladehubs entlang der Autobahnkorridore bei, die mit Unterstützung des slowakischen Aufbau- und Resilienzplans entstehen. Das Vorhaben sieht den Bau von 35 Ladeparks mit insgesamt 251 Hochleistungsladepunkten vor, von denen ein Teil für elektrische Lkw bestimmt sein wird.

    Jeder Ladepunkt muss eine Mindestleistung von 300 Kilowatt für Pkw und 400 Kilowatt für Lkw haben und Ad-hoc-Gebühren ohne Registrierung oder Vertrag ermöglichen. Die Konzessionen für Finanzierung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der Stationen vergibt das Staatsunternehmen MH Invest für eine Dauer von 16 Jahren.

    Konzessionäre für das Programm sind die E.ON-Tochter ZSE Energetické služby, OMV Slovensko und ejoin operator. Sie müssen die Ladeparks finanzieren, bauen, betreiben und warten.

    Elektroboom bei leichten Nutzfahrzeugen

    Schneller als bei Pkw setzt sich die Elektromobilität bei Nutzfahrzeugen durch. Im 1. Halbjahr 2026 verdoppelten sich die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 383 Elektrotransporter (Kategorie N1). Marktführer bei den Neuzulassungen waren Toyota, Peugeot und Ford. Mercedes-Benz verkaufte zwischen Januar und Juni 2026 in der Slowakei 12 Elektrotransporter, Volkswagen einen.

    Auch bei schweren Lkw der Kategorien N2 (bis 12 Tonnen) und N3 (über 12 Tonnen) verkaufen sich Elektrovarianten inzwischen in kleineren Stückzahlen.

    In slowakischen Unternehmen hat bislang nur jeder vierte Betrieb Elektroautos angeschafft (inklusive Hybridfahrzeuge). Im europäischen Durchschnitt nutzt bereits jede zweite Firma diese Antriebsart. Die aktuell hohen Kraftstoffpreise haben die Tendenz verstärkt, wie aus dem Mobilitäts- und Fuhrparkbarometer 2026 von Arval hervorgeht. Größtes Hindernis bei der Elektrifizierung in der Slowakei bleibt nach Meinung der Firmenvertreter die unzureichend ausgebaute Ladeinfrastruktur.

    Immer mehr Elektroautos aus der Slowakei

    Während der Inlandsmarkt für Elektroautos langsamer wächst als im europäischen Durchschnitt, stellen die Pkw-Hersteller in der Slowakei ihre Produktion zügig auf die neue Antriebsart um. 

    Im Volkswagen-Werk Bratislava startete im Februar 2026 die Serienproduktion von Fahrgestellen und Karosserien für den vollelektrischen Porsche Cayenne. Die Batterien kommen aus dem Porsche Smart Battery Shop in Horná Streda. 

    Kia hat in seinem slowakischen Werk bei Žilina im März 2026 die Produktion des elektrischen Kleinwagens EV2 begonnen. Bereits seit Sommer 2025 wird dort auch die elektrische Kompaktklasse EV4 gebaut. Die beiden Modelle sollen dieses Jahr für 25 bis 30 Prozent der Gesamtproduktion in der Fabrik sorgen. 

    Jaguar Land Rover plant in Nitra größere Lagerflächen für Hybridbatterien und Batterien für vollelektrische Fahrzeuge, wie aus den Anträgen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung hervorgeht. Bis Ende des Jahrzehnts will das Unternehmen seine Autoproduktion in der Slowakei auf Elektrofahrzeuge umstellen.

    Volvo will im Herbst 2026 die Testproduktion von Elektroautos im neuen Werk Košice beginnen. Die maximale Kapazität wird 250.000 Fahrzeuge pro Jahr betragen. 

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • In der Slowakei haben sich auf engstem Raum fünf Autofabriken und Hunderte Zulieferer angesiedelt. Während einige Teilehersteller schließen, kommen neue Investoren ins Land.

    Die Autoproduktion in der Slowakei stagniert bei rund einer Million Fahrzeugen pro Jahr. Mehr Dynamik wird es erst mit dem Hochlauf der Volvo-Fabrik in Košice ab 2027 geben. 

    Für das 1. Halbjahr 2026 meldete das Statistikamt einen realen Umsatzrückgang der Fahrzeugindustrie um 4 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Auch die Neuaufträge sanken um über 5 Prozent.

    Stellantis verzeichnete zuletzt den größten ZuwachsSlowakische Autoproduktion nach Herstellern; Stückzahlen; Veränderung in Prozent
    Hersteller / Standort

    2022

    2023

    2024

    2025

    Veränderung 2025/2024 

    Kia / Žilina

    311.000

    350.000

    351.000

    297.000

    -15,4

    Volkswagen / Bratislava

    268.700

    329.000

    341.000

    337.000

    -1,2

    Stellantis / Trnava

    312.500

    265.000

    176.000

    327.000

    85,8

    Jaguar Land Rover / Nitra

    108.000

    135.000

    125.000 *)

    109.000 *)

    -12,8*)

    * Jaguar Land Rover hat für 2024 und 2025 keine Zahlen veröffentlicht, es handelt sich hierbei um Schätzungen.Quelle: Slowakischer Automobilverband ZAP SR 2026; Unternehmensangaben 2026

    Die drei umsatzstärksten Unternehmen der slowakischen Automobilbranche sind die drei Fahrzeughersteller Volkswagen, Kia und Stellantis. Auch einige Zulieferer wie Mobis und Continental erreichen Milliardenumsätze.

    Bei Volkswagen liefen im Werk Bratislava 2025 fast 337.000 Fahrzeuge vom Band. Zwei Drittel der Produktion verblieben in Europa und damit etwas mehr als in der Vergangenheit. In die USA gingen 12 Prozent der Fahrzeuge. Der Anteil Chinas als Absatzmarkt rutschte 2025 erstmals seit vielen Jahren unter die Marke von 10 Prozent. 

    Am Standort Martin produzierte Volkswagen 2025 rund 21,6 Millionen Komponenten für Verbrenner- und Elektroantriebe.

    Volkswagen ist wichtiger Auftraggeber für Teilehersteller

    Die slowakische Volkswagen-Tochter musste zuletzt einige Rückschläge hinnehmen. Sie verpasste den Zuschlag für den Elektro-Kleinwagen ID.1. Zudem wurde die Produktion des exklusiv in Bratislava gefertigten VW Touareg eingestellt. Unsicherheit besteht beim Porsche Cayenne, dessen Produktion laut deutschen Medien nach Leipzig verlagert werden könnte. Zusätzlich belasten die US-Einfuhrzölle, die zunehmende chinesische Konkurrenz und höhere Kosten durch das slowakische Konsolidierungspaket die Aktivitäten.

    Dennoch investiert Volkswagen Slovakia weiter. Das Volumen betrug 2025 etwa 155 Millionen Euro (2024: 275 Millionen Euro). Der Einkauf von Vorprodukten slowakischer Zulieferer blieb stabil bei rund 3 Milliarden Euro (29 Prozent der Aufträge von Volkswagen Slovakia). Etwa ein Drittel seiner Komponenten bezieht das VW-Werk Bratislava aus Deutschland, vor allem Motoren, Getriebe und Batterien. Weitere 16 Prozent gingen 2025 an ungarische Lieferanten, vor allem an das Motorenwerk von Audi in Győr.

    Derzeit produziert VW in Bratislava neun Modelle für vier Konzernmarken, seit Februar 2026 auch den Porsche Cayenne Electric. Ebenso sollen der neue Audi Q7 sowie etwas später der Q9 dort vom Band laufen.

    Der südkoreanische Konzern Kia betreibt in Teplička nad Váhom bei Žilina seine einzige Produktionsstätte in Europa. Nach dem Rekordjahr 2024 verzeichnete das Werk 2025 einen deutlichen Rückgang. Das liegt an der Absatzschwäche in Europa, aber auch an Modellwechseln in dem Werk. Im Jahresverlauf startete die Fertigung des Elektroautos EV4 sowie des neu gestalteten Kia XCeed. Außerdem laufen dort der SUV Kia Sportage und das kleine Elektromodell EV2 vom Band.

    Die Autos werden vor allem ins Vereinigte Königreich, nach Italien, Deutschland, Spanien und in die Türkei exportiert. Kia produziert in der Slowakei ebenso Motoren, zuletzt über 500.000 Stück pro Jahr.

    Kia investiert in Roboter und Ventilatoren

    Auch Kia investiert weiter in seine slowakische Niederlassung. Unter anderem erneuert das Unternehmen 2026 im Presswerk und in der Schweißerei mehrere Roboter. Laut einer Pressemitteilung modernisiert der Konzern im Jahresverlauf zusätzlich die Lackiererei und ersetzt Großventilatoren durch kleinere Einheiten.

    Stellantis in Trnava verzeichnete 2025 einen enormen Aufschwung. Nachdem sich die Produktionszahlen in den zwei Jahren zuvor fast halbiert hatten, stieg der Ausstoß wieder auf deutlich über 300.000 Fahrzeuge. Für neue Impulse sorgten die Modelle Citroën C3, C3 Aircross und Opel Frontera. 

    Das Jaguar-Werk in Nitra war 2025 von einer Cyberattacke auf den Konzern betroffen. Die Produktion stand einige Wochen still, worunter auch Zulieferer wie Matador und Gestamp litten. 

    Führende Produzenten der Kfz-Industrie in der SlowakeiUmsatz in Millionen Euro; Veränderung in Prozent
    Unternehmen, StandortTätigkeitsbereiche

    Umsatz 2024

    Umsatz 2025

    Veränderung 2025/2024

    Volkswagen Slovakia, BratislavaPkw-Produktion in Bratislava, Komponentenproduktion in Martin

    12.521

    12.024

    -4,0

    Kia Slovakia, Teplička nad VáhomPkw-Produktion, Motoren

    8.078

    7.118

    -11,9

    Stellantis Slovakia, TrnavaPkw-Produktion, Batteriemodule

    2.029

    4.431

    118,4

    Mobis Slovakia, GbeľanyArmaturenbretter, Achsen, Puffer, Bremssysteme

    2.000

    1.858

    -7,1

    Continental Tires, PúchovReifen für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, SUV, Lkw und Busse

    1.751

    1.790

    2,2

    ZF Slovakia, TrnavaKupplungen, Schwungräder, Wandler

    882

    896

    1,5

    Motherson SAS Automotive Systems and Technologies Slovakia, BratislavaInnenraumausstattung

    885

    k.A.

    k.A.

    Magna PT,  KechnecGetriebesysteme für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge

    702

    742

    5,7

    Faurecia Automotive Slovakia (Forvia), BratislavaArmaturenbretter, Türkomponenten, Autositze, Auspuffe

    944

    704

    -25,4

    Schaeffler Kysuce, Kysucké Nové MestoSpezialwälzlager für die Kfz-Industrie

    770

    704

    -8,6

    Quelle: Finstat 2026; Wirtschaftsmagazin Trend 2026; Register der Jahresabschlüsse 2026; Unternehmensangaben 2026

    Weitverzweigtes Netz an Zulieferern

    Mehr als 350 direkte Zulieferunternehmen sind laut Investitionsagentur SARIO in der Slowakei aktiv, darunter führende Tier-1-Lieferanten wie Continental, ZF oder Magna. Sie finden im Land ein enges Netzwerk an Tier-2-Zulieferern vor, die zum Beispiel Kunststoffteile, Kabelbäume oder Sensoren produzieren. SARIO betreibt die Datenbank "Find in Slovakia" , über die slowakische Zulieferunternehmen für Kfz-Komponenten gefunden werden können.  

    Die Absatzkrise bei Europas Autobauern führt auch in der Slowakei dazu, dass einige Teilehersteller dem Land den Rücken kehren. Zu Jahresbeginn 2026 gab der spanische Komponentenbauer Antolin bekannt, seinen Betrieb in Trnava schrittweise herunterzufahren. Dort werden Innenraumteile für das benachbarte Stellantis-Werk produziert. Zuvor wurde ein von ZF betriebenes Werk in Detva geschlossen. Der italienische Antennenhersteller Calearo zog sich aus der Slowakei zurück. 

    Im Frühsommer 2026 kündigte der deutsche Zulieferer Mubea an, sein Engagement in Kežmarok zu beenden. Er stellt dort Leichtbaukomponenten für Kfz her. Bis Ende November 2026 will der türkische Automobilzulieferer Mata Automotive seine Produktion in Nová Ves aufgeben. Das Unternehmen produziert Innenraumkomponenten aus Holz und Carbon. Das Unternehmen verwies auf die schwierigen Bedingungen auf dem europäischen Automobilmarkt.

    Südkoreaner und Inder investieren in Zulieferbetriebe

    Neue Investitionen kündigte dagegen der südkoreanische Zulieferer Hyundai WIA an. Er will über 13 Millionen Euro in eine ehemalige Schuhfabrik in Martin stecken, um dort Antriebswellen und Kühlmodule für Mercedes-Benz, Hyundai, Kia und Volvo zu produzieren.

    Der indische Tata-Konzern baut seine Präsenz durch die Übernahme des slowakischen Autozulieferers IAC Group aus. Die Umsätze mit Kabinenkomponenten und Verkleidungssystemen sowie mit Instrumententafeln, Cockpits und Mittelkonsolen sollen sich bis 2031 verdreifachen, berichteten slowakische Wirtschaftszeitungen. Das Werk in Lozorno beschäftigt rund 800 Mitarbeitende und zählt Jaguar Land Rover, Volkswagen, Audi, Škoda und Ford zu seinen Kunden.                                                                                                                                                   

     

    Investitionsprojekte in der Kfz-Industrie in der Slowakeiin Millionen Euro
    Vorhaben

    Investitionssumme 

    Projektstand
    Kia / Modernisierung und Umbau der Kfz-Produktion in Žilina

    200

    Neue E-Auto-Modelle; im Sommer 2026 Modernisierung des Press- und Schweißwerks sowie der Lackiererei, Anschaffung neuer Roboter
    Mobis /  Halle zur Produktion von Elektronikteilen für Kfz sowie von elektronischen Steuergeräten und Leiterplatten in Gbeľany

    37

    Betrieb ab 2027 geplant
    Hyundai Wia / Werk zur Produktion von Antriebswellen für Fahrzeugachsen und Technologie- und Entwicklungszentrum in Martin

    13,1

    Umbau einer Fabrikhalle für Schuhproduktion; Betrieb ab 2027 geplant 
    Zhongding / Werk zur Produktion von Kunststoff- und Gummiteilen für Kfz-Innenräume in Sereď

    13

    Halle gemietet; Kunden sind Kfz-Unternehmen in der Slowakei und in Ungarn
    IBIH / Werk zur Produktion von Brandschutz- und Wärmeisolationsmatten für E-Auto-Batterien in Trnava

    10

    Betrieb ab Mitte 2027 geplant
    Alpha / Werk zur Oberflächenbearbeitung und Lackierung von Kfz-Kunststoffteilen in Bánovce nad Bebravou

    k.A.

    Umbau einer Halle; Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt
    Inalfa / Technologiezentrum zur Entwicklung von Dachsystemen für Kfz in Krakovany

    k.A.

    Eröffnung noch 2026; Investitionsanreize genehmigt
    Quelle: Pressemeldungen; SARIO; Unternehmensangaben; Fachmedien 2026

    Deutschland dominiert Handel mit Kfz-Teilen

    Die slowakischen Exporte von Kfz-Teilen (SITC 784) sind 2025 um 7 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen. Rund 90 Prozent davon verbleiben im EU-Binnenmarkt, wobei Deutschland fast die Hälfte der slowakischen Teileexporte aufkauft. Weitere wichtige Abnehmer sind Tschechien, Polen, Frankreich und Ungarn.

    Noch größer ist der Einfuhrwert. Die Importe erreichten 2025 in der Kategorie SITC 784 ein Volumen von 14,5 Milliarden Euro (+7 Prozent). Mehr als ein Viertel davon kommt aus Deutschland. Weitere wichtige Handelspartner sind Tschechien, Polen, Ungarn und Österreich sowie Südkorea, Frankreich und China. 

    Zu Jahresbeginn 2026 setzte sich die positive Entwicklung fort. Die Einfuhren von Kfz-Teilen stiegen von Januar bis Mai um 5 Prozent, die Ausfuhren um knapp 2 Prozent.

    Einfuhr ausgewählter Kfz-Teile in die Slowakeiin Millionen Euro; Veränderung in Prozent
     

    2025

    Januar bis Mai 2026

    Veränderung Januar bis Mai 2026 / 
    Januar bis Mai 2025

    SITC 778.3 Kfz-Elektrik

    1.163

    462

    -12,7

       aus Deutschland

    185

    89

    10,9

    SITC 784 Karosserien, Stoßstangen etc.

    14.503

    6.531

    5,1

       aus Deutschland

    4.077

    1.820

    5,0

    SITC 773.13 Zündkabelsätze

    1.948

    840

    2,3

       aus Deutschland

    214

    96

    4,7

    SITC 713.2 Motoren

    1.973

    800

    -14,3

       aus Deutschland

    382

    172

    -0,4

    Summe

    19.587

    8.632

    1,6

       Summe aus Deutschland

    4.858

    2.176

    4,8

    Quelle: Eurostat 2026

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Als Mitglieder der EU gelten für Deutschland und die Slowakei auf dem Binnenmarkt die gleichen Rahmenbedingungen.

    Technische Inspektionen von Fahrzeugen können in der Slowakei derzeit 216 Prüfstellen durchführen. Eine Liste führt der Dienst für Technische Kontrolle Testek. Er überwacht auch die Einhaltung der Standards durch die Prüfstellen.

    Typenzulassungen für Kfz und Kfz-Teile dürfen derzeit von 12 damit beauftragten Organisationen vorgenommen werden, darunter Dekra Slovensko und TÜV SÜD Czech. Aufsichtsbehörde ist das Ministerium für Verkehr, das auch die beauftragten Organisationen auflistet.

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Slowakei

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    WirtschaftsministeriumZuständig für die Kfz-Branche
    SARIO (Slovak Investment and Trade Development Agency)Förderstelle für Investitionen
    Verband der Automobilindustrie ZAP SRVereint 200 Mitglieder
    Maschinenbauverband ZSP SRUnter den Mitgliedern auch Kfz-Zulieferer
    Innung der Kfz-Verkäufer und ServicefirmenAutorisierte Verkäufer, Serviceunternehmen und Lieferanten
    StrojárstvoMonatszeitschrift für den Maschinenbau
    International Autoshow 2026 BratislavaFachausstellung, 19. bis 20. September 2026
    Autosalón Autoshow NitraFachmesse, 8. bis 11. Oktober 2026
    Motocykel Auto Motor Caravan Show BratislavaFachmesse, nächster Termin März 2027
    Caravan Bike Travel NitraFachmesse, 4. bis 7. März 2027
    Salón ElektromobilovFachausstellung, 25. bis 27. September 2026 in Bratislava
    Informationsportal der Lieferanten für die Kfz-IndustrieGebührenpflichtige Datenbank der Kfz-Industrie