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Ungarn stellt Weichen für milliardenschweres Bahnprogramm
Knapp 10 Milliarden Euro sollen in Ungarn in Strecken, Bahnhöfe und neue Züge fließen. Für Fahrzeugbeschaffung und Verkehrsplanung wurden zwei Gesellschaften gegründet.
05.08.2026
Ungarn bringt ein zehnjähriges Programm zur Modernisierung seiner Eisenbahn auf den Weg. Der Ende Juli 2026 von der Regierung aufgesetzte Baross-Gábor-Plan sieht bis 2035 Investitionen von 3.550 Milliarden Forint vor. Das sind umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro. Die Finanzierung soll vorrangig aus EU-Mitteln stammen.
Geplant sind die Sanierung wichtiger Schienenstrecken, die Modernisierung großer Bahnhöfe und der Ausbau des Vorortverkehrs. Vorgesehen sind zudem neue Fahrzeuge für den Intercity- und den Budapester Vorortverkehr sowie Batterie- und Hybridzüge für nicht elektrifizierte Strecken. Mehr Kapazitäten und bessere Anschlüsse an Logistikzentren sollen den Güterverkehr stärken.
Als ersten Schritt hat die Regierung die staatliche Magyar Vonatflotta Zrt. gegründet. Die neue Gesellschaft soll Schienenfahrzeuge beschaffen und als staatlicher Flottenmanager agieren. Noch 2026 könnten Ausschreibungen mit einem Volumen von rund 700 Milliarden Forint für neue Vorort- und Intercity-Fahrzeuge starten. Parallel soll ein nationaler Verkehrsorganisator Bahn- und Busfahrpläne, Tarife und Fahrgastinformationen koordinieren.
Die ungarische Fahrzeugflotte ist im Durchschnitt 43 Jahre alt. Auf rund 40 Prozent des Netzes gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen. Chancen für deutsche Anbieter könnten sich insbesondere bei Leit- und Sicherungstechnik, Elektrifizierung sowie digitaler Fahrgastinformation ergeben. Konkrete Ausschreibungsbedingungen liegen bislang nicht vor.