Branchencheck | Japan

Coronakrise hinterlässt 2020 tiefe Spuren

Einige japanische Branchen bekommen die Auswirkungen der Coronapandemie deutlich zu spüren.

Von Jürgen Maurer | Tokyo

Besonders stark betroffen sind die Kfz-Industrie, der Maschinenbau und die Stahlindustrie. Hier machen sich in- und ausländische Produktionsstopps, Lieferkettenunterbrechungen und ausbleibende Nachfrage bemerkbar. Der Elektronikbereich wird nur wenig Schwäche zeigen, da durch die Digitalisierung der Bedarf an Halbleitern, 5G-Ausrüstung und Informations- und Kommunikationstechnik eher gestiegen ist. Von höherer Nachfrage profitieren auch Produktionsausrüstung für den medizinisch-pharmazeutischen Bereich und Konsumgüter für den täglichen Bedarf.

  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Die Bestelleingänge im japanischen Maschinenbau sind bereits deutlich gesunken.

    Unternehmen in Japan und im Ausland haben wegen der Coronapandemie die Bestellungen von Maschinen und Ausrüstungen zurückgestellt. Allein die japanische Werkzeugmaschinenbranche verzeichnete im 1. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal einen Auftragseinbruch um 35,7 Prozent.

    Im allgemeinen Maschinenbau sinken die Bestelleingänge ebenfalls und werden japanischen Herstellern 2020 ein deutliches Minus in Produktion und Verkauf bescheren. Daher ist Kapazitätsausbau in Japan gegenwärtig kein Thema, abgesehen von Hightech-Anwendungen wie Robotik und Automatisierung.

    Weitere Informationen:

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    Bei Industrierobotern besetzt Japan global einen Spitzenplatz

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Die lokale Versorgung soll gestärkt werden.

    Die Coronakrise hat Japans Bedarf an Medizintechnik und Arzneimitteln noch erhöht. Die inländische Produktion soll insgesamt gestärkt werden, da das Land mit der schnell alternden Bevölkerung in einigen Segmenten einen hohen Importanteil aufweist.

    Lokale Branchenhersteller investieren in die Entwicklung neuester Technologie, wie digitale Gesundheitslösungen, auf Künstlicher Intelligenz basierende Medizin und Robotertechnologie. Die Entwicklung pharmazeutischer Erzeugnisse wird intensiv betrieben, insbesondere auch die Forschung und der Einsatz von regenerativer Medizin und Biotechnologie.

    Weitere Informationen:

    Trend zu Aufkäufen und Kooperationen hält in Japans Pharmabranche an

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Die Bauwirtschaft in Japan wird durch öffentliche Aufträge gestützt.

    Laut der Japan Federation of Construction Contractors sank der Wert der neuen Bauanträge im Fiskaljahr 2019 (1. April bis 31. März) um 9,1 Prozent. Daher werden Japans Bauaktivitäten 2020 im besten Falle stagnieren. Im Ausland haben die Aufträge im Anlagenbau jedoch zugelegt.

    Öffentliche Aufträge stützen den Baubereich in Japan, denn die Regierung wird versuchen, die Konjunktur möglichst schnell wieder anzukurbeln. Der private Wohnungsbau sinkt weiter. Stagnieren dürfte der Wirtschaftsbau. Zwar werden Modernisierungs- und Neubauprojekte fortgeführt, jedoch haben die Coronanotstandsmaßnahmen die Konstruktionstätigkeit auf einigen Baustellen unterbrochen.

    Weitere Informationen:

    Japans Baukonjunktur soll sich fortsetzen

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Die chemische Industrie in Japan spürt die Nachfrageschwäche.

    Die Entwicklung der Chemieindustrie läuft 2020 in zwei Geschwindigkeiten. Hersteller von Vor- und Zwischenerzeugnissen für Hygiene, Pharmazeutika, Produkte des täglichen Bedarfs und für die Chipindustrie produzieren auf Hochtouren. Für Kosmetika oder langfristige Konsumgüter ist die Nachfrage jedoch stark zurückgegangen.

    Insgesamt werden die Kapazitäten nicht ausgelastet. Bei der Ethylproduktion trifft sich das gut für die Anlagenwartung. In einigen anderen Segmenten wird auf Lager produziert. Die großen Chemiekonzerne haben für das Geschäftsjahr 2020 Gewinnwarnungen ausgesprochen und werden sich mit Investitionen zurückhalten.

    Weitere Informationen:

    Japans Kosmetikbranche weiter im Aufwind

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Die Investitionen in Japans Energiesicherheit bleiben hoch.

    Japan baut die Energiewirtschaft weiter um. Der Ausbau der Offshore-Winderzeugung ist für die nächsten Jahre vorgesehen. Neben erneuerbaren Energien wird die Flüssigerdgasinfrastruktur (LNG) entwickelt und eine Wasserstoffwirtschaft aufgebaut. Der Anteil thermal erzeugter Energie soll sinken.

    Die Energienachfrage ist insgesamt rückläufig. Um die erzeugte Elektrizität besser verteilen zu können, werden zusätzliche überregionale Stromtrassen gebaut. Zudem erfolgt 2020 die Deregulierung des Strommarktes. Stromtransport und Verteilnetze werden getrennt, was neue Anbieter auf den Plan ruft.

    Weitere Informationen:

    Japan will Stromübertragung flexibilisieren

    Batterien bleiben ein Schlüsselprodukt

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Pkw- und Nfz-Produktion

    Pkw- und Nfz-Produktion

    Die Produktion der japanischen Autohersteller wird 2020 stark schrumpfen.

    Japans Automobilbranche gibt 2020 keine Prognose ab. Insgesamt dürfte die weltweite Produktion der japanischen Automobilhersteller um ein Drittel geringer ausfallen als im Vorjahr, schätzen Marktbeobachter. Lieferkettenunterbrechung und Nachfragerückgang im In- und Ausland zogen Produktionsstopps nach sich.

    Kapazitätsausbau ist kaum gefragt, jedoch die Umrüstung auf striktere Standards für Kraftstoffeffizienz, die in Japan und im Ausland verlangt werden. Um diese zu erreichen, müssen die Kfz-Hersteller verstärkt auf Modelle mit neuen Antrieben, wie Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, umstellen.

    Weitere Informationen:

    Covid-19 Auswirkungen auf ausgewählte Branchen

    Japans Kfz-Teilebranche muss sich umorganisieren

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • Elektronikindustrie

    Elektronikindustrie

    Die japanischen Anbieter von Herstellungsausrüstung erweitern ihre Kapazitäten.

    Japans Elektronikindustrie ist von der Coronakrise weniger betroffen als andere Branchen. Im Halbleiter- und Komponentenbereich scheint das zyklische Tief erreicht. Eine steigende Nachfrage im In- und Ausland wird 2020 erwartet, weil der Bedarf an moderner Kommunikationstechnik steigt.

    Daher investieren Japans Anbieter von Herstellungsausrüstung in neue Kapazitäten, die im In- und Ausland eingesetzt werden. Produzenten in Japan, wie Sony, Kioxia oder Micron, bauen ihre Werke aus, um den zunehmenden Bedarf an elektronischen Bauelementen zu bedienen.

    Weitere Informationen:

    Elektroniknachfrage soll weltweit moderat steigen

    Japans Elektronikbranche soll 2020 expandieren

    Japan erwartet mehr Bestellungen von Halbleiterausrüstung

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

  • IKT

    IKT

    Bei der Digitalisierung hat Japan noch Nachholbedarf.

    Die Coronakrise führt die Notwendigkeit für eine moderne digitale Infrastruktur in Japan deutlich vor Augen. Daher werden die Unternehmen ihre Investitionen in die Einführung von 5G-Kommunikationsnetzen und digitalen Anwendungen tendenziell verstärken.

    Modernisierungsbedarf besteht sowohl bei der Infrastruktur der Telekomkonzerne als auch bei der Informations- und Kommunikationstechnologie vieler japanischer Unternehmen. Beispielsweise soll jeder Schüler mit einem Computer ausgestattet werden. Japan kann den Bedarf an Ausrüstung und Software nur zum Teil decken und ist auf Importe angewiesen.

    Weitere Informationen:

    Japans 5G Ausbau wird 2020 Tempo aufnehmen

    Von Jürgen Maurer | Tokyo

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