Branchencheck | Neuseeland

Nur wenige Sektoren mit Lichtblicken

Die Bauwirtschaft schrumpft. Die Aussichten für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie sind gemischt. Investiert wird im Energie- und Gesundheitssektor.

Von Heiko Stumpf | Sydney


  • Maschinenbau

    Maschinenbau

    Maschinenbauer in Neuseeland verfügen über einen hohen Spezialisierungsgrad.

    Die Maschinenbauindustrie in Neuseeland ist durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt, die sich meist auf hochwertige Nischenprodukte spezialisieren. Zuletzt entwickelte sich der Sektor positiv. Der Produktionsindex legte 2019 um 7,7 Prozent zu, der Umsatz lag bei umgerechnet 9 Milliarden US-Dollar. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent bildet der Maschinenbau das zweitgrößte Standbein des verarbeitenden Gewerbes nach der Nahrungsmittelherstellung. Allerdings dürften sinkende Auftragseingänge in den kommenden Monaten zu Überkapazitäten führen. Der Investitionsbedarf ist daher gering.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Chemieindustrie

    Chemieindustrie

    Nach einem guten Produktionswachstum 2019 steht auch die Chemieindustrie vor einem schwierigen Jahr.

    Die einzige Raffinerie in Marsden Point deckt rund 70 Prozent des nationalen Kraftstoffbedarfs. Zudem gibt es nennenswerte lokale Produktionskapazitäten für Methanol, Agrarchemikalien sowie Kosmetika und Haushaltschemikalien. Bedeutend ist der Kunststoffsektor mit etwa 600 aktiven Unternehmen und einem Jahresumsatz von umgerechnet rund 3,1 Milliarden US-Dollar, wovon 30 Prozent auf den Verpackungssektor entfallen. Im Jahr 2019 legte der Produktionsindex der gesamten Chemieindustrie noch um 6,4 Prozent zu. Mit einem Anteil von etwa 16 Prozent an der Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe ist die Chemie der drittgrößte Industriesektor Neuseelands.


    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Energiewirtschaft

    Energiewirtschaft

    Steigender Strombedarf erfordert den Ausbau der Erzeugungskapazitäten.

    Regenerative Quellen tragen über 80 Prozent zur Stromerzeugung bei. Bis 2035 soll ein Wert von 100 Prozent erreicht werden. Der staatliche Übertragungsnetzbetreiber Transpower erwartet aufgrund zunehmender Elektrifizierung der Mobilität und wirtschaftlicher Prozesse einen gleichzeitigen Anstieg des Stromverbrauchs um fast 30 Prozent. Bei der dominierenden Wasserkraft gibt es kaum Potenzial für neue Projekte. Der größte Ausbau bei der installierten Leistung dürfte im Bereich Windkraft erfolgen mit einem möglichen Kapazitätsanstieg von derzeit rund 600 Megawatt auf 2,9 Gigawatt in 2035. Die Photovoltaik könnte einen Sprung von 100 Megawatt auf 1,7 Gigawatt vollziehen.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Bauwirtschaft

    Bauwirtschaft

    Die Bauunternehmen stürzen von einer Hochkonjunktur in eine schwere Krise.

    Vor Beginn der Coronakrise arbeiteten Baufirmen an der Kapazitätsgrenze, die jährlichen Genehmigungen im Wohnungsbau lagen mit rund 37.000 Einheiten auf einem Rekordniveau. Der größte Baukonzern des Landes, Fletcher Building, erwartet für das kommende Geschäftsjahr 2020/21 einen Rückgang um etwa 30 Prozent auf 25.000 genehmigte Einheiten. Im Wirtschaftsbau wird mit einem Minus bei den Bauinvestitionen von rund 15 Prozent gerechnet. In der Folge musste Fletcher Building 1.000 Mitarbeiter entlassen. Die Regierung steigert zur Stützung des Sektors den sozialen Wohnungsbau und bringt ein Programm für 8.000 Einheiten auf den Weg.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Gesundheitswirtschaft

    Gesundheitswirtschaft

    Den staatlichen Gesundheitseinrichtungen wird mehr Geld zur Verfügung gestellt.

    Im Gesundheitssektor hat sich ein Investitionsstau gebildet. Vor Ausbruch der Coronapandemie verfügte das Land beispielsweise nur über insgesamt 200 Intensivbetten. Mit dem Staatshaushalt 2020/21 werden die Gesundheitsausgaben nun um etwa 9 Prozent erhöht. Den District Health Boards, welche die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen betreiben, stehen dadurch in den kommenden vier Jahren insgesamt rund 2,5 Milliarden US-Dollar (US$) mehr zur Verfügung. Das Marktvolumen für Medizintechnik dürfte 2019 umgerechnet bei rund 820 Millionen US$ gelegen haben und 2020 in Landeswährung um 5 Prozent wachsen.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei

    Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei

    Die Nachfrage nach Landtechnik entwickelt sich rückläufig.

    Der Obstanbau konnte seine Produktion in den letzten Jahren deutlich steigern. Das Agrarministerium prognostiziert für 2019/20 eine Rekordernte bei wichtigen Erzeugnissen wie Kiwifrüchten oder Äpfeln. Die Kiwiernte soll bis 2024 um insgesamt 25 Prozent steigen. Die Milchwirtschaft muss hingegen mit Einnahmeeinbußen aufgrund sinkender Preise rechnen. Bei der Beschaffung von Landtechnik dürften sich die Landwirte vorerst zurückhalten. Bereits 2019 ging die Anzahl der verkauften Traktoren um 13,6 Prozent auf 4.007 Einheiten zurück. In den ersten Monaten 2020 wurde von weiteren Absatzeinbrüchen berichtet.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

  • Nahrungsmittelindustrie

    Nahrungsmittelindustrie

    Die Molkereien und Fleischbetriebe dürften 2020 weniger produzieren.

    Die Lebensmittelindustrie ist mit einem Anteil von rund 31 Prozent das wichtigste Standbein des verarbeitenden Gewerbes. Im Kalenderjahr 2019 konnte der Produktionsindex der Branche um etwa 1 Prozent zulegen. Eine dominierende Rolle spielt die Molkereiindustrie. Deren Produktionsmenge dürfte 2020 jedoch um etwa 0,7 Prozent sinken und sich mittelfristig seitwärts bewegen. Nach umfangreichen Investitionen in den vergangenen Jahren ist in den Betrieben kein nennenswerter Kapazitätsausbau mehr zu erwarten. Auch die Produktion von Rindfleisch dürfte 2020 nach einem Rekord im Vorjahr um 5 Prozent niedriger ausfallen.

    Von Heiko Stumpf | Sydney

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