RF_Getty_514456364_RZ_1340x754 RF_Getty_514456364_RZ_1340x754 | © Sydney Harbour und Innenstadt |© Getty Images/stellalevi

Special | Australien | Coronavirus

Erste Wirtschaftskrise seit fast 30 Jahren

Australien erwartet aufgrund der Coronapandemie eine Rezession. Um die Folgen abzumildern, bringt die Regierung große Konjunkturpakete auf den Weg.



Covid-19: Allgemeine Situation und Konjunkturentwicklung

Australien kann die Coronamaßnahmen weiter lockern. Dadurch mehren sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung. (Stand: 30. Oktober 2020)

Melbourne hat schmerzhaften Lockdown überstanden

Australien konnte die Ausbreitung des Coronavirus zunächst frühzeitig eindämmen, kämpfte seit Ende Juni 2020 aber gegen eine zweite Infektionswelle im Bundesstaat Victoria.

Besonders hart getroffen war der Großraum Melbourne, welcher bereits am 9. Juli 2020 in einen zweiten Lockdown versetzt wurde. Da die Anzahl der Neuinfektionen nicht im erhofften Tempo zurück ging, musste der Premier des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, die geplante Lockerung der Maßnahmen immer wieder verschieben.

Schließlich konnten die lange ersehnten Erleichterungen zum 28. Oktober 2020 umgesetzt werden. Gleich am ersten Tag der Öffnung strömten die Menschen wieder in Massen in die Melbourner Geschäfte, in den vielen bekannten Einkaufsstraßen der Stadt wurden wieder knapp 80 Prozent der üblichen Frequenz gemessen. Weitere Öffnungsmaßnahmen sollen noch vor Weihnachten folgen.

Aufs Jahr gesehen hat die Bevölkerung von Melbourne 2020 über fünf Monate im Lockdown verbracht. Die kulturell lebendige Metropole glich zeitweise einer Geisterstadt. Viele Gewerbetreibende kämpfen ums Überleben.

Öffnungsfahrplan für Melbourne (vereinfachte Darstellung)

Stufe 1

Stufe 2

Zeitraum

Ab 28. Oktober 2020

Ab 08. November 2020

Bewegungsbeschränkung

  • Personen dürfen sich nur innerhalb eines Umkreises von 25 km des Wohnortes aufhalten (mit Ausnahmen wie Arbeit, Gesundheit etc.)
  • Grenze zwischen Stadtgebiet Melbourne und Umland

Keine

Einzelhandel

Geöffnet

Geöffnet

Gastronomie

Geöffnet, mit Einschränkungen:

  • 20 Personen in Innenbereichen
  • 50 Personen in Außenbereichen

Geöffnet, mit Einschränkungen:

  • 40 Personen in Innenbereichen
  • 70 Personen in Außenbereichen

Sozialer Bereich

Öffentliche Versammlungen bis zu 10 Personen

Öffentliche Versammlungen bis zu 10 Personen

Quelle: Government of Victoria


Andere Bundesstaaten konnten Maßnahmen schon früher lockern

Die anderen Bundesstaaten haben das Infektionsgeschehen schon seit Monaten im Griff. New South Wales (NSW) mit der Metropole Sydney schafft es durch ein effizientes Kontaktverfolgungssystem, einzelne Ausbrüche schnell einzudämmen. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben ist dadurch weitgehend intakt. Im Einzelhandel, in der Gastronomie sowie in kulturellen Einrichtungen gelten allerdings Einschränkungen in Bezug auf die maximale Personenzahl (zwei bis vier Quadratmeter pro Person).

Im Central Business District (CBD) der Finanzmetropole Sydney nimmt die Geschäftigkeit deutlich zu, so dass auch der dort ansässige Handel und die vielen kleinen Dienstleistungsbetriebe wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Der Sydney-CBD konzentriert eine enorme Wirtschaftskraft und trägt allein sieben Prozent zur BIP-Entstehung bei.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage finden sich auf den Webseiten der einzelnen Bundesstaaten.

Wirtschaftliche Talfahrt

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind enorm. „Mit einem Minus von 7 Prozent erlebte Australien im 2. Quartal 2020 den größten wirtschaftlichen Einbruch seit 1930, steht damit im internationalen Vergleich jedoch noch gut da", erklärt Christoph von Speßhardt, Geschäftsführer der AHK Australien.

Dass die Rezession milder ausfällt als in Europa oder in den USA hängt mit der guten Entwicklung in Teilen der Rohstoffindustrie zusammen. "Der Eisenerz- und Goldabbau boomt, die investiven Ausgaben der Minengesellschaften werden 2020 sogar steigen", so von Speßhardt.

Die australische Notenbank rechnet für 2020 mit einem Rückgang des BIP um real rund 4 Prozent, hält aber für 2021 ein Wachstum von 2 Prozent für möglich.

Auch die in einer Umfrage des Financial Review befragten Volkswirte rechnen für 2020 mit einem Minus um 4 Prozent. Sie prognostizieren für 2021 sogar ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent.

Für die meisten Australier ist es das erste Mal, dass sie einen wirtschaftlichen Abschwung erleben. Fast drei Jahrzehnte schien die Volkswirtschaft immun gegen globale Schwächephasen. Selbst während der letzten Weltfinanzkrise 2009 wuchs das BIP um real 1,9 Prozent.

Arbeitslosenquote könnte weiter ansteigen

Nachdem der Arbeitsmarkt über viele Jahre brummte, kam es nun insbesondere bei Fluggesellschaften sowie im Einzelhandel, Gastronomiegewerbe und Tourismus zu Massenentlassungen. Vor den Centrelink-Büros, die die staatliche Arbeitslosenunterstützung verwalten, kam es zu hunderte Meter langen Schlangen. Bilder, die Australien seit der großen wirtschaftlichen Depression der 1930er nicht mehr gesehen hat.

Im September 2020 lag die Arbeitslosigkeit bei 6,9 Prozent, ein spürbarer Anstieg gegenüber dem Vorkrisenniveau von 5,2 Prozent. Saisonbereinigt gingen im Zeitraum März bis September 2020 rund 425.000 Jobs verloren. Bis Jahresende 2020 rechnen Volkswirte mit einem Anstieg der Erwerbslosenquote auf maximal 8 Prozent. Auch für Mitte 2021 wird noch ein Stand von über 7 Prozent erwartet.

Umfangreiche Regierungsmaßnahmen wie Lohnzuschüsse stützen jedoch die privaten Konsumausgaben. In den ersten acht Monaten des Jahres 2020 stiegen die nominalen Einzelhandelsumsätze um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert an. Gefragt war alles, was zu Hause benötigt wird, wie Lebensmittel, Haushaltswaren, Möbel oder Elektronik.

Regierung setzt auf expansive Fiskalpolitik

Durch die Covid-19 Pandemie kommt es zu einer Neugewichtung der finanzpolitischen Prioritäten. Bislang zählte ein Budgetüberschuss zu den Kernzielen der Regierung. Stattdessen schreibt der Staatshaushalt nun tiefrote Zahlen. Für das Haushaltsjahr 2020/21 wird ein Defizit von 11 Prozent des BIP erwartet, das größte Haushaltsloch seit dem Zweiten Weltkrieg.

Nach Aussage von Schatzminister Josh Frydenberg wird die Haushaltskonsolidierung erst wieder auf die politische Agenda rücken, wenn die Arbeitslosenrate spürbar unter die Marke von 6 Prozent fällt. Bis dahin soll die Belebung des Investitionsklimas und des Verbrauchervertrauens im Mittelpunkt stehen. Dazu wurden bereits steuerliche Investitionsanreize für Unternehmen auf den Weg gebracht.

Für 2020/21 wird ein Rückgang der privaten Bruttoanlageinvestitionen um 9,5 Prozent erwartet, ehe im Folgejahr mit plus 6 Prozent eine Erholung einsetzen könnte.

Ausreichend fiskalischer Spielraum ist vorhanden. Vor Ausbruch der Coronakrise hatte die Nettostaatsverschuldung Australiens bei knapp 20 Prozent des BIP gelegen, ein im internationalen Vergleich niedriger Wert. Bis 2024 wird ein Anstieg der Staatsverschuldung auf 43,8 Prozent erwartet.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Einschränkungen bei Einreise und Bewegung im Land

Ein weitreichendes Einreiseverbot ist in Kraft. Der Personenverkehr zwischen den Bundesstaaten öffnet sich wieder. (Stand: 06. November 2020)

Die australische Grenze ist für ausländische Reisende geschlossen. Dies gilt auch für Personen mit zeitlich befristeter Aufenthaltserlaubnis (Temporary Residents), die nach einem Auslandsaufenthalt zurückkehren möchten. In begründeten Fällen kann eine Ausnahmegenehmigung beim Department of Home Affairs beantragt werden.

Lediglich australische Staatsbürger und Inhaber einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis (Permanent Residents) können nach Australien einreisen. Diese müssen sich jedoch direkt nach Grenzübertritt für 14 Tage in eine verbindlich angeordnete Quarantäne begeben. Dazu hat die Regierung eigens Hotels angemietet, die unter Bewachung stehen.

Da viele Australier aus anderen Erdteilen heimkehren, sind die Kapazitäten in den Quarantänehotels stark ausgelastet. Deshalb wurden Beschränkungen für die maximal zulässige Anzahl internationaler Passagiere erlassen. Bis zum 12. Oktober 2020 wurde die Anzahl zulässiger Einreisen schrittweise von 4.000 auf 6.000 pro Woche erhöht.

Über den Kingsford International Airport in Sydney können dann knapp 3.000 Personen pro Woche einreisen. Für die Flughäfen in Brisbane und Perth werden die Kontingente auf 1.000 und 1.025 Passagiere pro Woche aufgestockt. Dabei gibt es Beschränkungen für die Anzahl der Fluggäste pro Maschine (meist 25 bis 60 Passagiere). In der Presse wird von einem deutlichen Anstieg der Ticketpreise berichtet. Für Melbourne sind alle internationalen Flüge gestrichen.

In den ersten Monaten der Pandemie hatte die Regierung die Kosten für die Hotelquarantäne übernommen. Nun werden die Reisenden selbst zur Kasse gebeten. In New South Wales fallen dafür 3.000 Australische Dollar ($A) für Alleinreisende an. In Queensland und Western Australia sind es 2.800 beziehungsweise 2.520 $A.

Aktuelle Informationen zu Einreisebeschränkungen

Die australische Regierung führt Gespräche mit Neuseeland, Japan, Südkorea, Singapur und einigen Südseestaaten über die Einführung von sogenannter Travel Bubbles. Bereits ab dem 16. Oktober 2020 können Reisende aus Neuseeland wieder ohne Einschränkung die Bundesstaaten New South Wales, Australian Capital Territory und Northern Territory besuchen. Bei einer Rückreise sind aber weiterhin die Reisebeschränkungen Neuseelands zu beachten.

Reisen zwischen Sydney und Melbourne bald wieder möglich

Die Fortbewegung innerhalb Australiens wird deutlich erleichtert. Zu Beginn der Pandemie hatten die meisten der insgesamt acht Bundesstaaten und Territorien eigene Grenzkontrollen eingeführt. Dies galt für New South Wales, Western Australia, South Australia, Queensland, Tasmanien und das Northern Territory.

Die australische Verfassung (Section 92) verbietet zwar generelle Einschränkungen des Personen- und Warenverkehrs zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit sind jedoch gewisse Restriktionen möglich.

Die Grenze zwischen New South Wales und Victoria soll ab dem 23. November 2020 wieder frei passierbar sein. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn zusammen erwirtschaften die beiden Bundesstaaten rund 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Australien. Derzeit sind an den 55 Grenzübergängen zwischen den beiden Bundesstaaten noch Kontrollstellen durch Polizei und Militär errichtet. Die Überquerung ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich.

Diese kann in begründeten Fällen erteilt werden, beispielsweise für Sicherheits- und Rettungskräfte, Gesundheitspersonal und für den Frachtverkehr. Auch für Grenzgänger gibt es Ausnahmen. Zuwiderhandlungen werden mit empfindlichen Geldstrafen belegt. Die beiden großen Wirtschaftsmetropolen Sydney und Melbourne sind dadurch in Bezug auf den Personenverkehr voneinander abgeschnitten.

Western Australia und Queensland weichen ihre Grenzen auf

Western Australia ermöglicht schon ab dem 14. November 2020 wieder die Einreise aus anderen Bundesstaaten. Ankommende Personen müssen sich jedoch einem Temperaturcheck und möglichem Covid-Test unterziehen. Für Besucher aus New South Wales und Victoria gilt jedoch eine 14-tägige Quarantänepflicht. Zuvor hatte sich Western Australia über Monate durch eine harte Grenze vom Rest des Landes abgeschottet. 

Seit Anfang November 2020 sind auch wieder Reisen zwischen Queensland und weiten Teilen von New South Wales möglich. Lediglich für Besucher aus dem Großraum Sydney bleibt die Grenze in den nördlich gelegenen Sunshine State weiter geschlossen. Die gerade erst im Amt bestätigte Regierungschefin von Queensland, Annastacia Palaszczuk, will frühestens für Anfang Dezember 2020 weitere Erleichterungen verkünden.

In den anderen Bundesstaaten ist der Reiseverkehr wieder weitgehend frei. In Tasmanien  gilt jedoch weiterhin eine Genehmigungs- und Quarantänepflicht für Besucher aus Victoria. Im Northern Territory sind ebenfalls bestimmte Quarantänevorschriften zu beachten. Zudem müssen Reisen in vielen Bundesstaaten elektronisch vorher angemeldet werden.

Durch die Entstehung neuer Infektionsherde können sich die Regelungen jederzeit kurzfristig ändern. Vor Beginn einer Reise sollte daher der aktuelle Stand auf den Internetseiten der jeweiligen Bundesstaaten überprüft werden.

Aktuelle Informationen zu Bewegungsbeschränkungen im Inland

Regierungschef drängt auf weitere Öffnung

Die geschlossenen Grenzen innerhalb Australiens entwickelten sich in den vergangenen Monaten zu einem Politikum und führten zum Streit zwischen Premiers der Bundesstaaten. Premierminister Scott Morrison will nun im Rahmen eines Framework for National Reopening  erreichen, dass bis Weihnachten 2020 alle noch bestehenden inneraustralischen Reiseeinschränkungen aufgehoben werden.


Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Maßnahmen der Regierung

Die australische Regierung versucht den wirtschaftlichen Einbruch mit diversen Maßnahmen abzumildern. Bis März 2021 gibt es Lohnzuschüsse für Firmen. (Stand: 14. Oktober 2020)

Insgesamt hat die Regierung in Canberra nach eigenen Angaben bereits Hilfsmaßnahmen von umgerechnet etwa 208 Milliarden US-Dollar (US$) auf den Weg gebracht (299 Milliarden Australische Dollar ($A); 1$A=0,6952 US$). Dies entspricht rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Mit dem Staatshaushalt für 2020/21 (Juli bis Juni) wurde ein weiteres Stimuluspaket mit einem Volumen von 68 Milliarden US$ verabschiedet.

Maßnahmen zur unmittelbaren Bewältigung der Krise

Herzstück des Regierungshandelns sind Lohnsubventionen im Rahmen der JobKeeper Allowance. Für jeden Arbeitnehmer, der seit dem 1. Juli 2020 angestellt ist, wird alle 14 Tage ein pauschaler Zuschuss von aktuell rund 834 US$ (1.200 $A) gewährt (Gehaltszahlungen erfolgen in Australien 14-tägig). Für Teilzeitkräfte mit einer Wochenarbeitszeit von unter 20 Stunden gilt ein verringerter Satz.

Das Programm läuft noch bis zum 28. März 2021. Dabei werden die gewährten Zahlungen schrittweise reduziert.

Zahlungen im Rahmen der JobKeeper Allowance (14-tägig)

Zeitraum

Betrag (in $A)

bis 27.09.2020

1.500 pro Arbeitnehmer

28.09.2020 bis 3.01.2021

1.200 für Vollzeitkräfte

750 für Teilzeitkräfte

4.01.2021 bis 28.03.2021

1.000 für Vollzeitkräfte

650 für Teilzeitkräfte

Quelle: Recherchen Germany Trade & Invest

Die Beantragung erfolgt über das Australian Tax Office (ATO). Die Firmen müssen nachweisen, dass sie im Vorquartal einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erlitten haben (große Firmen mit einem Jahresumsatz über 695 Millionen US$: 50 Prozent).

Neben der JobKeeper Allowance vergibt die Regierung auch umfangreiche Liquiditätshilfen.

Liquiditätshilfen der Regierung

Maßnahme

Anmerkung

Finanzielle Zuschüsse in Form von Steuerrückzahlungen

Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. $A erhalten die für ihre Beschäftigten abgeführte Lohnsteuer als Zuschuss zurückerstattet (letztmalig im 3. Quartal 2020, insgesamt maximal 100.000 $A). Durch die Bindung an die Löhne sollen Anreize für den Erhalt von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Kreditgarantien

Staatsgarantie in Höhe von 50 Prozent an KMU (Jahresumsatz bis 50 Mio. $A) vergebene Darlehen. Maximale Darlehenshöhe: bis zu 1 Mio. $A.

Mieterleichterung

Verbindlicher Code of Conduct ermöglicht Firmen (Jahresumsatz bis 50 Mio. $A) bei Umsatzrückgang eine Mietminderung oder Stundung zu verlangen. Wird rechtlich durch die Bundesstaaten implementiert.

Quelle: Recherchen Germany Trade & Invest

Die Bundesstaaten bleiben ebenfalls nicht untätig und haben eigene Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 33 Milliarden US$ geschnürt. Im Mittelpunkt stehen Erleichterungen bei der Payroll Tax. Dies ist eine Lohnsummensteuer, wobei als Bemessungsgrundlage die Summe der ausgezahlten Arbeitnehmerentgelte gilt. Die Steuersätze und geltenden Freibeträge variieren je nach Bundesstaat. In New South Wales gilt derzeit ein Steuersatz von 5,45 Prozent bei einem Freibetrag von 695.200 US$ (1 Million $A) pro Monat (Victoria: 4,85 Prozent/452.000 US$ (650.000 $A)).

Unterstützungsprogramme in den großen Bundesstaaten

Staat

Wichtige Maßnahmen (Auswahl)

New South Wales

Erlass der Payroll Tax für sechs Monate (maximale Erlassumme 4 Mio. $A), Erhöhung des Freibetrages für die Pay Roll Tax auf 1 Mio. $A ab 1. Juli 2020.

Victoria

Erlass der Payroll Tax für das Finanzjahr 2019/20 für Unternehmen mit einer Lohnsumme von bis zu 3 Mio. $A. Business Support Fund für bestimmte Sektoren wie Gastronomie und Beherbergung.

Queensland

Erlass der Payroll Tax für fünf Monate für Firmen mit einer Lohnsumme von bis zu 6,5 Mio. $A; Erlass für zwei Monate bei einer Lohnsumme von mehr als 6,5 Mio. $A.

Western Australia

Firmen mit einer Lohnsumme bis zu 4 Mio. $A erhalten eine Erstattung für gezahlte Payroll Tax von 17.500 $A, Erhöhung des Freibetrages auf eine Mio. $A ab 1. Juli 2020.

South Australia

Erlass der Payroll Tax für sechs Monate für Firmen mit einer Lohnsumme von bis zu 4 Mio. $A.

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

Maßnahmen zur wirtschaftlichen Wiederbelebung

Im Oktober 2020 wurde zusammen mit dem Staatshaushalt 2020/21 das Konjunkturpaket JobMaker Plan vorgestellt. Zur Ankurbelung des privaten Konsums wird eine bislang für 2022 geplante Senkung der Einkommenssteuer rückwirkend auf den 01. Juli 2020 vorgezogen. Durch eine Anpassung des Tarifverlaufes werden Arbeitnehmer in den kommenden zwei Jahren um insgesamt rund 12 Milliarden US$ entlastet.

Steuerliche Anreize werden auch für Unternehmen geschaffen. Zentrales Instrument ist dabei eine bis Juni 2022 befristete Sofortabschreibung für bewegliche Anlagegüter, welche zu Investitionen animieren soll.

Zudem bemüht sich die Regierung um eine Wiederbelebung des verarbeitenden Gewerbes. Dazu werden im Rahmen der Modern Manufacturing Strategy (MMS) Fördergelder bereitgestellt.

Über den Manufacturing Modernisation Fund werden dabei Zuschüsse für die Modernisierung von Produktionsanlagen gewährt. Der maximale Förderbetrag beläuft sich auf eine 1 Million $A, wobei berechtigte Unternehmen mindestens den dreifachen Betrag der Fördersumme selbst aufbringen müssen.

Das zweite Instrument der MMS ist die insgesamt 900 Millionen US$ dotierte Modern Manufacturing Initiative. Diese stellt die Kommerzialisierung und den Markthochlauf von Innovationen in den Mittelpunkt. Die Zielsektoren sind dabei Rohstoffverarbeitung, Nahrungsmittel, medizinische Produkte, Recycling, saubere Energieerzeugung, Verteidigung und Weltraumtechnik.

Stimulusmaßnahmen (Auswahl)

Maßnahme

Anmerkung

Sofortabschreibung

Neue bewegliche Anlagegüter können im Jahr der ersten Nutzung vollständig abgeschrieben werden (bis Juni 2022). Keine Begrenzung des maximalen Investitionsbetrages. Berechtigt sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 5 Milliarden $A. Kleinunternehmen können die Regelung auch für gebrauchte Güter nutzen.

Zeitlich begrenzter Verlustrücktrag

Unternehmen können in den Finanzjahren 2019/20, 2020/21 und 2021/22 angefallene Verluste mit Gewinnen verrechnen, die im Finanzjahr 2018/19 oder früher entstanden sind. Berechtigt sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 5 Milliarden $A.

JobMaker Hiring Credit

Arbeitgeber erhalten Lohnzuschüsse für die Einstellung junger Arbeitssuchender:

- 200 $A pro Woche für 16- bis 29-Jährige

- 100 $A pro Woche für 30- bis 25-Jährige

Lohnzuschüsse für Auszubildende

Unternehmen erhalten Lohnzuschüsse von 50 Prozent für beschäftigte Auszubildende (maximal $A 7.000 pro Quartal). Befristet bis 30.09.2021.

HomeBuilder

Zuschüsse (maximal $A 25.000) für Modernisierungsarbeiten durch Hausbesitzer sowie zum Bau eines Eigenheims.

Quelle: The Treasury


Auch die Australian Reserve Bank (RBA) unterstützt den Kampf gegen die Folgen von COVID-19. Sie senkte den Leitzins auf den historischen Tiefstand von 0,25 Prozent. Zudem wurde ein Kreditprogramm mit einem Volumen von 139 Millarden US$ (200 Milliarden $A) für die Geschäftsbanken geschnürt (zum Zins von 0,25 Prozent über drei Jahre). Erstmals in ihrer Geschichte startete die RBA mit Ankäufen von Staatsanleihen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen

Die Regierung in Canberra erhöht die Ausgaben für den Infrastrukturausbau in den kommenden vier Jahren um umgerechnet 9,7 Milliarden US$. Davon sind rund 7,3 Milliarden US$ für Verkehrsprojekte und 1,4 Milliarden US$ für die Wasserinfrastruktur vorgesehen.

Für 15 weitere Großvorhaben mit einem Gesamtvolumen von 50 Milliarden US$ wird jeweils eine eigene Taskforce eingerichtet, die die Umsetzung der Projekte teils um Jahre beschleunigen soll. Dazu zählen die Inland Rail oder das Marinus Link-Stromkabel nach Tasmanien.

Weitere Infrastruktuprogramme gibt es auf der Ebene einzelner Bundesstaaten. New South Wales betreibt im Rahmen des Planing System Acceleration Program die beschleunigte Umsetzung von 100 Vorhaben mit einem Volumen von 18 Milliarden US$.

Victoria gibt durch das Building Works Program zusätzliche 1,9 Milliarden US$ aus, wobei die Modernisierung von Bildungseinrichtungen und kleinere Verkehrsprojekte im Mittelpunkt stehen. Queensland will 2020/21 rund 10 Milliarden US$ in die Infrastruktur stecken.

Eine zusätzliche Maßnahme ist der Ausbau des National Broadband Network. Bis 2023 werden knapp 3,1 Milliarden US$ in das staatliche Breitbandnetz gesteckt, damit 2 Millionen Haushalte einen schnelleren Internetzugang erhalten.

Bereits im Juli 2020 verkündete die Regierung ein Programm mit dem Namen JobTrainer, welches 340.000 zusätzliche Ausbildungs- und Umschulungsplätze für Arbeitssuchende und Schulabgänger finanzieren soll.

Zugang zu Fördermitteln für deutsche Firmen

Die Förderprogramme stehen grundsätzlich allen Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Australien offen, sodass auch Tochtergesellschaften deutscher Firmen berechtigt sind. Inhaber einer befristeten Aufenthaltserlaubnis sind von JobKeeper ausgeschlossen.

Öffentliche Verschuldung

Vor Ausbruch der Coronakrise hatte die Nettostaatsverschuldung bei knapp 20 Prozent des BIP gelegen, ein im internationalen Vergleich niedriger Wert. Ausreichender fiskalischer Spielraum ist deshalb vorhanden.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Außenhandel - Logistik - Zoll

Der Frachtverkehr läuft weitgehend ungestört. Im Verhältnis zum wichtigsten Handelspartner China gibt es jedoch Spannungen. (Stand: 16. September 2020)

Die australischen Seehäfen wickeln fast 99 Prozent des Außenhandels ab und können weiterhin von Frachtschiffen angelaufen werden. Einschränkungen gibt es allerdings im Bundesstaat Queensland. Dort sind die größten Umschlagplätze Brisbane und Townsville weiter frei zugänglich, für alle anderen Häfen in Queensland gilt jedoch eine 14-tägige Seequarantäne. Dies betrifft beispielsweise die großen Kohleterminals in Abbot Point und Hay Point.

In allen Häfen Australiens gelten Quarantäneregelungen für die Besatzungen. Diese dürfen ihre Schiffe nur verlassen, wenn seit dem Auslaufen aus dem letzten ausländischen Hafen mindestens 14 Tage vergangen und keine Krankheitsfälle an Bord aufgetreten sind.

Regierung hilft bei Luftfrachtkapazitäten für Agrarprodukte

Zu Kapazitätsengpässen kommt es im Bereich der internationalen Luftfracht, weil viele Fluggesellschaften ihre Linienflüge nach Australien eingestellt haben. Rund 80 Prozent der Luftfracht wird normalerweise im Bauch von Passagierflugzeugen befördert. Unternehmen beklagen durch den Wegfall deutlich höhere Frachtkosten.

Um Abhilfe zu schaffen, hat die Regierung den International Freight Assistance Mechanism (IFAM) bis Ende 2020 verlängert. Über dieses mit 245 Millionen US-Dollar (US$) ausgestattete Hilfsprogramm werden Charterflüge für den Frachtverkehr bezahlt.

Dadurch sollen insbesondere Exporte von verderblichen Waren wie Meeresfrüchte, Rindfleisch oder Gemüse sichergestellt werden. Auf den Rückflügen können auch Importwaren transportiert werden. Dabei werden medizinische Güter priorisiert.

Der Warenverkehr innerhalb Australiens funktioniert weitgehend normal. Zwar haben die  Bundesstaaten Beschränkungen für den Personenverkehr erlassen, der Frachttransport ist jedoch als Essential Service ausgenommen. Lkw-Fahrer, die auf Routen von Victoria in angrenzende Bundesstaaten unterwegs sind, müssen aber alle sieben Tage getestet werden.

Beziehungen zu China werden belastet

Die künftige Entwicklung des Außenhandels hängt stark von der wirtschaftlichen Erholung in China ab. Im Jahr 2019 gingen nach Zahlen des Australian Bureau of Statistics (ABS) rund 38 Prozent aller australischen Exporte ins Reich der Mitte, darunter vor allem Rohstoffe.

Das wichtigste australische Ausfuhrgut ist Eisenerz, welches zu etwa 80 Prozent in die Volksrepublik verschifft wird. Aufgrund steigender Nachfrage durch die konjunkturbelebenden Maßnahmen der Regierung in Peking erwartet Australien für 2020 mit 866 Millionen Tonnen einen Ausfuhrrekord.

Die starke wirtschaftliche Ausrichtung auf China macht Australien jedoch verwundbar, wenn es zu politischen Spannungen kommt. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten hatten sich zuletzt deutlich verschlechtert. Dabei spielt nach Ansicht von Beobachtern auch die australische Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Coronapandemie eine Rolle.

Der chinesische Botschafter in Canberra warnte öffentlich, dass chinesische Konsumenten australische Produkte boykottieren könnten. Das chinesische Tourismusministerium sprach eine Reisewarnung für Australien aus, da eine erhöhte Gefahr von Anfeindungen bestünde.

Seitens der Presse wurden auch von China verhängte Handelsbeschränkungen, wie Strafzölle auf australische Gerste sowie ein vorübergehender Einfuhrstopp für Rindfleisch aus fünf australischen Schlachtbetrieben, mit diesem Thema in Verbindung gebracht.

Im August 2020 startete China neben einem Antidumpingverfahren auch eine Ausgleichszolluntersuchung wegen angeblicher Subventionen für Wein. Rund 37 Prozent der australischen Weinexporte gehen in die Volksrepublik, in den letzten fünf Jahren hat sich der Ausfuhrwert dabei mehr als verdoppelt. Zudem kündigte Peking strengere Inspektionen von australischem Weizen an.

Premierminister Scott Morrison warnte die Öffentlichkeit hingegen vor einer starken Zunahme von Cyberangriffen auf australische Einrichtungen und Unternehmen durch einen staatlichen, ausländischen Akteur. Auch hier war in der Presse der Zusammenhang mit China schnell hergestellt.

Auf das Sicherheitsgesetz für Hongkong reagierte Australien mit der Aussetzung des bestehenden Auslieferungsabkommens. Zudem wurden Visaerleichterungen für Auswanderungswillige Hongkong-Chinesen angekündigt. Insbesondere der Finanzplatz Sydney hofft darauf, Unternehmen aus der Sonderverwaltungszone anlocken zu können.

Dienstleistungsexporte im Bereich Bildung und Tourismus brechen ein

Negative Auswirkungen durch Covid-19 sind in wichtigen Wirtschaftszweigen wie dem Bildungssektor und dem Tourismus spürbar. Nach Eisenerz, Kohle und Erdgas ist Bildung das viertwichtigste Exportgut Australiens.

Die Bildungseinrichtungen erwirtschaften pro Jahr rund 26 Milliarden US$ durch das Geschäft mit ausländischen Studenten. Im Jahr 2019 waren rund 758.000 ausländische Studenten eingeschrieben. Die wichtigsten Herkunftsländer waren dabei China (28 Prozent) und Indien (15 Prozent).

Aufgrund der in Australien und weltweit geltenden Reisebeschränkungen kommen derzeit keine neuen ausländischen Studierenden mehr ins Land. Die Universitäten befürchten bis 2023 Mindereinnahmen von umgerechnet rund 11 Milliarden US$.

Dies hat Auswirkungen auf die erstklassige universitäre Forschungslandschaft in Down Under. Die Einrichtungen werden in hohem Maße durch Studiengebühren finanziert. Vertreter der führenden Universitäten (Group of Eight) rechnen damit, dass in den kommenden Monaten rund 7.000 wissenschaftliche Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Der Tourismus ist als fünftwichtigster Exportsektor ebenfalls stark betroffen. Im Jahr 2019 reisten insgesamt rund 9,5 Millionen (2,4 Prozent mehr als im Vorjahr) Touristen nach Australien.

Zusammen injizierten die ausländischen Besucher rund 31 Milliarden US$ in die australische Wirtschaft. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt bei etwa 3 Prozent. Weil das internationale Tourismusgeschäft für den Rest des Jahres 2020 wegbricht, entstehen große wirtschaftliche Schäden.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Auswirkungen auf internationale Lieferketten

Um künftig weniger von Importen abhängig zu sein, will die australische Regierung den eigenen Industriesektor wiederbeleben. (Stand: 16. September 2020)

Beschränkungen für den Logistiksektor in Melbourne

Da der Industriesektor in Australien nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung hat, ist die Verzahnung mit internationalen Lieferketten und vor allem die Abhängigkeit von importierten Vorprodukten deutlich geringer als in vielen anderen Ländern.

Die australischen Schlüsselsektoren wie der Rohstoffsektor, die Landwirtschaft oder der Bau sind allerdings in großem Maße von importierten Maschinen und Ausrüstungsgütern abhängig. Bei Bergbau- und Baumaschinen dürfte der Importanteil bei 70 bis 80 Prozent liegen. Die wichtigsten Lieferländer sind dabei die Vereinigten Staaten (USA), Japan, China, Frankreich und Deutschland.

Bei den Landmaschinen sind die USA, Deutschland und China die wichtigsten Zulieferländer. Bei der ebenfalls sehr wichtigen Nahrungsmittelverarbeitung ist Deutschland der größte Maschinenlieferant, vor den USA, China und Italien.

In den ersten Monaten der Pandemie kam es zu keinen größeren Störungen der Lieferketten. Einige Einzelhändler berichten jedoch von zeitlichen Verzögerungen bei der Einfuhr von Konsumgütern, wobei die ausgedünnten Fahrpläne von Containerschiffen eine Rolle spielen dürften. Im September 2020 starteten Gewerkschaften Arbeitskampfmaßnahmen im Containerhafen Port Botany (Sydney), weshalb sich die Abfertigung von Schiffen um bis zu 10 Tage verzögern kann.

Auswirkungen ergeben sich auch aus dem Lockdown, welcher seit Anfang August 2020 im Großraum Melbourne gilt. Warenlager- und Distributionszentren dürfen zurzeit nur maximal zwei Drittel der regulären Belegschaft beschäftigen (mit Erleichterungen für Lebensmittel und Medikamente). Der Frachtverkehr ist jedoch als essenzieller Sektor anerkannt, sodass der Seehafen offen bleibt.

Containerverkehr mit dem Ausland geht deutlich zurück

Melbourne ist der größte Containerumschlagplatz des Landes und fertigte im Finanzjahr 2019/20 (1. Juli 2019 bis 20. Juni 2020) 2,9 Millionen TEU (Zwanzig-Fuß-Standardcontainer) ab. Dies ist ein Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was stark auf die Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen sein dürfte. Der zweitgrößten Containerhafen des Landes, Port Botany (Sydney) konnte 2,5 Millionen TEU umschlagen, ein Minus von 5,5 Prozent.

Nach Umfragen der Geschäftsbank HSBC arbeiten rund zwei Drittel der australischen Unternehmen daran, die Sicherheit ihrer Lieferketten zu verbessern. Bei den Importen besteht mit einem Anteil von rund 26 Prozent eine hohe Abhängigkeit von China, insbesondere bei Konsumgütern oder Baumaterialien. Letztere kommen zu rund 60 Prozent aus der Volksrepublik.

Zusammen mit Japan und Indien arbeitet Australien an einer Supply Chain Resilience Initiative. Dabei sollen Lieferketten in wichtigen Bereichen diversifiziert und unabhängiger von China gestaltet werden. Zudem dürften Unternehmen künftig den Anteil von Just-in-time-Lieferungen reduzieren und ihre Lagerbestände in Australien erhöhen.

Politik will die nationale Produktionsbasis stärken

Der Anteil der Industrie an der Entstehung Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist in Australien mit 6 Prozent relativ niedrig. Dementsprechend gering ist die Einbindung in  internationale Lieferketten für industrielle Vorprodukte und Halbfertigerzeugnisse.

Die wichtigsten deutschen Warenimporte aus Australien waren 2019 Steinkohle, Goldmünzen, medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse (SITC-Warengruppe 541, andere als Arzneiwaren), Raps und Kupfer. Aus Deutschland exportiert wurden vor allem Kfz und -Teile sowie Maschinen und Anlagen.

Im Zuge der weltweiten Pandemie wird die hohe Importabhängigkeit Australiens aber zu einem Thema in der australischen Politik. Eine von Premierminister Scott Morrison ins Leben gerufene National COVID-19 Coordination Commission (NCCC) spricht sich für eine Stärkung der lokalen Industrie aus.

Australien kann auf eine durchaus beachtliche Industrietradition zurückblicken, die wiederbelebt werden könnte. Noch 1990 lag der BIP-Anteil des verarbeiten Gewerbes bei 14 Prozent, in den 1970er Jahren waren es sogar über 20 Prozent. Insbesondere Melbourne und Adelaide waren große Produktionszentren.

Als Erstes in den Blick rücken nun medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse. Bei Medikamenten liegt der Importanteil bei über 90 Prozent. Das staatliche Advanced Manufacturing Growth Centre (AGMC) sorgt mittels eines Covid-19 Manufacturer Response Register bereits dafür, dass die lokale Fertigung von medizinischer Ausstattung deutlich erhöht wird.

Auch in anderen Bereichen soll der Ausbau lokaler Produktionskapazitäten gefördert werden. Industrieministerin Karen Andrews brachte als mögliche Maßnahme beispielsweise einen festen Lokalanteil bei öffentlichen Ausschreibungen ins Gespräch.

Niedriger Gaspreis soll die Wettbewerbssituation für die Industrie verbessern

Die Regierung verfolgt zudem das Konzept einer gas-fired recovery. Premierminister Scott Morrison kündigte im September 2020 große Investitionen in die lokale Gasinfrastruktur an. Dazu wird ein National Gas Infrastructure Plan entwickelt, in dessen Rahmen beispielsweise der Bau neuer Pipelines zur Versorgung der australischen Ostküste vorangetrieben werden soll.

In Wallumbilla (Queensland) soll eine Drehscheibe nach dem Vorbild des US-amerikanischen Henry Hub entstehen und zur Bildung eines transparenten, inländischen Gasmarktes beitragen. Ziel ist es, die lokalen Gaspreise langfristig auf ein Niveau von etwa 4 bis 6 Australischen Dollar ($A) pro Gigajoule zu senken. Dies soll zu einer Wiederbelebung energieintensiver Industrien beitragen, beispielsweise im Chemiesektor.

Vor der Coronakrise lagen die Gaspreise an der Ostküste bei 9 bis 12 $A pro Gigajoule. Dieses im historischen Vergleich hohe Niveau hatte die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Industrie unterminiert. Zusätzlich spricht sich die NCCC auch für die Förderung der Bereiche Advanced Manufacturing (zum Beispiel 3D-Druck), Nahrungsmittelverarbeitung und Veredelung strategischer Rohstoffe (Battery Minerals) aus.

Investitionsumfeld in Australien

Informationen zum Wirtschaftsstandort und zu den Rahmenbedingungen in Australien bieten unter anderem folgende GTAI-Publikationen:



Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Gesundheitswesen in Australien

Die Coronakrise beflügelt die Nachfrage nach Telemedizin. Ärzte dürfen sogar per WhatsApp behandeln. (Stand: 18. September 2020)

Das australische Gesundheitswesen zählt zu den weltweit führenden. Das Medicare-System ermöglicht eine kostenfreie Behandlung in den öffentlichen Krankenhäusern. Dafür standen 2017/18 insgesamt 693 Einrichtungen mit rund 62.000 Betten zur Verfügung. Die ambulante Behandlung in privaten Arztpraxen wird durch Medicare unterstützt. Darüber hinaus können Australier auch eine private Krankenversicherung abschließen, welche den Zugang zu privaten Kliniken ermöglicht. Landesweit gibt es 647 private Krankenhäuser mit rund 34.300 Betten.

Notfall- und Intensivbehandlungen finden vor allem im öffentlichen Sektor statt (86 Prozent aller Notoperationen). Bei privaten Einrichtungen ist hingegen eine Spezialisierung auf elektive Eingriffe erkennbar.

Ausgewählte Indikatoren zum Gesundheitswesen in Australien

Indikator

2018

Bevölkerungsgröße (in Mio.)

25,0

Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre (in %)

15,7

Anzahl Ärzte pro 1.000 Einwohner

4,1

Anzahl Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner

3,9

Gesundheitsausgaben pro Kopf (US$)

5.362

Quelle: Australian Bureau of Statistics (ABS), Australian Institute of Health and Welfare (AIHW), Medical Board of Australia, OECD


In Kooperation mit dem Biotechnologieunternehmen CSL konnte die Regierung die ersten Vereinbarungen für die Produktion eines möglichen Impfstoffs verkünden. CSL will in Australien insgesamt 81 Millionen Dosen produzieren. Dies bezieht sich auf den Impfstoff, welcher von der Universität Oxford und AstraZeneca entwickelt wird, sowie auf einen Kandidaten der University of Queensland.

Ausreichende Intensiv- und Beatmungskapazitäten sind vorhanden

Vor Ausbruch der Pandemie gab es landesweit insgesamt 2.000 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten. Das australische Gesundheitsministerium ist verantwortlich für eine medizinische Notfallreserve (National Medical Stockpile) und beschaffte insgesamt 7.500 zusätzliche Beatmungsgeräte. Dazu wurde beim lokalen Hersteller Resmed eine Bestellung für 5.500 Geräte aufgegeben. Weitere 2.000 Stück steuert ein Konsortium unter der Führung von Grey Innovation bei.

Auch durch die zweite Infektionswelle, die seit Juli 2020 vor allem den Bundesstaat Victoria trifft, kommt es zu keinen Engpässen. In den Kliniken Victorias können bei Bedarf kurzfristig bis zu 4.000 zusätzliche Intensivbetten geschaffen werden. Zudem verfügt Victoria über eine eigene Reserve von über 1.000 Beatmungsgeräten.

Das ebenfalls von neuen Ansteckungen betroffene New South Wales hat die Anzahl der Intensivbetten bereits von 874 auf etwa 1.500 erhöht. Im Notfall ist eine weitere Aufstockung auf 2.000 Betten möglich.

Hoher Nachholbedarf bei Operationen

Pro Jahr werden in Australien normalerweise rund 2,2 Millionen planbare Operationen durchgeführt. Zu Beginn der Covid-19-Pandemie wurden elektive Eingriffe weitgehend ausgesetzt, um Material und Bettenkapazitäten für mögliche Coronapatienten vorzuhalten. Mittlerweile konnten die meisten Bundesstaaten wieder in den Normalbetrieb übergehen, sodass Operationen wie der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken oder Endoskopien wieder möglich sind.

Insgesamt muss aber ein gewaltiger Rückstau an elektiven Operationen nachgeholt werden. Experten schätzen, dass rund 400.000 Eingriffe ausgefallen sind. New South Wales stellt einen Betrag von umgerechnet rund 270 Millionen US-Dollar (US$, 388 Millionen $A, 1$A=0,6952 US$) zur Verfügung, um die entstandene Warteliste in den kommenden Monaten abzubauen. Queensland stellt Gelder in Höhe von 175 Millionen US$ bereit.

In Victoria werden die Kapazitäten für elektive Eingriffe im September wieder auf 75 Prozent erhöht. Es müssen etwa 60.000 Operationen nachgeholt werden.

Gesundheitseinrichtungen berichteten von einem starken Einbruch bei Routineuntersuchungen, da viele Patienten den aufgrund der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus fernblieben. Ärzte befürchten negative Folgewirkungen, weil beispielsweise chronische Erkrankungen verspätet diagnostiziert werden.

Anwendung von Telemedizin wird gefördert

Zur Bewältigung der Pandemie setzt Australien auch auf die Stärkung von Telemedizin. Dazu werden seit März 2020 bestimmte telemedizinische Leistungen in das Medicare Benefits Schedule (MBS) aufgenommen. Dieses legt die Erstattungsbeträge für über 5.700 medizinische Maßnahmen im Rahmen des staatlichen Medicare-Systems fest. Bei einer ambulanten Behandlung in einer Arztpraxis wird den Patienten durch Medicare zwischen 85 und 100 Prozent der MBS-Gebühr erstattet. Durch die Erweiterung des MBS wird sichergestellt, dass bestimmte telemedizinische Konsultationen und Praxisbesuche erstattungsrechtlich im Wesentlichen gleich behandelt werden.

Welche telemedizinischen Leistungen möglich sind, ist dabei in insgesamt 274 neuen MBS-Leistungspunkten geregelt. Diese umfassen Konsultationen von Hausärzten, Fachärzten und anderen Erbringern von Gesundheitsdienstleistungen wie Psychologen. Die Gültigkeit der neuen MBS-Leistungen wurde bis zum 31. März 2021 verlängert.

Die Nachfrage nach den neuen Angeboten ist groß. Bis Mitte September 2020 wurden über die neuen Regelungen rund 30  Millionen telemedizinische Konsultationen durchgeführt. Dabei gelten bislang keine technischen Vorgaben zur Nutzung bestimmter Plattformen, sodass auch Konsultationen über WhatsApp oder Zoom möglich sind. In Australien gibt es bereits auch eine Reihe von Anbietern für spezielle Telehealth-Plattformen, dazu zählen Halaxy, Coviu oder Swiftdoc.

Dabei kam es jedoch auch zu Problemen, weshalb Allgemeinmediziner ab dem 20. Juli 2020 Telekonsultationen nur noch für Stammpatienten anbieten dürfen, die in den vorherigen zwölf Monaten persönlich in der eigenen Arztpraxis behandelt wurden. Dies ist eine Reaktion auf Telehealth Pop-up Services durch Apotheken- und Drogeriemärkte. Ärztevertreter kritisierten, dass die Standards bei der Verordnung rezeptpflichtiger Medikamente unterminiert werden.

Ein gesetzlicher Rahmen für E-Prescpritions wurde bereits geschaffen und die Implementierung erster Lösungen begann im Mai 2020. So möchte beispielsweise eRx Script Exchange noch 2020 die Ausstellung elektronischer Rezepte ermöglichen. Mit dem My Health Record verfügt Australien bereits über eine elektronische Patientenakte. Diese beinhaltete im Juli 2020 Daten für etwa 22,8 Millionen Patienten, was einer Partizipationsrate von etwa 90 Prozent entspricht. Von den Hausärzten sind 93 Prozent bei My Health Record registriert.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Covid-19: Auswirkungen auf ausgewählte Branchen

Der Rohstoffsektor investiert teilweise weniger. Für den Bau- und den Dienstleistungssektor drohen negative Folgen durch die geringere Zuwanderung. (Stand: 18. September 2020)

Das Rückgrat der australischen Wirtschaft bilden die großen Exportsektoren Rohstoffe und die Agrarwirtschaft. Die Landwirtschaft leidet nur wenig unter den Folgen der Coronakrise. Dank guter Regenfälle erholt sich der Sektor von einer drei Jahre langen Dürre. Die Produktion dürfte 2020/21 deshalb wieder steigen. Für Weizen wird beispielsweise ein Plus von fast 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, auf 28,9 Millionen Tonnen erwartet.

Die australische Agrarproduktion wird zu rund 70 Prozent ins Ausland verkauft, wobei China wertmäßig rund 28 Prozent abkauft. Das Ende der Covid-19 bedingten Restriktionen in China wirkt sich dabei stabilisierend aus.

Investitionsausgaben im Rohstoffsektor trotzen der Krise

Die investiven Ausgaben der Rohstoffindustrie entwickeln sich positiv. Das nationale Statistikamt (Australian Bureau of Statistics (ABS)) vermeldet für das Finanzjahr 2019/20 (01. Juli 2019 bis 30. Juni 2020) ein Plus von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies ist der erste Anstieg seit sechs Jahren. Nach Umfragen von ABS wollen die Rohstoffunternehmen ihre Ausgaben im laufenden Finanzjahr 2020/21 sogar um etwa 9 Prozent erhöhen.

Eisenerz- und Goldbergbau expandieren

Die Investitionstätigkeit wird vor allem durch den Eisenerz- und Goldbergbau getragen. Beide Sektoren erleben mitten in der Coronakrise einen Boom. Eisenerz ist das wichtigste Exportgut Australiens, wobei rund 80 Prozent der Förderung nach China verschifft wird.

Der Eisenerzexport profitiert von einer starken Nachfrage aus China, wo die Konjunktur wieder anzieht. Gleichzeitig ist die Eisenerzförderung des größten Konkurrenten Brasilien durch die Pandemie gesunken.

Der Weltmarktpreis bewegt sich seit Juni 2020 auf einem hohen Niveau von über 100 US-Dollar (US$) pro Tonne. In der Folge halten die Minenbetreiber an ihren Investitionsplänen fest. Landesweit befinden sich Projekte mit einem Volumen von rund 12 Milliarden US$ im Bau.

Auch der Goldbergbau setzt, gestützt durch hohe Preise, seinen Expansionskurs fort. Landesweit sind 29 Investitionsprojekte mit einem Gesamtwert von rund 4,8 Milliarden US$ geplant. Bereits 2021 dürfte Australien nach Prognosen zum weltweit größten Goldproduzenten aufsteigen (erwartete Fördermenge: 383 Tonnen).

In anderen Bergbausektoren können die Produzenten zwar ihre Fördermengen weitgehend aufrechterhalten, leiden jedoch unter gesunkenen Weltmarktpreisen beispielsweise für Kohle, Zink oder Lithium.

So dürften die Kohleexporte 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang von rund 2,5 Prozent auf 386 Millionen Tonnen verzeichnen. Der Weltmarktpreis für Kokskohle ist stark gefallen, sodass für die Exporterlöse ein zweistelliges Minus erwartet wird.

Erdgassektor legt milliardenschwere Projekte auf Eis

Zu Projektverzögerungen kommt es bei der Förderung von Erdgas. So setzt allein das Unternehmen Woodside Vorhaben mit einem Volumen von rund 30 Milliarden US$ aus. Die Investitionsentscheidung für die Erschließung des Scarborough-Projektes verschiebt sich von Mitte 2020 auf 2021. Für das neue Gasfeld vor der Küste von Western Australia (WA) sind Kosten von 11 Milliarden US$ geplant. Ebenfalls vertagt ist die ursprünglich für 2021 anvisierte Entscheidung über das 21 Milliarden US$ teure Browse-Gasfeld (WA). Nach Angaben von Woodside soll erst 2023 über das Vorhaben befunden werden.

Der Gaskonzern Santos verzichtet vorerst auf die Umsetzung des Barossa-Projekts im Northern Territory (NT). Das neue Offshoregasfeld würde rund 4,3 Milliarden US$ kosten.

Der von Premierminister Scott Morrison im September 2020 angekündigte National Gas Infrastructure Plan soll einen Investitionsschub für die Erschließung inländischer Gasquellen auslösen. Seitens der Regierung wird dabei auch die Option genannt, einzelne Projekte wie Pipelines durch staatliche Garantien oder im Rahmen von Zweckgesellschaften zu fördern.

Zur Ankurbelung der Explorationstätigkeit soll für fünf Gasfelder ein Strategic Basin Plan entwickelt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Beetaloo Basin (NT). Dort werden Schiefergasvorkommen von bis zu 500 Billionen Kubikfuß vermutet.

Das Ausfuhrvolumen von Erdflüssiggas (Liquified Natural Gas, LNG) dürfte die kommenden Jahre konstant bleiben, sodass Australien den Rang des weltweit größten Exporteurs vor Qatar behaupten kann. Aufgrund niedriger Weltmarktpreise wird für die Exporterlöse 2020/21 jedoch ein Einbruch um etwa 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwartet.

Bevölkerungszuwachs könnte geringer ausfallen

Unsicherheiten ergeben sich aus dem prognostizierten Rückgang des Bevölkerungswachstums. Dieses war mit zuletzt 1,6 Prozent pro Jahr ein Haupttreiber für die Wirtschaft. Im Finanzjahr 2018/19 stieg die Bevölkerung um 380.000 Menschen an, wobei rund Zweidrittel auf qualifizierte Zuwanderung zurückging.

Von dem Wachstum der Bevölkerung profitiert insbesondere die Bauwirtschaft durch steigenden Bedarf an Wohnraum. In den Metropolen Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth werden zudem große Infrastrukturprogramme realisiert. Auch im Dienstleistungssektor (Einzelhandel, Telekommunikation etc.) sorgt die wachsende Einwohnerzahl für steigende Nachfrage.

Infolge der Coronakrise wird die Zuwanderung aus dem Ausland aufgrund geschlossener Grenzen jedoch deutlich geringer ausfallen. Für 2020/21 rechnet die Regierung nur mit einer Nettoeinwanderung von etwa 36.000 Personen, ein Rückgang um 85 Prozent gegenüber der Zahl vor der Pandemie.

Viele Ausländer mit zeitlich befristeter Aufenthaltserlaubnis verlassen das Land, darunter viele ausländische Studenten. Im Falles eines Jobverlustes haben sie keinen Zugang zu staatlichen Sozialleistungen wie der JobSeeker Allowance.

Volkswirte befürchten deshalb negative Folgen, insbesondere für die Konsumausgaben und den Immobilienmarkt. Für die Häuserpreise wird für 2020 ein Einbruch von 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert.

Von Heiko Stumpf | Sydney

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