Special China Seidenstraße

In Zentralasien ist China ein wichtiger Investor unter vielen

Drei von fünf zentralasiatische Staaten grenzen an China. Als Investor hat China dort jedoch jeweils sehr unterschiedliche Bedeutung. Ein Überblick nach Ländern.

Von Lukas Latz, Uwe Strohbach | Berlin

Für Chinas Volkswirtschaft sind die Länder Zentralasiens wichtig als Transportkorridor nach Europa. In seinem Hinterhof investiert China zudem in den Abbau von Rohstoffen. Neuerdings bauen chinesische Firmen verstärkt auch die Hightech-Infrastruktur der Länder aus: Solar- und Windkraftanlagen sowie Smart-City-Technologie. Für Kritik sorgen häufig die Intransparenz und Korruptionsanfälligkeit chinesischer Projekte. Das Ausmaß chinesischer Investitionen in Zentralasien wird jedoch häufig überschätzt.

  • Übersicht: Chinas Investitionen erfassen immer diversere Branchen

    Chinesisches Kapital bleibt in Zentralasien gefragt. Doch die ausländische Konkurrenz macht an Boden gut. Chinas Firmen gewinnen zunehmend internationale Ausschreibungen.

    Neben anderen Geldgebern ist China ein wichtiger Investor in Zentralasien. Laut chinesischen Zahlen betrug der Bestand chinesischer Direktinvestitionen (FDI) in Zentralasien 2019 knapp 14 Milliarden US-Dollar (US$). Wobei knapp die Hälfte der Investitionen nach Kasachachstan floss.

    Ein etwas anderes Bild ergibt sich auf Grundlage nationaler Statistiken der zentralasiatischen Länder. Laut Hochrechnungen von GTAI summierten sich die gesamten ausländischen Direktinvestitionszuflüsse in den fünf zentralasiatischen GUS-Republiken Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan in den Jahren 2010 bis 2019 auf 300 Milliarden US$. Dabei kam China auf einen Anteil von 12 Prozent. Für das recht geringe Gewicht Chinas am Investitionsvolumen gibt es zwei Hauptgründe: Westliche Investoren dominieren das kapitalträchtige Investitionsgeschehen im Öl- und Gassektor Kasachstans. Außerdem wollen immer mehr Akteure aus anderen Ländern von den Geschäftschancen in der Region profitieren und konkurrieren erfolgreich mit Anbietern aus China.

    Im Jahr 2020 betrug das chinesische FDI (Bruttozufluss) in den zentralasiatischen Republiken geschätzte 1,7 Milliarden bis 2,0 Milliarden US$. Die Hochrechnung des Kapitalzuflusses für 2010 bis 2020 ist mit Vorsicht zu betrachten, da die jeweiligen nationalen Daten auf unterschiedlichen Erfassungsmethoden beruhen und somit nur bedingt miteinander vergleichbar sind.

    China besorgt Ausbau der Infrastruktur

    Der große Nachbar im Osten ist und bleibt ein wichtiger Geldgeber für den Ausbau von Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft. Viele bilaterale Vorhaben basieren auf der Umsetzung von Abkommen, die die zentralasiatischen GUS-Republiken mit China auf Regierungsebene abgeschlossen haben.

    Die oft mit zinsgünstigen Krediten und steuerlichen Erleichterungen geförderten Projekte sollen die wirtschaftliche Entwicklung und Diversifizierung der Wirtschaft voranbringen. Häufig werden die Vorhaben von staatlichen chinesischen Unternehmen umgesetzt. Chinas Regierung zeigt in Zentralasien Interesse an der Beschaffung von Rohstoffen, Halbwaren und Fertigerzeugnissen, an Absatzmärkten und Verkehrskorridoren.

    Hauptzielland chinesischen Kapitals ist Kasachstan

    Auf Grundlage nationaler Statistiken der zentralasiatischen Länder fallen drei Viertel der seit 2010 in Zentralasien realisierten chinesischen Investitionen auf Kasachstan. Hinter dem hohen Gewicht stehen der Erwerb von Anteilen am Kaschagan-Ölfeld (5 Milliarden US$ plus 3 Milliarden US$ in der mittlerweile laufenden zweiten Phase zum Ausbau der Förderkapazitäten), weitere Engagements für die Förderung und den Transport von Öl und Gas, massive Investitionen in den Grenzhub Khorgos, der als Hauptdrehscheibe für Containerzüge zwischen China und Europa dient, sowie Aktivitäten im Kupferbergbau.

    Usbekistans Anteil am Kapitalzufluss aus China nach Zentralasien beträgt 12 Prozent. Turkmenistan kommt auf 9 Prozent. Kirgisistan und Tadschikistan sind zusammen mit 4 Prozent an diesen Investitionen beteiligt. In Usbekistan fließt chinesisches Geld vorrangig in die Chemieindustrie, das Schienennetz, die Öl- und Gaswirtschaft sowie den Telekommunikationssektor.

    Trend zu technologieorientierten Projekten

    Vorbei sind die Zeiten, in denen China hauptsächlich in große Projekte der Verkehrsinfrastruktur und Rohstoffwirtschaft investiert hat. Heute legt das Land den Fokus auf die verarbeitende Industrie, Informations- und Telekommunikationstechnologien, die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die Landwirtschaft. Sie engagieren sich auch im Hochbau. Die Empfängerländer wollen mehr denn je ihre Ressourcen für die Produktion von Erzeugnissen mit einer hohen Wertschöpfung nutzen. Sie haben dabei sowohl eine Verbesserung der Versorgung des Binnenmarktes als auch eine Stärkung der Exportwirtschaft im Visier.

    Chinesische Firmen konkurrieren inzwischen auch erfolgreich als Wettbewerber in Ausschreibungen ausländischer Geberorganisationen und anderer internationaler Finanzinstitute. Mit diesem Geld errichten sie Solar- und Windparks, Wärmekraftwerke sowie Stromnetze oder liefern rollendes Material für den Schienenverkehr. Zudem setzten immer mehr private chinesische Firmen Industrieprojekte in den steuerlich begünstigten Freizonen der Länder um. Das wachsende Interesse des Privatsektors geht einher mit der kräftigen Wiederbelebung des regionalen Handels und der von allen Ländern vorangetriebenen Importsubstitution.

    China ist umstrittener Wirtschaftspartner

    Während die politische und wirtschaftliche Elite chinesische Engagements überwiegend begrüßt, sehen kleine Unternehmen und Teile der Bevölkerung diese Aktivitäten oft eher kritisch. Offen geäußert wird die Kritik nur in Kirgisistan und Kasachstan.

    Bemängelt werden dabei vor allem unzureichende Informationen zu chinesischen Vorhaben, die fehlende Einbeziehung der Öffentlichkeit in Entscheidungen der öffentlichen Hand und die hohe Korruptionsanfälligkeit der Projekte. Kritiker befürchten einen unkontrollierten Zuzug aus China, die Missachtung von Umweltnormen, eine schlechte Bezahlung lokaler Arbeitskräften durch die Investoren, eine ineffiziente Nutzung von Investitions- und Fördergeldern sowie eine - vor allem in Kirgisistan - an Brisanz zunehmende Auslandsverschuldung.

    In der Tat bleiben viele chinesische Projekte hinter den ursprünglich angepeilten Zeitplänen und Produktionszielen zurück. Auch macht die oft bedingungslose Kreditpolitik der chinesischen Investoren so manches Investitionsobjekt für lokale Korruptions- und Oligarchengeflechte interessant. Dies gilt allerdings auch für zahlreiche andere staatlich finanzierte oder gemanagte Investitionsprojekte. Dennoch ist das Gros der Kritik überzogen und vielmehr dem Mangel an konkreten Projektinformationen und des in den Ländern medial oft stark negativ gefärbten Chinabildes geschuldet.

    Von Uwe Strohbach | Berlin

  • China verfolgt Projekte für 8 Milliarden US-Dollar in Kasachstan

    Chinas Interesse an Kasachstan gilt primär der Rohstoffsicherung und der günstigen Lage als internationale Transportachse. Beide Länder profitieren von wachsenden Handelsströmen.

    Chinesische Unternehmen realisieren oder planen in Kasachstan Investitionsprojekte in einem Volumen von mindestens 8 Milliarden bis etwa 10 Milliarden US-Dollar (US$). Jene Industrieobjekte, die schon in naher Zukunft in Betrieb genommen werden, sind in dieser Summe nicht enthalten. Es handelt es sich um fast fertiggestellte Kapazitäten in der Hütten-, Glas- und Leichtindustrie sowie in der Ernährungswirtschaft.

    Für das 1. Quartal 2022 ist der lange erwartete Produktionsstart im Gaschemiekomplex Atyrau geplant. An dem Projekt ist ein chinesisches Unternehmen als Generalauftragnehmer beteiligt. Hier sollen jährlich bis zu 500.000 Tonnen Polypropylen hergestellt werden.

    Nationales Investitionsprogramm ist Teil der Seidenstraßeninitiative 

    Die Schätzung für neu gestartete und zu erwartende neue Projekte chinesischer Unternehmen basiert auf einer Kooperationsvereinbarung, die China und Kasachstan auf Regierungsebene im Jahr 2015 abgeschlossen haben. Die Vereinbarung soll das seit 2015 laufende kasachische Konjunktur- und Investitionsprogramm Nurly Zhol (Leuchtender Pfad) mit der chinesischen Belt and Road Initiative eng verknüpfen. Sie sieht die Realisierung von 55 Investitionsprojekten mit einem Wert von 27,6 Milliarden US$ bis 2025 vor. Allein 20 Vorhaben entfallen auf die Sektoren Öl/Gas, Gas- und Petrochemie, Energie inklusive erneuerbarer Energien sowie Uranindustrie.

    Umsetzung des bilateralen Investitionsprogramms stockt 

    Bis Anfang 2020 wurde erst etwa ein Drittel der Vorhaben umgesetzt. Hierzu zählen die Modernisierung der Ölraffinerie Schymkent, die Errichtung einer Pkw-Montagelinie, einer Zement- und Speiseölfabrik, mehrerer Fotovoltaikanlagen und eines Windparks sowie die Produktion von Stahlrohren und mobilen Bohranlagen. Die Realisierung vieler Projekte verzögert sich erheblich. Die gegenwärtig jährlich in die Vorhaben fließenden Investitionen summieren sich auf geschätzte 500 Millionen bis 600 Millionen US$. Über zahlreiche Vorhaben gibt es keine aktuellen Informationen. Projekte mit einem Wert von 2,5 Milliarden US$ sind gänzlich von der Projektliste verschwunden (Förderung und Verarbeitung von Phosphorerzen, Förderung und Aufbereitung von Wolframerzen und Produktion von Siliziumerzeugnissen).

    Die Gründe für die schleppende Umsetzung der Kooperationsvereinbarung sind vielfältig. Sie reichen von schlecht vorbereiteten Projektvorschlägen über eine mangelnde oder fehlende Kofinanzierung durch die kasachischen Partner (Eigenmittel oder Kredite), viele bürokratische Hürden (Zertifizierung/Normierung, Beschaffung von Visa für langfristige Arbeitsaufenthalte in Kasachstan) bis hin zu Problemen bei der Rekrutierung von lokalen Fachkräften. Chinesische Unternehmen bemängeln die häufig fehlende fachliche Kompetenz ihrer kasachischen Partner und unzureichend geregelte Verfahren für den offiziell proklamierten zollfreien Import von Ausrüstungen sowie Komplettierungs- und Ersatzteilen.

    Hinter dem Rückzug chinesischer Investoren aus einigen Projekten stehen eine Umorientierung der Auslandsinvestitionen auf andere Märkte und eine mangelnde Ergiebigkeit analysierter Rohstofflagerstätten. Auch eine zunehmend antichinesische Stimmung vereitelte einige Vorhaben. Diese haben ihre Ursachen vor allem in intransparenten Informationen der kasachischen Regierung über die chinesischen Investitionsprojekte sowie Befürchtungen vor einer möglichen (aber wenig begründeten) Dominanz chinesischer Unternehmen in der nationalen oder regionalen Wirtschaft.  

    Hüttenwesen und Chemieindustrie bleiben im Fokus

    Auf der offiziellen Projektliste der kasachisch-chinesischen Regierungsvereinbarung stehen mehrere investitionsträchtige Projekte im Hüttenwesen und in der chemischen Industrie. Sie sind jedoch häufig in ersten Abstimmungsrunden mit potenziellen kasachischen Partnern stecken geblieben. Dennoch, so heißt es in Regierungskreisen, bestehe Zuversicht, dass diese Vorhaben gänzlich oder zumindest teilweise umgesetzt werden. Solche Projekte gibt es in den Produktgruppen Aluminiumerzeugnisse, Ferrolegierungen, Kohlechemie, Polypropylen und Benzinadditive, Industriegase, Methanol sowie Ammoniak und Harnstoff. Das chinesische Unternehmen North Huajin Chemical Industries Incorporated zum Beispiel ist in der Freien Wirtschaftszone Chemiepark Taras offiziell registriert und erwägt hier eine jährliche Produktion von bis zu 800.000 Tonnen Ammoniak und Harnstoff.  

    Wachsendes Interesse an Projekten für grünen Strom

    Vom wachsenden kasachischen Markt für die Nutzung erneuerbarer Energien wollen chinesische Firmen verstärkt profitierten. Die Gesellschaft Universal Energy, Shanghai realisiert in Kasachstan ein Programm für die Errichtung von jeweils drei Solar- und Windkraftwerken mit einer installierten Gesamtkapazität von 380 Megawatt. Die ersten Parks sind bereits eingeweiht. Das Unternehmen Risen Energy, Ningbo, ist als EPC-Generalauftragnehmer in drei kasachischen Fotovoltaik-Projekten involviert (40, 50 und 63 Megawatt). Chinesische Ausrüstungslieferanten zeigen auch Interesse an der neuen Initiative der Regierung für den Bau von 13 neuen Wasserkraftwerken bis 2025. Die Objekte sollen über eine installierte Gesamtkapazität von 178 Megawatt verfügen.

    Gute Chancen für exportorientierte Agrobusiness-Projekte

    In letzter Zeit lässt sich ein wachsendes Interesse chinesischer Investoren an Projekten in der Ernährungswirtschaft beobachten. Kasachstan verfügt über erhebliche und noch ungenutzte Ressourcen für den Ausbau der Branche. Die Nachfrage Chinas nach kasachischen Erzeugnissen der Land- und Ernährungswirtschaft wächst stetig. Die offiziell registrierten Importe solcher Produkte aus Kasachstan haben sich 2019 mit knapp 150 Millionen US$ gegenüber 2015 verfünffacht. In den ersten neun Monaten 2020 stiegen sie auf 370 Millionen US$.   

    Projekte mit chinesischem Kapital in Kasachstan

    Projekt

    Investitionssumme (Mio. US$)

    Projektstand

    Auftraggeber/Investor

    Produktion von kalzinierter Soda (300.000 t/Jahr), Kysylorda (Gebiet Kysylorda)

    272

    März 2021 bis 2022/2023

    Joint Venture Aral Soda/Araltuz, Partner: Qinghai Desheng Soda AshIndustrial (China)  

    Produktion von Reifen, (3 Mio. Pkw-Reifen, 0,5 Mio. Reifen für Nutzfahrzeuge und Busse), Saran (Gebiet Karagandy)

    255

    Projekt in Vorbereitung, Realisierung bis Ende 2022/Anfang 2023 geplant

    Partner: Tatneft (Russland), Doublestar (China; Investor), Kontakt auch über Provinzverwaltung Karagandy

    Zuckerfabrik (Verarbeitung von 8.000 t Zuckerrüben/Tag), Freie Wirtschaftszone Chemiepark Taras (Gebiet Schambyl)

    205

    2021 bis 2022

    Qazsugar Co. (in Kooperation mit einem chinesischen Partner), Kontakt über die Freizone Taras oder die Lokalverwaltung von Shu

    Verarbeitung von Getreide und Ölkulturen zu Halbwaren und Fertigerzeugnissen, 1,5 Mio. t/Jahr), Gewerbegebiet Kostanai (Gebiet Kostanai)

    250

    2022 bis 2024

    BioGrain, China Marine Bunker/Petro China (China), Kontakt über SPK Tobol

    Zuckerfabrik (Verarbeitung von 8.000 t Zuckerrüben/Tag), Aksu (Gebiet Pawlodar)

    230

    2021 bis 2023

    Lokales Unternehmen in Kooperation mit einem chinesischen Partner, Kontakt über Projektinitiator SPK Pawlodar

    Produktion von Brennelementen aus Urandioxid-Tabletten für den Bedarf chinesischer Kernkraftwerke (200 t Uranmetalläquivalent /Jahr)

    111

    2021 bis 2022

    Joint Venture Ulba-TBC (Chinesischer Partner: China General Nuclear Power Corporation/CGNPC)

    Verarbeitung von Ölkulturen (800.000 t/Jahr;  Leinen, Raps, Sonnenblumen und Soja), Gebiet Akmola

    106

    2021 bis 2022/2023

    Lokales Unternehmen in Kooperation mit einem chinesischen Partner, Kontakt über Gebietsverwaltung Akmola

    Produktion von Industrieruß (Carbon Black, 50.000 t/Jahr), Gebiet Aktöbe

    42

    2021 bis 2022

    Shenguan Technology (China); Kontakt über Gebietsverwaltung Aktöbe

    Kfz-Montagefabrik (1.200 Busse und 400 Spezialfahrzeuge der Marke Yutong), Saran (Gebiet Karagandy)

    38

    2020 bis 2021

    QazTehna, Zhenzhon Yutong Group (China), Kontakt über SPK Saryarka

    Produktion von Bergbau-, Starkstrom- und anderen Spezialkabeln (22.000 t/Jahr, Stadt Karagandy (Nördliche Industriezone)

    32

    2021 bis 2023

    Hua Tong (Central Asia)/Hebei Huatong Wires and Cables Group  (China)

    Bau einer Cross-Border-LPG-Pipeline für den Transport von Flüssiggas  Kasachstan - China (300 Kilometer)

    k.A.

    Erstellung des Projektdesigns vereinbart

    Alashankou Duodu Pipeline Company, China National Petroleum Pipeline Engineering

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

     

    Von Uwe Strohbach | Berlin

  • Kirgisistan ist bei China hoch verschuldet

    Seit Oktober 2020 befindet sich Kirgisistan in einer politischen Krise. Dadurch bleibt auch die Zukunft chinesischer Investitionen im Land ungewiss.

    Beim chinesisch-kirgisischen Wirtschaftsforum, das 2019 in Bischkek stattfand, schlossen chinesische Investoren mit dem kirgisischen Investitionskomitee sowie mit privaten Firmen zahlreiche Rahmenvereinbarungen. Durch die Abkommen könnte in den nächsten Jahren eine Summe von 7,5 Milliarden US-Dollar (US$) investiert werden. Zum Vergleich:  Das Bruttoinlandsprodukt des zentralasiatischen Staates betrug 2019 rund 8,5 Milliarden US$. Viele der Vereinbarungen sind jedoch nicht bindend..

    Die Projekte Chinas, die zurzeit trotz der Wirtschaftskrise umgesetzt werden, betreffen zumeist den Ausbau von Transportinfrastruktur. Sie werden finanziert durch Hilfsgelder, die Kirgisistan nicht zurückzahlen muss.

    Ausgewählte Bau- und Investitionsprojekte mit chinesischer Beteiligung

    Projektbezeichnung

    Investitionssumme (in Millionen US$)

    Zeitraum der Realisierung/ aktueller Stand

    Projektträger

    Renovierung eines Teilstücks der Ring-Autobahn um den Yssykköl-See (80,5 km)

    116

    Ab 2021, keine genauere Angabe

    k.A.

    Bau eines Tunnels durch den Töö-Pass (Hauptverkehrsader zwischen Bischkek und Osch)

    k.A.


    Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung im Januar 2021

    China National Engineering Co., Ldt.(CNEEC)

    Renovierung von 60 Straßen und Bau von fünf Brücke in Bischkek

    k.A.

    2021-2023

    China Roads and Bridge Corporation

    Aufbau eines Videoüberwachungssystems mit Technologie zur Gesichtserkennung im gesamten Land

    k.A.

    2019-2021

    CEIEC

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Chinas Großprojekte in Kirgisistan stehen vor ungewisser Zukunft

    Es ist eher unwahrscheinlich, dass all die Projekte aus den Rahmenvereinbarungen realisiert werden. Zusätzlich zur durch Corona verursachten Wirtschaftskrise durchlebt Kirgisistan seit Oktober 2020 eine politische Krise. Zahlreiche Industrieunternehmen stellten kurzfristig den Betrieb ein, um die Mitarbeiter vor Marodeuren zu schützen.

    Der im Januar 2021 neu gewählte Präsident Sadyr Schaparow forciert den Umbau des Landes zu einer Präsidialrepublik. Bis zum Juni 2021 soll eine neue Verfassung eingeführt werden. Der vorgeschlagene Entwurf, so warnen Rechtsexperten, könnte die Einschränkung von Menschen- und Bürgerrechten zulassen. Das Machtvakuum an der Staatsspitze zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 sowie die fortbestehende Rechtsunsicherheit verzögern Investitionsprojekte.

    Vereinbarte Investitionsprojekte mit geringer Realisierungsaussicht

    Projektbezeichnung

    Investitionssumme (in Millionen US$)

    Zeitraum der Realisierung/ aktueller Stand

    Projektträger

    Montagefabrik für Elektroautos

    k.A.

    Frühphase; Unterzeichnung eines Vertrages im Juni 2019

    Dongfeng Automobile Company; Kyrgyz Unaa Kurulush Ltd.

    Bau einer Fabrik zur Verarbeitung von Golderzen im Gebiet Dschalalabat

    500

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    Daren Group, Lingbao Gold Group Full Gold Mining

    Bau von Infrastruktur zur Wasserversorgung

    405

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    Beijing Enterprises Group Company Limited

    Bau eines Wohnkomplexes am Rande von Bischkek

    300

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    Lyusin Group

    Bau eines Handels- und Logistikzentrums

    280

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    One Lead One (HK) Trading Limited

    Bau einer Schmelzhütte für Edelmetalle

    100

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    Industry Group Mega-Investment

    Modernisierung der Ölraffinerie von Tokmok

    100

    Frühphase, Unterzeichnung einer unverbindlichen Rahmenvereinbarung  im Juni 2019

    Xianjing Business Group

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Peking und Bischkek verhandeln über Eisenbahnbau

    Ein ambitioniertes Konnektivitätsprojekt ist der Bau einer Eisenbahnlinie aus der westchinesischen Provinz Xinjiang über Kirgisistan nach Usbekistan. Darüber verhandeln die drei beteiligten Länder und Russland seit den späten 90er-Jahren. Ein wesentlicher Konfliktpunktpunkt ist die Schienenbreite. Russland, das sich finanziell und durch Techniklieferungen ebenfalls beteiligen will, und China fordern, dass der Bau jeweils in den in ihren Ländern üblichen Spurbreiten geschieht. Meinungsunterschiede bestehen zudem über den genauen Verlauf der Route. Kirgisistan erhofft sich von dem Projekt, dass es einige schlecht angebundene Täler erschließt. Der Abbau von Kohle, Gips, Gold- und anderen Erzen für Investoren soll durch die Bahnstrecke rentabel werden.

    Kirgisistan schuldet China 30 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts

    Ende 2020 hatte Kirgisistan Staatsschulden von insgesamt 4,9 Milliarden US$. Das entspricht 71 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Davon entfallen 1,8 Milliarden US$ auf Chinas staatliche Export-Import-Bank. Wie aus einer Anfrage des kirgisischen Parlamentsabgeordneten Dastan Bekeschev hervorgeht, schuldet Kirgisistan China unter Einberechnung der Zinsen insgesamt 2,2 Milliarden US$. Das ist ein Betrag, der mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes des Landes entspricht. Darüber hinaus, so schätzen Finanzwissenschaftler, könnte Kirgisistan noch weitere verdeckte Schulden gegenüber China haben.

    "Wie Kirgistan seine Schulden an China zurückzahlen will, ist völlig unklar",

    sagt Andrea Schmitz von der Stiftung Wissenschaft und Politik. "Jedenfalls ist damit zu rechnen, dass China im Fall der Nichtrückzahlung Zugeständnisse anderer Art erwartet, etwa die Erteilung von Schürfrechten in Edelmetalllagerstätten, oder die Forcierung des Eisenbahnkorridors Xinjiang- Usbekistan."

    China ist nicht Mitglied des Pariser Clubs, einer Gruppe von Industrieländern und internationaler Geldgeber, die gemeinsam über den Umgang mit hoch verschuldeten Ländern berät. Daher sind Chinas Forderungen im Ausland wenig transparent. Im November 2020 wurde bekannt, dass China Kirgisistan zwischen Mai und Dezember 2020 die Aufschiebung von Ratenzahlungen gewährte, da Kirgisistan mit den Folgen der Coronakrise zu kämpfen hatte. 

    Acht von neun kirgisischen Staatsanleihen, die von der chinesischen Export-Import-Bank gewährt wurden, müssen in US-Dollar zurückbezahlt werden. Deshalb leidet Kirgisistan unter dem Wertverlust des kirgisischen Som. Zwischen 2010 und 2020 verteuerte sich der Dollar im Verhältnis zu Kirgisistans Nationalwährung um 67 Prozent. Besonders groß waren die Teuerungsraten der Jahre 2014 und 2015.

    Kirgisistans Schulden bei der chinesischen Export-Import-Bank

    Finanziertes Infrastrukturprojekt

    Ausführendes Unternehmen

    Kreditsumme (in Millionen US$)

    Kreditkonditionen (sofern bekannt)

    Kreditsumme insgesamt

    1.800

    Bei Konflikten zwischen Gläubiger und Schuldner entscheiden chinesische Gerichte.

    Renovierung der Straße Osch – Sarytasch – Irkeschtam (2007-2012)

    China Road and Bridge Corporation

    75

    Renovierung der Autobahn Bishkek – Naryn – Torugart (2010-2016)

    China Road and Bridge Corporation

    200

    Renovierung eines Teilstücks der Autobahn Osch – Batken – Isfana (2010-2017)

    China Road and Bridge Corporation

    91

    Reonvierung eines Teilstücks der Autobahn Bischkek – Balyktschy (2013-2016)

    China Road and Bridge Corporation

    38

    Bau von zwei Teilstücken der alternativen Nord-Süd-Straße (2014-2022)

    China Road and Bridge Corporation

    699

    Umspannwerk Datka, Modernisierung der Umspannwerke  „Kristall“, „Oktjabrskaja“, „Uzlovaja“, „Alai“, Aufbau eines Netzschutzsystems für das Kurpsai-Wasserkraftwerk  (2011-2013)

    TBEA Co., Ltd.

    208

    Rückzahlung über 20 Jahre, zwei Prozent Zinsen

    Hochspannungsleitung Datka-Kemin, Bau des Umspannwerk Kemin (2012-2015)

    TBEA Co., Ltd.

    389

    Modernisierung des Kohlekraftwerks Bischkek (2014-2017)

    TBEA Co., Ltd.

    386

    Rückzahlung über 20 Jahre, zwei Prozent Zinsen

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Chinas Beteiligungen im Metallurgiesektor wachsen

    Der Abbau von Metallerzen und die Metallverarbeitung sind die wichtigsten Wirtschaftszweige Kirgisistans. In der Branche werden 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Es gibt wenig systematische Informationen zum Metallurgiesektor in Kirgisistan. Deswegen ist Chinas Anteil darin schwer abzuschätzen. Kirgisistans jüngster Bericht an die Extractive Industries Transparency Initiative deutet jedoch darauf hin, dass Chinas Investitionen in dem Bereich stetig wachsen. Zwischen 2015 und 2017 stieg der Anteil Chinas am Abbau von kirgisischen Golderzen von 4 auf 10 Prozent.

    Goldförderung in Kirgisistan

    Unternehmen

    Anteilseigner

    Anteil an Kirgisistan Jahresproduktion von Gold (in Prozent, 2017)

    Abgebaute Mengen an Erz (in Tonnen, 2017)

    Kumtor Gold Mining/ Centerra Gold Inc

    Kyrgyzaltyn (26 Prozent, an der kirgisischen Börse notiertes Unternehmen), Blackrock (11 Prozent), Van Eck Associates Corporation (10 Prozent)

    68

    4.400.000

    KAZ Minerals PLC

    Kasachisch-britisches börsennotiertes Privatunternehmen

    14

    919.000

    Altynken

    Zijn Mining Limited (60 Prozent, chinesisches Privatunternehme), Kyrgyzaltyn (40 Prozent, an der kirgisischen Börse notiertes Unternehmen)

    6,5

    423.000

    Kyrgyzaltyn

    An der kirgisischen Börse notiertes Unternehmen

    2,9

    190.000

    Full Gold Mining

    Chinesische Holding (gehört unter anderem zum Staatskonzern China Road and Bridge Corporation)

    2,9

    189.000

    Vertex Gold

    Gehört zur kasachischen Holding Global Asia Management

    2

    130

     Kaidi

    Chinesische Holding

    1,5

    97

    Quelle: Bericht Kirgisistans an die Extractive Industries Transparency Initiative, Recherchen von Germany Trade and Invest

    Von Lukas Latz | Bonn

  • Tadschikistan: China investiert stark in die Edelmetallförderung

    Chinas Privatwirtschaft ist verantwortlich für die wichtigsten Direktinvestitionen im Land. Besonders in der Förderung von Rohstoffen ist China aktiv.

    Infolge der Covid-19-Pandemie bewegt sich Tadschikistan an der Grenze zum Staatsbankrott. Im Herbst 2020 bat das Land seine Gläubiger um einen Aufschub der Ratenzahlungen bis Juli 2021.

    China ist Tadschikistans größter Gläubiger

    Tadschikistans Finanzministerium stellt nur wenige Daten zu seiner Schuldenlast zur Verfügung. Nach unterschiedlichen Pressedarstellungen sieht Tadschikistans Haushalt für das Jahr 2021 zwischen 140 und 220 Millionen US-Dollar (US$) zur Tilgung seiner Schulden vor. Die Summe des geplanten Staatshaushalts der kleinsten Volkswirtschaft Zentralasiens beträgt für 2021 insgesamt 2,67 Milliarden US$.

    Tadschikistan hält 3,7 Milliarden US$ an Auslandsschulden (Stand 1. Oktober 2020), so das tadschikische Finanzministerium. Das entspricht 43,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. An die Weltbank berichtete Tadschikistan im Dezember 2020, dass es bei China insgesamt 2,95 Milliarden US$ Schulden hat.

    Zur Vergabe von chinesischen Auslandskrediten sagt Sebastian Horn, Volkswirt beim Institut für Weltwirtschaft in Kiel:

    "Wirtschaftlich schwache Länder häufen oft verdeckte Schulden an. Manchmal haben selbst die Finanzministerien keinen Überblick über alle Verbindlichkeiten, die in Verbindung mit dem Staat stehen. Besonders schwierig wird es etwa, wenn Staaten für Investitionsprojekte Zweckgesellschaften gründen und deren Schulden garantieren."

    Die meisten Kredite wurden zwischen 2006 und 2014 für große Konnektivitätsprojekte erteilt. Zwischen 2021 und 2023 plant Tadschikistan die Aufnahme von 1,16 Milliarden US$ weiterer Auslandsschulden. Auch Chinas Export-Import-Bank erklärte sich bereit, dem Staat Geld zu leihen.

    Das größte Projekt darunter ist der Bau der Pipeline „Linie D“, die von Turkmenistan über Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan nach Westchina führen soll. Der Pipelinebau wurde bereits 2013 vereinbart. Alle beteiligten zentralasiatischen Länder zögerten den Baubeginn jedoch um Jahre hinaus. Experten gehen davon aus, dass die Pipeline nicht vor Mitte des Jahrzehnts in Betrieb genommen wird. Den tadschikischen Teil der Pipeline bauen die Staatskonzerne Tajiktransgaz und China National Petroleum Corporation gemeinsam. Von den insgesamt 400 Kilometern des tadschikischen Teils der Pipeline sind erst knapp 40 Kilometer fertiggestellt. Für den Weiterbau müssen zudem noch 45 Tunnel gebaut werden.

    Tadschikistans Auslandsschulden (Stand 1.10.2020)

    Gläubiger

    Summe der Kredite in Milliarden US$

    Finanzierte Projekte (Auswahl)

    Auslandsschulden insgesamt, darunter:


    3,7

    Export-Import-Bank der Volksrepublik China


    1,13

    Bau der Gas-Pipeline Linie D, Straßenbau

    Eurobonds (in Fremdwährung herausgegebene Schuldscheine mit 7 Prozent Zinsen)


    0,5

    Ausbau des Wasserkraftwerks Rogun

    Weltbank

    0,33

    Nothilfe zur Pandemiebekämpfung, Instandhaltung von Wasserkraftwerken

    Quelle: Finanzministerium von Tadschikistan; Recherchen von Germany Trade and Invest

    Chinas Privatwirtschaft ersetzt staatliche Investitionen

    Als Sicherheit dient den Gläubigern Tadschikistans Rohstoffvorkommen. Auf Kredit errichtete TBEA, ein börsennotierter Technologie-Mischkonzern, 2016 das Kohlekraftwerk Duschanbe-2. Als Tadschikistan den Kredit nicht mehr bedienen konnte, vergab der Staat dem Unternehmen aus Changji eine Lizenz zum Abbau von Gold in zwei Lagerstätten. Die Förderung an beiden Standorten soll 2021 beginnen.

    Ausgewählte Projekte mit chinesischer Kapitalbeteiligung in Tadschikistan

    Projektbezeichnung

    Investitionssumme in Mio. US$

    Zeitraum der Realisierung

    Projektträger/Investor

    Linie D der Pipeline Turkmenistan – China, tadschikischer Teil (400 km, Durchleitkapazität: 25 bis 30 Mrd. cbm/Jahr)  

    3.200

    Projektneustart: 2018; Fertigstellung in Abhängigkeit von der Finanzierung voraussichtlich nicht vor 2024 (bisherige Kreditsumme: 300 Mio. US$)

    Joint Venture Trans-Tajik Gas Pipeline Company (Partner: TojikTransGaz, Turkmenistan; CNPC, China)


    Modernisierung der zweispurigen Autobahn M41, Teilprojekt 2 Tagikamar-Nurobod (44 km zweispurige Autobahn inklusive 1 Tunnel, 8 Brücken und 40 km Zufahrtstraßen)

     160 (Auftragswert: 124 Mio. US$); Finanzierung durch die EBRD (150 Mio. US$)

    2021 bis 2023

    Ministerium für Transport 

    Generalauftragnehmer: Zhejiang Jiao Gong Tajikistan/Zhejiang Communication Construction Co., Ltd., China

    Modernisierung der Straße Qalai Chumb - Vanj (80 km, 2 Tunnel und 15 Brücken), Autonome Region Berg-Badachschan

    240

    Machbarkeitsstudie in Arbeit, Baustart für  2021/2022 geplant; voraussichtliche Bauzeit: 3 Jahre

    Ministerium für Transport 

    bislang nicht definitiv bestätigte Finanzierungszusage Chinas über 230 Mio. US$ 

    Förderung und Verarbeitung von Gold- und Antimon-Erzen (Gold 2.200 kg/Jahr;  Antimon-Erze 15.000 t/Jahr)

    200

    2018/2019 bis 2021

    Joint Venture TALCO Gold (TALCO (50 Prozent, staatlicher tadschikischer Aluminiumkonzern); Tibet Huayu Mining Co. (börsennotiertes chinesisches Unternehmen))

    Zementfabrik Huaxin Gayur Dangara Cement (mind. 1 Mio. t/Jahr)

    150

    Projekt schon länger in Vorbereitung

    Joint Venture Huaxin Cement, China, und Investitionsgesellschaft Gayur, Tadschikistan

    Schlüsselfertige Aluminium-Schmelzhütte (300.000 t/Jahr)

    435

    Vereinbarung von 2019, aktuelle Details nicht bekannt

    China Machinery Engineering Corporation (CMEC), China

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Joint Ventures kontrollieren Abbau von Edelmetallerzen 

    Die größten Unternehmen, die in Tadschikistan in der Förderung und Verarbeitung von Edelmetallen tätig sind, sind zumindest anteilig in chinesischem Besitz. Die Metall- oder Technologie-Mischkonzerne gründen oft ein Konsortium mit dem tadschikischen Staat, um in die Förderung von Rohstoffen einzusteigen. Bei diesen halbstaatlichen Joint Ventures bringt die tadschikische Seite in der Regel kein Eigenkapital ein. Die chinesischen Investoren profitieren davon trotzdem, da die Kooperation mit dem Staat von einigen Steuern befreit ist und Kosten für die Pacht von Grund und Boden wegfallen. Investitionen sind dennoch riskant, weil das Lizenzierungsverfahren für Bergwerke sehr intransparent ist.

    Goldförderung in Tadschikistan

    Unternehmen

    Anteilseigner

    Anteil an Tadschikistans Jahresproduktion von Gold (2018) in Prozent

    Jahresumsatz in Millionen US$ (2018)

    Zervashan Gold Company

    Zijn Mining Group Co. (70 Prozent, börsennotietes chinesisches Unternehmen); Republik Tadschikistan

    70

    170

    Tillon Totschik

    Republik Tadschikistan (100 Prozent)

    10

    24,7

    STK Aprelevka

    Republik Tadschikistan (51 Prozent), Central Asian Minerals and Resources PLC (49 Prozent, registriert auf der Isle of Man)

    9

    21,5

    Pakrut Ltd.

    China Nonferrous Metals International Mining Co. (38 Prozent, staatliches chinesisches Unternehmen); weitere anonyme Anteilseigner

    7

    17,9

    TBEA Mining

    TBEA Co. Ltd. (Börsennotierter chinesischer Technologie-Mischkonzern)

    Förderung soll 2021 starten

    TALCO Gold

    TALCO (50 Prozent, staatlicher tadschikischer Aluminiumkonzern); Tibet Huayu Mining Co. (50 Prozent, börsennotiertes chinesisches Unternehmen)

    Förderung soll 2021 starten

    Quelle: Bericht Tadschikistans an die Extractive Industries Transparency Initiative, Recherchen von Germany Trade and Invest

    Silberproduktion in Tadschikistan

    Unternehmen

    Eigentümer

    Anteil an Tadschikistans Jahresproduktion von Silber in Prozent (2018)

    Umsatz in Mio. US$

    (2018)

    Zervashan Gold Company

    Zijn Mining Group Co. (70 Prozent, börsennotietes chinesisches Unternehmen); Republik Tadschikistan

    63

    1,8 

    STK Aprelevka

    Republik Tadschikistan (51 Prozent), Central Asian Minerals and Resources PLC (49 Prozent, registriert auf der Isle of Man)

    36

    1,0

    Quelle: Bericht Tadschikistans and die Exctractive Industries Transparency Initiative, Recherchen von Germany Trade and Invest

    China modernisiert Tadschikistans Metallurgie

    Neben der Förderung von Erzen spielen chinesische Investoren eine Schlüsselrolle bei Modernisierung und Neuaufbau von Metallurgiekapazitäten. In Istiklol (Provinz Chotlan) baut China eine Industriezone. Bis 2023 sollen dort fünf Industriebetriebe, sowie Bergwerke zur Gewinnung von Zink und Blei entstehen. Das Projekt schreitet jedoch nicht nach dem erdachten Zeitplan voran. Es kam zu Problemen mit der Wasserversorgung der Bergwerke.

    Die tadschikische Regierung vergab 2019 einen Großauftrag zur Modernisierung des staatlichen Aluminiumkonzerns TALCO an die China Machinery Engineering Corporation. Die Auftragssumme beläuft sich auf 435 Millionen US$, ohne jedoch Details zur Finanzierung zu nennen. Es ist vorgesehen, die Produktionskapazitäten des maroden Konzerns, dessen Gewinne einst 45 Prozent des tadschikischen Staatshaushalts sicherten, auf jährlich 300.000 Tonnen Aluminium zu steigern.

    Drei chinesische Unternehmen dominieren Baustoffproduktion

    Im Jahr 2019 produzierte Tadschikistan 4,2 Millionen Tonnen Zement, davon über 1,5 Millionen Tonnen für den Export. Innerhalb von fünf Jahren wurde die Produktionsmenge vervierfacht. Für das Jahr 2020 gibt es noch keine vollständigen Daten. Bis September 2020 produzierte Tadschikistan bereits 3,2 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Wachstum von 4,4 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode, liegt aber unter den hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre.

    Insgesamt 18 Zementfabriken sind im Land aktiv. Über 80 Prozent der nationalen Produktion fallen derzeit jedoch auf drei zwischen 2013 und 2016 erbaute Fabriken, die von den chinesischen Konzernen Huaxin Cement und Chungtsai Mohir Cement kontrolliert werden. Chungtsai Mohir Cement erweitert derzeit seine Kapazitäten. Seit 2019 baut das Unternehmen eine zweite Fabrik. Wann die Produktion aufgenommen wird, ist noch unklar.

    Bei Duschanbe errichtet der ehemalige Staatsbetrieb Tadzhikcement eine neue Produktionsstätte mit einer Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Ausstattung dafür liefert zu großen Teilen der chinesische Maschinenbauer Jiangsu Pengfei. Zudem sucht Tadschikistan einen Investor für den Bau einer Zementfabrik in Dangarin (Provinz Chatlon).

    Große Zementfabriken in Tadschikistan

    Standort

    Betreiber (oder Mehrheitseigentümer)

    Produktionskapazität pro Jahr (Millionen Tonnen)

    Inbetriebnahme

    Duschanbe, Provinz Duschanbe

    Tadzhik Cement

    1,2

    Derzeit im Bau (Beginn 2019)

    Dzshallolin Balchi, Provinz Chatlon

    Chungtsai Mohir Cement (China)

    0,6

    Derzeit im Bau (Beginn 2019)

    Gebiet Javan, Provinz Chatlon

    Chungtsai Mohir Cement (China)

    1,2

    2018

    Gafurovsk, Provinz Sugd

    Huaxin Cement (China)

    1,2

    2016

    Gebiet Javan, Provinz Chatlon

    Huaxin Cement

    (China)

    1

    2013

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Von Lukas Latz | Bonn

  • Turkmenistan versorgt China mit viel Gas

    Chinas Direktinvestitionen fließen in Turkmenistan fast ausnahmslos in den Gassektor. Das schwierige unternehmerische Klima lässt Engagements in anderen Branchen kaum zu.

    Intransparenz und schlechte institutionelle Rahmenbedingungen schränken den Raum für Direktinvestitionen massiv ein. Nur in der Förderung und Erstaufbereitung von Öl und Gas ist Turkmenistan auf ausländisches Kapital und Know-how angewiesen. In den Sektor fließen mehr als 90 Prozent des im Land investierten ausländischen Kapitals. Damit ist er die Hauptdevisenquelle.  

    Chinas Ölkonzern CNPC zählt zu den Hauptinvestoren

    Das Geschehen in der Rohstoffförderung Turkmenistans bestimmen die Staatsunternehmen Türkmengaz (Gaswirtschaft) und Türkmennebit (Ölförderung). Ausländische Partner sind über neun Produktionsteilungsabkommen (Production Sharing Agreement/PSA) an der Erkundung und Erschließung von Öl- und Gasvorkommen beteiligt. Drei Konzerne stehen für den Löwenteil des investierten ausländischen Kapitals.

    Der Bruttozufluss ausländischer Direktinvestitionen in den Öl- und Gassektor hat sich allerdings in den Jahren 2018 bis 2020 halbiert - im Vergleich zu den drei Vorjahren auf weniger als 2 Milliarden US-Dollar (US$) jährlich. Gründe hierfür sind gesunkene Weltmarktpreise für Kohlenwasserstoffe sowie der langsam vorankommende Ausbau des riesigen Gasvorkommens Galkynysch.

    Der ausländische Hauptakteur in der Gasförderung Turkmenistans, die China National Petroleum Corporation (CNPC), investierte bisher 8,5 Milliarden US$ in das Gasfeld Bagtyýarlyk (einschließlich des Baus von Gasverarbeitungswerken). Die PSA-Vereinbarung für die Erschließung der in der ostturkmenischen Region Lebap gelegenen Gasvorkommens gilt für den Zeitraum 2009 bis 2038. Neben 1.200 Milliarden Kubikmeter Gas betragen die nachgewiesenen Vorräte jeweils 20 Millionen Tonnen Rohöl und Gaskondensat.

    Das Unternehmen Petronas Carigali Sdn Bhd (Malaysia) steckte 11 Milliarden US$ in die Erschließung der im Kaspi-Schelf gelegenen Öl- und Gaslagerstätten Diýarbekir, Magtymguly und Garagol Deňiz sowie den Bau von Pipelines und Onshore-Terminals. Die Gesellschaft Dragon Oil (VAE) investierte bis Anfang 2021 rund 7,4 Milliarden US$ in die Entwicklung des Offshore-Ölvorkommens Tscheleken, einschließlich der Infrastruktur an Land in Hazar. 

    Turkmenistan ist Chinas Hauptlieferant von Gas

    Die mit chinesischer Unterstützung errichtete Gaspipeline Turkmenistan - Usbekistan – Kasachstan deckt etwa ein Sechstel des jährlichen chinesischen Gasbedarfs. Der erste Strang der 1.833 Kilometer langen Trasse ging Ende 2009 in Betrieb. Die Pipeline verfügt heute über drei parallel verlaufende Stränge mit einer jährlichen Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Bis Anfang Januar 2021 hat Turkmenistan 290 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die Pipeline nach China gepumpt. Kasachstan und Usbekistan lieferten 46 Milliarden Kubikmeter Gas.   

    Ein 1.000 Kilometer langer vierter Strang von Turkmenistan nach China über Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan befindet sich im Bau. Ob die Trasse jemals fertiggestellt wird, bleibt offen. Die einst zwischen Turkmenistan und China vereinbarten jährlichen Abnahmemengen von bis zu 65 Milliarden Kubikmeter Gas werden noch lange nicht erreicht. Die schon bestehenden Pipelines haben noch viele freie Kapazitäten. Im Jahr 2019 betrugen die turkmenischen Gaslieferungen nach China 31,2 Milliarden Kubikmeter. Zudem arbeitet Turkmenistan mit Nachdruck an einer Diversifizierung seiner Gasexporte.

    Weitere Investitionen in Höhe von 400 Millionen US$ angekündigt

    Im Jahr 2020 startete die turkmenische Tochter von CNPC, das Unternehmen Amyderýa (Amudarja), die zweite Phase für die Erschließung neuer Lagerstätten im Vertragsgebiet Bagtyýarlyk. Mit den investierten Geldern wird die Produktionsinfrastruktur der Gasfelder Günbatar Joramergen (Joramergen West), Gökmiýar, Daşrabat, Kiştuwan, Günbatar Kiştuwan (Kiştuwan West), Gadyn und Demirgazyk Gadyn (Gadyn Nord) errichtet. Zusätzlich ist der Bau mehrerer Kompressoranlagen vorgesehen. Bis Ende 2023 sind etwa 30 Gasbohrungen geplant.

    CNPC hat im Vertragsgebiet bisher mehr als 20 neue Lagerstätten entdeckt. Die jährliche Förderung des chinesischen Konzerns in Turkmenistan beträgt heute 14 Milliarden Kubikmeter Gas. Dies entspricht einem Fünftel der turkmenischen Gasförderung (2020). Künftig will CNPC in Turkmenistan jährlich bis zu 18 Milliarden Kubikmeter Erdgas fördern.

    Die turkmenische Regierung rechnet für 2021 und 2022 mit ausländischen Direktinvestitionen in die Gaswirtschaft von jährlich 1,1 Milliarden US$. Davon dürfte fast ein Fünftel auf chinesische Kapitalanlagen entfallen.  

    Chinesisches Engagement in anderen Branchen vernachlässigbar

    Direktengagements Chinas in Branchen außerhalb der Gaswirtschaft gibt es nur in einem sehr begrenzten Maße. Das Gros der etwa 35 registrierten und aktiven Firmen mit einer chinesischen Kapitalbeteiligung entfällt auf Dienstleistungsunternehmen der Öl- und Gaswirtschaft, sowie reine Handelsfirmen. Einige wenige Unternehmen aus China wirken beim Auf- und Ausbau einer eigenen elektronischen und elektrotechnischen Industrie in Turkmenistan mit.

    Bei den Projekten handelt es sich vor allem um die Montage von Klimaanlagen, Mobiltelefonen, Smartphones, Lerncomputern und TV-Geräten auf Basis chinesischer Technologien. Zu den Lieferanten von Baugruppen und Finanzierungspartnern zählen Unternehmen wie Xin Hong Bo Trading Ltd., Hengsheng Lianhua Investment Management Co., Ltd. und Tongfang Hongkong Ltd. Die Projekte werden als Joint Venture deklariert, haben aber mit Direktinvestitionen wenig gemein.

    Von Uwe Strohbach | Berlin

  • Usbekistan: Aus China kommt ein Viertel der Auslandsinvestitionen

    Usbekistan will seine Wirtschaftsbeziehungen mit China massiv ausbauen. Bis 2025 sollen die jährlichen chinesischen Investitionen im Land auf 5 Milliarden US-Dollar steigen. 

    Chinesische Firmen zählen seit vielen Jahren zu den Hauptinvestoren in Usbekistan, woran sich auch künftig nichts ändern wird. Die Geschäftsfelder der Kapitalanleger sind vielfältig und reichen vom verarbeitenden Gewerbe über die Öl- und Gaswirtschaft bis hin zum Bau- und Transportgewerbe. Beachtliche chinesische Engagements gibt es auch im Landwirtschaftssektor, den Sparten Telekommunikations- und Informationstechnologien, Wasserkraft sowie Forschung und Entwicklung. 

    Investitionen sollen sich bis 2025 verdoppeln

    Usbekistan und China vereinbarten im Jahr 2019 auf Regierungsebene 50 Projekte im Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar (US$). Im Folgejahr haben Firmen aus beiden Ländern diese Vorhaben konkretisiert, mit der praktischen Umsetzung erster Projekte begonnen und neue Projektvorschläge abgestimmt. Die jährlichen nach Usbekistan fließenden Investitionen und Kredite könnten bis 2025 auf 5 Milliarden US$ emporschnellen, so eine Prognose der usbekischen Regierung. Im Jahr 2019 erreichten sie ein Rekordvolumen von 2,6 Milliarden US$, nach jeweils 1,4 Milliarden US$ in den beiden Vorjahren. Der Anteil Chinas am ausländischen Kapitalzufluss stieg kräftig auf 26,2 Prozent.

    Jene Kredite ausgenommen, für die der usbekische Staat eine Garantie hinterlegt hat, summierten sich die chinesischen Kapitalanlagen in den Jahren 2018 bis 2020 auf 3,9 Milliarden US$. Kredite der China Export-Import-Bank, der China Development Bank und des Silk Road Fund, für die die usbekische Regierung bürgt, fließen in die Öl- und Gasförderung, die Modernisierung von Wasserkraftwerken, die Beschaffung von Flugzeugen und den Ausbau des Metro-Netzes in Taschkent.

    China steht für fast ein Fünftel der Direktanlagen aus dem Ausland  

    Für 2021 erwarten die zentralen Planer Usbekistans einen Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (inklusive direkt vergebener Kredite) in Höhe von 7,7 Milliarden US$. Davon entfallen gut 1,4 Milliarden US$ (18,2 Prozent) auf China. Investoren aus Russland, Südkorea, der Türkei, einigen arabischen Ländern und Indien drängen mit neuen Projekten auf den Markt. Die Vorschläge stoßen bei den usbekischen Entscheidungsträgern auf ein wachsendes Interesse.

    Aktive Firmen mit einer ausländischen Kapitalbeteiligung in Usbekistan nach Ländern

    Stand

    1.1.2020

    1.1.2021

    Unternehmen, insgesamt

    10.382

    11.781

      Russland

    1.828

    2.093

      China

    1.652

    1.799

      Türkei

    1.271

    1.576

      Kasachstan

    809

    919

      Südkorea

    811

    888

      Aserbaidschan

    178

    208

      Deutschland

    184

    193

      Tadschikistan

    161

    187

      Kirgisistan

    156

    183

      Turkmenistan

    148

    162

      Andere Länder

    3.184

    3.573

    Quelle: Staatliches Komitee für Statistik Usbekistans

    Die Industrialisierung in Usbekistan steht auch im Zeichen einer Diversifizierung des Kapitalzuflusses aus dem Ausland. Es gibt aber klare Indizien dafür, dass China weiterhin einer der wichtigsten ausländischen Direktinvestoren bleibt. Die Anzahl der in Usbekistan aktiven Firmen mit einer ausländischen Kapitalbeteiligung hat sich in den Jahren 2018 bis 2020 auf rund 11.800 verdoppelt. Russische und chinesische Firmen sind die Treiber dieses Trends (1.094 und 1.029 neue aktive Unternehmen).

    Baustoffunternehmen sind Hauptempfänger chinesischen Kapitals

    Die Nachfrage nach Baustoffen ist im Zuge des Baubooms in Usbekistan stark gestiegen. Laufende und in den Jahren 2021 sowie 2022 geplante Projekte in der Baustoffindustrie haben einen Wert von 2 Milliarden US$. Allein die jährliche Zementproduktion soll bis 2026 auf 20,2 Millionen Tonnen (gegenüber 10,3 Millionen Tonnen im Jahr 2020) steigen.

    Laufende und geplante Baustoffprojekte mit chinesischem Kapital

    Projekt

    Investitionssumme (Mio. US$)

    Projektstand

    Auftraggeber/Investor

    Karauzak Cement (1,6 Mio. t/Jahr), Landkreis Nukus (Autonome Republik Qoraqalpo´iston/Karakalpakstan)

    273

    Projekt in Vorbereitung

    Sinoma TCDRI (China)

    www.sinoma-tcdri.cn


    Zementfabrik (1,2 Mio. t/Jahr; Phase 1), Landkreis Kattaqo´rg´on (Provinz Samarqand/Samarkand 

    220

    2020 bis 2023

    Hengyuang Sement/Hengyuang Group Co., Ltd. (China)

    https://www.hengyuangruup.com


    Zementfabrik (1,2 Mio. t/Jahr), Landkreis Zafarabad (Provinz Jizzax/Dschissach)

    150

    2020 bis 2022

    Huaxin Cement Jizzakh/Huaxin Cement Co., Ltd. (China)

    https://www.huaxincem.com

    Zementfabrik  (1,2 Mio. t/Jahr), Landkreises Kitob (Provinz Qashqadaryo/Kaschkadarja) 

    150 

    2020 bis 2022

    Qarshi Conch Cement/Anhui Conch Cement Co., Ltd. (China)

    http://conch.cn

    Zementfabrik (1,2 Mio. t/Jahr),  Landkreis Chust (Provinz Namangan)

    108

    2021 bis 2023

    Xingda Group (China)

    www.xingda-Shihua.com


    Fabrik für die Produktion von Zement und Zementerzeugnissen, Landkreis Karmana (Provinz Navoiy/Nawoi)

    90

    2021 bis 2022

    Baustoffindustrie-Vereinigung Usbekistans O’zsanoatqurilishmateriallari

    https://uzsm.uz

    NK Sement, NK Galaxy (BRI) Ltd. (China)

    Fabrik für die Produktion von dekorativem Glas (8 Mio. qm/Jahr), Freie Wirtschaftszone Jizzax (Dschissach) 

    83

    2020 bis 2022

    Mingyuan Silu Industy Co., Ltd. (China, Kontakt über die Freizone Jizzakh)

    http://fezjizzakh.uz

    Produktion von Gipskartonerzeugnissen und Metallprofilen, Provinz Farg´ona (Fergana) 

    50

    2020 bis 2021

    BNBM Bildung Material Sentral Asia/BNBM Co., Ltd.

    www.bnbmg.com.cn

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Textilindustrie bleibt als Anlagesektor begehrt

    Chinesische Investoren sind mit über 300 Millionen US$ an drei Dutzend usbekischen Betrieben der Textil- und Bekleidungsindustrie beteiligt. Hauptinvestoren sind die Firmengruppen Jinsheng Group, Nanyang M&F Industrial, HengBang Textile Central Asia und Shanghai Marjan Industrial. Die Umrisse für zwei neue Großprojekte (Textil- und Seiden-Cluster) zeichnen sich ab.

    Geplante Cluster chinesischer Unternehmen in der Textilindustrie

    Projekt

    Investitionssumme (Mio US$)

    Projektsand

    Auftraggeber/Investor

    Baumwoll-Textilcluster auf einer Fläche von 40.000 Hektar in der Provinz Toshkent (Taschkent)

    300

    Projekt im Frühstadium

    Textilindustrie-Vereinigung Usbekistans O´zto´qimachiliksanoat https://uzts.uz;

    Jinsheng Group (China) www.jinshengroup.com

    Cluster für die Produktion und Verarbeitung von Seide (5.000 t Kokons/Jahr), Provinz Toshkent (Taschkent)


    k.A.

    Projekt in einer frühen Abstimmungsphase, Zeitrahmen für die Projektumsetzung: 3 Jahre

    Seidenindustrie-Vereinigung Usbekistans O´zbekipaksanoat

    https://uzbekipaksanoat.uz;

    Chongqing Sunfeel Intelligent Technology Co., Ltd. (China)

    http://www.sunfeel.com.cn

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Viele Aktivitäten in der Chemiebranche

    Die Chemieindustrie gilt in Usbekistan als einer der Branchen mit dem größten Projektportfolio. Aktuelle laufende und bis 2024 fest geplante Projekte mit einer chinesischen Beteiligung summieren sich auf 700 Millionen US$. Weitere Vorhaben befinden sich in einer frühen Abstimmungsphase. 

    Laufende und geplante Projekte mit einer chinesischen Beteiligung in der chemischen Industrie

    Projekt

    Investitionssumme (Mio. US$)

    Projektstand

    Auftraggeber/Investor

    Zweiter Komplex für die Produktion von PVC, kaustischer Soda und Methanol im Unternehmen Navoiyazot

    440

    Projektdokumentation liegt vor, Projektstart noch für 2021 geplant,  Realisierung bis 2023/2024

    Chemieindustrie-Vereinigung Usbekistans O´zkimyosanoat

    https://uzkimyosanoat.uz


    China CAMC Engineering Co., LTD, HQC Shanghai Company (China)

    http://www.camce.com.cn

    https://cnpc.com.cn

    Produktion von Wasserstoffperoxyd in der Provinz Toshkent (Taschkent)  

    70

    2020 bis 2022

    Chemieindustrie-Vereinigung Usbekistans O´zkimyosanoat

    https://uzkimyosanoat.uz


    Sigma Chemical Industry/Shanghai Marjan Industrial Co., Ltd (China)

    Anlage für die Produktion von Proteinen im Unternehmen Maxam-Chirchiq

    45

    2021 bis 2023

    Maxam-Chirchiq AJ (Partner: Shanghai Investment & Development Co., Ltd., China)

    www.maxam-chirchiq.uz

    Anlage für die Produktion von kaustischer Soda (20.000 t/Jahr), Landkreis Kungrad (Autonome Republik Qoraqalpog´iston/Karakalpakstan)

    31

    Projekt in Vorbereitung; 

    2022 bis 2023

    Joint Venture Zhongtian-Kungrad Kaustic (Partner: Chjuntyan Shandun, China), Kontakt über das Wirtschaftsministerium Karakalpakstans

    http://qrmineconomy.uz

    Anlage für die Produktion von trockenen Cyansalzen (10.000 t/Jahr) im Unternehmen Navoiyazot

    28 (2021: 10)

    2021 bis 2023

    Navoiyazot AJ (Partner: NQC Shanghai, China)

    https://navoiyazot.uz


    Anlage für die Produktion von Thioharnstoff auf der Basis von Ammoniumrhodanid und Natriumpolysulfid (10.000 t/Jahr)

    26 (2021: 11)


    2021 bis 2023

    Navoiyazot AJ (Partner: NQC Shanghai, China)

    https://navoiyazot.uz


    Anlage für die Produktion von Anthrachinonen (für die Farbstoffherstellung), Freie Wirtschaftszone Nawoiy

    46 (2021: 40)

    2020 bis 2021

    Zarafshon Industry Technology (Kontakt über die Freizone Navoiy) www.feznavoi.uz; Znu Dongliang; Xianshui Changyang Chmical Co., Ltd.

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Mehrere Projekte für die Kfz-Montage sind vorbereitet

    Die Regierung Usbekistans entschied 2019 den Fahrzeugbau intensiv zu fördern. Die Branche soll sich zu einem Eckpfeiler der Industrie und des Exports entwickeln. Montage-Projekte in den freien Wirtschaftszonen des Landes kommen in den Genuss steuerlicher Vergünstigungen und anderer Vorzugsbedingungen. Chinesische Automobilbauer engagieren sich gegenwärtig in vier Projekten für die Kfz-Montage.

    Kfz-Montage-Projekte mit chinesischen Partnern

    Projekt

    Investitionssumme (Mio. US$)

    Projektstand

    Auftraggeber/Investor

    Montage von Elektrofahrzeugen auf dem Gelände des Logistikzentrums Angren, Provinz Toshkent (Taschkent)  

    50

    2021 bis 2022

    Branchenvereinigung für elektrotechnische Industrie Usbekistans O´zeltexsanoat

    https://uzeltech.uz

    Central Asia Motors Co.  (Kontakt über Logistikzentrum Angren);

    https://www.clangren.uz

    Jianling Motors Co. Ltd (China)

    https://www.jmc.com.cn

    Montage von kleinen Lkw, Transportern und Minivans (10.000 Einheiten/Jahr), Landkreis Denov (Provinz Surxondaryo/Surchandarja)

    30

    2021 bis 2022

    Abbos Eco Agro (Partner: Beijing Automotive Group/BAIC Group, China)

    http://www.baicgroup.com.cn


    Montage von Pkw (SUV,  Nutzfahrzeugen und Kleinbussen der Marken Dongfeng/T5L und Changan/LCV (27.000 Einheiten/Jahr), Freie Wirtschaftszone Jizzax (Dschissach)

    16

    2021 bis Ende 2023 (Inbetriebnahme der Fabrik)

    Auto Motors Asia LLC (Partner: Dongfeng Motor Industry Imp. & Exp. Co, Ltd; Hebei Changan Automobile Co., Ltd., beide China)

    http://www.dfmg.com.cn

    http://www.globalchangan.com

    Ausbau der Kapazitäten für die jährliche Montage von 3.000 auf 6.000 Schwerlaster und der Kfz-Zulieferindustrie im usbekisch-deutschen-chinesischen Joint Venture UZBTM, Landkreis Jomboy (Provinz Samarqand/Samarkand)

    12

    2020 bis 2023

    Uz Truck and Bus Motors (UZBTM) http://man.uz (Partner: Sinotruk International Investment Ltd., China) 

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Chinas Interesse an der Land- und Ernährungswirtschaft wächst

    Chinesische Investoren haben 2019 und 2020 jährlich etwa 100 Millionen US$ in die usbekische Land- und Ernährungswirtschaft investiert. Mit den Geldern wurden Gewächshäuser, Lager und Verarbeitungsstätten für Obst und Gemüse errichtet. Außerdem wird die Tröpfchenbewässerung deutlich ausgebaut. Von der Landwirtschaftsinitiative der Regierung wollen chinesische Firmen mehr als bisher profitieren. Die neuen Projekte sind vor allem in der Tierzucht angesiedelt. 

    Laufende und geplante chinesische Projekte in der Land- und Ernährungswirtschaft

      Projekt

    Investitionssumme (Mio. US$)

    Projektstand

    Auftraggeber/Investor

    Cluster für Tierzucht – Fleisch- und Milcherzeugung, Produktion anderer Agrargüter, Provinz Jizzax (Dschissach)

    100 

    2020 bis 2023

    Jizzakh organik https://jizzax.org

    Delmor (China)

    Produktion und Verpackung von Trinkwasser, Säften und Milcherzeugnissen (20 Mio. t/Jahr)

    100

    Projekt im Frühstadium

    Beijing Huiyuan Holding (China), GMFR Global Group (USA)

    http://www.huiyuan.com.cn

    Agrarpark – Zuchtbetriebe (20.000 Rinder, 500 Mio. Pekingenten und 500 Tonnen Garnelen/Jahr,  Produktion von Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, Ledererzeugnissen und Veterinärpräparaten, Logistik), Landkreis Kegeyli (Autonome Republik Qoraqalpog´iston/Karakalpakstan)

    90

    2021 bis 204

    Staatliches Komitee für Veterinärwesen und Tierzucht Usbekistans, Tianjin Kaiteng Investment Group Co., Ltd. (China)

    http://www.vetgov.uz

    http://www.kaitenggroup.com

    Errichtung eines Tierzuchtkomplexes und eines Logistikzentrums für Agrarerzeugnisse, Provinz Andijon (Andischan)

    20

    2021 bis 2023

    Saodatli invest development (Kontakt über Provinzverwaltung Andijon http://andijan.uz), Nua Xin Development and Invest Group (China) 

    Errichtung von Gewächshäusern, Kühlkapazitäten, Tierzuchtbetrieben

    mindestens weitere 10

    Realisierung ab 2021/2022

    King Road Agro Animal LLC (China/Usbekistan), Kontakt über die Industrie- und Handelskammer Usbekistans

    https://chamber.uz  

    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest

    Von Uwe Strohbach | Berlin

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