Special Spanien Wege aus der Coronakrise

Kraftvolle Impulse für Spaniens Wirtschaft

Spaniens Bruttoinlandsprodukt soll 2021 real um 6,2 Prozent wachsen. Dazu tragen viele Sektoren bei. Risiken bilden hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie die Rekord-Staatsverschuldung.

Von Oliver Idem | Madrid


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Die wirtschaftliche Lage soll sich 2021 gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbessern. Das Vorkrisenniveau dürfte Ende 2022 erreicht werden. (Stand: 22. Juli 2021)

    Spanien war 2020 von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie stärker betroffen als alle anderen 27 Mitglieder der Europäischen Union (EU). Das Statistikamt INE errechnete für das Jahr 2020 einen Einbruch des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um real 10,8 Prozent. In der Eurozone lag der Rückgang des BIP hingegen bei 6,8 Prozent.

    Eine Trendwende zeichnet sich mittlerweile immer klarer ab. Im Sommer 2021 geht die EU-Kommission von real 6,2 Prozent Wachstum im laufenden Jahr und von plus 6,3 Prozent 2022 aus. Gegenüber dem Frühjahr hob sie die Zahl für 2021 an und senkte den Ausblick auf 2022 geringfügig.

    Zweistellige Zunahmen erwartet die Kommission im Frühjahr 2021 für Ausrüstungsinvestitionen (12,2 Prozent) sowie Importe (11,7 Prozent) und Exporte (10,4) von Waren und Dienstleistungen. Es handelt sich dabei nicht nur um einen kurzen Nachholeffekt: Alle drei Indikatoren sollen auch 2022 auf ähnlich hohem Niveau weiter zulegen.

    Im 1. Quartal 2021 blieb die spanische Wirtschaftsleistung noch um 4,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals zurück. Erste Indikatoren verbesserten sich seither jedoch spürbar. So nahmen laut Statistikamt INE die Ausrüstungsinvestitionen um 4,4 Prozent zu.

    Industrie- und Dienstleistungsindizes mit Rekordsprüngen

    Der kalenderbereinigte Index der Industrieproduktion lag im Mai um 25,5 Punkte über dem Wert des Vorjahresmonats. Im Juni schnellte der Einkaufsmanagerindex der Industrie auf 62,4 Punkte hoch. Damit befand er sich im bisherigen Jahresdurchschnitt insgesamt im Wachstumsbereich. Im April hatte er den stärksten Zuwachs seit 23 Jahren verzeichnet.

    Die Lage im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor verbessert sich erstmals seit Beginn der Coronakrise zeitgleich. Indizes aus beiden Wirtschaftssegmenten befinden sich im Sommer 2021 in einem regelrechten Höhenflug.

    Der Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungssektor von IHS Markit erreichte im Juni mit 62,5 Punkten das höchste Wachstum seit Juni 2000.

     

    Im 1. Quartal 2021 lag der Konsum der spanischen Haushalte um 3,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Sparneigung war 2020 noch stärker ausgeprägt als in der Krise von 2008 bis 2013.

    Nach dem Wegfall von Bewegungsbeschränkungen und in einem optimistischeren Gesamtszenario dürfte ein Teil der Ersparnisse in den Konsum fließen. Im Mai 2021 lagen beispielsweise die kalenderbereinigten Einzelhandelsumsätze um 18,9 Prozent über dem Wert von Mai 2020.

    Der Tourismus wurde durch die Coronakrise mit am stärksten beeinträchtigt. Der Branchenverband Exceltur schätzt, dass die Einnahmen des Sektors 2020 das Vorjahresresultat um 106,4 Milliarden Euro unterschritten. Das entspräche einem Einbruch des Geschäfts mit in- und ausländischen Kunden um etwa zwei Drittel.

    Die spanische Regierung hoffte im Mai darauf, dass 2021 noch etwa 50 Prozent der Tourismuseinnahmen von 2019 generiert werden könnten. Die unberechenbare Entwicklung der Pandemie im Land selbst und in wichtigen Quellmärkten erschwert selbst mittelfristige Prognosen.

    Hohe EU-Zuschüsse für die Transformation Spaniens

    Die Bestätigung des spanischen Wiederaufbauplans durch die EU am 16. Juni 2021 fand ein positives Echo im Lande. Auf Spanien entfallen laut einer Pressemitteilung der Regierung insgesamt rund 140 Milliarden Euro. Spanien erhält 69,5 Milliarden Euro Zuschüsse bis 2026 und überholt Italien damit knapp als größtes Empfängerland.

    Im April 2021 veröffentlichte die Regierung ihren Plan, wie das Geld verteilt werden soll. Die Zielrichtung ist ein "grüneres" und digitaleres Spanien. Seit Mitte Juli sind Informationen zur Mittelverwendung und dem Zugang zu Fördergeldern auf einer Internetseite gebündelt. Im Juli gab die EU erste 9 Milliarden Euro Hilfen für Spanien frei.

    Die Versteigerung von Fotovoltaik- und Windenergiekapazitäten im Januar 2021 verdeutlichte, dass die Energiewende bereits in vollem Gange ist. Unternehmen boten für dreimal mehr Megawatt als verfügbar waren. Erneuerbare Energien sollen künftig stärker zur Eigenversorgung von Verbrauchern und zur Erzeugung von "grünem" Wasserstoff genutzt werden.

    Mangel an Chips und geringe Nachfrage belasten den Kfz-Sektor

    Die Kfz- und Kfz-Teileindustrie in Spanien bewegt sich weiterhin in einem unsicheren Umfeld. Die Wirtschaftszeitung Expansión berichtete im Dezember 2020 von einer inoffiziellen Schätzung, nach der die Neuzulassungen 2021 um 20 Prozent steigen werden.

    Im 1. Halbjahr blieben die Pkw-Verkäufe jedoch hinter dem Vergleichszeitraum 2019 um 34 Prozent zurück. In allen drei Segmenten lagen die Verkäufe über dem Niveau von 2020, jedoch unter dem von 2019. Ein positives Signal sendeten die Autovermieter, während die Privatkunden- und Industrienachfrage schwach blieb.

    Auf der Produktionsseite macht sich der anhaltende Halbleitermangel immer deutlicher bemerkbar. Auch weitere Branchen beklagen knappe und entsprechend teure Vorprodukte - eine Kehrseite des Wirtschaftsaufschwungs und der wachsenden Nachfrage. Hinzu kommt, dass seit dem Frühjahr 2021 auch die Strompreise in Spanien kräftig anziehen. 

    Die Bauinvestitionen lagen im 1. Quartal 2021 noch um 10,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Eine Verbesserung zeichnet sich jedoch ab. Im Juni 2021 überschritt der Zementverbrauch den Wert von Juni 2020 um 4,7 Prozent. Bauunternehmen beklagten zur Jahresmitte allerdings hohe Preise für Kupfer, Aluminium, Stahl und Erdölprodukte. 

    Infrastrukturprojekte und der Bedarf an mehr Wohnungen sowie Logistikgebäuden versprechen künftig positive Zahlen. Die Tageszeitung El País berichtete, dass die Renovierung von Gebäuden künftig massiv staatlich gefördert werden soll. Mit der Unterstützung der EU-Hilfspakete sollen 5,8 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Je nach Projekt können die Eigentümer Erstattungen von 35 bis 100 Prozent der Kosten erhalten.

    Statt der üblichen 30.000 Sanierungen pro Jahr soll die neue Initiative für mehr als fünfmal so viel Aktivität sorgen. Die Zielmarke lautet, innerhalb von drei Jahren 500.000 Gebäude zu erneuern.

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Spanien stützt die Wirtschaft 2021 mit Direkthilfen in Höhe von 28,4 Milliarden Euro. Von der Europäischen Union kommen knapp 70 Milliarden Euro Zuschüsse. (Stand: 22. Juli 2021)

    Spaniens Regierung greift den Unternehmen, Arbeitnehmern und Selbstständigen vor allem mit Kurzarbeitergeld und Bürgschaften unter die Arme. Hinzu kommen Sonderausgaben für Soziales und Gesundheit.

    Die Regierung bezifferte im April 2021 ihre Direkthilfen für das Krisenjahr 2020 auf insgesamt 44,9 Milliarden Euro. Davon flossen 29,3 Milliarden in die Wirtschaft und 15,6 Milliarden in gesundheitliche und soziale Aufgaben.

    Auch 2021 bleiben die Krisenfolgen ein erheblicher Posten. Im laufenden Jahr wird mit 20,0 Milliarden Euro Direkthilfen für Unternehmen und weiteren 8,4 Milliarden Euro für den Bereich Gesundheit und Soziales gerechnet.

    Insgesamt standen zudem 153 Milliarden Euro zur Liquiditätssicherung bereit. Von diesen wurden bis April 2021 rund 90,4 Milliarden Euro genutzt. Der Staat sichert mit eigenen Bürgschaften Kredite für Unternehmen ab. 

    Erleichterungen in Form von Aufschüben und weiteren Hilfen bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen summierten sich auf insgesamt 4,8 Milliarden Euro.

    Lange Rückzahlungsfristen für staatliche Bürgschaften

    Seit Anfang Mai 2021 existiert ein rechtlicher Rahmen für die Rückzahlung der Bürgschaften. Dieser sieht Erleichterungen für Unternehmen vor, die mindestens 30 Prozent Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr erlitten haben. Zahlungsaufschübe können länger als zwei Jahre gewährt werden. Die Laufzeit der Bürgschaften kann auf bis zu 12 Jahre gestreckt werden.

    Bis Ende April 2021 erhielten der Tourismus- und Kultursektor Bürgschaften im Wert von 17,9 Milliarden Euro. Knapp 12,9 Milliarden Euro entfielen auf Bauunternehmen und weitere 10,8 Milliarden auf Dienstleister. Das gab die Behörde Instituto de Credito Oficial (ICO) bekannt.

    Im März 2021 legte die Zentralregierung einen weiteren Hilfsfonds über 11 Milliarden Euro auf. Davon sind 7 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse eingeplant. Unternehmen mit mindestens 30 Prozent Umsatzrückgang im Jahr 2020 gegenüber 2019 können zwischen 3.000 und 200.000 Euro erhalten. Der regionale Schwerpunkt wird auf den balearischen und kanarischen Inseln liegen.

    Vor allem Tourismusbetriebe sollen von den Zahlungen profitieren, doch sind im Real Decreto Ley 5/2021 noch zahlreiche weitere Aktivitäten aufgeführt. Zudem sind 3 Milliarden Euro für die Umstrukturierung von Schulden im Zusammenhang mit dem Bürgschaftsprogramm der Regierung vorgesehen. Die restliche Milliarde fließt in einen Fonds für kleine und mittlere Unternehmen, der von der Investitions- und Entwicklungsagentur Cofides verwaltet wird.

    Anders als in den Vorjahren stieg der Mindestlohn in Spanien zum Jahreswechsel 2021 nicht. Er bleibt bei 13.300 Euro pro Jahr, die in 14 Gehältern zu je 950 Euro ausgezahlt werden. Die Entscheidung über eine Anhebung wurde auf das zweite Halbjahr 2021 verschoben. Im Juli 2021 liefen die Diskussionen zwischen Regierung und Sozialpartnern auf Hochtouren.

    Kurzarbeitsregelungen bis Ende September verlängert

    Kurzarbeit federte auf dem Höhepunkt der Krise die Arbeitsplatzrisiken von 4,8 Millionen Menschen ab. Am 1. Juli 2021 befanden sich noch knapp 448.000 Menschen in Kurzarbeit. Die Regierung und die Sozialpartner einigten sich zunächst über eine Verlängerung bis zum 30. September 2021. Im Juli 2021 stellte Arbeitsministerin Yolanda Díaz in Aussicht, dass darüber hinaus eine weitere Ausdehnung der Regelungen erfolgen könne.

    Bei den Kosten der Kurzarbeit kann Spanien auf die Europäische Union (EU) zählen. Zur Finanzierung wird das Land 21,3 Milliarden Euro erhalten. 

    Im Juni 2021 waren 3,77 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. In den Sommermonaten entstanden vermehrt neue Arbeitsplätze. Hierzu dürfte auch die Saisonarbeit beigetragen haben. 

    Manche Experten rechnen damit, dass auch Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft zunehmen. Das Ausmaß der Parallelwirtschaft wird bereits auf etwa 23 bis 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt.

    Internetseite zu EU-Zuschüssen freigeschaltet

    Nach der Einigung am 21. Juli 2020 wird Spanien aus dem 750-Milliarden-Euro-Paket der EU insgesamt rund 140 Milliarden Euro erhalten. Davon fließen 69,5 Milliarden Euro bis 2026 in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse. Für deren Verwendung veröffentlichte die Regierung im Oktober 2020 ihre Leitlinien.

    Am 16. Juni 2021 erhielt Spanien von der EU die Zustimmung für die Verwendung der Mittel im Rahmen Aufbau- und Resilienzfazilität der EU. Im Juli 2021 wurde der angekündigte Internetauftritt mit Informationen zum Resilienzplan in Spanien freigeschaltet. Derzeit ist ausschließlich eine spanische Sprachversion vorhanden. Diese hilft Unternehmen unter anderem dabei, sich über den Zugang zu den Fördermitteln zu informieren.

    Im April 2021 hatte die Regierung Bereiche festgelegt, in denen strategische Projekte gemeinsam mit privatem Kapital umgesetzt werden sollen. Das erste "Proyecto Estratégico para la Recuperación y Transformación Económica" (PERTE) wurde zwischenzeitlich beschlossen. Es bezieht sich auf Elektromobilität und vernetztes Fahren. Weitere PERTE zu den Themen Luft- und Raumfahrt, Wertschöpfungskette bei Nahrungsmitteln und digitale Gesundheitswirtschaft befinden sich in Vorbereitung.

    Niedriges Zinsniveau kommt dem verschuldeten Staat gelegen

    Die Verschuldung soll laut der Europäischen Kommission 2020 bei 120 beziehungsweise 2021 bei 119,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Damit wären die Staatsschulden gemessen an der Wirtschaftsleistung dreimal so hoch wie vor der letzten Krise 2007. Im 1. Quartal 2021 registrierte Spanien den höchsten Schuldenstand seit 140 Jahren.

    Derzeit profitiert das Land davon, sich sehr günstig verschulden zu können. Laut der Tageszeitung El País entfielen auf die Hälfte der Neuemissionen von 2020 sogar negative Zinsen.

    Für eine dauerhafte Reduzierung der Verschuldung wären allerdings strukturelle Veränderungen notwendig. Auch in besseren Jahren als 2019 schloss der Haushalt mit einem Minus.

    Spanischer Impfplan

    Ein groß angelegter Impfplan soll helfen, Spanien vor neuen Covid-19-Infektionswellen zu schützen. Seit dem Frühjahr nimmt das Tempo der Impfkampagne deutlich zu. Bis zum 22. Juli hatten 52,3 Millionen Menschen eine erste Dosis sowie 24,7 Millionen einen vollständigen Impfschutz erhalten, wie das Gesundheitsministerium bekannt gab. Bis Ende August 2021 sollen rund 70 Prozent der Bevölkerung eine Impfung bekommen haben. Das entspricht 33 Millionen Einwohnern.

    Quelle: spanisches Gesundheitsministerium

    Von Oliver Idem | Madrid

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Spanien stuft Deutschland derzeit nicht als Risikogebiet ein. Innerspanische Verkehrsverbindungen sind oft noch eingeschränkt. (Stand: 22. Juli 2021)

    Auch nach dem Ende des Alarmzustands limitieren einige Autonome Gemeinschaften weiterhin die Anzahl von Personen, die sich zuhause oder in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Zudem können Sperrstunden für die Gastronomie verhängt werden. Bei Gemeinden mit besonders hohen Infektionszahlen sind zusätzliche Einschränkungen möglich. Die Autonomen Regionen haben Informationshotlines eingerichtet. Hier können die aktuellen Gegebenheiten erfragt werden.

    Verpflichtungen bei der Einreise aus Risikogebieten 

    Deutschland ist aus spanischer Perspektive derzeit kein Risikogebiet. Reisende ab einem Alter von zwölf Jahren, die aus einem Risikogebiet nach Spanien kommen, benötigen einen der folgenden Nachweise:

    Ein negatives Testergebnis (Nukleinsäureamplifikationstest wie PCR-, LAMP-, oder TMA-Test) oder in der Europäischen Union anerkannte Antigen-Schnelltests. Die Testung darf höchstens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein. Der Nachweis muss folgende Angaben enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Testabnahme, angewandtes Testverfahren, Sitzstaat des Labors und das negative Testergebnis.

    Die Einreise ist auch mit einem Nachweis, dass die vollständige Impfung mindestens 14 Tage vor Reiseantritt mit einem von der Europäischen Arzneimittelagentur oder der Weltgesundheitsorganisation im Wege der Notfallzulassung zugelassenen Impfstoff erfolgt ist, möglich. Der Nachweis muss folgende Angaben enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Impfung, Impfstoff, Anzahl der Impfungen, Ausstellungsstaat sowie die zuständige Stelle.

    Darüber hinaus ist die Einreise mit einem Nachweis möglich, dass die Genesung von einer Infektion mit Covid-19 nicht länger als 180 Tage zurückliegt. Der Nachweis darf frühestens 11 Tage nach dem ersten Positivergebnis erfolgen. Ein solcher Nachweis muss enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Datum der Testabnahme des ersten positiven Nukleinsäureamplifikationstests, angewandtes Testverfahren und Ausstellungsstaat.

    Bei Einreisen aus einem Risikogebiet in Frankreich auf dem Landweg gelten diese Verpflichtungen ebenfalls. Transportunternehmen, Grenzpendler und Grenzgänger, die auf dem Landweg einreisen, sind allerdings von der Nachweispflicht ausgenommen.

    Ausfüllen eines Gesundheitsformulars bleibt notwendig

    Bereits seit dem 1. Juli 2020 müssen Flugreisende ein Formular zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. Die Registrierung erfolgt entweder über das entsprechende Gesundheitsportal, die dazugehörige App oder durch ein gedrucktes Formular. Die elektronische Variante spart Zeit bei der Einreise, da nur ein Code gescannt werden muss.

    Nach dem Ausfüllen des Formulars wird ein QR-Code erzeugt, der bei der Einreise vorgezeigt und eingescannt wird. Das Formular muss für jeden einzelnen Reisenden und jede Reise ausgefüllt werden. Es steht im Gesundheitsportal zusammen mit Hintergrundinformationen auch in deutscher Sprache bereit.

    Bei der Einreise kann außerdem eine kurze Gesundheitskontrolle erfolgen. Weisen Reisende eine Körpertemperatur von mehr als 37,5 Grad Celsius oder andere Auffälligkeiten auf, ist eine genauere Untersuchung möglich.

    Die Maskenpflicht im Freien gilt seit dem 26. Juni nur noch dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden kann. An öffentlichen Orten innerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Mund und Nase jedoch weiterhin bedeckt sein. Verstöße werden mit Geldstrafen von etwa 100 Euro geahndet.

    Neue Infektionswelle im Sommer 2021

    Von nicht notwendigen touristischen Reisen in das gesamte Land wird derzeit abgeraten. Da sich die Einreiseregeln kurzfristig ändern können, sollten die aktuelle Lage und die deutschen Quarantäne- und Testregeln im Blick behalten werden. Eine Einreiseanmeldung ist bereits vor der Anreise aus einem Risikogebiet notwendig. 

    Das Angebot an internationalen und nationalen Flügen hat noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Auch Verbindungen per Zug oder Fernbus sind zwischen den meisten spanischen Städten häufig noch immer reduziert.

    Nach dem Ende der inländischen Reisebeschränkungen ist jedoch mit einer schrittweisen Belebung zu rechnen. Seit dem 10. Mai sind auch touristische und andere Inlandsreisen ohne triftige Gründe wieder möglich. Die Bahngesellschaft Renfe bietet seit dem 7. Juni mehr Verbindungen an die Küste und in verschiedene weitere Landesteile an.

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen

    Aktuelle Informationen zu Bewegungsbeschränkungen im Inland

    Von Oliver Idem | Madrid

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