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Gebäude: Energieeffizienz soll schnell zunehmen

Kanada fördert die Sanierung von Bestandsgebäuden. Ab 2024 sollen neue Baustandards das Nullemissionszeitalter einläuten.

Von Daniel Lenkeit | Toronto

Gebäude sind für 12 Prozent der kanadischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Anteil ist vergleichbar mit Deutschland (14 Prozent). Davon entfällt die Masse der Emissionen auf Raumwärme und Heizwasser. Die Zahl erhöht sich nach Angaben der Regierung auf 17 Prozent, wenn die indirekten, dem Stromverbrauch geschuldeten Gebäudeemissionen einberechnet werden.

Eine höhere Energieeffizienz in Gebäuden würde die CO2-Emissionen des Landes deutlich senken, glauben Experten. Bau- und Sanierungsstandards spielen hier eine entscheidende Rolle. Dies ist umso bedeutender aufgrund der klimatischen Bedingungen Kanadas, wo die Heizsaison in vielen Provinzen von Ende September bis Anfang Juni läuft.

Das kanadische Ressourcenministerium (NRCAN) fördert den Ausbau der Energieeffizienz mit einer ganzen Reihe von Programmen. Diese reichen von ENERGY-Star-Zertifizierungen über Zuschüsse für die Eigenheimsanierung bis hin zu Direktsubventionen für die Einführung von Energiemanagementsystemen. Darüber hinaus betreiben die einzelnen Provinzen zahlreiche eigene Förderprogramme.

Einen sehr hilfreichen Überblick bietet die Behörde mit ihrer Datenbank Main Directory of Energy Efficiency and Alternative Energy Programs in Canada. Hier werden im Bereich Energieeffizienz über 300 Programme gelistet, von der Bundesebene bis hinunter zu den Kommunen. 

Neuer nationaler Gebäudestandard

Bereits 2017 verabschiedete Kanada seine Gebäudestrategie. Darin enthalten war unter anderem das Ziel, ab 2030 einen neuen Gebäudestandard (net zero energy ready) in allen Provinzen zu etablieren. Dieser soll ermöglichen, Nullemissionshäuser zu bauen. Die Zeit für die Umsetzung wurde inzwischen korrigiert. Zusammen sollen Bund, Provinzen und Kommunen nun einen neuen nationalen Gebäudestandard bereits bis 2024 ausarbeiten. Ebenso sollen neue Standards für die Sanierung von Bestandsgebäuden bis 2024 gesetzt werden und in allen Provinzen zur Anwendung kommen.

Betreiber gewerblicher und öffentlicher Gebäude erhalten ab 2022 Unterstützung beim Energiemanagement. Über ein Programm des Umweltministeriums werden Projektkosten zur Einführung eines Energiemanagements unter der ISO 50001 Norm teilweise bezuschusst. Für gemeinnützige Organisationen beträgt der Fördersatz bis zu 75 Prozent, für Gewerbetreibende bis zu 60 Prozent. Gedeckelt ist die Fördersumme mit 31.500 US-Dollar (US$) pro Gebäude. Eine genaue Übersicht über die Fördermöglichkeiten zur Implementierung von ISO 50001 bietet die Webseite des Ministeriums.

Für Eigenheimbesitzer sticht das Programm Canada Greener Homes Grant heraus. So investiert die kanadische Regierung in den nächsten sieben Jahren 2 Milliarden US$ mittels direkter Fördergelder in die energetische Sanierung von privatem Wohnraum. Eigenheimbesitzern wird mit der staatlichen Finanzspritze ein Anreiz gegeben, die Energieeffizienz ihrer Häuser und Wohnungen zu erhöhen. Hinzu kommt seit Sommer 2022 das Programm Canada Greener Homes Loan. Die Maßnahmen bieten neue Chancen in vielen Bereichen der Bauwirtschaft in Kanada.

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