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Polnische Bergbaufirma investiert Milliarden in neue Kupferminen
Der polnische Kupferkonzern KGHM will investieren, um die Nachfrage nach Rohstoffen bedienen zu können. Mit deutschen Partnern arbeitet das Unternehmen bereits eng zusammen.
14.07.2026
Der polnische Kupferförderer KGHM will bis 2030 mehr als 7,3 Milliarden Euro investieren. Das geht aus der Unternehmensstrategie „2055+“ hervor, die der staatlich kontrollierte Rohstoffkonzern Anfang Juli 2026 vorgelegt hat. Ziel der Investitionen ist es, die Förderung von Kupfer, Silber und weiteren Metallen langfristig abzusichern. Der Konzern geht davon aus, dass die Nachfrage nach Metallen weiter steigen wird. Als Treiber nennt KGHM unter anderem den Ausbau von Stromnetzen, Rechenzentren, Batteriespeichern und weiterer Infrastruktur.
Das Unternehmen konzentriert sich zunächst auf die heimischen Lagerstätten in der Region Dolnośląskie im Südwesten Polens. Im Bergbaugebiet zwischen den Ortschaften Lubin, Rudna und Głogów sollen drei neue Schächte entstehen. Darüber hinaus plant KGHM, im Rahmen des Projekts KGHM 1.1 zweie angrenzende Lagerstätten zu erschließen.
Neue Minen sollen entstehen
Die bisherigen Abbaugebiete des Konzerns liegen westlich der Oder. Mit dem Projekt KGHM 2.0 will das Unternehmen zudem ein neues Bergbaurevier östlich des Flusses erschließen. Derzeit laufen weitere Erkundungsarbeiten im potenziellen Abbaugebiet. Sie bilden die Grundlage für eine spätere Investitionsentscheidung. Fällt diese positiv aus, könnten die ersten Schachtanlagen ab 2032 entstehen.
Laut Unternehmensstrategie beginnt 2026 zudem eine Machbarkeitsstudie für das Projekt Puck nördlich der Hafenstadt Gdańsk. Dort will KGHM Polyhalit abbauen, einen Rohstoff für Düngemittel.
Recycling gewinnt an Bedeutung
Neben dem Ausbau der Rohstoffbasis spielt auch Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle in der neuen Strategie. So will KGHM bis 2030 in Legnica eine Recyclinghütte für Kupfer in Betrieb nehmen. Gleichzeitig plant der Konzern, seine indirekten Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2020 zu senken. Gemeint sind Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom und Wärme entstehen. Dafür will KGHM verstärkt Strom aus emissionsarmen Quellen nutzen und die eigenen Kapazitäten zur Stromerzeugung auf mindestens 220 Megawatt ausbauen.
KGHM setzt auch auf internationale Expansion
Ferner kündigt KGHM an, seine Abbauprozesse mithilfe neuer Technologien weiter zu optimieren. Darüber hinaus prüft das Unternehmen weitere Lagerstätten im Ausland. Bislang ist KGHM neben Polen vor allem in Chile aktiv. In Zukunft könnten beispielsweise Argentinien, Marokko oder Kanada hinzukommen. Perspektivisch kommt für den Konzern auch der Abbau von Platinmetallen sowie weiterer kritischer Rohstoffe infrage.
Der Schwerpunkt der Investitionen liegt jedoch auf dem heimischen Markt. Rund 80 Prozent der Ausgaben sollen nach Unternehmensangaben in Polen erfolgen.
Chancen für deutsche Partner
Das Investitionsprogramm eröffnet neue Möglichkeiten für deutsch-polnische Kooperationen. KGHM arbeitet bereits mit einigen deutschen Partnern zusammen. So entwickelte die Hütte Legnica gemeinsam mit der SMS Group aus Düsseldorf einen digitalen Zwilling der polnischen Anlage, um Stoffströme, Recyclingprozesse und Umweltwirkungen zu simulieren. Zudem brachte Bosch Rexroth gemeinsam mit der KGHM-Tochter Zanam ein elektrisches Transportfahrzeug auf den Markt, dass für den Einsatz unter Tage ausgelegt ist.
KGHM gehört mit einem Jahresumsatz von 8,4 Milliarden Euro zu den größten Unternehmen Polens. Nach eigenen Angaben ist der Konzern der größte Kupferförderer Europas und der zweitgrößte Silberproduzent weltweit.
KGHM veröffentlicht das Strategiepapier "2055+" auf seiner Webseite.