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MAN will Lkw-Werk in Polen für 1,2 Milliarden Euro erweitern

Von 2021 bis 2025 ist die jährliche Produktion von Nutzfahrzeugen in Polen um fast drei Viertel gestiegen. Eine geplante Investition von MAN könnte diesen Trend weiter stärken.

Christopher Fuß

Von Christopher Fuß | Warschau

Der deutsche Lkw- und Bushersteller MAN will seinen Standort im südpolnischen Niepołomice bei Krakau in den kommenden Jahren deutlich erweitern. Das Unternehmen und die polnische Regierung unterzeichneten im Juli 2026 eine entsprechende Absichtserklärung. Laut der Vereinbarung wird MAN bis 2038 rund 1,2 Milliarden Euro investieren.

Dank der Ausgaben wird das Werk in der Lage sein, Lastwagen einer neuen Baureihe zu fertigen. Bis 2030 soll der Standort neue Fertigungsschritte übernehmen. MAN plant unter anderem den Aufbau einer Karosseriefertigung, eine Lackiererei sowie eine Erweiterung der Kabinenmontage. Die Werksfläche soll von derzeit rund 130.000 Quadratmetern auf 270.000 Quadratmeter wachsen.

Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen

Darüber hinaus kündigt MAN den Bau einer Batteriefabrik in Niepołomice an. Bereits Anfang 2026 stellte das Unternehmen entsprechende Pläne vor. Die Anlage soll jährlich mehr als 200.000 Batterien produzieren.

Damit gewinnt die Elektromobilität am Standort weiter an Bedeutung. Im Juli 2026 startete in Niepołomice die Serienfertigung des elektrischen Lkw-Modells eTGL. Das Werk ist neben München eine von zwei MAN-Produktionsstätten, an denen elektrische Lkw vom Band rollen. Zusätzlich zu den Elektro-Lkw fertigt MAN im polnischen Buswerk Starachowice, rund 180 Kilometer nördlich von Niepołomice, vollelektrische Busse.

Polen kündigt Zuschüsse an

Ob die angekündigten Investitionen vollständig umgesetzt werden, dürfte auch von staatlichen Zuschüssen abhängen. Die polnische Regierung hat angekündigt, die Erweiterung des Werks in Niepołomice auf der Basis des europäischen Beihilferahmens CISAF (Clean Industrial State Aid Framework) zu unterstützen. Darüber hinaus stellt das Finanzministerium Steuernachlässe in Aussicht. Dank CISAF können EU-Mitgliedstaaten bestimmte Investitionen mit Direktzahlungen subventionieren, ohne gegen Auflagen des Beihilferechts zu verstoßen. Zum Umfang der möglichen Unterstützung machten die Partner keine Angaben. 

MAN verbindet mit dem Ausbau des Standorts auch Hoffnungen auf Aufträge aus dem polnischen Verteidigungssektor. Dafür spricht unter anderem ein Besuch des polnischen Verteidigungsministers Władysław Kosiniak-Kamysz im Werk Niepołomice im Januar 2026.