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Special Serbien Wege aus der Coronakrise

Konjunktur- und Hilfsprogramme

Serbiens Regierung unterstützt mit dem bereits dritten Hilfspaket Wirtschaft und Bevölkerung. Diesmal stehen rund 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. (Stand: 17. August 2021)

Von Martin Gaber | Belgrad

Mit Krediten und Garantien unterstützt die serbische Regierung die heimische Wirtschaft auch weiterhin. Die Kredite mit Staatsgarantien werden über teilnehmende Geschäftsbanken vergeben und dienen vor allem zur Sicherung der Liquidität. Die Auszahlung erfolgt in der Regel innerhalb von 30 Tagen nach Beantragung. Auch der serbische Entwicklungsfonds (Fond za razvoj) unterstützt Betriebe, die während der Coronakrise in Schieflage geraten sind, mit Krediten.

Arbeitslosenquote bleibt konstant 

Die Maßnahmen gehören zum dritten Hilfspaket der Regierung, das bereits im Februar 2021 von Serbiens Finanzminister Siniša Mali und Premierministerin Ana Brnabić vorgestellt wurde. Dieses Mal gibt es für Wirtschaft und Bevölkerung rund 2,5 Milliarden Euro (rund 249 Milliarden Serbische Dinar).

Eine wichtige Achse des Pakets waren Subventionen auf Gehälter. Diese wurden im April, Mai und Juni 2021 ausgezahlt. Sie haben dazu beigetragen, dass Unternehmen ihre Kosten senken konnten. Dabei hatte die Regierung zur Bedingung gemacht, dass die Zahl der Angestellten bis zu drei Monate nach der letzten Zahlung nicht um mehr als 10 Prozent verringert werden durfte. Auch aufgrund dieser Maßnahme bleibt die Arbeitslosenquote in Serbien 2021 konstant, nach Prognosen der Erste Bank Group Research bei rund 9 Prozent.

Inklusive des dritten Konjunkturpakets hat die serbische Regierung bislang rund 8 Milliarden Euro an Unterstützungsleistungen auf den Weg gebracht.

Aktuelle Maßnahmen der serbischen Regierung in der Coronakrise

Maßnahmen

Details

Staatliche Garantien für Darlehen zur Sicherung der Liquidität von Unternehmen

Abwicklung über Privatbanken

Staatliche Kredite für Unternehmen

Abwicklung über den nationalen Entwicklungsfonds

Quelle: Serbische Regierung; Pressemeldungen

Serbien investiert Milliarden in die Infrastruktur

Im Dezember 2019 und damit noch vor der Pandemie präsentierte die serbische Regierung ihren Investitionsplan bis 2025: Belgrad will in den nächsten fünf Jahren rund 14 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren, davon 8 Milliarden Euro in Straßen und in das Schienennetz. Trotz der Pandemie versicherte die Regierung, dass die Projekte fortgeführt werden. Auch für deutsche Unternehmen bieten sich Chancen. So ist die Bahntochter DB Engineering & Consulting in der technischen Beratung beim Ausbau der Bahnstrecke von Belgrad nach Budapest aktiv.

Knapp 15 Milliarden Euro aus Brüssel für den Westbalkan

Bereits im Juni 2021 haben sich das Europäische Parlament und der Europäische Rat auf neue Finanzhilfen für den Westbalkan geeinigt. Im Zeitraum 2021 bis 2027 stehen für die sechs Länder des westlichen Balkan sowie für die Türkei 14,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel kommen aus dem sogenannten IPA-Fonds (Instrument for Pre-Accession Assistance), der Länder auf dem Weg in die Europäische Union unterstützen soll. Im Gegensatz zu früheren Förderperioden soll der Mittelabfluss stärker an Kriterien wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte geknüpft werden. 

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