Zollbericht USA Freihandelsabkommen (Warenursprung, Präferenzen)
Handelsabkommen zwischen den USA und Indien
Das Urteil des Supreme Courts hat Auswirkungen auf die Vereinbarung.
24.02.2026
Von Dr. Melanie Jordan | Bonn
Die im Rahmen der Deals vereinbarten Zölle werden derzeit nicht angewendet, soweit sie auf dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) beruhen. Dies folgt aus einem Urteil des Supreme Courts. Für die betroffenen Länder gilt daher ein Zusatzzoll von 10 Prozent gemäß Section 122 des Trade Act von 1974. Ob die Rahmenabkommen bzw. Joint Statements angepasst werden, ist derzeit offen.
Die USA und Indien haben sich auf einen Rahmen für ein (Interims-)Abkommen verständigt. Beide Staaten sind bestrebt, diesen Rahmen zügig umzusetzen und das Interimsabkommen abzuschließen.
Abbau tarifärer Handelshemmnisse
Die USA heben den zusätzlichen IEEPA-Zollsatz in Höhe von 25 Prozent gemäß Executive Order (E.O.) 14329 auf. Damit reagieren die USA auf Indiens Zugeständnis, den Bezug von russischem Öl einzustellen. Darüber hinaus senken die USA den reziproken Zollsatz gemäß E.O. 14257 von 25 auf 18 Prozent. Vorbehaltlich eines erfolgreichen Abschlusses des Interimsabkommens wird der reziproke Zollsatz auf eine Vielzahl von Waren aufgehoben (Potential Tariff Adjustments for Aligned Partners). Ferner heben die USA die Zölle auf bestimmte indische Flugzeuge und Flugzeugteile auf. Indien erhält zudem ein Zollkontingent für bestimmte Kfz-Teile und vorbehaltlich der Ergebnisse der Section‑232‑Untersuchung zu Arzneimitteln und pharmazeutischen Wirkstoffen entsprechend ausgehandelte Regelungen.
Im Gegenzug wird Indien die Zölle auf alle US-Industriegüter und eine Vielzahl von US-Lebensmitteln und Agrarprodukten abschaffen oder senken, darunter getrocknete Destillationsgetreide, rotes Sorghum für Tierfutter, Nüsse, frisches und verarbeitetes Obst, Sojaöl, Wein und Spirituosen sowie weitere Produkte. Ferner wird Indien seine Steuer auf digitale Dienstleistungen abbauen und die Erhebung von Zollgebühren auf elektronische Übertragungen verbieten.
Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse
Beide Parteien haben sich darauf verständigt, nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen, die den bilateralen Handel beeinträchtigen.
Indien erklärt sich bereit, unter anderem langjährige Handelshemmnisse für US-amerikanische Medizinprodukte sowie restriktive Importlizenzverfahren zu beseitigen, die den Marktzugang für US-Informations- und Kommunikationstechnologiegüter (IKT) verzögern. Zudem sollen nichttarifäre Handelshemmnisse für US-Lebensmittel und Agrarprodukte gesenkt werden.
Beide Parteien wollen ihre jeweiligen Standards und Konformitätsbewertungsverfahren für gemeinsam vereinbarte Sektoren die bestehenden Hemmnisse für den digitalen Handel auf den Prüfstand stellen.
Quellen und weitere Informationen: