Train travelling through Hanoi, in the famous tourist location. It shows the extreme proximity to the shops and buildings on either side. Traditional colourful lanterns and flags decorate the buildings and cafes en route. Train Street Hanoi Vietnam | © SolStock - gettyimages.com

Branchen | Vietnam | Infrastrukturbau Schiene

Vietnam setzt auf die Schiene

Vietnam baut gleichzeitig ein nationales Eisenbahnnetz, große Metrosysteme und eine eigene Bahnindustrie auf. Deutsche Unternehmen unterstützen den Aufbau in vorderster Linie.

Peter Buerstedde

Von Peter Buerstedde | Hanoi

Ausblick für den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Vietnam

Bewertung:

 

  • Vietnam entwickelt gleichzeitig nationale Schienennetze, Metrosysteme und eine eigene Bahnindustrie.
  • Bahn- und Metroprojekte, die bis 2030 starten sollen, summieren sich auf rund 200 Milliarden US-Dollar.
  • Deutsche Unternehmen sind an Schlüsselprojekten beteiligt: in den Bereichen Hochgeschwindigkeitsverkehr, Bahn- und Signaltechnik sowie Gleisstahlproduktion.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Oktober 2026.

  • Bahn- und Metroprojekte sind Teil einer Strategie, die Logistik verbessern, die Konjunktur stützen und nationale Industriechampions hervorbringen soll.

    Vietnam verfolgt beim Ausbau seiner Verkehrsnetze ambitionierte Pläne: Bis 2030 sollen Vorhaben mit einem Volumen von rund 200 Milliarden US-Dollar (US$) für den parallelen Neu- und Ausbau von nationalen Schienenkorridoren und städtischen Metronetzen begonnen werden. 

    Diese Investitionsoffensive markiert einen Kurswechsel im Tiefbau und in der Verkehrspolitik: Nach Jahren des priorisierten Autobahnbaus rücken nun technisch anspruchsvollere Bahn- und Metrosysteme in den Mittelpunkt. Die Bahn soll künftig eine größere Rolle spielen. Derzeit beträgt ihr Anteil am Verkehrsaufkommen weniger als 1 Prozent.

    Schienenausbau hat hohe politische Bedeutung

    Kein anderer Infrastruktursektor steht derzeit so stark im Fokus der Regierung wie der Schienenverkehr. Der Ausbau ist zu einem zentralen Baustein der Wirtschaftsstrategie unter Generalsekretär To Lam geworden.

    Die Parteiführung will das Wirtschaftswachstum durch einen staatlich forcierten Infrastrukturausbau zwischen 2026 und 2030 in den zweistelligen Prozentbereich heben. In den vergangenen Jahren lag das Wirtschaftswachstum bei sechs Prozent. Gleichzeitig sollen vietnamesische Privatkonzerne zu nationalen Champions aufgebaut werden, um das Wachstum anzutreiben. Der Ausbau des Schienennetzes verbindet beide Ziele. Die Regierung hofft, dass solche Projekte nicht nur die Verkehrsinfrastruktur modernisieren, sondern auch heimische Kompetenzen in Fahrzeugbau, Stahlproduktion, Signaltechnik und Projektmanagement aufbauen.

    Private Großkonzerne drängen auf die Schiene

    Bisher treten vor allem drei einheimische Akteure hervor. VinSpeed, das neu gegründete Tochterunternehmen des größten Privatkonglomerats des Landes Vingroup, hat Mitte September 2026 einen Großauftrag zur Lieferung von Hochgeschwindigkeitszügen und Signaltechnik für zwei Strecken an Siemens vergeben. Gleichzeitig positioniert sich VinSpeed als Projektentwickler für fünf neue Metrolinien in der Hauptstadt Hanoi. Beraten wird das Unternehmen unter anderem von der deutschen Firma DB E&C. Parallel dazu hat der Automobil- und Logistikriese Thaco mit dem südkoreanischen Hersteller Hyundai Rotem den Bau von Waggons und U-Bahn-Zügen im Land vereinbart. 

    Der größte Stahlproduzent des Landes Hoa Phat baut im Industriekomplex Dung Quat ein eigenes Schienenwalzwerk auf. Mit Produktionstechnik der deutschen SMS Group soll dort ab Anfang 2027 Spezial- und Gleisstahl für die geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecken produziert werden.

    Parallel dazu treibt die Regierung den Aufbau eines eigenen Industrieclusters für den Schienenverkehr voran. Der Bedarf ist beträchtlich. Vietnam Railways rechnet bis 2050 mit einer Nachfrage von fast 16.800 Lokomotiven, Triebzügen und Waggons. Allein für die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt werden mehr als 120 Züge benötigt. Dafür werden 647 Millionen US$ in einen geplanten Bahnindustriekomplex nahe Hanoi investiert. Das soll zusätzliche Fertigungskapazitäten für Ausrüstung und Komponenten schaffen und die Lokalisierung der Wertschöpfungskette vorantreiben.

    Finanzierung auch über Immobilienprojekte

    Um die hohe Investitionssumme für neue Strecken zu stemmen, zeigt sich die vietnamesische Regierung offener für internationale und bilaterale Kredite. Jahrelang war sie diesbezüglich eher zurückhaltend. 

    Auch das Konzept der verkehrsorientierten Stadtentwicklung (Transit-Oriented Development) spielt eine große Rolle. Neue Bahnhöfe sollen nicht nur Verkehrsknotenpunkte sein, sondern Mittelpunkt neuer Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsquartiere. Die Erlöse aus der Entwicklung der umliegenden Grundstücke sollen den Ausbau der Schieneninfrastruktur mitfinanzieren.

    Besonders sichtbar wird dieser Ansatz in Hanoi. Südlich der Hauptstadt entsteht rund um den geplanten Endbahnhof der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ho-Chi-Minh-Stadt die "Olympic City". Mit dem VinFast-Stadium befindet sich dort bereits das größte Fußballstadion der Welt für 135.000 Zuschauer im Bau. Geplant sind zudem Wohn- und Geschäftsviertel für bis zu 750.000 Menschen. Für Stadtplanungs-, Architektur- und Ingenieurbüros eröffnen sich damit Geschäftsmöglichkeiten, die weit über den Bahnbau hinausgehen.

    Die wichtigste Bahnmesse, die Vietnam Rail Tech & Conference, findet vom 8. bis 10. Oktober 2026 im Vietnam Exposition Center in Hanoi statt. Die AHK Vietnam organisiert erneut einen deutschen Gemeinschaftsstand mit zahlreichen Ausstellern.

    Chancen und Herausforderungen für deutsche Firmen

    Etliche Aufträge an deutsche Unternehmen zeigen, dass der Ausbau des vietnamesischen Schienenverkehrs Geschäftschancen bietet, etwa für Beratungsleistungen oder die Lieferung von Ausrüstungen für Bau und Betrieb der neuen Strecken. Die Verknüpfung des Bahnausbaus mit industriepolitischen Zielen stellt ausländische Anbieter jedoch vor zusätzliche Anforderungen.

    Noch ist unklar, wie und wie weit Teilbereiche lokalisiert werden können. Konkrete Vorgaben fehlen bislang. Zudem erfordern die Großvorhaben die Zusammenarbeit mit Behörden und neu entstehenden privaten Projektentwicklern in Vietnam, die bei komplexen Schienenverkehrsprojekten noch wenig Erfahrung haben.

    Hinzu kommen vielfach sehr ambitionierte Zeitpläne. Die Regierung drängt auf schnelle Fortschritte bei Planung und Umsetzung, sodass Auftragnehmende häufig innerhalb kurzer Fristen liefern müssen. Dies kann insbesondere bei Ausrüstungen und komplexen Systemen zu Herausforderungen bei Beschaffung, Fertigung und Lieferzeiten führen.
     

    Von Peter Buerstedde | Hanoi

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  • Vietnam will kurzfristig zwei große Bahnprojekte starten. Ausländische Anbieter und einige einheimische Konglomerate sehen Geschäftschancen.

    Vietnams Eisenbahnnetz wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Die meisten Strecken sind eingleisig und nutzen die veraltete Meterspur aus der französischen Kolonialzeit. Erst mit einer neuen Parteispitze 2024 folgte die Wende. Seitdem wird der Bau mehrerer strategischer Bahnstrecken gleichzeitig vorangetrieben. Zudem modernisiert sie bestehende Strecken umfassend.

    Die Projektpipeline umfasst rund 3.100 Streckenkilometer und ein Investitionsvolumen von 115 Milliarden US-Dollar (US$). Darin enthalten sind Vorhaben, die sich bereits im Bau befinden oder deren Umsetzung bis 2030 als wahrscheinlich gilt. Einige Großaufträge zeigen, dass der massive Ausbau gute Geschäftschancen für deutsche Unternehmen bietet.

    Erste Großprojekte bereits im Bau

    Drei Vorhaben sind bereits im Bau. Dazu zählen der strategisch wichtige Güterkorridor von der Hafenstadt Haiphong zur chinesischen Grenze im Norden Vietnams sowie Hochgeschwindigkeitsstrecken von Hanoi und von Ho-Chi-Minh-Stadt.

    Wichtigste Bahnbauvorhaben in VietnamInvestitionsvolumen in Milliarden US$
    Projekt

    Investitionsvolumen  

    Planung
    Hanoi – Ho-Chi-Minh-Stadt

    67,3

    Baustart Ende 2027, Inbetriebnahme bis 2035; 1.541 Kilometer zweispurig mit Standardspurweite und 23 Passagier- und fünf Güterbahnhöfen; Geschwindigkeit bis zu 350 km/h
    Ho-Chi-Minh-Stadt – Can Tho – Ca Mau

    11,2

    Verlängerung der Strecke Hanoi – Ho-Chi-Minh-Stadt, Baustart 2027, Inbetriebnahme 2035; 320 Kilometer zweispurig
    Lao Cai – Hanoi – Haiphong

    11,1

    Seit Dezember 2025 im Bau für Inbetriebnahme 2030; 426 Kilometer überwiegend einspurig; 30 Bahnhöfe; 160 km/h
    Hanoi – Ha Long – Cai Lan

    5,5

    Seit April 2026 im Bau für Inbetriebnahme 2028; 121 Kilometer, vier Stationen; Siemens Mobility liefert Züge und Bahntechnik
    Ho-Chi-Minh-Stadt – Can Gio

    4,2

    Seit Dezember 2025 im Bau für Inbetriebnahme 2028; 54 Kilometer, zwei Stationen; Siemens Mobility liefert Züge und Bahntechnik
    Haiphong – Halong – Mong Cai

    7,0

    Baustart bis 2030; 187 Kilometer zweispurig
    Hanoi – Dong Dang/Lang Son

    6,0

    Baustart bis 2030; 156 Kilometer zweispurig
    Bien Hoa – Vung Tau

    5,0

    Baustart bis 2030 für Inbetriebnahme 2035; 132 Kilometer zweispurig
    Vung An – Mu Gia

    1,8

    Baustart bis 2030; 105 Kilometer einspurig; Anbindung an Laos
    Ho-Chi-Minh-Stadt –  Moc Bai

    k. A.

    Baustart nach 2030; Anbindung an Kambodscha
    Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest 2026

    Der Bahnkorridor Lao Cai – Hanoi – Haiphong steht wirtschaftlich im Vordergrund. Die veraltete Meterspurstrecke wird mit einer modernen elektrifizierten Strecke ersetzt. Diese führt von der chinesischen Grenze in Lao Cai bis an die Tiefseehäfen von Haiphong. China hat die Planung finanziert. Zudem sind chinesische Unternehmen und Banken eng in die Umsetzung involviert. Derzeit laufen die Enteignungen für den Streckenverlauf, die bis Februar 2027 abgeschlossen sein sollen. 

    In Branchenkreisen gilt es als wahrscheinlich, dass chinesische Bahnbauunternehmen wie China Railway Construction Corporation, China Railway Group oder PowerChina den Bau übernehmen werden. Betreiben wird die Strecke Vietnam Railways. China finanziert auch die Planung von zwei zusätzlichen Strecken, die an die chinesische Grenze führen (Dong Dang und Mong Cai).

    Siemens erhält Großauftrag

    Parallel dazu treibt die Vingroup-Tochter VinSpeed zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken für den Personenverkehr voran: Eine Verbindung von Hanoi in die Provinz Quang Ninh (Halong-Bucht) über einen neuen Hauptstadtflughafen (Gia Binh). Die andere ist eine Trasse im Süden von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Can Gio. VinSpeed hat für beide Strecken im September 2026 einen Großauftrag mit Siemens Mobility abgeschlossen über die Lieferung von zehn Velaro-Novo-Hochgeschwindigkeitszügen sowie modernster Signaltechnik (ETCS Level 2). Auch weitere deutsche Firmen sind an den Ausbauplänen von VinSpeed beteiligt.

    Bau der Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsbahn soll Ende 2027 beginnen

    Technisch komplexe Vorhaben sind weniger fortgeschritten. Dazu gehört das mit Abstand größte Vorhaben einer neuen Nord-Süd-Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die 1.541 Kilometer lange Verbindung soll das Rückgrat des künftigen Personenverkehrs bilden und Reisezeiten zwischen den beiden Metropolen von heute rund 30 auf etwa fünf Stunden verkürzen. 

    Vorläufige Planungen sehen eine Umsetzung in Etappen vor. Demnach würden erst Strecken von Hanoi bis Vinh und von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Nha Trang gebaut, um später zusammengeführt zu werden. Der Baustart war ursprünglich Ende 2026 vorgesehen, wurde inzwischen jedoch auf Ende 2027 verschoben. Trotz der hohen politischen Priorität sind wesentliche Fragen zur Finanzierung, Organisation und Umsetzung weiterhin offen.

    Neue Korridore sollen Vietnam besser vernetzen

    Vietnam plant auch weitere nationale Bahnkorridore. Dazu zählen Verbindungen von Ho-Chi-Minh-Stadt in das Mekong-Delta sowie zum Hafenkomplex Cai Mep-Thi Vai und grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen nach Laos und Kambodscha. Die meisten dieser Vorhaben befinden sich jedoch noch in frühen Planungsphasen oder liegen lediglich als Vorschläge privater Firmen vor.

    Neben den großen Neubauprojekten investiert Vietnam auch in die Modernisierung bestehender Eisenbahnstrecken. Zudem sind neue Bahnhöfe und Verknüpfungen zwischen Fernbahn- und Stadtverkehrssystemen in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt geplant, damit ein integriertes nationales Bahnnetz entsteht. 

    Von Peter Buerstedde | Hanoi

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  • Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt beschleunigen den Metroausbau. Bis 2030 sollen mehr als 600 neue Streckenkilometer entstehen.

    Der Ausbau der Metrosysteme in Vietnam hat sich 2026 stark beschleunigt. Nachdem Projekte lange nur schleppend vorankamen, haben Entwickler seit Ende 2025 den Bau zahlreicher Vorhaben in Angriff genommen. Für weitere Projekte sind die Planungen weit fortgeschritten. 

    In den Jahren 2024 und 2025 haben die ersten zweieinhalb Metrolinien des Landes nach jahrelangen Verzögerungen den Betrieb aufgenommen: Linie 1 in Ho-Chi-Minh-Stadt und Linie 2A sowie der oberirdische Abschnitt der Linie 3, beide in Hanoi. Jetzt sollen bis 2030 in Hanoi sechs neue Linien eröffnet werden. Die neuen Linien befinden sich bereits im Bau. Gleichzeitig werden die beiden bestehenden Linien ausgebaut. Bis 2030 werden insgesamt 372 Streckenkilometer errichtet. Die Investitionen betragen rund 59 Milliarden US-Dollar (US$). 

    Ho-Chi-Minh-Stadt will bis 2030 rund 255 Kilometer für 27 Milliarden US$ in Betrieb nehmen. In diese Aufstellung fließt aber auch die klassische Bahnstrecke von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Can Gio mit ein. 

    Der Ausbau urbaner Schienenverkehrssysteme beschränkt sich nicht auf die beiden Metropolen. Da Nang plant ein Metrosystem vom Flughafen an die Küste und weiter bis nach Hoi An. Auf der Insel Phu Quoc baut das vietnamesische Konglomerat Sungroup gemeinsam mit China Railway Rolling Stock Corporation eine erste Straßenbahn. Sie soll 2027 den Flughafen mit einem neuen Konferenzzentrum verbinden.

    Wichtigste Metroprojekte in VietnamInvestitionsvolumen in Milliarden US$
    Projekt

    Investitionsvolumen  

    Planung
    Hanoi VinSpeed-Paket (Linien 1, 2, 8, 10, 14)

    52,6

    303,5 Kilometer; Im Bau seit Juni 2026; Projektentwickler ist VinSpeed
    Ho-Chi-Minh-Stadt (HCMS) Metro zum neuen Flughafen Long Thanh

    4,8

    41,8 Kilometer; Machbarkeitsstudie durch Thaco; Soll kurzfristig vergeben werden
    HCMS Linie 2 (Thu Dao Mot – Zentrum HCMS)

    4,7

    35 Kilometer; Verbindung der neuen Metropolregion mit Industrieregion Binh Duong; Baubeginn Ende 2026 geplant
    HCMS Linie 6 (Phase 1) 

    3,4

    22,9 Kilometer; Baubeginn noch 2026 geplant 
    Hanoi Linie 5 (Van Cao – Hoa Lac)

    3,0

    39,6 Kilometer; Seit Dezember 2025 in Umsetzung durch Konsortium unter Führung der Pacific Construction Group
    HCMS Linie 2 (Ben Thanh – Tham Luong)

    2,2

    Phase 1 von 3: 11,3 Kilometer; Im Bau seit Januar 2026; Projektentwickler ist Thaco; Rollendes Material von Hyundai Rotem
    HCMS Verlängerung Linie 1

    2,2

    31,6 Kilometer; Baubeginn noch 2026 geplant 
    Hanoi Linie 2A (Verlängerung nach Xuan Mai)

    1,8

    Auf 20,4 Kilometer erhöht; Machbarkeitsstudie erstellt durch China Railway Sixth Group; Baubeginn noch 2026 geplant
    Hanoi Linie 3 (Verlängerung nach Hoang Mai)

    1,8

    8,7 Kilometer; Machbarkeitsstudie weit fortgeschritten; Finanzierung durch Asian Development Bank, Agence Française de Développement und KfW vorgesehen; Baubeginn noch 2026 geplant
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Pipeline weiter dynamisch

    Die Plananpassungen haben sich unter starkem politischen Druck in den letzten Monaten beschleunigt. In Hanoi wurde im Juni 2026 gleich fünf Linien an VinSpeed als Generalunternehmer vergeben. VinSpeed ist ein Tochterunternehmen der Vingroup, des größten Konglomerats des Landes. Viele Projekte verbinden große Wohnbauvorhaben des Unternehmens miteinander. Zudem geht es in Hanoi um die Anbindung des Flughafens sowie an einen Hightech- und einen Biotechnologiepark.

    In Ho-Chi-Minh-Stadt haben der beschleunigte Bau des neuen Flughafens und die Eingliederung zweier Nachbarprovinzen in das Stadtgebiet die bisherigen Planungen grundlegend verändert. Die neuen Linien und Erweiterungen sollen nun das erweiterte Stadtgebiet und den Großflughafen Long Thanh anbinden.

    Mehr Druck und bessere Rahmenbedingungen

    In der Vergangenheit gab es bei Metroprojekten teils massive Verzögerungen, Kostensteigerungen und Rechtsstreitigkeiten. Mittlerweile stehen die Chancen auf eine schnellere Umsetzung besser. Der politische Druck hat sich verstärkt und die Rahmenbedingungen wurden angepasst. 

    Neue Sonderregelungen geben Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt mehr Autonomie bei der Projektumsetzung. Enteignungen und Grundstücksfreigaben werden nun vor der Umsetzung des eigentlichen Infrastrukturprojekts durchgeführt. Damit entfällt eine der wichtigsten Ursachen für Verzögerungen. Ergänzend hat die Regierung Mitte 2026 landesweit einheitliche technische Standards für Metrosysteme erlassen. Sie schaffen einen gemeinsamen Rahmen für Planung, Ausschreibung und Betrieb neuer Strecken.

    Der beschleunigte Ausbau eröffnet Chancen für deutsche Anbieter von Fahrzeugen, Signal- und Leittechnik, Bahnstromversorgung, Bahnhofs- und Depotausrüstung sowie Planungsleistungen. Deutsche Unternehmen waren an den bisherigen Metroprojekten zwar als Technologie- und Ausrüstungslieferanten beteiligt, prägten jedoch keine der Metrolinien als führende Projekt- oder Systempartner. 

    Die Metronetze werden von den städtischen Verkehrsgesellschaften Hanoi Metro Company und Ho Chi Minh City Urban Railway Company No. 1 betrieben. Für Planung und Entwicklung der Metronetze sind in Hanoi das Metro Railway Management Board und in Ho-Chi-Minh-Stadt die Management Authority for Urban Railways zuständig. Die beiden Behörden koordinieren die Vorbereitung und Umsetzung der Projekte und setzen dabei bewusst auf einen Mix internationaler Technologiepartner, um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden. 

    Chinesische Anbieter gewinnen Projekte

    Die bisher realisierten Strecken entstanden jeweils mit unterschiedlichen internationalen Konsortien: Die Linie 2A in Hanoi wurde maßgeblich von chinesischen Unternehmen (unter anderem der China Railway Sixth Group) umgesetzt, die Linie 3 von einem französisch geprägten Konsortium mit weiterer europäischer und südkoreanischer Beteiligung (Alstom, Colas Rail, Thales und Hyundai Engineering & Construction). Die Metro 1 in Ho-Chi-Minh-Stadt entstand unter Führung japanischer Partner (Hitachi, Sumitomo und Shimizu). 

    Chinesische Unternehmen treten bei der neuen Ausbauwelle offensiv auf und konnten sich bereits mehrere wichtige Vorhaben sichern. Die Linie 5 in Hanoi wird bereits von einem chinesisch geführten Konsortium unter Leitung der Pacific Construction Group umgesetzt. Auch bei der Verlängerung der mit chinesischer Technik ausgeführten Linie 2A gilt eine erneute Zusammenarbeit mit Partnern aus China als wahrscheinlich. 

    In Ho-Chi-Minh-Stadt wird die Metro 2 derzeit von einem Konsortium unter Beteiligung des vietnamesischen Konzerns Thaco, des südkoreanischen Fahrzeugherstellers Hyundai Rotem sowie chinesischer Partner vorbereitet. Chinesische Unternehmen haben darüber hinaus für weitere Metrovorhaben der Stadt Konsortien mit lokalen Firmen gebildet und Interesse an zusätzlichen Projekten geäußert. 

    Für die Erweiterung der Linie 3 in Hanoi könnte dagegen erneut europäische Technologie zum Zuge kommen, da für das Vorhaben eine Beteiligung europäischer Finanzierer wahrscheinlich ist. Offen ist die Situation bei den fünf von VinSpeed entwickelten Metroprojekten in Hanoi. Die Vergabe vieler Technologie- und Systempakete steht dort noch aus, genauso wie bei zahlreichen weiteren Vorhaben in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Für internationale Anbieter eröffnen sich damit weiterhin Chancen bei Fahrzeugen, Signaltechnik, Elektrifizierung und weiterer Bahntechnik.

    Von Peter Buerstedde | Hanoi

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  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Vietnam 

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Hanoi Metropolitan Railway Management Board (MRB)Betreibt die Metrolinien in Hanoi und beaufsichtigt Bauprojekte für neue Linien
    MRB Tender Information PortalPortal für Tender für Metroprojekte in Hanoi
    Management Authority for Urban Railways (MAUR)Betreibt Metrolinien in Ho-Chi-Minh-Stadt
    Vietnam Rail Tech and Conference (VRT&CON) Bahnmesse, jährlich in Hanoi (8.10. bis 10.10.2026)