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Rahmenbedingungen
Vietnam modernisiert seinen Pharmamarkt schrittweise. Reformen greifen, doch Regulierung, Beschaffung und Vertrieb bleiben für ausländische Anbieter anspruchsvoll.
08.07.2026
Das Geschäftsumfeld im vietnamesischen Pharmamarkt bleibt anspruchsvoll, verbessert sich jedoch selektiv. Reformen zielen auf eine Modernisierung des Sektors und eine stärkere internationale Integration. Die Umsetzung bleibt in der Praxis jedoch uneinheitlich. Unternehmen nennen weiterhin vor allem die Produktregistrierung, Einschränkungen im Vertrieb sowie das öffentliche Beschaffungssystem als zentrale Herausforderungen.
Die Marktzulassung gilt nach wie vor als Engpass. Antikorruptionsmaßnahmen, Kapazitätsprobleme in den Behörden und die umfassende Erneuerung bestehender Zulassungen haben zu erheblichen Verzögerungen geführt. Der entstandene Antragsstau wird seit 2024 schrittweise abgebaut. Die Verfahren bleiben jedoch im internationalen Vergleich langwierig und nur begrenzt planbar.
Reformen greifen, beseitigen jedoch nicht alle Hindernisse
Mit dem Arzneimittelgesetz von 2024 sowie ergänzenden Verordnungen leitete die Regierung Reformen ein. Dazu zählen vereinfachte Prüfmechanismen, digitalisierte Prozesse sowie die teilweise Anerkennung ausländischer Referenzzulassungen. Diese beziehen sich auf bereits durch strenge Aufsichtsbehörden, wie etwa die EMA, zugelassene Präparate. Für deutsche Anbieter können sich dadurch grundsätzlich verkürzte Prüfverfahren ergeben. Erste Fortschritte sind sichtbar. Die Umsetzung bleibt jedoch uneinheitlich und von administrativen Unsicherheiten geprägt.
Neben operativen Engpässen bestehen weiterhin strukturelle Defizite. Insbesondere beim Schutz geistigen Eigentums fehlt es an klaren und konsistent angewendeten Regelungen. Dies betrifft etwa den Datenschutz oder die praktische Durchsetzung von Patenten. Das erhöht die Risiken für Anbieter innovativer Arzneimittel.
Marktzugang bleibt eingeschränkt
Der Marktzugang bleibt strukturell eingeschränkt. Ausländische Unternehmen sind im Vertrieb weiterhin auf lokale Partner angewiesen. Dies begrenzt die Kontrolle über Preisgestaltung und Absatzkanäle. Auch das öffentliche Beschaffungssystem wirkt weiterhin als bedeutende Markteintrittsbarriere. Es ist stark preisorientiert und begünstigt Generika sowie lokal produzierte Medikamente. Trotz internationaler Öffnungsschritte bestehen Spielräume zur Bevorzugung inländischer Anbieter fort.
Die staatliche Kostendämpfung wirkt sich direkt auf die Nutzung innovativer Therapien aus. Die Aufnahme neuer, patentgeschützter Medikamente in die Erstattung erfolgt weiterhin zurückhaltend und häufig verzögert.
Vorsichtige Öffnung bei Innovation
Gleichzeitig zeichnet sich eine vorsichtige Öffnung ab: 2026 arbeitet das Gesundheitsministerium an einer Erweiterung der Erstattungsliste, die auch moderne Spezial- und Onkologietherapien stärker berücksichtigen dürfte. Dies kann den Zugang punktuell verbessern, ohne den grundlegenden Kostendruck zu verändern.
Strategisch verfolgt die Regierung das Ziel, den Pharmasektor zu modernisieren und stärker als innovationsgetriebene Industrie zu positionieren. Dazu gehören die Förderung lokaler Produktion, Technologietransfer und der Ausbau klinischer Forschung. Die regulatorischen Rahmenbedingungen werden entsprechend angepasst. Sie befinden sich jedoch weiterhin in einer Übergangsphase.
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