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Special | Vietnam | Klimaschutzatlas

Klimaschutz-Atlas

Land- und Forstwirtschaft: Nachhaltigkeit wird Wirtschaftsfaktor

Die Landwirtschaft leidet unter dem Klimawandel, ist aber gleichzeitig Teil des Problems. Die Wälder des Landes sollen zum Klimaschutz beitragen.

Von Peter Buerstedde | Hanoi

Rund 55 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Die Bauern des Landes aber leiden zunehmend unter den Auswirkungen des Klimawandels. Dürren und Überschwemmungen sowie Salzwasserintrusion zwingen sie dazu, ihre Anbaumethoden anzupassen. Zahlreiche internationale Geber unterstützen diese Bemühungen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist in diesem Bereich sehr aktiv.

Reisanbau weiter Methanschleuder

Eine der wichtigsten Feldfrüchte, Lebensgrundlage einer Vielzahl an Menschen und wichtiges Exportgut Vietnams ist Reis. Reis ist allerdings auch ein starker Emittent von Treibhausgasen. Knapp 30 Prozent der Methanemissionen des Landes entfallen auf den Reisanbau.

Die Regierung hat sich durch die Unterzeichnung der Global Methane Pledge Inititiative auf der COP26 verpflichtet, bis 2030 ihren Methanausstoß um 30 Prozent zu senken. Zahlreiche Programme unterstützen den Übergang zu klimagerechten Anbaumethoden, aber der Erfolg ist gemischt. Nach Weltbankangaben werden nach der Ernte weiter auf etwa 80 Prozent der Felder die Reisstoppeln verbrannt. 

Vietnam hat sich auf der COP26 in Glasgow durch Unterzeichnung der Declaration on Forests and Land Use verpflichtet, seine Waldbestände stabil zu halten und insbesondere gegen den illegalen Holzeinschlag vorzugehen. Wälder bedecken 42 Prozent der Landfläche und spielen eine zentrale Rolle als natürliche Kohlenstoffsenken. Allerdings ist der Urwald fast vollständig von einer Plantagenwirtschaft ersetzt worden, mit kurzen Rotationszeiten, um Holzchips für Biomasse zu produzieren.

Vietnam ist zwar der größte Exporteur von Holzprodukten in Südostasien. Das Land muss dafür aber den Großteil des Holzes selbst importieren, auch weil bisher wenig Wald nach internationalen Standards zertifiziert ist.

Umstieg auf nachhaltige Forstwirtschaft wird vielfach gefördert

Der Übergang zu großflächigem, nachhaltigem, klimafreundlichem Forstmanagement ist schwierig, da Waldbesitzer wenig Erfahrung mit Großholzanbau und kaum Zugang zu Finanzierungen für die Übergangszeit haben. Allerdings gibt es in Vietnam immer mehr Förderprogramme von Geberorganisationen und Möglichkeiten, Waldzertifikate zu Geld zu machen. Die GIZ hat 2023 ein Programm zum nachhaltigen Waldmanagement lanciert.

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