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Bericht Wirtschaftsumfeld

Infrastruktur und Energie

Lwiw punktet mit gut ausgebauter Infrastruktur. Die Region ist ein Knoten für Logistik, Industrie und erneuerbare Energien.

Die Oblast Lwiw ist die westlichste Region der Ukraine im Vorgebirgsraum der Karpaten mit einer relativ kleinen Fläche von 21.800 Quadratkilometer. Die Region lässt sich in vier wirtschaftliche Zonen unterteilen:

  1. Grenzgebiete, die sich auf Logistik und internationalen Handel konzentrieren,
  2. eine Kohle-Mikroregion, spezialisiert auf Metallverarbeitung und andere verarbeitende Industrien,
  3. eine Gebirgsregion, die sich auf Bodenschätze, Verarbeitung und Tourismus konzentriert,
  4. die Agglomeration der Stadt Lwiw als wirtschaftliches, logistisches sowie Innovations- und Bildungszentrum – und Heimat von nahezu der Hälfte der Gesamtbevölkerung der Region.

Obwohl die Oblast Lwiw 11 Prozent des ukrainischen Öls und 5 Prozent des Erdgases fördert, gilt Holz als wichtigster regionaler Rohstoff. Die Holzindustrie bietet großes Potenzial für Investitionen und eine Weiterentwicklung in Richtung höherer Wertschöpfung.

Von rund 570 bestätigten Rohstofflagerstätten werden derzeit weniger als die Hälfte genutzt. Viele davon sind nahezu erschöpft, die Fördertechnik gilt als veraltet. Der Bergbau trägt daher lediglich 8 Prozent zum industriellen Gesamtumsatz bei. Dieser Anteil ist seit dem Vorkriegsjahr 2021 konstant geblieben. Aufgrund hoher Anfangsinvestitionen gilt der Sektor kurzfristig nicht als besonders attraktiv für Investoren.

Großes Potenzial für erneuerbare Energien

Die Region bietet günstige Bedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Auf den windreichsten 10 Prozent der Fläche beträgt die mittlere Leistungsdichte in 100 Metern Höhe etwa 420 Watt je Quadratmeter, in den südlichen Gebirgsregionen sogar 800 Watt je Quadratmeter. Diese Werte sind vergleichbar mit benachbarten Regionen und übertreffen jene in vielen Teilen Mittel- und Osteuropas. Auch die Photovoltaikleistung ist mit jährlich rund 1.100 Kilowattstunden je installierten Kilowattpeak auf einem Niveau mit Deutschland, Tschechien und Polen.

Unter den ukrainischen Regionen belegt Lwiw:

  • Platz 10 bei der Gesamtkapazität grüner Energie mit einer installierten Leistung von 450 Megawatt,
  • Platz 6 bei Solarenergie mit installierten 350 Megawatt,
  • Platz 3 bei Windenergie mit installierten 88 Megawatt.

Die vier Windparks der Region liefern fast 16 Prozent der ukrainischen Windkapazität, während rund 80 Solarkraftwerke über 6 Prozent zur nationalen Solarkapazität beitragen.

Trotzdem bleibt die Region energieunterversorgt, da ein Großteil der kritischen Infrastruktur durch russische Angriffe beschädigt wurde. Lwiw bildet hier keine Ausnahme. Dennoch zeigen lokale Unternehmen eine bemerkenswerte Resilienz: Während häufiger Stromausfälle verzeichneten nur 3 von 10 Betrieben einen Arbeitszeitverlust von bis zu 25 Prozent, und nur wenige bis zu 50 Prozent. Insgesamt erlebten nur 38 Prozent der lokalen Unternehmen strombedingte Störungen. Im Landesdurchschnitt ist es zum Vergleich mehr als jedes zweite Unternehmen.

Lwiw ist wichtigster Logistikkorridor im Westen der Ukraine

Die Verkehrsinfrastruktur der Oblast Lwiw zählt zu den stärksten im Land und bietet strategische Vorteile für Handel und Logistik:

  • Der Westen der Oblast grenzt an Polen und verfügt über sieben Straßen- und zwei Eisenbahngrenzübergänge, die gleichmäßig entlang der Grenze verteilt sind.
  • Lwiw ist ein zentrales Transitdrehkreuz: Zwar liegt die Region bei der Gesamtlänge national bedeutender Straßen mit 2.000 Kilometern nur auf Platz 9, doch bei der Straßendichte belegt sie Rang 5 unter den 20 Regionen mit verfügbaren Daten.
  • Das gut ausgebaute Transportsystem gilt als leistungsfähigstes im Westen der Ukraine und ermöglichte bereits vor dem Krieg einen stetigen Anstieg des Frachtvolumens. Seit 2022 hat sich Lwiw zu einem der wichtigsten Logistikkorridore des Landes entwickelt, sowohl für den Export und Import als auch für die militärische Versorgung.
  • Der Internationale Flughafen Lwiw (LWO) ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs geschlossen, gilt jedoch als wahrscheinlich erster Flughafen, der wiedereröffnet wird. 

Digitale Infrastruktur ist gut ausgebaut

Die Bank- und digitale Infrastruktur der Oblast Lwiw ist gut ausgebaut und breit verfügbar. Die digitale Konnektivität ist hoch: Auf 100 Einwohner kommen 150 Mobilfunk-SIM-Karten. Dreiviertel der Haushalte verfügen über einen Festnetz-Internetanschluss. In Bezug auf die Verfügbarkeit öffentlichen WLANs belegt die Region den 9. Platz landesweit.

Auch im Bankensektor ist Lwiw stark aufgestellt: Mit 399 aktiven Filialen liegt die Region landesweit auf Platz 3. Nahezu jede zehnte Bankfiliale in der Ukraine ist hier ansässig, was etwa 21 Filialen je 100.000 Erwachsene entspricht.

Die wichtigsten Herausforderungen der Region werden im Rahmen der Entwicklungsstrategie der Oblast Lwiw für die Jahre 2021-2027 angegangen, die im Dezember 2024 aktualisiert wurde.

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